Nützliches und Praktisches

Dr. Konrad Wiedemann: Naßholzkonservierung, ein Arbeitsbericht

Geschrieben von MichaP


Die GAG wünscht die Einfügung der Anmerkung, daß die Entnahme von bearbeitetem Holz aus einem Bergwerk ggf. eine illegale Entnahme eines Bodenfundes darstellen könnte und der/die Finder diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen müssen.

Wer im Alten Mann unterwegs ist – vor allem bei Erstbefahrungen nach der Betriebszeit – findet bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht nur das eiserne Gezähe, manchmal Tonlampen für Unschlitt, Ölhörner, Ölkrüge und Lampenölflaschen, sondern auch Gezäheteile und anderes zum Bergbau gehörende Material aus Holz: Helme (= Stiele) von Bergeisen, Schlägeln, Kratzen und Keilhauen, Erztröge, Bohrtröge, Lettentröge, gelegentlich Hunte, Hauerstühle, Erztragen, Erzkörbe, Handhaspeln mit Förderkübeln, Fahrten, Schwellen (auch die für Spurnagelhunte) und natürlich das Ausbauholz. Im alpinen Bereich findet man auch Steigbäume und Kienspäne. Auf die Konservierung von Steigbäumen und Fahrten dürfte wegen des bei Sammlern begrenzten Raumes normalerweise verzichtet werden. Ein Hunt (aus der Zeit vor ca. 1850) dürfte normalerweise die Obergrenze für unsere Konservierungsmöglichkeiten darstellen.

Die Konservierungsmethode für Naßholz bis zur Größe von Schiffen (!) war früher die Anwendung von PEG (Polyethylenglykol). Man brauchte, je nach Größe des zu konservierenden Gegenstandes, z. T. erhebliche Mengen an Chemikalien und ein entsprechend großes Tauchbecken mit interner oder externer Heizung. Statt des Eintauchens des zu konservierenden Gegenstandes in einem Tränkebad konnte PEG auch aufgesprüht werden. Diese Methode kommt für einen durchschnittlich ausgestatteten Freund bergmännischer Altertümer nicht in Frage, z. T. aus Kostengründen, z. T. wegen der notwendigen Erwärmung der Konservierungsbecken. Glücklicherweise gibt es seit den 1980er Jahren auch die Möglichkeit für den kleinen Geldbeutel eine völlig ausreichende Naßholzkonservierung, die noch dazu gesundheitlich völlig ungefährlich ist, durchzuführen: die Konservierung mit Zucker. Im Folgenden soll eine solche Konservierung mit Zucker beschrieben werden.

Eine Konservierung von Naßholz ohne Anwendung von PEG oder Zucker ist praktisch nicht möglich. „Im Naßzustand wird die Formstabilität des abgebauten Holzes weitgehend durch Wasser garantiert. Beim Trocknen wandert das Wasser in den Hohlräumen tiefer in das Holz hinein. Dabei zieht die Wasseroberfläche – entsprechend der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten – wie ein Reißverschluß die Wände oder Wandfragmente des Hohlraumsystems hinter sich zusammen.“ (DUMKOW, S. 186). Der zu konservierende Gegenstand wurde geschützt vor Austrocknung und mechanischer Beschädigung zum Konservierungsort transportiert. Er wurde daher schon untertage im Fundzustand in Kunststofffolie gehüllt in einem stoßfesten Behälter verpackt. Der Gegenstand wurde am Konservierungsort mechanisch gründlich mit Wasser gereinigt.

Der Gegenstand wurde in einen angemessen großen Behälter gelegt und in eine Zuckerlösung (Haushaltszucker) getaucht. Die Konzentration der Zuckerlösung zu Beginn der Tränkung lag bei 5 %, d. h. 1 l einer 5prozentigen Zuckerlösung enthielt 50 gr Zucker. Um zu verhindern, daß die Zuckerlösung durch Mikroorganismen zerstört wurde – das kann man am Schäumen bemerken – wurde der Zuckerlösung als Biozid 0,1 % Thymol (bezogen auf die Wassermenge) zugesetzt. D. h. auf 1 l Wasser kam 1 gr Thymol. Thymol ist über eine Apotheke beziehbar und wird z. B. bei der Bekämpfung von Ungeziefer in Bienenstöcken eingesetzt. Alle 2 bis 4 Tage wurden pro Liter Zuckerlösung weitere 50 gr Zucker zugesetzt. Die Tränkelösung umfaßte im beschriebenen Fall 12 l, es wurden also immer 600 gr Zucker zugesetzt. Nach ca. 50 Tagen wurde das Intervall von 2 – 4 Tagen auf 14 Tage verlängert. Gegen Ende der Festigung wurde weiter in 600-gr-Schritten Zucker zugegeben. 32 Wochen nach Tränkungsbeginn erfolgte die letzte Zuckergabe. 38 Wochen nach Tränkungsbeginn war der Zucker nach 6 Wochen des Ruhens etwa zur Hälfte nicht mehr aufgelöst. Bei diesem Stand der Konservierung bin ich davon ausgegangen, daß die angestrebte Konzentration erreicht ist. Nach dem Erreichen der angestrebten Konzentration haben verschiedene Restauratoren den hölzernen Gegenstand noch unterschiedlich lange in der Lösung ruhen lassen, um eine maximale Durchtränkung zu erreichen: COTT 3 Monate, KOESLING 5 Monate. Auf die gelegentlich erfolgte Kontrolle der Durchtränkung durch das Holzgewicht habe ich verzichtet. Ich habe auf ein weiteres Ruhen in der Lösung verzichtet.

Der Gegenstand wurde der Lösung entnommen und unter einem kräftigen und feinen Wasserstrahl der Dusche gründlich gereinigt. Danach wurde er auf eine dicke Lage von stark saugfähigem Papier einer Küchenrolle gelegt. Das Ganze wurde in einem kleinen Raum (nicht angeschlossener Backofen) deponiert. Nach 40 Tagen wurde die Trocknung an der freien Luft in einem ungeheizten Raum fortgesetzt. Der Gegenstand wurde von Zeit zu Zeit auf Risse untersucht, die beim Auftreten sofort mit Holzkitt geschlossen worden wären. Risse traten aber nicht auf. Da Zucker hygroskopisch (wasseranziehend) ist, wurde später von Zeit zu Zeit der Gegenstand auf Klebrigkeit hin überprüft. Für die gesamte Trocknungszeit habe ich 6 Monate angesetzt. Auf die Anwendung einer heißen Zuckerlösung zur Beschleunigung des Tränkungsprozesses habe ich verzichtet und bei dem Trocknungsprozeß der traditionellen, langsamen und kontrollierten Lufttrocknung den Vorzug vor der Vakuumgefriertrocknung wie bei der Konservierung von feuchtem Papier gegeben.

