Publikationen
Artikel und Publikationen von Mitgliedern der GAG und von Gästen. Jeder ist aufgerufen an der Wissensammlung teilzunehmen und eigene Thementexte zur Veröffentlichung einzureichen.
Berichte über das Feuersetzen
Über das Feuersetzen im historischen und prähistorischen Bergbau wird viel geschrieben und gesprochen. In fast allen Besucherbergwerken berichten die Bergwerksführer über diese Technik und erwähnen dabei fast immer, dass nach dem Feuersetzen das Gebirge mit Wasser abgeschreckt worden sei. Zahlreiche angewandt archäologische Experimente haben gezeigt, dass dies nicht notwendig ist und in der Regel aus physikalischen und gesundheitlichen Gründen nicht möglich war. Zschocke & Preuschen (1932) geben drei Augenzeugenberichte aus dem Rammelsberg und aus Sachsen wieder. Da vorgenanntes Werk recht schwierig zu erhalten ist sind im Folgenden die drei Artikel daraus wiedergegeben. Daraus wird deutlich, dass kein Wasser eingesetzt wurde, um das Gebirge nach dem Feuersetzen abzuschrecken!
Geothermische Energie aus ehemaligen Bergbauanlagen
Im Zuge der verstärkten Nutzung regenerativer Energien und der heute zur Verfügung stehenden Wärmepumpentechnologie erscheint es sinnvoll, die in zahlreichen Gebieten Deutschlands und Europas befindlichen, stilliegenden bergbaulichen Anlagen auf ihre geothermischen Wärmepotentiale hin zu untersuchen. Ausgangspunkt dieser Überlegung sind ehemalige Bergbauschächte, die mit Tiefen von mehreren hundert bis > 1000 m gleichsam als „überdimensionale Bohrlöcher“ aufgefasst werden können.
Die in den Schächten und abgesoffenen Abbaufeldern vorhandenen Wässer weisen in der Regel ein erhebliches thermisches Energiepotential auf, das bisher nur in wenigen Fällen genutzt wurde. So errechnen sich nach dem normalen geothermischen Tiefengradienten von 3 Grad Temperaturzunahme / 100 m bereits bei Abbautiefen von 200 – 300 m Tiefe ganzjährige Wassertemperaturen von 15 – 2O Grad Celsius ! Es ergibt sich somit ein ganz erhebliches, bisher weitgehend ungenutztes Wärmepotential, das zur dezentralen Nahwärmeversorgung geeignet erscheint.
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Glück auf! Dieser alte Gruß der Bergleute war seit Jahrhunderten – und ist es noch heute – nicht nur der Gruß der Bergleute, sondern er spiegelt auch die Prägung des sozialen und kulturellen Lebens von Familien, Dörfern, Städten und sogar ganzer Landstriche durch den Bergbau wider. Die „Alten“, womit die früheren Bergleute gemeint sind, hinterließen mit ihrer Arbeit beeindruckende Hohlräume im Dunkel der Berge. Sehr lange her, aber sicherlich nicht vergessen! Wir, als Grubenarchäologische Gesellschaft, kämpfen gegen das Vergessen. Zu wertvoll ist das, was die Erde scheinbar zu verbergen sucht, was die Alten schufen, mit Tränen, mit Schweiß und mit dem unerschütterlichen Fleiß ihrer Hände Arbeit. |
| Wir sind… … eine Vereinigung von Freunden des Altbergbaus, die sich die Aufgabe gestellt hat, unser montanhistorisches Kulturgut zum Zwecke seiner Erhaltung zu erforschen. Denn nur was wir kennen, können wir schützen; nur wenn wir die Vergangenheit kennen, können wir die Gegenwart verstehen. Was Anfang der 80er Jahre als Höhlenforschung im Harzer Gipskarst begann, hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hin zur Erforschung und Beschreibung verschiedenster unterirdischer Hohlräume des ehemaligen Bergbaus sowie Produktionsanlagen, Tiefkeller, Versorgungstunnel, Wasserstollen etc. Bei unseren Erkundungen legen wir seit Jahren Wert auf eine saubere schriftliche und fotographische Dokumentation des Gesehenen. Daher verfügen wir mittlerweile über ein umfangreiches Untertagearchiv. |
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| Seit über 10 Jahren bieten wir unsere Erfahrungen auch als Hilfe für andere Bergbauinteressierte an, da „Untertageprobleme“ mit vergessenen untertägigen Hohlräumen weit häufiger als vermutet auftreten. Andererseits kann aber auch die Nachnutzung bergbaulicher Anlagen, etwa zur Speleotherapie, Trinkwassergewinnung, geothermischen Nutzung oder zu touristischen Zwecken durchaus von Wert für die Allgemeinheit sein. |
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Die GAG steht einer Zusammenarbeit mit verwandten Organisationen, Vereinen und Institutionen offen und interessiert gegenüber. |
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Forschung
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Rettung Die Mitglieder übernehmen die Funktion einer „Meldestelle für UT- Notfälle“ und leiten bei einem Hilfeersuchen vernünftige Maßnahmen ein.
