Europa
Jens Pfeifer 2018 – Die Entwicklung des Salzbergbaus in Wieliczka und Bochnia 1697-1706 und 1709-1764
Die Entwicklung des Salzbergbaus in Wieliczka und Bochnia 1697-1706 und 1709-1764
von
Jens Pfeifer
veröffentlicht in:
BERGBAU AUF SALZ
16. Internationaler Montanhistorischer Kongress Holl
in Tirol, Sterzing, Schwaz 2017
Tagungsband
Seite 166-190
Hrsg: Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp
und Johann Bair
Berenkamp Verlag Wattens 2018
Bergbau in der Slovakei
Laurion 2010 – Reisebericht in Bildern
Der Bergbau von Laurion, Griechenland – 2500 Jahre Bergbau in Griechenland
Ein Reisebericht in Bildern von Holger Lausch
Eine Reise ins goldene Land Rumäniens III – oder „kein Schein aus Brüssel nötig“
Ein Exkursionsbericht in Wort und Bild. Von Holger Lausch
Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 1
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Anreise 2
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Baia Mare , Baia Sprie Galeria Tunnel, Cavnic 4
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Baia Sprie Halde am Blind Schacht 5 21
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Baia Sprie Aufbereitung 27
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Baia Mare Mineralienmusem, Kreutzberg Stollen 30
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Baia Mare Grube Sasar 38
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Baia Mare Valea Rosie, Altbergbau 49
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Baia Sprie Valea Borcut 54
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Cavnic Schacht Malnas 59
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Cavnic Stollen Varvara 66
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Cavnic Mina Boldut 68
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Herja, Baia Mare Hütte Romplumb, Lindefabrik 95
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Baia Sprie Grube Suior, Cavnic Grube Roata 122
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Baia Mare Zentralflotation 137
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Zlatna Hütte 148
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Zlatna Quecksilbergruben 149
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Abrud, Corna 152
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Rosia Montana, Altstadt, Kirnik mit Römergruben 165
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Rosia Montana, Heilig Kreutz Stollen 198
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Rosia Montana Freilichtmuseum 216
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Corna, Goldmörsern und Goldwaschen, Fete 220
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Brad Goldmuseum 226
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Sacaramb, Nagyag, Bosca Mika 228
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Rückfahrt 244
http://www.untertage.com/wp-content/uploads/2007/06/Ru31.pdf
http://www.untertage.com/wp-content/uploads/2007/06/Ru32.pdf
http://www.untertage.com/wp-content/uploads/2007/06/Ru33.pdf
http://www.untertage.com/wp-content/uploads/2007/06/Ru34.pdf
http://www.untertage.com/wp-content/uploads/2007/06/Ru35.pdf
Eine Reise ins goldene Land Rumäniens II – oder „Ein Schein aus Bukarest“
Und es gibt ihn doch, den Schein aus Bukarest.
Zumindest scheinbar, denn gesehen hat ihn bisher keiner von uns.
Der geneigte Leser kann den Grund dafür schon erahnen: Der Schein ist natürlich geheim! Um den "Schein aus Bukarest" betrachten zu dürfen, bedarf es wohl eines Scheines aus Bukarest…
Aber so unsichtbar und geheim der Zettel auch immer sein mochte: Er eröffnete uns grandiose Einblicke in den aktiven Bergbau Rumäniens!
Holger Lausch (OHo) hat das Gesehene und Erlebte aufbereitet und in Wort und Bild hier zusammengefasst. Danke Holger!
An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmals ganz herzlich bei allen Freunden und Helfern vor Ort bedanken, die uns bei unserer Reise so tatkräftig unterstützt haben!
Noroc Bun
M.Krumrei
Neolithischer Feuerstein-Bergbau in Valkenburg / Niederlande
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Der neolithische Feuerstein-Bergbau in Valkenburg bei Maastricht Am südwestlichen Rand von Valkenburg (zwischen Maastricht und Aachen), direkt unterhalb der Kante von einem Plateau, liegen an der Plenkertstraat einige Reste neolithischer Feuerstein-Gruben.
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Stollen 1.