Die Materialstärke des zu konservierenden Gegenstandes betrug maximal 5 cm. Für die Bereitstellung des zu konservierenden Gegenstandes vor langer Zeit bedanke ich mich besonders herzlich bei Norbert Schüttler (Leipzig).

DUMKOW, M. u. PREUß, H.: Konservierung von Naßholz mit Rübenzucker. In: Arbeitsblätter für Restauratoren. H. 1. 1990. Gruppe 8: Holz. S. 186-192.
HOFFMANN, P.: Das Zuckerschiff. Zur Konservierung e. mittelalterl. Schiffsfundes. In: Restauro 5. 1995. S. 350-355.
HOFFMANN, P.: Zur Restaurierung mittelalterlicher Daubengefäße mit Polyethylenglykol. In: Arbeitsblätter für Restauratoren. H. 2. 1984. Gruppe 8: Holz. S. 98-111.
KOESLING, V.: Zwei Kloben aus der Takelage eines hölzernen Kaffenkahns. Konservierung mit kalter Zuckerlösung. In: Restauro. 4. 1993. S. 243-245.
Cott, J.: Arbeitsbericht über die bisherigen Erfahrungen mit der Zuckerkonservierung am Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar. In: KONSERVIERUNG VON ARCHÄOLOGISCHEM NAßHOLZ MIT ZUCKER. Dokumentation d. Seminars … Freiburg 1992. S. 38-41.
SCHMIDT-REIMANN, Ph.: Vorm Verfall bewahrt – Konservierung archäologischer Hölzer. In: Silberrausch und Berggeschrey. Archäologie d. mittelalterl. Bergbaus in Sachsen u. Böhmen. Dresden 2014. S. 107-112.


Wie genau ist „genau“? – Gedanken zu einer zweckmäßigen Untertagevermessung

Geschrieben von MichaP

1. Einleitung: Absolute Genauigkeit versus Reproduzierbarkeit

Um Grubengebäude auf Papier zu dokumentieren, müssen sie vermessen werden. Zwar kann man relativ leicht auch eine grobe Handskizze anlegen, da ein Bergwerk im Gegensatz zu einer Höhle ziemlich systematisch aufgebaut ist. Wenn die Dokumentation nicht nur zur eigenen Orientierung dient, sondern mit anderen Plänen in Deckung gebracht werden soll, ist die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse entscheidend. Etwa bei der Frage, wo ein Gang eine Straße unterfährt. Oder, wie viel Meter Seil man für einen Schachtausbau benötigt. Messergebnisse sind also dann vertrauenswürdig, wenn sie mit gleichem Ergebnis wiederholbar sind. Wie gut sie wiederholbar sind, prüft man mithilfe des Vertrauensintervalls: Die Angabe 150 +/- 10 cm bedeutet, dass die Messwerte in 95 % der Fälle zwischen 140 und 160 cm liegen, wenn man die Messung sehr oft wiederholt. Anders ausgedrückt: 95 % der Werte weichen um bis zu 10 cm vom wahren Wert ab. 5% weichen um mehr als 10 cm ab. Wie beim Würfelspiel kann auch hier das Schicksal dafür sorgen, dass die erste Messung in die seltene fünf-Prozent-Wahrscheinlichkeit fällt und außergewöhnlich weit vom wahren Wert abweicht.

Daraus folgen zwei wichtige Erkenntnisse für die Praxis:

  • Messungen müssen wiederholt bzw. durch Kontrollmessungen überprüft werden
  • Messwerte können nicht genauer abgelesen werden, als die ermittelte Messunsicherheit (siehe 3.3.). Im obigen Beispiel ist die Angabe „159 cm“ unsinnig, wenn die nächste Messung 141 cm ergeben kann.

Der Laie neigt aus Ehrgeiz oder Unkenntnis dazu, seine Messungen möglichst „genau“ durchzuführen, das heißt mit einer möglichst großen Zahl von Nachkommastellen. Damit sinkt aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Messung mit demselben Ergebnis wiederholbar ist.
Im Folgenden soll gezeigt werden, dass Genauigkeit eine Illusion ist, weil es erstaunliche Fehler gibt, die scheinbar exakte Messungen erheblich verfälschen. Es wird außerdem ein System aus der Höhlenforschung vorgestellt, mit dem man in der Praxis die Verlässlichkeit von Messungen einschätzen kann.

 

2. Messtechnik

Über- wie untertage geht man generell so vor, dass man ein System aus Messpunkten erstellt, das das zu vermessende Objekt in seinen wesentlichen Ausmaßen gut abbildet. Dann wird die Lage der Messpunkte zueinander in horizontaler und vertikaler Richtung bestimmt. Übertage hat man oft die Möglichkeit, von einem Standort mehrere Punkte zu vermessen und durch zahlreiche Vergleichsmessungen seine Daten zu validieren. Untertage geht das gewöhnlich nicht. Man arbeitet sich von einem Punkt zum nächsten und erhält so einen Messzug. Die Markierung kann über Stangen geschehen, die man von der Firste abhängt oder mittels Haltern auf die Sohle stellt, oder durch Markierungen am Stoß. Bei beengten Platzverhältnissen in Höhlen oder im Altbergbau hat es sich bewährt, zwischen den Markierungen eine Kette oder eine Schnur zu spannen und deren Länge, Neigungswinkel und Kompassrichtung (Azimut) zu messen. Dann spricht man von einem Kompasszug. Das klassische Freiberger Hängezeug besteht aus einem kardanisch aufgehängten Kompass und einem Gradbogen mit Lot, die man in die Schnur einhängen kann. Anstelle der Schnur kommen heute auch Laserpointer oder Laserentfernungsmesser zum Einsatz. Besonders platzsparend sind Kompanden mit eingebautem Neigungsmesser, die über eine Visiereinrichtung verfügen.
Durch den Einsatz von Software wie zum Beispiel CAVERENDER ist es sehr einfach, aus den Winkel- und Entfernungsangaben XYZ-Koordinaten zu errechnen und so die Lage eines Punktes im Raum zu definieren. Die zwischen den Punkten liegenden Strecken kann man sehr einfach in verschiedenen Maßstäben ausdrucken, drehen, perspektivisch oder räumlich darstellen und auf Karten projizieren oder in Google Earth verwenden.
Indem man an jedem Punkt zusätzlich die Entfernungen zu beiden Stößen, Sohle und Firste misst, kann man auch Streckenprofile erstellen.
Programme wie CAVERENDER können zwar theoretisch mit beliebiger Genauigkeit rechnen, beim Ausdruck oder Nachzeichnen der Daten sind jedoch durch den Maßstab Grenzen gesetzt. Beim Maßstab 1:1000 entspricht beispielsweise 1 Meter in der Natur 1 Millimeter auf der Karte. Objekte, die kleiner als 1 Meter sind, wären zeichnerisch kaum noch maßstäblich darstellbar. Etwa 250m Strecke passen auf ein DIN A4-Blatt. Im Maßstab 1:100 könnten bei einer Zeichengenauigkeit von 1 mm noch 10 cm große Objekte dargestellt werden. Für 250 m Strecke reicht dann aber auch das Format A0 (84,1 x 118,9 cm) nicht, sondern man benötigt eine Rolle von knapp 2,50 m Länge. In der Höhlenforschung hat sich daher für das klassische Planzeichnen der Maßstab 1:250 auf DIN A0 großen Bögen bewährt [1]. Wie wir noch sehen werden, macht keine Felderfassung Sinn, die die erreichbare Genauigkeit der Darstellung übertrifft.
In der Vermessungstechnik ist teilweise noch die Einheit gon (g) zur Angabe der Weite ebener Winkel gebräuchlich. Ein gon entspricht dem vierhundertsten Teil eines Vollkreises. Der Vorteil dieser Einheit besteht darin, dass jedem Quadranten des Vollkreises eine eigene Hunderterstelle zugeordnet werden kann: 90° = 100g , 180° = 200g und so fort [2].

