Der Schneeberger Lungenkrebs
Der Schneeberger Lungenkrebs,
Auftreten – Beschreibung – Erforschung
von
Jens Pfeifer
veröffentlicht in:
BERGKNAPPE 2015
Freunde des Bergbaus in Graubünden
Doppelnummer 126/127
TAGUNGSBAND
18. Internationaler Bergbau- und Montanhistorik-Workshop in Andeer (Schweiz)
vom 29. September bis 3. Oktober 2015
Artikel im PDF Format:
http://www.untertage.com/downloads/Der_Schneeberger Lungenkrebs.pdf
Jahresprogramm Freudenstein e.V. 2015
Vorträge Freudenstein e.V. 2015
30.01.2015
Rechenschaftsbericht, Wahl des Vorstandes
Geschichte des Kalkwerks Hermsdorf-Osterzgebirge – Silvio Stute
27.02.2015
Bergbau, Geologie und Mineralien von Glashütte-Oszerzgebirge
Holger Lausch
27.03.2015
Bergbau rechts der Müglitz bei Geising-Osterzgebirge
Steve Püschel
24.04.2015
Bergbaugebiet Kongsberg und Modum in Norwegen
Jens Pfeiffer
29.05.2015
Bergbau auf der Kröner Fundgrube samt Maßen Zug bei Freiberg
Sven Schreiter
Juni, Juli, August
Sommerpause, Exkursion
25.09.2015
Bergbau im Weißeritztal bei Edle Krone
Axel Rüthrich
30.10.2015
Braunkohlentiefbau, Welzow, Teil III
Herr Männig, Herr Drechsel
27.11.2015
Bergbau im Stadtgebiet von Dippolddiswalde
Volkmar Scholz
Huthaus Beschert Glück Fundgrube
Am Beschert Glück 29, 09599 Freiberg
Treff: 19:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr
Gäste sind Herzlich Willkommen!
Der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen im deutschen Bergbau während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, dargestellt an einigen Beispielen
Der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen im deutschen Bergbau während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, dargestellt an einigen Beispielen.
Veröffentlicht in:
Bergbau und Krieg
Tagungsband 12. Internationaler Montanhistorischer Kongress
Sterzing / Hall in Tirol / Schwaz 2013.
Herausgegeben von
Wolfgang Ingenhaeff und Johan Bair
Berenkamp Verlag, Wattens
2014
Seite 227-254
Artikel im PDF Format:
http://www.untertage.com/downloads/Bergbau_und_Zwangsarbeit.pdf
Das Geotop „Roter Kamm“ am Zechenplatz in Bad Schlema – ein herausragendes geologisches Naturdenkmal
Das Geotop „Roter Kamm“ am Zechenplatz in Bad Schlema – ein herausragendes geologisches Naturdenkmal
Jens Pfeifer, Freiberg
Publiziert in:
ERZGEBIRGISCHE HEIMATBLÄTTER
2014, Heft 4, Seite 11-14
Hrsg. Kulturbund Landesverband Sachsen e.V.
Druck- und Verlagsgesellschaft Marienberg mbH
Artikel im PDF Format:
http://www.untertage.com/downloads/Schlema_Roter_Kamm.pdf
Die Fahrkünste im Freiberger Revier
Die Fahrkünste im Freiberger Revier mit besonderer Berücksichtigung des Fahrkunstunglücks vom 29. Februar 1880 auf dem Abrahamschacht der Himmelfahrt Fundgrube.
von
Jens Pfeifer
veröffentlicht in:
Bergbau und Kunst. Band III Technische Künste (Wasserkunst, Wetterkunst, Markscheidekunst, Förderkunst, Fahrkunst, Schmelzkunst etc.)
Tagungsband 11. Montanhistorischer Kongress Schwaz, Hall in Tirol, Sterzing 2012.
Hrsg.: Wolfgang Ingenhaeff, Johann Bair,
Berenkamp Verlag, Wattens,2013.
Seite 195-225.
Artikel im PDF Format:
http://www.untertage.com/downloads/Die_Fahrkuenste_im_Freiberger_Bergrevier.pdf
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Die Grubenarchäologische Gesellschaft wird eingetragener Verein
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Der neue Grubenarchäologische Gesellschaft e.V. setzt sich im Wesentlichen aus den Mitgliedern der ursprünglichen GAG zusammen, mit dem Zusatz, dass ab sofort eine fördernde Mitgliedschaft möglich ist. Als förderndes Mitglied kommt jede natürliche oder juristische Person in Frage, die hierzu einen schriftlichen Antrag an den Vorstand (Friedhelm Cario, Martin Gorissen, Michael Pfefferkorn-Ungnad) des Grubenarchäologische Gesellschaft e.V. stellt. Über die letztendliche Aufnahme als Fördermitglied entscheidet der Vorstand. Ein Fördermitglied im Grubenarchäologische Gesellschaft e.V. muss einen jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von mindestens 20,00 € entrichten und erhält im Gegenzug ein vollständiges Informationsrecht über alle Aktivitäten des Vereins.
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Wie genau ist „genau“? – Gedanken zu einer zweckmäßigen Untertagevermessung
1. Einleitung: Absolute Genauigkeit versus Reproduzierbarkeit
Um Grubengebäude auf Papier zu dokumentieren, müssen sie vermessen werden. Zwar kann man relativ leicht auch eine grobe Handskizze anlegen, da ein Bergwerk im Gegensatz zu einer Höhle ziemlich systematisch aufgebaut ist. Wenn die Dokumentation nicht nur zur eigenen Orientierung dient, sondern mit anderen Plänen in Deckung gebracht werden soll, ist die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse entscheidend. Etwa bei der Frage, wo ein Gang eine Straße unterfährt. Oder, wie viel Meter Seil man für einen Schachtausbau benötigt. Messergebnisse sind also dann vertrauenswürdig, wenn sie mit gleichem Ergebnis wiederholbar sind. Wie gut sie wiederholbar sind, prüft man mithilfe des Vertrauensintervalls: Die Angabe 150 +/- 10 cm bedeutet, dass die Messwerte in 95 % der Fälle zwischen 140 und 160 cm liegen, wenn man die Messung sehr oft wiederholt. Anders ausgedrückt: 95 % der Werte weichen um bis zu 10 cm vom wahren Wert ab. 5% weichen um mehr als 10 cm ab. Wie beim Würfelspiel kann auch hier das Schicksal dafür sorgen, dass die erste Messung in die seltene fünf-Prozent-Wahrscheinlichkeit fällt und außergewöhnlich weit vom wahren Wert abweicht.