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Stollen 2.
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Stollen 3.
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Schacht 4.
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Schacht 7.
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Literatur
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Stüblbau – Alpiner Goldbergbau der Hohen Tauern
Betrachtet man die alten hochalpinen Goldbergbaue der Hohen Tauern, die im heutigen Land Salzburg liegen, übersieht man angesichts so klingender Namen wie Radhausberg, Rauris, Bodenstollen, Siglitz etc. leicht das alte Goldrevier von Schellgaden im Lungau . Dies ist aber absolut unbegründet da dieses Goldrevier ebenfalls eine Jahrhunderte lange Tradition hat und auch die Quantität an göldischem Silber nicht gering war.
Auch heutzutage präsentiert sich Schellgaden mit seinen Einzelrevieren Stüblbau, Schulterbau, Prahmleiten und Birgeck vielfältig. So konnte von uns sowohl eine hochinteressante bergbauhistorische Dokumentation angelegt werden als auch eine umfangreiche mineralogische Systematik gefunden werden. Dies geschah über einen Zeitraum von über 20 Jahren.
Der labyrintische Stüblbau (versperrter Eingang!) ist zweifelsohne mit seinen etwa 17km der größte Einbau. Untertage kann man die unterschiedlichsten Abbaumethoden der Jahrhunderte studieren, vom Feuersetzen des 15.Jh. bis zur (kurzzeitigen) Abbauweise des 20. Jh.. Leider zeigt sich das System seit einigen Jahren an mehreren Stellen stark verbruchgefährdet. Montanhistorisch besonders schön sind die häufig anzufindenden viele Zehnermeter langen, zeitweise an beiden Ulmen exakt aufgeschlichteten 2-3 Meter hohen Steinmauern. Ferner sind die langen und niederen Feuersetzstrecken höchst beindruckend. In ihnen fühlt man sich angesichts der rußgeschwärzten niedrigen Firste und dem Geruch einer Köhlerei ins Spätmittelalter zurückversetzt. Es stehen noch meterdicke Au-Ag-Pb-Cu führende "Lagergänge" an mit "zuckerkörnigem Goldquarz Typus Schellgaden " sowie regional viel Scheelit , der schon öfters das Ziel von Prospektionsversuchen war.
Auch mineralogisch hat der Stüblbau einiges zu bieten. Neben des Typminerals Phosphorrösslerit , der hier in entlegensten Teilen im Grubenschmand zu finden war (ähnelt Kandiszucker), besonders natürlich Gold aber auch Scheelit , Stolzit , Cerussit , Malachit, Schörl etc.
Zuletzt sei ausdrücklich erwähnt daß keinerlei öffentlich zugängliche Einbaue existieren und die Schlüsselvergabe äußerst restriktiv gehandhabt wird. Bitte bei Mineraliensammlern bedanken, die sinnlos hölzerne Fahrten zerstörten! Umso größeren Dank dem jetzigen Besitzer, der in vorbildlicher Weise mit mir zusammenarbeitete um dieses montanhistorische Denkmal zu dokumentieren. Glück Auf!
das Kareck auf dessen Ostflanke sich die Bergbaue befinden
hölzerne Wetterlutten , die nach dem Verschleiß gleich als Versatz verwendet wurden, 18.Jh.
Wassertröge aus dem 18. Jh.
exakt geschrämte Firste mit perfekten Steinmauern als Ulmen, 18. Jh.
Feuersetzstrecke mit Rußstalaktiten an der Firste, 16.Jh.
bescheidene dünne Erzreste werden beprobt, 16.Jh.
niedere Abbaue des 18. Jh.
„Ungarisches Gestänge“ für den Spurnagelhunt , 18.Jh.
großräumiges Abbaufeld des 18. Jh.
perfekt geschlichtete Steinmauer, 18.Jh.
Schrämstollen des 16.Jh.