 

3. Messfehler

„Wer misst, misst Mist“ sagen Ingenieure und Naturwissenschaftler, und sie meinen damit, dass keine Messung ohne Fehler ist. Sie müssen die Grenzen kennen, innerhalb derer ihre Instrumente verlässliche Werte anzeigen. Und sie müssen die Einflüsse kennen, die auf die Messanordnung wirken. Dabei unterscheiden sie grobe, systematische und zufällige Fehler.

 

3.1. Grobe Fehler
Sie sind keine Eigenschaft der Messeinrichtung, sondern entstehen durch Bedienerfehler. Beispielsweise falsche Ablesung durch mangelnde Übung oder Konzentration, Übermittlungs- und Protokollfehler. Man kann sie verhindern, indem man das Wiederholen der Messwerte durch den Protokollanten ritualisiert. Der Ablesende bestätigt dann die Wiederholung. Gleichzeitig muss der Protokollant laufend die Plausibilität der von ihm notierten Werte prüfen. Auch die Ablenkung der Kompassnadel durch Eisenteile fällt in diese Kategorie. Dazu gehören auch Brillengestelle, Stahlkarabiner oder Geleuchte. Erfahrene Höhlenvermesser bauen daher sogar Eisenteile ihrer Karbidlampen auf Messing um. Von Kompassvermessungen übertage wird gänzlich abgeraten, da schon Eisennägel in Weidezaunpfählen zu erheblichen Fehlern führen [3].

 

3.2. Systematische Fehler
Diese wirken sich bei jeder Messung in dieselbe Richtung aus. Bei der üblichen Methode, Messzüge aneinander zu hängen, summieren sie sich deshalb. Kleine Fehler können dann zu großen Abweichungen führen. Da sie systematisch auftreten, sind sie allerdings leicht zu erkennen und zu korrigieren. Dazu überprüft man seine Messgeräte unter kontrollierten Bedingungen, etwa auf einem Teststand mit exakt eingemessenen Referenzpunkten. Systematische Abweichungen können so erkannt und aus den Messungen heraus gerechnet werden. Selbst fabrikneue Geräte können bereits solche Fehler aufweisen [4]. Während des Gebrauchs entstehen sie durch Alterung oder mechanische Beanspruchung. Schläge können etwa zum Verbiegen der Achsen führen. Nur durch regelmäßige Kontrollmessungen kann man sicher sein, dass das Gerät noch den Ansprüchen genügt. Eine geeignete Feldmethode zur Prüfung auf systematische Fehler ist die sofortige Rückmessung desselben Messzuges in entgegengesetzter Richtung. Auch diese Messung gehört ins Protokoll.

 

3.3. Zufällige Fehler
Führt man viele Wiederholungsmessungen mit hoher Auflösung durch, so schwanken die Ergebnisse statistisch um einen Mittelwert. Dieser wird in der Metrologie als Schätzwert bezeichnet und um die so genannte Messunsicherheit erweitert: Schätzwert +/- Messunsicherheit [5]. Tatsächlich kann also der absolute Wert einer Messgröße gar nicht angegeben werden, sondern er ist grundsätzlich mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Eine Einzelmessung ist daher tatsächlich eine Schätzung, die mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb der Grenzen der Messunsicherheit liegt. Im Eingangsbeispiel: 150 +/- 10 cm weichen 95 von 100 Schätzungen nicht mehr als 10 cm ab. Nach den Gesetzen der Statistik kann aber auch die erste Messung eine von jenen sein, die 20 cm daneben liegen.
Dies scheint völlig der Alltagserfahrung zu widersprechen, wonach man doch durch Messen erst Gewissheit über Zweifelsfälle erhält. Üblicherweise sind Messgeräte aber so skaliert, dass die Messungenauigkeit kleiner ist als die Ablesegenauigkeit und dadurch nicht ins Gewicht fällt. An einem Lineal mit Millimeterteilung kann man Längen auf 1 mm genau ablesen. Sofern die Messungenauigkeit kleiner als 1 mm ist, wird man bei Wiederholungsmessungen immer auf denselben Wert kommen. Schon die erste Messung „stimmt“ also. Bei Zwischenwerten muss man allerdings auf ganze Millimeter auf- oder abrunden: es ergibt keinen Sinn, Werte zwischen den Skalenteilungen zu schätzen.
Im nächsten Abschnitt werden wir sehen, dass in der Realität insbesondere Längenmessungen oft nicht einmal im Rahmen der Ablesegenauigkeit reproduzierbar sind. Da man einmal zufällig zu lang, das andere Mal zufällig zu kurz misst, mitteln sich zufällige Fehler bei Kettenmessungen mit vielen kleinen Messzügen heraus. Auf das Gesamtergebnis haben sie nur einen geringen Einfluss.

 

3.4. Spezifische Fehler einiger Messgeräte
Diese Fehler können durch Vergleichsmessungen ermittelt und aus den Messergebnissen herausgerechnet werden.

 

3.4.1. Bandmaß
Das Bandmaß ist dafür bestimmt, auf einer ebenen Fläche ausgelegt zu werden. Auf der unebenen Stollensohle produziert es Fehler. Zwischen zwei Punkten aufgehängt, kommt es zum Durchhang. Wird es gespannt, kann Dehnung auftreten. Daher gibt es Messbänder mit Kraftmesser, auf die ein definierter Zug ausgeübt werden kann. Außerdem gibt es das Problem der Längendehnung aufgrund der Temperaturausdehnung des Materials. Ein 20-m-Bandmaß aus Stahl ist z.B. bei 10 °C 2,3mm kürzer als bei 20 °C [6].