Daraus folgen zwei wichtige Erkenntnisse für die Praxis:
- Messungen müssen wiederholt bzw. durch Kontrollmessungen überprüft werden
- Messwerte können nicht genauer abgelesen werden, als die ermittelte Messunsicherheit (siehe 3.3.). Im obigen Beispiel ist die Angabe „159 cm“ unsinnig, wenn die nächste Messung 141 cm ergeben kann.
Der Laie neigt aus Ehrgeiz oder Unkenntnis dazu, seine Messungen möglichst „genau“ durchzuführen, das heißt mit einer möglichst großen Zahl von Nachkommastellen. Damit sinkt aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Messung mit demselben Ergebnis wiederholbar ist.
Im Folgenden soll gezeigt werden, dass Genauigkeit eine Illusion ist, weil es erstaunliche Fehler gibt, die scheinbar exakte Messungen erheblich verfälschen. Es wird außerdem ein System aus der Höhlenforschung vorgestellt, mit dem man in der Praxis die Verlässlichkeit von Messungen einschätzen kann.
2. Messtechnik
Über- wie untertage geht man generell so vor, dass man ein System aus Messpunkten erstellt, das das zu vermessende Objekt in seinen wesentlichen Ausmaßen gut abbildet. Dann wird die Lage der Messpunkte zueinander in horizontaler und vertikaler Richtung bestimmt. Übertage hat man oft die Möglichkeit, von einem Standort mehrere Punkte zu vermessen und durch zahlreiche Vergleichsmessungen seine Daten zu validieren. Untertage geht das gewöhnlich nicht. Man arbeitet sich von einem Punkt zum nächsten und erhält so einen Messzug. Die Markierung kann über Stangen geschehen, die man von der Firste abhängt oder mittels Haltern auf die Sohle stellt, oder durch Markierungen am Stoß. Bei beengten Platzverhältnissen in Höhlen oder im Altbergbau hat es sich bewährt, zwischen den Markierungen eine Kette oder eine Schnur zu spannen und deren Länge, Neigungswinkel und Kompassrichtung (Azimut) zu messen. Dann spricht man von einem Kompasszug. Das klassische Freiberger Hängezeug besteht aus einem kardanisch aufgehängten Kompass und einem Gradbogen mit Lot, die man in die Schnur einhängen kann. Anstelle der Schnur kommen heute auch Laserpointer oder Laserentfernungsmesser zum Einsatz. Besonders platzsparend sind Kompanden mit eingebautem Neigungsmesser, die über eine Visiereinrichtung verfügen.
Durch den Einsatz von Software wie zum Beispiel CAVERENDER ist es sehr einfach, aus den Winkel- und Entfernungsangaben XYZ-Koordinaten zu errechnen und so die Lage eines Punktes im Raum zu definieren. Die zwischen den Punkten liegenden Strecken kann man sehr einfach in verschiedenen Maßstäben ausdrucken, drehen, perspektivisch oder räumlich darstellen und auf Karten projizieren oder in Google Earth verwenden.
Indem man an jedem Punkt zusätzlich die Entfernungen zu beiden Stößen, Sohle und Firste misst, kann man auch Streckenprofile erstellen.
Programme wie CAVERENDER können zwar theoretisch mit beliebiger Genauigkeit rechnen, beim Ausdruck oder Nachzeichnen der Daten sind jedoch durch den Maßstab Grenzen gesetzt. Beim Maßstab 1:1000 entspricht beispielsweise 1 Meter in der Natur 1 Millimeter auf der Karte. Objekte, die kleiner als 1 Meter sind, wären zeichnerisch kaum noch maßstäblich darstellbar. Etwa 250m Strecke passen auf ein DIN A4-Blatt. Im Maßstab 1:100 könnten bei einer Zeichengenauigkeit von 1 mm noch 10 cm große Objekte dargestellt werden. Für 250 m Strecke reicht dann aber auch das Format A0 (84,1 x 118,9 cm) nicht, sondern man benötigt eine Rolle von knapp 2,50 m Länge. In der Höhlenforschung hat sich daher für das klassische Planzeichnen der Maßstab 1:250 auf DIN A0 großen Bögen bewährt [1]. Wie wir noch sehen werden, macht keine Felderfassung Sinn, die die erreichbare Genauigkeit der Darstellung übertrifft.
In der Vermessungstechnik ist teilweise noch die Einheit gon (g) zur Angabe der Weite ebener Winkel gebräuchlich. Ein gon entspricht dem vierhundertsten Teil eines Vollkreises. Der Vorteil dieser Einheit besteht darin, dass jedem Quadranten des Vollkreises eine eigene Hunderterstelle zugeordnet werden kann: 90° = 100g , 180° = 200g und so fort [2].
3. Messfehler
„Wer misst, misst Mist“ sagen Ingenieure und Naturwissenschaftler, und sie meinen damit, dass keine Messung ohne Fehler ist. Sie müssen die Grenzen kennen, innerhalb derer ihre Instrumente verlässliche Werte anzeigen. Und sie müssen die Einflüsse kennen, die auf die Messanordnung wirken. Dabei unterscheiden sie grobe, systematische und zufällige Fehler.
3.1. Grobe Fehler
Sie sind keine Eigenschaft der Messeinrichtung, sondern entstehen durch Bedienerfehler. Beispielsweise falsche Ablesung durch mangelnde Übung oder Konzentration, Übermittlungs- und Protokollfehler. Man kann sie verhindern, indem man das Wiederholen der Messwerte durch den Protokollanten ritualisiert. Der Ablesende bestätigt dann die Wiederholung. Gleichzeitig muss der Protokollant laufend die Plausibilität der von ihm notierten Werte prüfen. Auch die Ablenkung der Kompassnadel durch Eisenteile fällt in diese Kategorie. Dazu gehören auch Brillengestelle, Stahlkarabiner oder Geleuchte. Erfahrene Höhlenvermesser bauen daher sogar Eisenteile ihrer Karbidlampen auf Messing um. Von Kompassvermessungen übertage wird gänzlich abgeraten, da schon Eisennägel in Weidezaunpfählen zu erheblichen Fehlern führen [3].
3.2. Systematische Fehler