Markscheidezeichen des 16.Jh.
die Position des vorigen Zeichens wird beleuchtet –nasse Angelegenheit!
ein kurzer geschrämter Aufbruch führt zu weiteren Markscheidezeichen
Kombination von einfachem mit Doppelkreuz, vermutlich im Zusammenhang mit dem daneben befindlichen Aufbruch
Markscheidekreuz mit Schrämspuren, 16.Jh.
handgeschrämte Strecke, vermutlich zur spätmittelalterliche Förderung
Goldkristalle
Gold in Bleiglanz und Kupferkies
La Union – Spanien, Reisebericht in Bildern
LA UNION
AL
MINERO

La Union liegt an der Mittelmeerküste Spaniens in der Region
Murcia, nahe der alten Stadt Cartagena, in der Römerzeit als „Neu Karthago“ benannt.
3000-4000 Jahre Bergbaugeschichte sind in La Union vereint. Schon
die Römer wussten um die Erze in den Bergen um La Union: Gold und Silber
suchten und fanden sie (erstes wohl eher in bescheidenem Maße, zweiteres
wohl recht reich)
La Union hatte mehrere Blütezeiten des Bergbaus.
Abgebaut wurde:
Römerzeit: Gold, Silber
Mittelalter: Silber, Blei
18. bis Anfang 20.Jahrhundert: Silber, Blei, Zink
ab Ende 19. Jahrhundert bis in die Jüngere Vergangenheit: Pyrit (zuletzt
in Tagebauen)
Für den bergbauinteressierten Besucher ist der Ort eine
Fundgrube ohne gleichen. Der deutsche Hang zum verwahren, vermauern, zuschütten,
zubetonieren, abreißen und „sanieren“, zum ausradieren, plattmachen, „verschönern“,
zum rekultivieren, all das ist in der spanische Seele zum Glück nicht
vorhanden.
Stollen oder Schächte befahren darf, wer Lust dazu hat und man muss nicht
einmal vorher fragen. Der mündige Bürger darf selbst entscheiden.
Und man staune: die Leute dort leben alle noch. Vielleicht sollte sich der
ein oder andere Herr in Amt und Würde hierzulande mal einen Hauch spanischer
Gelassenheit aneignen und statt Gruben zu verschließen, spanischen Wein öffnen.
Eine gute Jahreszeit das Land zu besuchen ist Ende Februar bis Ende März
und im Spätherbst. Im Sommer ist es deutlich zu warm und im Winter ist
es zumindest zu kalt um abends noch auf der Terrasse zu sitzen.
Wer die Gruben befahren will, sollte normale Untertageausrüstung planen.
Die Gruben sind in der Regel trocken, es sind jedoch trotzdem Gummistiefel
zu empfehlen, da die Wässer, wenn dann doch mal eine Pfütze steht,
extrem sauer sind und daher unangenehme Hautreitzungen hervorrufen können. Überhaupt
ist die gesamte Grube „sauer“, man sollte also darauf achten, möglichst
wenig ohne Handschuhe anzufassen.
Gesenke, Schächte und so weiter sind im Normalfall nicht gekennzeichnet,
hier ist besondere Vorsicht geboten. Wer noch keine Untertageerfahrung hat,
sollte sich die Grube „Pablo Y Viginia“ (Bilder IM002491 – IM002501) ansehen.
Diese Grube wurde als Besucherbergwerk gesichert. Das darf man sich nun nicht
so vorstellen wie in Deutschland, dass man seinen Eintritt zahlt und dann an
einer Führung teilnimmt. Vielmehr ist es so, dass der Stollen genauso
offen in der Landschaft liegt, wie alle anderen auch. Man hat in der Grube
mit Absperrband eine Route markiert und gefährliche Bereiche gekennzeichnet.
Das war es aber auch schon. Wie man die Grube findet, kann man dem Prospekt „Ruta
Minera – Carretera del 33“ entnehmen, welches einen Bergbauwanderweg beschreibt
und im Bergbaumuseum (Bilder IM002440 – IM002442) von La Union zu kaufen ist.
Das Museum ist sehr zu empfehlen: eine tolle mineralogische Sammlung, altes
Gezähe, Risse, historische Aufnahmen und soziale Aspekte des Bergbaus
werden behandelt und sehr liebevoll dargestellt.