 

3.4.2. Neigungsmesser an der Schnur
Der Fehler aufgrund des Schnurdurchhangs ist an den Aufhängepunkten der Schnur am größten. Daher muss der Neigungsmesser in der Mitte der Schnur eingehängt werden [7].

 

4. Wie viel Genauigkeit ist nötig?
Die „British Cave Research Association“ hat den nach ihr benannten BCRA-Grad zur Beurteilung der Genauigkeit eines Höhlenplanes eingeführt [8]. Dieser ist auch auf den Altbergbau übertragbar; allerdings ist im Bergbau das Gangprofil nicht so vielfältig wie in Höhlen, so dass dieser Punkt geringere Bedeutung hat. Im BCRA-Raster ist die Güte der Vermessung siebenfach abgestuft (fünf Haupt- und zwei Zwischenstufen). Vier Stufen beschreiben zusätzlich die Aufnahme der Profile. Beide Komponenten sollten aufeinander abgestimmt sein, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

 

Lage und Verlauf der Strecken [9]

Aufnahme der Raumdaten

Grad 1

Eine Skizze, die ohne jegliche Vermessung erstellt wird.

Stufe A

   
   

Die Raumbegrenzungen werden nach dem Gedächtnis skizziert.

Stufe B

Die Raumbegrenzungen werden vor Ort nach Anschauung skizziert.

Grad 2

(Nur falls erforderlich, s.u.). Eine Skizze, die ohne Kompass und Neigungsmesser, jedoch mit ungefährer Messung der Längenstreckung erstellt wird.

Grad 3

Eine grobe Kompassvermessung, Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf  2,5° genau vermessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 50cm.

Stufe C

Die Raumbegrenzungen werden bei den Messpunkten eingemessen, dazwischenliegende Partien skizziert.

Grad 4

(Nur falls erforderlich, s.u.). Wird verwendet, wenn wie Grad 5 vermessen wird, jedoch in einem Teilbereich aufgrund ungünstiger Bedingungen nicht alle Kriterien von Grad 5 erfüllt werden können.

Grad 5

Eine Kompassvermessung, Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf +/- 1° genau, Entfernungen auf +/- 10cm genau vermessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 10cm.

Stufe D

Die Raumbegrenzungen werden bei den Messpunkten und an allen weiteren Stellen mit wichtigen Details des Wandverlaufs eingemessen

Grad 6

Eine Kompassvermessung mit maximaler Genauigkeit. Horizontal- und Vertikalwinkel werden auf +/- 0,5° genau, Entfernungen auf +/- 2,5cm genau gemessen. Fehler bezüglich der Lage eines Messpunktes sind geringer als 2,5cm.

Grad X

Eine Vermessung unter Verwendung eines Theodoliten anstelle eines Kompasses, die mit Grad 4, 5 oder 6 vergleichbar ist.

Anmerkungen

  • Die Tabelle ist eine Zusammenfassung der BCRA-Richtlinien. Die genauen Ausführungen finden sich in Ellis B.M. (Surveying Caves, British Cave Research Association, Bridgewater 1976). Die Definitionen sollten nicht generell wortwörtlich, sondern sinngemäß im Zusammenhang mit diesen Anmerkungen aufgefasst werden. Die Tabelle darf daher ohne diese Anmerkungen nicht abgedruckt werden.
  • Der Begriff „Genauigkeit“ bezieht sich auf jeden Messpunkt, auf den Absolutwert der Natur, nicht auf die Genauigkeit der Daten zueinander.
  • Für Grad 5 oder 6 ist es nötig, speziell für die Vermessungstechnik konstruierte und kalibrierte Geräte zu verwenden. Wanderkompass, Handwerker-Neigungsmesser usw. sind unzureichend.
  • Für Grad 6 muss der Neigungsmesser dieselbe Genauigkeit wie der Kompass aufweisen (z.B. 0,5°) und es sind feste Messpunkte erforderlich (Stative, eingedübelte Marken oder dergleichen).
  • Grad 2 und 4 finden nur Anwendung, wenn die Gegebenheiten untertage teilweise nicht das Erreichen des höheren Grades zulassen.
  • Grad X ist nur theoretisch genauer als Grad 6, weil ein Theodolit oder eine Totalstation auch vom Anwender beherrscht werden muss.

 

5. Schlussfolgerungen für die Vermessungspraxis
Die verwendete Ausrüstung und die Planung der Messkampagne hängt vom angestrebten Ergebnis ab. Auch mit einfacher Ausrüstung sind relativ zuverlässige Ergebnisse möglich. Eine Messunsicherheit von 0,5 m scheint in den meisten Fällen völlig akzeptabel zu sein (BCRA-Grad 3C). Da es sich um zufällige Fehler handelt, summieren sie sich nicht. Der Fehler ist für jeden Messpunkt gleich. Systematische Fehler spielen keine große Rolle.
Anforderungen an eine Vermessung im Rang von Grad 3C

  • Die Verwendung von Wanderkompass und Baumarkt-Neigungsmesser ist möglich
  • Winkel können auf 2,5° gerundet werden; in der Praxis werden jedoch ganze Gradzahlen abgelesen
  • Längen können auf halbe Meter gerundet werden
  • Keine Messzüge über 26m, da der Winkelfehler sonst größer als 0,5 m wird.
  • Jeder Messpunkt ist auf 0,5m reproduzierbar
  • An den Messpunkten werden auch die Raumbegrenzungen eingemessen und gegebenenfalls das Profil skizziert
  • Details zwischen den Messpunkten werden ebenfalls ungefähr lagerichtig skizziert, aber nicht eingemessen

Der Qualitätssprung auf den Grad 5 scheint keinen wesentlichen Vorteil zu bieten, erfordert aber wesentlich höheren Aufwand in Bezug auf die Messtechnik und den geordneten Ablauf der Vermessung. Zudem sind etwa dreimal so viele Messpunkte erforderlich. Messgeräte müssen auch kalibriert sein, um systematische Fehler auszuschließen. Die Angabe von Längenmaßen im Zentimeterbereich ergibt auch hier keine Verbesserung der Genauigkeit. Im Gegenteil zeigt die Erfahrung, dass insbesondere beim Erfassen der Raumabmessungen mitunter grob geschätzt wird, weil überhaupt keine exakte Messung möglich ist. Zusätzlich muss aber auch der Umfang der Dokumentation mit den Ansprüchen an die Genauigkeit korrespondieren.