Diese wirken sich bei jeder Messung in dieselbe Richtung aus. Bei der üblichen Methode, Messzüge aneinander zu hängen, summieren sie sich deshalb. Kleine Fehler können dann zu großen Abweichungen führen. Da sie systematisch auftreten, sind sie allerdings leicht zu erkennen und zu korrigieren. Dazu überprüft man seine Messgeräte unter kontrollierten Bedingungen, etwa auf einem Teststand mit exakt eingemessenen Referenzpunkten. Systematische Abweichungen können so erkannt und aus den Messungen heraus gerechnet werden. Selbst fabrikneue Geräte können bereits solche Fehler aufweisen [4]. Während des Gebrauchs entstehen sie durch Alterung oder mechanische Beanspruchung. Schläge können etwa zum Verbiegen der Achsen führen. Nur durch regelmäßige Kontrollmessungen kann man sicher sein, dass das Gerät noch den Ansprüchen genügt. Eine geeignete Feldmethode zur Prüfung auf systematische Fehler ist die sofortige Rückmessung desselben Messzuges in entgegengesetzter Richtung. Auch diese Messung gehört ins Protokoll.
3.3. Zufällige Fehler
Führt man viele Wiederholungsmessungen mit hoher Auflösung durch, so schwanken die Ergebnisse statistisch um einen Mittelwert. Dieser wird in der Metrologie als Schätzwert bezeichnet und um die so genannte Messunsicherheit erweitert: Schätzwert +/- Messunsicherheit [5]. Tatsächlich kann also der absolute Wert einer Messgröße gar nicht angegeben werden, sondern er ist grundsätzlich mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Eine Einzelmessung ist daher tatsächlich eine Schätzung, die mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb der Grenzen der Messunsicherheit liegt. Im Eingangsbeispiel: 150 +/- 10 cm weichen 95 von 100 Schätzungen nicht mehr als 10 cm ab. Nach den Gesetzen der Statistik kann aber auch die erste Messung eine von jenen sein, die 20 cm daneben liegen.
Dies scheint völlig der Alltagserfahrung zu widersprechen, wonach man doch durch Messen erst Gewissheit über Zweifelsfälle erhält. Üblicherweise sind Messgeräte aber so skaliert, dass die Messungenauigkeit kleiner ist als die Ablesegenauigkeit und dadurch nicht ins Gewicht fällt. An einem Lineal mit Millimeterteilung kann man Längen auf 1 mm genau ablesen. Sofern die Messungenauigkeit kleiner als 1 mm ist, wird man bei Wiederholungsmessungen immer auf denselben Wert kommen. Schon die erste Messung „stimmt“ also. Bei Zwischenwerten muss man allerdings auf ganze Millimeter auf- oder abrunden: es ergibt keinen Sinn, Werte zwischen den Skalenteilungen zu schätzen.
Im nächsten Abschnitt werden wir sehen, dass in der Realität insbesondere Längenmessungen oft nicht einmal im Rahmen der Ablesegenauigkeit reproduzierbar sind. Da man einmal zufällig zu lang, das andere Mal zufällig zu kurz misst, mitteln sich zufällige Fehler bei Kettenmessungen mit vielen kleinen Messzügen heraus. Auf das Gesamtergebnis haben sie nur einen geringen Einfluss.
3.4. Spezifische Fehler einiger Messgeräte
Diese Fehler können durch Vergleichsmessungen ermittelt und aus den Messergebnissen herausgerechnet werden.
3.4.1. Bandmaß
Das Bandmaß ist dafür bestimmt, auf einer ebenen Fläche ausgelegt zu werden. Auf der unebenen Stollensohle produziert es Fehler. Zwischen zwei Punkten aufgehängt, kommt es zum Durchhang. Wird es gespannt, kann Dehnung auftreten. Daher gibt es Messbänder mit Kraftmesser, auf die ein definierter Zug ausgeübt werden kann. Außerdem gibt es das Problem der Längendehnung aufgrund der Temperaturausdehnung des Materials. Ein 20-m-Bandmaß aus Stahl ist z.B. bei 10 °C 2,3mm kürzer als bei 20 °C [6].
3.4.2. Neigungsmesser an der Schnur
Der Fehler aufgrund des Schnurdurchhangs ist an den Aufhängepunkten der Schnur am größten. Daher muss der Neigungsmesser in der Mitte der Schnur eingehängt werden [7].
4. Wie viel Genauigkeit ist nötig?
Die „British Cave Research Association“ hat den nach ihr benannten BCRA-Grad zur Beurteilung der Genauigkeit eines Höhlenplanes eingeführt [8]. Dieser ist auch auf den Altbergbau übertragbar; allerdings ist im Bergbau das Gangprofil nicht so vielfältig wie in Höhlen, so dass dieser Punkt geringere Bedeutung hat. Im BCRA-Raster ist die Güte der Vermessung siebenfach abgestuft (fünf Haupt- und zwei Zwischenstufen). Vier Stufen beschreiben zusätzlich die Aufnahme der Profile. Beide Komponenten sollten aufeinander abgestimmt sein, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
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Lage und Verlauf der Strecken [9] |
Aufnahme der Raumdaten |
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Grad 1 |
Eine Skizze, die ohne jegliche Vermessung erstellt wird. |
Stufe A |
Die Raumbegrenzungen werden nach dem Gedächtnis skizziert. |
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Stufe B |
Die Raumbegrenzungen werden vor Ort nach Anschauung skizziert. |
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| Grad 2 |
(Nur falls erforderlich, s.u.). Eine Skizze, die ohne Kompass und Neigungsmesser, jedoch mit ungefährer Messung der Längenstreckung erstellt wird. |
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Grad 3 |
Eine grobe Kompassvermessung, Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf 2,5° genau vermessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 50cm. |
Stufe C |
Die Raumbegrenzungen werden bei den Messpunkten eingemessen, dazwischenliegende Partien skizziert. |
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Grad 4 |
(Nur falls erforderlich, s.u.). Wird verwendet, wenn wie Grad 5 vermessen wird, jedoch in einem Teilbereich aufgrund ungünstiger Bedingungen nicht alle Kriterien von Grad 5 erfüllt werden können. |
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Grad 5 |