Wenn man nun gerade in der Stadt ist, sollte man auch gleich noch den „Mercado
Publico“ (Bilder IM002298 – IM002295) besuchen, den Marktplatz mit der alten
Markthalle und dem Bergmannsdenkmal.
Absolut sehenswert ist die Anlage der Grube „El Cabezo Rajao“ (Bilder IM002365,
M002383, IM002385 – IM002388, IM002390 – IM002453, IM002458 – IM002480), mit
ihren Fördertürmen, dem Tagebau und den Aufbereitungsanlagen und
den Grubengebäuden. Dort muss man einfach hin!!!
Gegenüber von „El Cabezo Rajao“ befindet sich noch ein kleiner Berg mit
der Grube „María Jesús“ (Bild IM002389)
Interessant ist ebenso der Besuch in einem der ehemaligen Tagebaue. So befindet
sich östlich von „El Cabezo Rajao“ der Tagebau „Brunita“ (Bilder IM002347
– IM002368) auch hier sind die ehemaligen Aufbereitungsanlagen einen Blick
wert.
In südlicher Richtung über den Berg sollte man einmal nach „Portman“ (Bild
IM002489) fahren, dem alten Erzverladehafen seit der Römerzeit bis zum
Niedergang des Bergbaues in der Region (Portus Magnus). In Zusammenhang mit
den Römern ist natürlich auch Cartagena (Bild IM002541 – IM002542)
mit seiner schönen Altstadt und diversen interessanten Ausgrabungen Pflicht.
Wer dieses gastfreundliche Städtchen besuchen möchte und weitergehend
Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.
Glück auf!
Michael Pfefferkorn
Die neolithischen Feuerstein-Gruben von Rijkholt bei Maastricht, Niederlande
Die neolithischen Feuerstein-Gruben von Rijkholt bei Maastricht, Niederlande
Bericht vom 6. Internationelen Bergbau-Workshop, Oktober 2003, Rescheid (Eifel)
von Dr. Thomas Witzke
Eine Exkursion nach Rijkholt fand am 2.20.2003 im Rahmen des 6. Interantionalen
Bergbau-Workshops statt. Nach dem Besuch der Steinkohlen-Grube Blegny (Belgien)
fuhr der Auto-Konvoi nach Rijkholt, südöstlich von Maastricht. Nach
anfänglichen Schwierigkeiten, die im Wald verborgene und nicht ausgeschilderte
Grube zu finden, erreichte die Gruppe schließlich ihr Ziel.
Der Weg führte vorbei an einem Abschlagplatz, an dem zahlreiche kleine
und größere Feuerstein-Splitter mit z.T. deutlich erkennbaren Schlagspuren
zu finden waren, sowie einem Platz, an dem offenbar ungeeignete Feuersteinkonkretionen
aussortiert wurden. Der Feuerstein-Abfall an solchen Plätzen erreicht
z.T. bis 1,50 Meter Mächtigkeit.
Die rund 5000 Jahre alten, neolithischen Feuerstein-Gruben sind durch einen
modernen, etwa 150 Meter langen Stollen aufgeschlossen. Am linken und rechten
Stoß des Stollens sind in der Ausmauerung zahlreiche Öffnungen gelassen,
durch die man in die prähistorischen Abbaue sehen kann. Diese Öffnungen
sind durch Gitter verschlossen. Wie Herr Reger mittteilte, dienen sie hauptsächlich
dazu, um zu verhindern, dass Material von anderen Fundplätzen eingeschleppt
und hier versteckt wird.
Da die Abbaue recht oberflächennah liegen und da bei den Ausgrabungen
der Versatz aus den Abbauen entfernt wurde, mußten sie abgestützt
werden. Die Abstützung erfolgte mit Stahlstützen und -schienen, die
heute ziemlich angerostet und wenig ästhetisch aussehen.
Der Betrieb der neolithischen Gruben
Eine C14-Datierung von Holzkohle in einem Schacht ergab ein Alter von 3150
Jahren vor der Zeitrechnung. Eine Schautafel im Forschungstollen erwähnt
C14-Datierungen zwischen 3750 und 3940 v.d.Z. Die Gruben lassen sich damit
eindeutig ins Neolithikum stellen. Das Neolithikum umfasst in Europa die Zeit
zwischen etwa 5500 und 2000 v.d.Z. Metallwerkzeuge waren zu dieser Zeit noch
nicht bekannt.