 

Anforderungen an eine Vermessung im Rang von Grad 5D

  • Überprüftes Hängezeug oder gleichwertiges Gerät erforderlich
  • Winkel werden auf 1° abgelesen
  • Längen können auf Dezimeter gerundet werden
  • Jeder Messpunkt ist auf 10 cm reproduzierbar
  • Keine Messzüge über 5,7m, da der Winkelfehler sonst größer als 10 cm wird.
  • An den Messpunkten werden auch die Raumbegrenzungen eingemessen und gegebenenfalls das Profil skizziert
  • Details zwischen den Messpunkten werden ebenfalls eingemessen und skizziert

 

Generelle Anforderungen an die Durchführung einer Vermessung

  • Messpunkte ab Mundloch oder Referenzpunkt fortlaufend eindeutig nummerieren und markieren (Kreide, Farbe, Dübel je nach Anforderung)
  • Nicht zu große Abstände wählen (Winkelfehler macht sich bemerkbar, siehe oben)
  • Messzüge so legen, dass sie sich zu einem Ring schließen, dadurch Fehlerrechnung möglich
  • Zur Kontrolle grundsätzlich Rückmessung zum letzten Punkt durchführen
  • Protokollführung: angesagtes Messergebnis wiederholen und bestätigen lassen
  • Messprotokoll vorbereiten, das auch Raum für Skizzen lässt (Millimeterpapier)
  • Messgeräte übertage testen und deren Bedienung einüben

 

6. Danksagung
Herzlichen Dank an Sven Grauel, Sven Schreiter, Christian Berger und das Forum der GAG für die zahlreichen Anregungen zu diesem Text sowie an Michael Krumrei für die kritische Durchsicht des Manuskripts.

Coppengrave, im Juli 2013
Martin Gorissen

 

[1] http://www.caverender.de/vermess/vermess.htm

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Gon

[3] http://www.sghbern.ch/page/hrh/vermeid.html#Allgemeine

[4] http://www.sghbern.ch/page/hrh/vermeid.html#Allgemeine

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Messunsicherheit

[6] http://public.beuth-hochschule.de/~korth/vorl_vk1_BA_Verm.pdf

[7] Leupolt, Hocker: Befahrerhandbuch, S. 75

[8] http://bcra.org.uk/surveying/index.html

[9] Gut Schluf, Heft 25, Mitteilungsblatt des DAV Bamberg, nach www.caverender.de mit eigenen Ergänzungen


Ausrüstungstips für Montanspeleologen

Geschrieben von MichaP

 


Vorweg eine Anmerkung (von Michael Pfefferkorn): Keine Publikation, egal wie gut, kann das eigene Denken ersetzen. Wer mit offenen Augen durch das Leben geht wird jede Menge andere Möglichkeiten entdecken, Dinge praktischer und besser zu machen. Dieser Artikel von Michael Krumrei soll nur eine einfache Stütze sein. Das Thema wird ausführlicher im Befahrerhandbuch behandelt, welches auch auf dieser Seite online zu lesen ist.

 

Auf besonderen Wunsch möchte ich hier versuchen, eine möglichst vollständige und sinnvolle Ausrüstungsliste zusammenzustellen. Selbstverständlich wird diese Liste sehr subjektiv und von den eigenen Erfahrungen geprägt sein. Der aktive Bergbauforscher wird diesen Vorschlag für seine speziellen Belange anpassen und modifizieren.

 

Grundausrüstung

Sollte jeder Befahrer immer persönlich dabei haben

Bekleidung:

Die wichtigste Aufgabe der Bekleidung ist, den Träger möglichst warm und trocken zu halten. Bei Unfällen Untertage stellt die Gefahr der Unterkühlung mit das größte Problem dar, läßt sich aber mit vernünftiger Bekleidung und Notfallausrüstung minimieren.

Das ideale Unterzeug stellt wohl der Fleece-Unterschlatz dar. Er verhindert übermäßiges Schwitzen mit anschließender Auskühlung und hält auch noch im nassem Zustand warm. Je nach den Bedürfnissen des Trägers können darüber noch mehrere Lagen Hosen, Hemden und Pullis kommen. Ganz drüber kommt dann (wenn man sichs leisten kann) noch ein spritzwasserfester Überschlatz. Die Füße sind durch warme Socken zu schützen. Die meisten Befahrer werden auch Handschuhe tragen.

Als Schuhwerk haben sich robuste Gummistiefel oder Bergschuhe mit Neoprenesocken bewährt. Zwischenzeitlich gibt es auch spezielle Canyoningstiefel aus Neoprene, wurden aber von mir bisher noch nicht getestet.

Je nach Gegebenheit in der Grube kommen dann noch Watstiefel, Wathosen, Ganzkörperkondome oder Neoprene-Unterschlatze zum Einsatz.

Helm und Geleucht:

Obligatorisch bei jeder Befahrung ist der Helm mit Kinnriemen, eine robuste Helmleuchte und mindestens eine (besser zwei) unabhängige Reservelampen! In den Helm kommt eine Rettungsdecke, idealerweise kann man in die Decke noch einen Zettel mit Notfallnummern reinlegen. Die Rettungsdecke befestige ich mit einem Streifen Klettverschluss im Helm. So kann man die Decke zum Reinigen des Helms bequem entfernen. Als Reservegeleuchte haben sich robuste und wasserdichte LED-Lampen bewährt. Ein Batteriesatz hält einige Tage und zum sicheren Ausfahren spenden sie genügend Licht.

Zum Hauptgeleucht möchte ich mich hier nicht nähers auslassen, hauptsache es ist zuverlässig und robust. Handlampen sind nicht angebracht, da man spätestens in Kriechstrecken und im Schacht zwei freie Hände braucht!

Die meisten Helmleuchten haben eine abgesetzte Energieversorgung die am Lampengurt befestigt wird. An Diesem kann man dann noch allerhand nützliche Dinge wie Multitool, Materialschnur etc. befestigen. Einen Schnellverschluß des Gurtes, den man leicht mit zwei Fingern öffnen kann, hat sich in Schlufen und Engstellen bewährt.

Das Multitool ist bei SRT-Einsätzen am Gürtel zwingend, ansonsten kann man es auch im Rucksack verstauen.

 

Erweiterte Ausrüstung

Sollte mindestens einmal pro Befahrergruppe vorhanden sein

Rucksack oder Schleifsack:

Hier kommt alles rein, was man nicht am Mann trägt. Man sollte darauf achten, daß der Rucksack möglichst wenig abstehende Taschen hat. Sonst bleibt man in engen Strecken und Schächten dauernd hängen. Auch sollte er aus wasserabweisendem Material bestehen. Baumwollrucksäcke sind zwar billig, saugen sich aber sofort mit Wasser voll und sind dann entsprechend schwer.

Verbandszeug:

Ich persönlich bevorzuge ein relativ kleines Notfall-Set, daß man dafür aber auch wirklich dabei hat!