Eine Kompassvermessung, Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf +/- 1° genau, Entfernungen auf +/- 10cm genau vermessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 10cm. |
Stufe D |
Die Raumbegrenzungen werden bei den Messpunkten und an allen weiteren Stellen mit wichtigen Details des Wandverlaufs eingemessen |
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Grad 6 |
Eine Kompassvermessung mit maximaler Genauigkeit. Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf +/- 0,5° genau, Entfernungen auf +/- 2,5cm genau gemessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 2,5cm. |
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Grad X |
Eine Vermessung unter Verwendung eines Theodoliten anstelle eines Kompasses, die mit Grad 4, 5 oder 6 vergleichbar ist. |
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Anmerkungen
- Die Tabelle ist eine Zusammenfassung der BCRA-Richtlinien. Die genauen Ausführungen finden sich in Ellis B.M. (Surveying Caves, British Cave Research Association, Bridgewater 1976). Die Definitionen sollten nicht generell wortwörtlich, sondern sinngemäß im Zusammenhang mit diesen Anmerkungen aufgefasst werden. Die Tabelle darf daher ohne diese Anmerkungen nicht abgedruckt werden.
- Der Begriff „Genauigkeit“ bezieht sich auf jeden Messpunkt, auf den Absolutwert der Natur, nicht auf die Genauigkeit der Daten zueinander.
- Für Grad 5 oder 6 ist es nötig, speziell für die Vermessungstechnik konstruierte und kalibrierte Geräte zu verwenden. Wanderkompass, Handwerker-Neigungsmesser usw. sind unzureichend.
- Für Grad 6 muss der Neigungsmesser dieselbe Genauigkeit wie der Kompass aufweisen (z.B. 0,5°) und es sind feste Messpunkte erforderlich (Stative, eingedübelte Marken oder dergleichen).
- Grad 2 und 4 finden nur Anwendung, wenn die Gegebenheiten untertage teilweise nicht das Erreichen des höheren Grades zulassen.
- Grad X ist nur theoretisch genauer als Grad 6, weil ein Theodolit oder eine Totalstation auch vom Anwender beherrscht werden muss.
5. Schlussfolgerungen für die Vermessungspraxis
Die verwendete Ausrüstung und die Planung der Messkampagne hängt vom angestrebten Ergebnis ab. Auch mit einfacher Ausrüstung sind relativ zuverlässige Ergebnisse möglich. Eine Messunsicherheit von 0,5 m scheint in den meisten Fällen völlig akzeptabel zu sein (BCRA-Grad 3C). Da es sich um zufällige Fehler handelt, summieren sie sich nicht. Der Fehler ist für jeden Messpunkt gleich. Systematische Fehler spielen keine große Rolle.
Anforderungen an eine Vermessung im Rang von Grad 3C
- Die Verwendung von Wanderkompass und Baumarkt-Neigungsmesser ist möglich
- Winkel können auf 2,5° gerundet werden; in der Praxis werden jedoch ganze Gradzahlen abgelesen
- Längen können auf halbe Meter gerundet werden
- Keine Messzüge über 26m, da der Winkelfehler sonst größer als 0,5 m wird.
- Jeder Messpunkt ist auf 0,5m reproduzierbar
- An den Messpunkten werden auch die Raumbegrenzungen eingemessen und gegebenenfalls das Profil skizziert
- Details zwischen den Messpunkten werden ebenfalls ungefähr lagerichtig skizziert, aber nicht eingemessen
Der Qualitätssprung auf den Grad 5 scheint keinen wesentlichen Vorteil zu bieten, erfordert aber wesentlich höheren Aufwand in Bezug auf die Messtechnik und den geordneten Ablauf der Vermessung. Zudem sind etwa dreimal so viele Messpunkte erforderlich. Messgeräte müssen auch kalibriert sein, um systematische Fehler auszuschließen. Die Angabe von Längenmaßen im Zentimeterbereich ergibt auch hier keine Verbesserung der Genauigkeit. Im Gegenteil zeigt die Erfahrung, dass insbesondere beim Erfassen der Raumabmessungen mitunter grob geschätzt wird, weil überhaupt keine exakte Messung möglich ist. Zusätzlich muss aber auch der Umfang der Dokumentation mit den Ansprüchen an die Genauigkeit korrespondieren.
Anforderungen an eine Vermessung im Rang von Grad 5D
- Überprüftes Hängezeug oder gleichwertiges Gerät erforderlich
- Winkel werden auf 1° abgelesen
- Längen können auf Dezimeter gerundet werden
- Jeder Messpunkt ist auf 10 cm reproduzierbar
- Keine Messzüge über 5,7m, da der Winkelfehler sonst größer als 10 cm wird.
- An den Messpunkten werden auch die Raumbegrenzungen eingemessen und gegebenenfalls das Profil skizziert
- Details zwischen den Messpunkten werden ebenfalls eingemessen und skizziert
Generelle Anforderungen an die Durchführung einer Vermessung
- Messpunkte ab Mundloch oder Referenzpunkt fortlaufend eindeutig nummerieren und markieren (Kreide, Farbe, Dübel je nach Anforderung)
- Nicht zu große Abstände wählen (Winkelfehler macht sich bemerkbar, siehe oben)
- Messzüge so legen, dass sie sich zu einem Ring schließen, dadurch Fehlerrechnung möglich
- Zur Kontrolle grundsätzlich Rückmessung zum letzten Punkt durchführen
- Protokollführung: angesagtes Messergebnis wiederholen und bestätigen lassen
- Messprotokoll vorbereiten, das auch Raum für Skizzen lässt (Millimeterpapier)
- Messgeräte übertage testen und deren Bedienung einüben
6. Danksagung
Herzlichen Dank an Sven Grauel, Sven Schreiter, Christian Berger und das Forum der GAG für die zahlreichen Anregungen zu diesem Text sowie an Michael Krumrei für die kritische Durchsicht des Manuskripts.
Coppengrave, im Juli 2013
Martin Gorissen
[1] http://www.caverender.de/vermess/vermess.htm
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Gon
[3] http://www.sghbern.ch/page/hrh/vermeid.html#Allgemeine