Man schätzt die Dauer des Bergbaus in Rijkholt auf etwa 500 Jahre. Längere
Unterbrechungen sind nicht anzunehmen. Die Abbau-Periode lag wahrscheinlich
irgendwann zwischen etwa 3950 und 2650 v.d.Z. Eventuell ist auch von mehreren
Perioden auszugehen.
Der wissenschaftlich untersuchte Bereich umfasst eine Fläche von 2436,6
Quadratmetern mit 75 Schächten.
Die Abbautechnik
Von der Erdoberfläche wurden runde Schächte mit einem Durchmesser
von etwa 1 m angelegt. Dabei wurden die Deckschichten aus Löss und Lehm
durchteuft, bis man an die feuersteinführenden Kalkschichten kam. Im Kalkstein
wurden auch einige Lagen nicht bauwürdiger oder wenig geeigneter Feuersteine
durchteuft. Die Schächte erreichten Tiefen von 5 bis 12 Metern. Der Abraum
wurde von einem Helfer nach oben gezogen, wie Seilspuren in den Schächten
belegen. Wenn die gewünschte Feuerstein-Lage erreicht war, wurde der Sohlenbereich
erweitert und mehr oder weniger sternförmig kurze Strecken aufgefahren.
Die Strecken erreichten nur wenige Meter Länge und wiesen Firsthöhen
um 60 cm auf. Zum Teil gehen von diesen Strecken noch Seitenörter ab.
Die Berge der zuerst aufgefahrenen Strecke wurden nach oben gefördert.
Berge der weiteren Strecken versetzte man in die vorher aufgefahrenen, so dass
nur wenig Abraum nach oben transportiert werden musste. Im allgemeinen bestanden
auch Verbindungen zu den Nachbargruben, so dass es hier einerseits Fluchtmöglichkeiten
gab, und andererseits auch für zusätzlichen Lichteinfall gesorgt
war. Die Beregleute verwendeten kein Geleucht, sondern arbeiteten bei dem Tageslicht,
das über die Schächte einfiel und von den hellen Kalksteinstößen
gut reflektiert wurde.
Als Gezähe wurden Hacken aus Feuerstein sowie Hacken und Brechwerkzeuge
aus Hirschhorn und Schaufeln aus Schulterblättern verwendet.
Die Weiterverarbeitung des Feuersteins
Der gewonnene Feuerstein wurde nach oben transportiert und die unbrauchbaren
Stücke ausgesondert. Brauchbares Material wurde zu Waffen und Werkzeugen
verarbeitet. Hergestellt wurden z.B. kleinere Klingen und größere
Beile. An Ort und Stelle wurden nur Rohformen hergestellt. Feinbearbeitung
und eventueller Schliff der Werkzeuge erfolgten an anderer Stelle. Die Werkzeuge
und Waffen aus dem Rijkholter Feuerstein waren begehrte Handelsartikel und
wurden bis in einen Umkreis von 400 km nachgewiesen.
Rechnet man die archäologischen Befunde auf das gesamte Grubenfeld hoch,
so kommt man auf eine Masse an gewonnenem Feuerstein zwischen 19.580 und 23.140
Tonnen. In dem Areal sind etwa 2000 Schächte vorhanden gewesen. Bei einer
Bergbauzeitzeit von rund 500 Jahren ergibt das im Mittel 4 Schächte pro
Jahr. Das von einem Schacht erreichbare Abbaufeld kann im Durchschnitt in 35
Tagen abgebaut werden. Durchschnittlich 75 % des Feuersteins fallen als Abfall
an. Pro Tag könnten zwischen 163 und 193 Feuersteinobjekte gefertigt worden
sein. Der Abbau ist also von wenigen Personen zu bewerkstelligen gewesen. Abbau
und Weiterverarbeitung fanden sicher arbeitsteilig statt. Bei der Menge an
produzierten Werkzeugen kann hier durchaus von einem industriellen Ausmaß gesprochen
werden.