Zum Inhalt:

  • 2-3 Verbandspäckchen/Mullbinden
  • Dreieckstuch
  • Verbandstuch
  • Pflaster
  • 1-2 Rettungsdecken
  • Sicherheitsnadeln
  • 10m 3mm-Reepschnur
  • Kabelbinder
  • Draht
  • Panzertape
  • Nägel
  • Kerze
  • Feuerzeug
  • Knicklichter
  • Reservebatterien für Notgeleucht
  • Ersatzlampen für Helmgeleucht
  • Schreibzeug
  • stabiler Faden und Nadel
  • und was sonst noch Nützliches reinpasst…

Das meiste davon ist selbsterklärend. Mit dem Draht, dem Panzertape, dem Faden und den Kabelbindern lässt sich alles mögliche vor Ort reparieren. Mit den Nägeln, Sicherheitsnadeln, der Reepschnur und den Rettungsdecken lässt sich ein Wärmezelt aufbauen:

(Quelle: Lernbehelf der östereichischen Höhlenrettung)

Die Kerze erwärmt das Rettungszelt und die Knicklichter sind gegen die Dunkelangst und zur Orientierung am Notbiwak

Achtung: Moderne Rettungsdecken sind brennbar!
Kerzen oder eine Karbidlampe können die Rettungsdecke leicht entzünden.

Das ganze Notfallpacket nimmt wenig Platz ein und wiegt ca. 500g.

 

Reepschnur mit Karabiner:

Ein paar Meter 6-8mm Reepschnur mit Karabiner sollten auch dabei sein! Damit kann man sich behelfsmäßig sichern, den Rucksack durch Bühnenlöcher durchreichen und auch mal eine behelfsmäßige Strickfahrte bauen…

Verpflegung und Notration:

Die Verpflegung ist natürlich sehr individuell. Hier wird sich wohl jeder nach eigenem Bedarf eindecken. Ein paar Müsliriegel und/oder Schokolade ist als Notration angebracht.

Geohammer, Taschenmesser, Multitool:

Sozusagen die Werkstatt untertage!

 

Rettungsausrüstung

sollten die Ersthelfer im Auto haben

  • Gaskocher
  • Topf
  • Suppe
  • Tee
  • Zucker
  • Isomatte
  • Wärmflasche
  • Müsliriegel etc.
  • Wasser

Die Rettungsausrüstung dient zur Erstversorgung des Verunfallten mit Nahrung und Wärme bis weitere Hilfe eintritt.

Einen umfangreichen Lernbehelf für die Ersthelfer findet man hier (unter Download)

Selbstverständlich wird man die Ausrüstung je nach Tour und Zielsetzung entsprechend erweitern. Ich habe mich bewusst auf die Ausrüstungsgegenstände beschränkt, die man auch bei einer kleineren Unternehmung wirklich problemlos mitnehmen kann und sollte!


Sicherheitsregeln

gehe niemals allein
mindestens 2 Lichtquellen
hinterlasse:
– Name der Grube/Höhle
– Alarmzeit
– Ausstiegszeit

 



Servo-Blitzauslöser mit einstellbarem Vorblitz

Geschrieben von MichaP

 

Die nachfolgende Schaltung löst das Problem der Auslösung von Servo-Blitzen
bei Kameras ohne ausschaltbaren Vorblitz.

Dieses Problem ist häufig bei preiswerteren digitalen Kameras der Fall.

Da der Vorblitz für die Belichtungsmessung und die Verhinderung von roten
Augen erforderlich ist, wird die Aufnahmequalität durch die Verwendung
dieses Servo-Blitzauslösers gesteigert.

Die Schaltung hat folgende Eigenschaften:

1) Auslösung des Blitz nach einer einstellbaren Anzahl von Blitzen (1
bis max. 9)

2) Rücksetzung des Zählers wenn innerhalb ca. 1s kein weiterer Blitz
eintrifft

3) Niedriger Stromverbrauch von 0,3 – 1,4 mA (Versorgung durch 9V-Block)

5) Wenige preiswerte Standardbauteile

6) Möglichst große Funktionssicherheit und Empfindlichkeit

Funktionsweise:

Eingangsstufe:

Wenn ein Lichtblitz auf den Fototransistor T3 trifft wird dieser Transistor
und der nachfolgende in Darlington-Schaltung gesschaltete Transistor T4 aufgesteuert.

Durch den Hochpass C1 / R2 kommen nur Impulse mit einer hinreichend großen
Flankensteilheit durch, so daß ein vorbeihuschender Lichtstrahl einer
Lampe nicht durchdringt.

Die Impulse gelangen auf den Zählereingang Pin 14 von IC2, der mit einer
Schmitt-Trigger Funktion ausgestattet ist. Das heisst erst ab einer Spannung
von ca. 2/3 der Versorgungsspannung wird das Signal als "High" erkannt,
und erst wenn 1/3 der Versorgungsspannung wieder unterschritten wird ist das
Signal "Low".

Über den Widerstand R8 + P1 kann die Vorspannung am Zählereingang
auf nahe 1/3 der Versorgungsspannung angehoben werden, wodurch auch schon kleinere
Impule registriert werden können. Die Eingangsempfindlichkeit wird damit
erhöht.

Zähler:

IC2 ist ein Dezimalzähler, der nacheinander einen der Ausgänge Q1
bis Q9 auf "High" setzt wenn ein Impuls auf den Zählereingang
gelangt.

Mit dem Umschalter JP1 wird ausgewählt nach wievielen Blitzen / Impulsen
eine Auslösung stattfinden soll. Es darf immer nur einer der DIP-Schalter
gesetzt sein, sonst werden die Ausgänge von IC2 miteinander kurzgeschlossen
und die Schaltung produziert willkürliche Ergebnisse.

Für einen Test der Schaltung können mit einem Draht direkt Impulse
erzeugt werden, indem die Versorgungsspannung (Pin 16) kurz mit dem Zählereingang
(Pin 14) verbunden wird. Mit jedem Impuls zählt das IC weiter und der
darauffolgende Ausgang wird auf "High" geschaltet (Alle anderen verbleiben
auf "Low"). Zweckmäßigerweise sollte dafür kein DIP-Schalter
oder die Nr. 4 gesetzt sein.

Timing:

IC1 enthält zwei Timer mit denen der Zähler zurückgesetzt wird.

Sobald ein Impuls den Ausgang Q1 von IC2 aktiviert, gelangt das Signal zu
Pin 4 von IC1 und der erste Timer wird gestartet. Der Ausgang Pin 6 schaltet
auf "High" und verbleibt auf dem Pegel für ca. 1 Sekunde.

Nach Ablauf dieser Zeit schaltet der Pegel auf "Low" zurück
und triggert damit den negativen Eingang Pin 11 vom zweiten Timer.