[4] http://www.sghbern.ch/page/hrh/vermeid.html#Allgemeine
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Messunsicherheit
[6] http://public.beuth-hochschule.de/~korth/vorl_vk1_BA_Verm.pdf
[7] Leupolt, Hocker: Befahrerhandbuch, S. 75
[8] http://bcra.org.uk/surveying/index.html
[9] Gut Schluf, Heft 25, Mitteilungsblatt des DAV Bamberg, nach www.caverender.de mit eigenen Ergänzungen
Gründungsversammlung zur Umwandlung der GAG in einen eingetragenen Verein
Die Grubenarchäologische Gesellschaft ist seit nun mehr rund 25 Jahren aktiv. Wir waren in der Vergangenheit forschend engagiert und haben eine Vielzahl von Aktivitäten auf dem Bereich der Montanforschung durchgeführt. Diese Aktivitäten werden immer komplexer und die GAG engagiert sich auch immer mehr bei der Durchführung von Fachveranstaltungen, bei der Schaffung von Publikationen und nicht zuletzt auch bei größer angelegten Projekten. Dies macht es sinnvoll , aus der nichteingetragenen Gruppe, die wir bisher waren, einen eingetragenen Verein zu machen, um uns selbst und unseren Partnern einen sauberen, rechtlichen Rahmen bieten zu können.
Auf unsere letzten Vollversammlung Anfang 2013 in Hüttenrode, wurde daher der Beschluss gefasst, eine Satzung zu erarbeiten und eine Gründungsversammlung durchzuführen.
Die Vorabeiten sind getan und daher wurden nun alle GAG Mitglieder eingeladen am 17. August 2013 zur Gründungsversammlung nach Lautenthal zu kommen. Die Veranstaltung wird in Bergbaumuseum Grube Lautenthalsglück durchgeführt.
Die Mundlochsanierung des Tiefen Freudenstollns
Inhalt:
1. Lage und Geschichte des Stollns
2. Vorgeschichte der Sanierung
3. GAG Vollversammlung und Beginn der Freilegung
4. Gewölbemauerung, Versetzen und Trockenmauern im Regen
5. Abschluss der Mauerung und Haldenberäumung
6. Was erreicht wurde
7. Wie man damit umgehen sollte
1. Lage und Geschichte des Stollns
Der Tiefe Freudenstolln ist der tiefste Stolln der Bricciusgrubenbaue und befindet sich am Osthang des Pöhlberges im Landkreis Annaberg/Sachsen. Sein Mundloch liegt bei 520m ü.NN.
Zur Entwässerung der stetig in die Tiefe schreitenden Grubenbaue des St. Briccius gedacht, wurde er schon um 1550 begonnen.Der über 1280m lange Stolln dürfte um 1730 zwar unter die Bricciusbaue gelangt sein, jedoch erreichte er die Schächte nicht, da er zu weit im Süden gehalten wurde, während die Hauptgänge/Grubenbaue des St. Briccius nach Nord fallen.
Nachdem die Grubenbaue und somit auch dieser Stolln 1892 stillgelegt und teilweise verwahrt wurden, gab es 1935/1936, im Rahmen der Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches, Untersuchungen der Grubenbaue auf abbauwürdige Buntmetalle. Sicherlich wurde dabei auch der Tiefe Freudenstolln untersucht.
Das saubere Wasser des abgeworfenen Stollns wurde später zeitweiße gefasst, nach Geyersdorf geleitet und dort zur Produktion von Papier verwendet2.
Laut Zeitzeugenaussage war im Jahr 1966 der Stolln durch sprengen im Bereich der elliptischen Mundlochmauerung bereits verwahrt. Ein kleiner Bach wurde ebenfalls in den entstandenen Trichter geleitet.
1 Quelle: Ottfried Wagenbreth – Der Bergbau im Erzgebirge S. 74
2 Quelle: Zeitzeugenaussage
2. Vorgeschichte der Sanierung
Im Jahre 2006 wurde von unbekannten jenes zerstörte Gewölbe mit einem Bagger frei gelegt und der vordere Stollnbereich zugänglich gemacht. Die links und rechts des Einschnittes abgelegten Massen, sowie der offen stehende Stolln wurden nur notdürftig abgesperrt.
Nachdem uns Spaziergänger von dieser Situation berichteten, machten sich einige Vereinsmitglieder selbst ein Bild von der Situation und es erfolgte eine Meldung des Vereins „Gewerkschaft St. Briccius“ an die Gemeinde, welche jedoch schon informiert war.
Was die Folge sein würde, wenn die Schadstelle offiziell saniert worden wäre, kann man sich denken. Aufgrund der abgelegenen Örtlichkeit und der Tatsache, dass sich keine akute Gefahr für die Öffentlichkeit ergab, war mit einer Einzäunung zu rechnen. Schlimmstenfalls hätte man eine Betonverwahrung mit Wasserdurchlass eingebracht und den Geländeeinschnitt verfüllt.
Es war dem Verein „Gewerkschaft St. Briccius“ daran gelegen, dass es nicht soweit kommt, aber andererseits bestand auch das Interesse, dass die unansehnliche Schadstelle verschwindet. Jedoch waren die eigenen Projekte zu umfangreich, als das wir allein ein weiteres, vor allem, ein derart umfangreiches, hätten beginnen können.
So kam es gerade Recht, dass Jan Münch, der nicht nur in der „Gewerkschaft St. Briccius“ Mitglied ist, sondern auch Vorstandsmitglied des Vereins „Ökocamp“, gerade auf der Suche nach einem Projekt für diesen Verein war.
Da von öffentlichen Stellen keine geeigneten Projekte angeboten wurden, entschloss er sich kurzerhand, die Finanzierung des zwei Wochen dauernden Zeltlagers für Jugendliche selbst zu übernehmen und schickte sich an, die Sanierung des Mundlochs genehmigen zu lassen. Dazu wurde ein Vertrag mit dem Grundstücksbesitzer, der Stadt Annaberg Buchholz, abgeschlossen und eine Anzeige beim Oberbergamt eingereicht.
Dass Mitglieder vom Verein „Gewerkschaft St. Briccius“ helfen würden, war fast selbstverständlich, auch der gut befreundete Verein „Gottes Geschick Vereinigt Feld“ wurde ins Boot geholt. Des Weiteren lud Jan die Mitglieder der „Grubenarchäologischen Gesellschaft“, bei welcher er natürlich ebenfalls Mitglied ist, zu deren Vollversammlung ins Erzgebirge ein und legte den Termin so, dass sie zur „Arbeitsvollsversammlung“ wurde.