Die Entdeckung der Feuersteingruben und die Anlage des Forschungsstollens
Die ersten Funde von Feuersteinabschlägen erfolgten 1886 durch den belgischen
Archäologen Marcel de Puydt. Der erste echte Schacht konnte 1910 von Prof.
Joseph Hamal-Nandrin entdeckt werden. In den folgenden Jahren stieß man
auf weitere Schächte und ein Stollensystem. Zwischen 1923 und 1932 wurden
zahlreiche weitere Grabungen durchgeführt, u.a. auch mit Unterstützung
einer Gruppe im Exil lebender französischer Dominikaner-Mönche. Dabei
konnten neben Schächten und Grubenbauen auch neolithische Keramik, menschliche
Knochenreste sowie zahlreiche Feuersteinhacken und Hirschgeweihwerkzeuge gefunden.
Ab 1964 kam es zu erneuten Grabungen. Man beschloss, einen Forschungsstollen
durch das prähistorische Grubenfeld aufzufahren. Die Arbeiten dazu begannen
am 6.6.1964. Der Ausbau des Stollens erfolgte zunächst mit Holz, ab 1965
mit Stahl. Bei den Arbeiten wurde auch ein Schädel gefunden, der in einem
prähistorischen Stollen abgelegt war. Die Fundsituation spricht für
eine rituelle Schädelbestattung. 1972 erreichte der Forschungsstollen
eine Länge von 150 Metern. In den folgenden Jahren nahm man Sicherungs-
und Konservierungsarbeiten, z.B. das Einsetzen von Stahlausbau in den alten
Bauen, vor. 1979 wurde der Forschungsstollen offiziell eröffnet.

Rijkholt01: An einem Abschlagsplatz der prähistorischen Feuersteinbearbeitung

Rijkholt02: Feuersteinabschläge mit deutlich erkennbaren Schlagspuren,
von Rijkholt. Abmessung des größten Stücks 5 cm.

Rijkholt03: Ein Platz, an dem unbrauchbare Feuersteine aussortiert wurden

Rijkholt04: Das Mundloch des Forschungsstollens

Rijkholt05: Der Forschungsstollen

Rijkholt06: Plan des mit dem Forschungsstollen wissenschaftlich untersuchten
Teils des Grubenfeldes
Rijkholt07 – Rijkholt18: Die neolithischen Grubenbaue:












Literatur:
Reger, K. (2003) Die prähistorischen Feuersteingruben von Rijkholt – Sint
Geertruid.- Tagungsband 6. Internationaler Bergbau-Workshop 2003 – Rescheid
(Eifel), p. 94-100
Engelen, F.H.G. (2003): De prehistorische vuursteenmijnen van Ryckholt – St.
Geertruid.- http://www.engelen.demon.nl/ryckholt/index.htm
Eine Reise ins goldene Land Rumäniens – oder „Kein Schein aus Bukarest“
Eine Reise ins goldene Land Rumäniens – oder „Kein Schein aus Bukarest“
von Michael Pfefferkon
Rumänien. Ein Mythos, ein Abenteuer. Viel hatte man ja schon gelesen, vom Reich Draculas, viel gehört über Chausecu, über Securitate, über Zigeuner und Armut, über Gold, welches Hoffnung birgt und Verzweiflung bringt. Und dann sind da noch Roşia Montană, der älteste urkundlich belegte Ort Rumäniens und Roşia Poieni, die der bestehenden Gier nach Gold weichen sollen. Die Salzstadt Turda, die Karpaten, die Bergwerke – all dies zog uns an, brachte uns auf den Weg und hält uns noch immer in Gedanken fest.
Diese Zeilen und Bilder sollen einen kleinen Überblick einer Reise geben, die gemacht zu haben niemand bereut.
Wie alles begann. Ein Telefonat mit Freunden in Freiberg brachte mir die Nachricht von der geplanten Fahrt, Michael Krumrei und ich schlossen uns kurzerhand an.