Der zweite Timer erzeugt einen kurzen Impuls auf den beiden Ausgängen
Pin 9 + 10 und setzt damit gleichzeitig den Zähler IC2 sowie den ersten
Timer zurück.

Nachdem der erste Blitz eintrifft müssen innerhalb von 1 Sekunde alle
weiteren Blitze eintreffen, sonst wird der Zähler zurückgesetzt.
Eigene oder fremde Einzelblitze stören die Schaltung also normalerweise
nicht.

Für einen Test der Schaltung muss überprüft werden ob nach
dem ersten Impuls auf IC2 der Zähler IC1A getriggert wird und der Ausgang
Pin6 für 0,5 – 1 s auf "High" geht. Nach Ablauf dieser Zeit
muss der Zähler automatisch zurückgesetzt werden. Dies erkennt man
daran das der Ausgang Q0 (IC2 Pin 3) auf "High" geht.

Auslösung:

Der über JP1 gewählte Zählerausgang gibt einen Spannungsimpuls
auf das Gate des Thyristors und löst damit den Blitz aus. Darüber
hinaus wird der zweite Timer an Pin 12 getriggert, wodurch der Zähler
wieder zurück gesetzt wird.

Die Polung am Blitzschuh des Blitzes muß beim Verbinden des Ausgangs
der Schaltung unbedingt beachtet werden. Da die Auslösekontakte an den
Kameras nur einen Kontakt schliessen, so wie es auch über den Taster TA
staffindet, ist die Polung normalerweise nicht relevant. Es gibt daher Blitze
die am unteren Kontakt auch negatives statt positives Potential führen.

Der Thyristor benötigt jedoch eine positive Spannung an der Anode sonst
leitet er nicht.

Man sollte daher die Spannung bei dem geladenen Blitz ausmessen um eine Verpolung
zu vermeiden.

Allgemeines

Für den Foto-Transistor kann auch der bekanntere Typ BP103 verwendet
werden. Der Thyristor kann auch durch einen anderen Typ z.B. BRX49 ausgetauscht
werden.

Sämtliche Bauteile sollten problemlos z.B. bei Kessler-Elektronik bezogen
werden können.

Ich habe die Schaltung frei verdrahtet auf einer Lochrasterplatine mit den
Bauteilen wie im Schaltplan gezeigt aufgebaut und getestet. Danach habe ich
sie fest in einen Standard-Blitz integriert. Die Spannungsversorgung läßt
sich mit ein wenig Geschick auch aus dem Blitzgerät entnehmen.

Der Widerstand R8 kann auf 1M5 herabgesetzt werden, damit auch der Regelbereich
voll ausgeschöpft werden kann. Eine weitere Alternative ist den Trimmer
P1 wegzulassen und für R8 einen Widerstand von 2M2 einzulöten.


Für die Schaltung habe ich eine Platine entwickelt die auch in einer
Kleinserie gefertigt worden ist.

Das ursprüngliche Layout wurde von Thomas Schäfer entwickelt. Er
hat dazu auch einen ausführlichen Artikel verfasst.

Die Platine enthält auch einen Blitz und kann von mir bei Bedarf bezogen
werden (kmalcher@untertage.com).

Angestossen wurde dieses Projekt bei der GAG. Der komplette Entwicklungsprozess
kann auf folgender Webseite nachgelesen werden:

http://www.untertage.com/forum/index.php?mode=viewthread&forum_id=2&thread=114

Ich übernehme für diese Schaltung keinerlei Haftung und Gewährleistung.

Die Schaltung darf nur für private nichtkommerzielle Zwecke verwendet
werden.


Magnetfeld – Peilmethode

Geschrieben von MichaP

Beitrag zum 7. Internationalen Bergbauworkshop, 29.9-2.10 2004, Clausthal-Zellerfeld,
Harz

Magnetfeld – Peilmethode – Zur schnellen Einmessung untertägiger
Messpunkte in Bezug zur Oberfläche

Michael Kitzig, GAG

Problemstellung war die schnelle und dennoch hinreichend genaue Projektion
eines Punktes untertage, z.B. in einem Stollen, an die Erdoberfläche ohne
die Anwendung zeitraubender trigonometrischer Verfahren.

Vorgestellt wird ein Peilverfahren auf der Grundlage niederfrequenter magnetischer
Felder.

Was kann die Methode leisten?

– Durch die Wahl mehrerer ausgewählter Messpunkte kann der (nicht risskundige)
Verlauf einer Strecke schnell überschlägig ermittelt werden. (Das
Impuls/Pausenverhältnis des Senders lässt sich verändern und
somit kann eine Zuordnung zu verschiedenen Messpunkten erfolgen.)

– Verfüllte Lichtlöcher oder planierte Tagesbrüche lassen sich
leicht lokalisieren, sofern sie untertage zugänglich sind.

– Verschüttete / verbrochene Mundlöcher lassen sich mit der Horizontalmessung
am Hang lokalisieren.

– Die Vertikalmessung kann einen Hinweis auf die Länge des Verbruches
einer Strecke geben.

– Im Unglücks – oder Bergschadensfall ist eine schnellstmögliche
Lokalisation möglich


Physikalische Grundlagen:

Elektromagnetische Wellen sind grundsätzlich in der Lage, feste Materie
wie Gestein zu durchdringen. Die Eindringtiefe wächst mit der Zunahme
der Wellenlänge bzw. Abnahme der Frequenz.

Mit Frequenzen unter 100 kHz lassen sich in der Praxis Reichweiten von einigen
hundert bis etwas über tausend Meter erzielen, d.h., die nutzbare Reichweite
liegt noch weit unterhalb einer Wellenlänge.

Die magnetische Komponente des Feldes lässt sich zudem leicht exakt vertikal
oder horizontal ausrichten.

Die elektrische Feldkomponente ist für das Verfahren nicht erforderlich
und wird senderseitig unterdrückt, so dass von einer elektromagnetischen
Strahlung im engeren Sinne nicht mehr gesprochen werden kann.


Das  Prinzip:

Es wird untertage an dem einzumessenden Punkt ein Bakensender platziert, welcher
an eine magnetische Antenne angeschlossen ist (das elektrische Feld wird unterdrückt).

Dieser generiert ein im Längstwellenbereich , hier 10 kHz , liegendes
magnetisches Feld, welches durch das darüber befindliche Gestein keine
nennenswerte Dämpfung erfährt und mit Feldlinien einer definierten
Konfiguration an die Oberfläche tritt.

Zur Erzielung einer hinreichenden Genauigkeit muß das Feld, je nach
Einsatzzweck, genau vertikal oder Horizontal ausgerichtet werden.

Die Feldlinien können an der Oberfläche in ihrem Verlauf und ihrer
Amplitude gemessen werden, was Rückschlüsse auf die Lage des untertägigen
Messpunktes sowie unter Umständen auch seiner Tiefe unter der Oberfläche
zulässt.