Situation am Mundloch zu Beginn der Sanierung.
3. GAG Vollversammlung und Beginn der Freilegung
Nachdem alle Genehmigungen und Verträge in der Tasche waren, wurde das Nötigste: die Zelte, Campinggeschirr und Werkzeug (und Klappfix, Duschgestell, Solarkollektor, ca. 1km Wasserschläuche, Campingtische, -bänke, Grill, Mannschaftszelt, Hängematte, Rasenmäher, Küchenmaterial usw. usw.) zusammengepackt. Am 25.07.2007 begannen die ersten Freischneidearbeiten. Dabei wurde Gras und störendes Gestrüpp entfernt. Am Wochenende des 27.-29. begannen die GAG Mitglieder eine Trasse in das kaputte Mundloch zu schachten.
Die Wasserseige (künstlicher Wasserabfluss) wurde in der folgenden Woche von Steinen und Dreckmassen befreit, welche scheinbar beim Sprengen, bzw. beim Freibaggern hineingefallen waren. Hierbei wurden alte verrostete Eisenkisten gefunden, sie enthielten jedoch keine Schätze, sondern Kohlebriketts – warum fanden wir später heraus. Parallel wurden die noch stehenden Mauerflanken gesichert und beräumt, um später auf ihnen das Gewölbe wieder schließen zu können. Hierbei wurde auf dem Hängen links und rechts das Material in: Mauersteine, Versatzsteine und Erde getrennt. Nachdem die alte, gut erhaltene Wasserrösche gefunden wurde, welche unter der Halde das Stollnwasser abführt, konnte eine kleine Trockenmauer gesetzt und Tragwerk über die Wasserrösche im Mundlochbereich gelegt werden. Die Rösche ist im Verhältnis zur Wassermenge, relativ groß dimensioniert, man kann also davon ausgehen, dass die Mundloch- und Röschenmauerung zu einem Zeitpunkt gesetzt wurde, als man sich noch erhoffte mit dem Stolln, die Grubenbaue des St. Briccius zu erreichen, denn dann wäre mit bedeutend mehr Wasser zu rechnen gewesen.