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Geologische Streifzüge auf Lanzarote und Graciosa
1. EINFÜHRUNG :
Lanzarote und die vorgelagertern Isletas sind die nördlichsten Inseln des kanarischen Archipels mit einer Gesamtfläche von knapp 800 Quadratkilometern. Es sind zugleich jene Kanareninseln, die dem afrikanischen Festland am nähesten liegen. Diese Nähe zur Sahara merkt man sogleich, wenn man die Inseln betritt. Es ist heiß und trocken, die Vegetation ist karg und Niederschläge sind selten. Dennoch – oder vielmehr : gerade deshalb, bietet die Insel für den geologisch interessierten Besucher eine Vielzahl von Eindrücken. Auch wenn Sedimentgesteine selten sind, ao sind die vielfältigen Erscheinungen des Vulkanismus hier besonders gut zu studieren und es gibt in Europa — mit Ausnahme von Island — wohl kein anderes Gebiet, wo auf so engem Raum derart viele verschiedene vulkanische Prozesse und Strukturen beobachtet werden können. Grund genug, im Frühjahr 1994 drei Wochen lang nach Lanzarote zu fliegen und – fernab des Massentourismus mit Leihwagen und Zelt, aber auch Privatquartier – diesen Naturwundern nachzugehen.
Übersichtskarte von Lanzarote : schwarze Punkte = im Text beschriebene Lokalitäten
Lanzarote wurde wie die anderen Kanareninseln auch zuerst von den Guanchen entdeckt und besiedelt, einem auch heute noch weitgehend rätselhaften Volk, das in zahlreichen unabhängigen Königreichen organisiert war. Die Inseln waren jedoch auch den antiken Völkern bekannt, die die gesamte Kanarengruppe Purpuraria nannten nach dem reichlichen Vorkommen der damals höchst geschätzten Purpurschnecken.
Ab dem 14. Jahrhundert eroberten die Spanier die Inseln. Einer Legende zufolge zerbrach der französischstämmige Ritter Jean de Bethencourt am Strand von Lanzarote vor Freude seine Lanze und schleuderte die Bruchstücke in alle Himmelsrichtungen. Diesem Ereignis, der Lanca rota (= gebrochene Lanze), soll die Insel ihren noch heute gültigen Namen verdanken.
Die spanische Inbesitznahme und die nachfolgende Christianisierung führte rasch zum Untergang der guanchischen Kultur oder vielleicht besser : zu deren Assimilation, denn es haben sich bis heute einige recht typische und nur hier vorkommende Inselbräuche erhalten. So zum Beispiel der Llucha canario, ein mit viel Begeisterung betriebener "nationaler" Ringkampf. Auch die kanarische Küche weist einige interessante Besonderheiten auf, so im Meerwasser gekochte kleine wohlschmeckende Kartoffeln mit einer würzigen Sosse namens "pappas arrugadas con mocho", die man als Besucher nicht missen sollte.