schematische Situation vor der Sanierung

Freilegung des Mundlochbereichs.

Die Rösche wurde am vorderen Ende der Gewölbemauerung aufgefunden.

Aufgesetzte Trockenmauer.
Die Kanten links und rechts dienten wahrscheinlich als Auflage für das Tragwerk und stellen somit die Grenze zwischen Stollnprofil und Wassersaige dar. Rechts vorn ist das Grundgestein zu sehen, auf dem die Mauerung aufgesetzt ist.
4. Gewölbemauerung, Versetzen und Trockenmauern im Regen
Nachdem die Sprenglöcher in den seitlichen Mauerflanken ausgebessert waren, musste auf den nun komplett freigelegten Mauerresten wieder die zerstörte „Gewölbefirste“ aufgesetzt werden. Dazu wurde eine Schablone aus Holz gebaut und in die Mauerung eingesetzt. Sie hatte eine effektive Auflagelänge von ca. 1,5m für die Mauersteine. Die sortierten Mauersteine wurden gereinigt, bearbeitet und konnten nun auf die Schablone – von uns auch „Kuh“ genannt – aufgesetzt werden. Dabei musste der erste Bogen noch an die 3m der erhaltenen Ellipsenmauerung angeschlossen werden.
Der verspannte Gewölbebogen blieb, entgegen der Erdanziehung und allen Befürchtungen, stehen, als am nächsten Tag die Schablone entfernt wurde… So wurde Tag für Tag, Bogen um Bogen gesetzt. Parallel wurden die Sortierarbeiten auf den Hängen abgeschlossen und es wurde begonnen die ersten Bögen zu versetzen. Die vor dem Mundloch stehenden Trockenmauern wurden entfernt und am vorrausichtlichen Ende der Ellipsenmauer links und rechts neu gesetzt, um die seitlichen Böschungen zu sichern.
Dieser Projektabschnitt, insbesondere die ersten Bögen (8. – 10.08) waren von schweren Unwettern mit Starkniederschlägen begleitet, welche die Arbeiten nicht gerade erleichterten, aber die Motivation keinesfalls schmälern konnten. Leider fiel uns zu spät auf, dass wir die Kohlen anstatt des nassen Löschholzes für das Lagerfeuer hätten nutzen können…
Auch der leicht deformierte Röschenaustritt unterhalb der Halde wurde saniert, damit das Stollnwasser kontinuierlich ablaufen kann.

Freilegen der Böschungen, Sicherung der Gewölbereste. Ausbesserung der ersten Sprenglöcher.

Während der Starkniederschläge(08/09.August 2007), werden die ersten Bögen gesetzt.

Es herrschte kein Mangel an Brauchwasser (z.B. zum reinigen der Steine und duschen ;- ).

Die Trockenmauerungen vor dem eigentlichen Mundloch werden neu gesetzt.

Das letzte Sprengloch muss verschlossen werden bevor der vorletzte Bogen gesetzt werden kann.

Auf den Bögen der Vortage werden die unbrauchbaren Steine verschlichtet und die Senke wird mit Erdmassen verfüllt.
5. Abschluss der Mauerung und Haldenberäumung
Der siebte und letzte Bogen wurde am 16.08.2008 gesetzt. Ein Schlussstein zeugt nun von der Sanierung der Mauerung. Wir freuen uns, dass wir an diesem Abend auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Annaberg B., Frau Barbara Klepsch begrüßen durften und danken nochmals für die Unterstützung.
Am Freitag den 17.08. wurde noch eine kleine Portalmauer gesetzt und die Geländesenke über dem Gewölbe wurde weitestgehend mit Erdmassen aufgefüllt. Nachdem eine vorläufige Sicherung in das Mundloch eingebracht war, konnte der Abend ausgiebig zum Feiern des Geschaffenen genutzt werden.
Am nächsten Tag wurde die Halde beräumt und die Gesamtsituation dokumentiert.
Eine Woche später wurde, wiederum mit engagierter Hilfe der „Gewerkschaft St. Briccius“, eine Tür in das Mundloch eingebracht.

Der geübte Hobbymauerer Uwe Steinbach setzt den letzten Bogen.

Eine kleine Portalmauer wird errichtet. Die Senke wird mit Erdmassen weitestgehend verfüllt.

Die Schablone wird zum letzten Mal entfernt. Oberhalb finden die letzten Böschungsarbeiten statt.
6. Was erreicht wurde
Mit der Sanierung des Mundlochs wurden nicht nur 10m Ellipsenmauerung repariert und 2 kleine Trockenmauern aus Naturstein gesetzt. Es wurde ein Gefahrenstelle beseitigt, ein Schandfleck aus der schönen Landschaft des östlichen Pöhlberges entfernt, ein Fledermausbiotop geschaffen und es wurde ein kleiner, aber der am ehesten sichtbare Teil, eines Stollns erhalten, welcher zum Kleinod „St. Briccius“ gehört und somit die Möglichkeit geschaffen diesen Komplex weiter zu vervollständigen/erhalten. Das Wichtigste aber ist: es wurde ein sinnvolle Ferien-/Freizeitalternative für Jugendliche und jung gebliebene geschaffen, Freundschaften gepflegt und die Möglichkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit von unterschiedlichen Vereinen, der Kommune und dem Oberbergamt aufgezeigt. Die Arbeiten stellen weder Anspruch auf technische Perfektion, noch auf archäologische/denkmalpflegerische Kompetenz.

Situation vor der Freilegung.

Nach der Sanierung.

schematischer Zustand nach der Sanierung

„Endzustand“
7. Wie man damit umgehen sollte
Das Mundloch ist inzwischen mit einer Informationstafel in das Informationskonzept des Grubenkomplexes eingebunden.
Bei der Befahrung des Mundlochs, zusammen mit dem Oberbergamt, konnte festegestellt werden, dass sich wenige Meter hinter dem Gewölbe eine Bruchzone anschließt. Hinter jener staut sich das Wasser über Mannshöhe. Von weiteren Befahrungen muss daher abgesehen und auch dringend abgeraten werden. Zumal es wahrscheinlich seit den 60ger Jahren keinerlei Wetterführung, also nicht einmal eine Umwälzung im Stolln gab.
Um ein Fortsetzen des Bruchs nach über Tage zu verhindern, sowie auch untertage die Wasserführung zu gewährleisten, sollte binnen der nächsten 10 Jahre der Bruchbereich beräumt und gesichert werden. Dabei sollte jedoch unbedingt die Befahrbarkeit des hinteren Stollenteils gewährleistet werden, um späteren Informationsgewinn bezüglich (Sicherheits-/Erhaltungs-) Zustand der Grubenbaue nicht entgegen zu wirken.

Ich möchte mich im Namen von Jan und mir selbst, bei allen Mitwirkenden nochmals rechtherzlich bedanken. Glück Auf!
Sven Schreiter
Fotos: privat