In den folgenden Jahrhunderten gedieh eine zeitweise recht wohlhabende Fischerei- und Bauernkultur, die sich zunächst auf die Gewinnung des in einer einheimischen Flechtenart vorkommenden roten Farbstoffes Orchille spezialisierte. Nach der Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier und der Einführung der Opuntia – Kakteen in die Alte Welt wurde die Orchille – Farbgewinnung mehr und mehr durch die Kultur von Cochenille – Schildläusen verdrängt. Dieser Opuntienanbau und die daran anschliessende Gewinnung von Cochenillefarbstoff ist auch heute noch ein bedeutender Wirtschaftszweig auf der Insel, wohingegen der Farbstoff der Orchille – Flechten heute nicht mehr verwendet wird. Daneben spielte seit altersher der Weinanbau und die Salzgewinnung eine größere wirtschaftliche Rolle.
Eine besondere landwirtschaftliche Besonderheit von Lanzarote soll bereits hier angesprochen werden. Die tiefgründige Überdeckung von landwirtschaftlichen Nutzflächen mit schwarzem Tuff, hier "Picon" genannt".Diese Steinmulchung sorgt für eine ungewöhnlich effektive Speicherung von Tau und Nebelnässe, die anschließend langsam wieder an die Pflanzen abgegeben wird. Durch diese Art der Feldbewirtschaftung wird der Anbau verschiedenster Kulturen, so unter anderem Zwiebel, Mais, Kürbis und Kartoffel auch bei sehr niedrigen Regenfällen möglich – ein Beispiel, das sicherlich auch in anderen semiariden Gebieten dieser Welt Anwendung finden könnte.
Während sich in den vergangenen Jahrhunderten die Inselbevälkerung sehr allmählich entwickelte – zeitweise von Vulkanausbrüchen, von denen noch die Rede sein wird, empfindlich gestört – so hat sich auch hier in den letzten Jahrzehnten vieles geändert. Die alten Wirtschaftsstrukturen sind teils zusammengebrochen, teils stark rückläufig. Dafür boomt seit einigen Jahrzehnten der Inseltourismus. Hotelneubau entsteht an Hotelneubau und insbesondere in den drei Tourismuszentren Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca härt man weit mehr deutsche oder englische Laute als spanische. Und dennoch : dem Naturliebhaber bietet die Insel nach wie vor ebenso einsame wie grandiose Eindrücke und Einblicke. Sei es die speziell im Frühjahr besonders eindrucksvolle Pflanzenwelt mit zahlreichen Endemiten, sei es die über das ganze Jahr gleich faszinierende Welt der Gesteine und Mineralien, sei es die beindruckende vulkanische Landschaft allein….
Kurzer Abriß über die Verehrung von Bergbauschutzpatronen
Der Bergbau als gefährliche und anstrengende Arbeit ist seit vielen Jahrhunderten im christlichen Kulturkreis tief religiös geprägt. Noch heute zeugen besonders die Namensgebungen von Gruben in vielen Fällen davon. Während in den protestantischen Ländern nach der Reformation vor allem neutrale Namen („Heilige Dreifaltigkeit“, „Christkindel“, „Drei Kreuze“…) dominierten, sind es in römisch – katholischen Ländern und Zeiten oft die Namen von im Bergbau besonders verehrten Personen. In protestantischen Ländern hilft diese Tatsache bei der Datierung von Gruben. Bei den Namenspatronen sind drei Formen zu unterscheiden:
1.) Personen des Neuen Testamentes, die später heilig gesprochen wurden.
2.) Personen aus nachbiblischer Zeit, die aufgrund ihres besonders religiösen Lebens heilig gesprochen wurden.
3.) Personen des Alten Testamentes, die logischer weise nicht heilig gesprochen werden konnten, da sie natürlich keine Christen waren, aber für den christlichen Glauben eine besondere Bedeutung haben. Viele der Namenspatrone des Bergbaues sind gleichzeitig auch Schutzpatrone des Bergbaues. Das heißt, daß sie besonders von Bergleuten verehrt wurden und besondere „offizielle“ Schutzaufgaben für den Bergbau hatten. Dabei wird einiger Patrone nur regional gedacht, andere haben überregionale Bedeutung. Nur am Rand sollen die Heiligen genannt sein, die keine Bergbauheiligen im engeren Sinne sind, aber lokal oder regional auch im Bergbau erhebliche Bedeutung haben (z. B. St. Donat in Freiberg, St. Wolfgang im Erzgebirge). Im Folgenden sollen die Bergbaupatrone im engeren Sinne vorgestellt werden:
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