Die komplette Anlage besteht aus:

Bakensender

Eine leichte Elektronikeinheit und eine zerlegbare Rahmenantenne, damit eine
leichter Transport im Rucksack bis vor Ort gewährleistet ist.

Der Antennenrahmen wird nach seinem Aufbau mittels einer Wasserwaage exakt
horizontal ausgerichtet, damit ein genau senkrecht stehendes Feld erzeugt wird.

Der Sender erzeugt etwa 8 W Strahlungsleistung und kann in der vorliegenden
Form etwa 3-4 Stunden im Dauerbetrieb arbeiten.

Peileinrichtung übertage:

Besteht aus einer neigbaren Ferritantenne und einem auf 10 kHz frequenzselektiven
Pegelmesser, welcher einen Umsetzer von 10 kHz auf gut hörbare 400 Hz
beinhaltet.

Die Anzeige erreicht ein Maximum, wenn die Achse der Ferritantenne genau parallel
zum Feldlinienverlauf liegt.


Durchführung der Messung:

Im vermuteten Bereich wird mit auf 45° geneigter Antenne das Gelände
ab gelaufen, bis ein Signal hörbar ist und dieses dann grob zu seinem
Maximum verfolgt.

Da die Feldlinien „trichterförmig“ aus dem Boden austreten, lässt
sich der an die Oberfläche projizierte Messpunkt durch kreisförmige
Suchbewegungen in wenigen Minuten grob einkreisen und durch einmessen der lotrechten
Feldlinien exakt lokalisieren.

Direkt über dem Messpunkt stehen die Feldlinien senkrecht und haben auch
die größte Amplitude.

Es ist je Messung mit einem Zeitaufwand von 5 – 15 Minuten, je nach Übung
und Geländebeschaffenheit, zu rechnen.

Die Messung des lotrechten Magnetfeldes im Schema:

Bestimmen der Länge eines Verbruches

Bestimmung der Lage eines verbrochenen Mundlochs am Hang

Bisherige praktische Erfahrungen:

in der ersten beiden Fällen wurde ein durch vorhandenes Risswerk genau
bekannter Punkt übertage
eingepeilt.

1.) Grube Gustav bei Eschwege: Blindschacht mit 48 m Überdeckung,
Genauigkeit der Messung übertage lag um 1,5 m im Durchmesser. Das Stahlgerüst
der Anlage untertage hatte keinen Einfluss auf das Messergebnis!

2.) Ernst August Stollensohle der Grube Lautenthalsglück im
Harz: Strecke mit ca. 120 m Überdeckung
und starker Mineralisation. Meßgenauigkeit über Tage ca. 3-6m.
Starke Störungen durch im Messbereich
verlaufende Stromleitungen. (diese bedeuteten
hier auch die nutzbare Grenzreichweite). Fernab von Stromleitungen ist mit
einer etwas größeren Reichweite
zu rechnen.

3.) In der Scholmzeche, Bad Lauterberg wurde eine Horizontalmessung
vorgenommen. Die Sendeantenne wurde dazu senkrecht in der Strecke aufgestellt
und der rechtwinklig zur Strecke liegende Punkt am Hang übertage in ca.
20 m Entfernung mit einer Genauigkeit von wenigen 10 cm ermittelt. Auch hier
haben sich keine Störungen durch mögliche Feldverzerrungen
am stählernen Grubenausbau gezeigt!

4.) Schlebuscher Erbstollen, Wetter, Ruhrgebiet: Einmessen
mehrerer Lichtlöcher, welche im Wohngebiet zwischen Gebäuden
liegen. Maximale Teufe: 25m.

5.) In der Morassina, Schmiedefeld in Thüringen: Einmessen
eines verbrochenen Stollens, welcher übertage nicht mehr lokalisierbar war.
Überdeckung ca. 4m, Messgenauigkeit der Vertikalmessung im Zentimeterbereich.

Technische Daten Sender:

Gewicht: komplett
mit Antenne ca. 3 kg

Arbeitsfrequenz: 10 kHz

Strahlungsleistung: ca. 8W

Betriebsdauer:3-4 Stunden

Antenne: magnetische Schleife, zerlegbar für Rucksacktransport, incl.
Wasserwaage zum ausrichten

Technische Daten Empfänger: F requenzselektiver Pegelmesser
(modifiziertes Trassensuchgerät)

Arbeitsfrequenz: 10 kHz, intern umgesetzt auf hörbare
400 Hz

Bandbreite: 3Hz/6dB

Antenne: Ferritstabantenne, neigbar 0-90°


Recherche nach historischer Literatur im Internet

Geschrieben von MichaP

Es gibt verschiedene Methoden nach historischer Literatur zu suchen, das Internet bietet dem Nutzer vielfältige Möglichkeiten der Recherche vom ortsunabhängigen PC aus.
Der Bestand der meisten Bibliotheken und vieler Antiquariate ist durch dieses Medium auf einfache Weise zu erreichen.
Damit die Suche nach virtuellen Bibliotheken nicht zur Qual wird, habe ich hier die wichtigsten in einer Linksammlung zusammengefasst.

Es ist aber zu bedenken, daß eine Recherche historischer Literatur im www nur als Ergänzung zur konventionellen Suche verstanden werden kann, vor allem deswegen, weil nur ein kleiner Teil der tatsächlich in den Bibliotheken vorhandenen Bücher elektronisch erfaßt ist. Die wenigsten Bibliotheken haben ihre Bestände vollständig erfaßt. Ein älteres Buch nicht im OPAC einer Bibliothek zu finden, bedeutet es also noch lange nicht, daß es dort nicht vorhanden ist!
Informieren Sie sich deshalb, ab welchem Zugangsjahr die Bibliotheken ihre Bestände elektronisch katalogisiert hat und nutzen Sie ggf. den Zettelkatalog.

Drei Gruppen von Datenbanken bieten sich zur Recherche an: Datenbanken von Bibliotheksverbünden / Katalogen, die Kataloge der Antiquariate, und die des Buchhandels. Die Kataloge des Buchhandels führen in der Regel nur die im Buchhandel erhältlichen Bücher auf. Es wird sich daher anbieten, zuerst in den Bibliothekskatalogen zu suchen, da diese auch ältere Bücher nach und nach erfassen.

Für eine Recherche empfiehlt es sich, zuerst einen Überblick zum System der Verschlagwortung in der Datenbank zu gewinnen um dann eine Liste effektiver Schlagwörter zu erstellen, und diese schließlich nach und nach in Kombination mit dem Schlagwort ‚Bergbau‘ usw. abzufragen (Nur Titelstichwörter suchen zu lassen empfiehlt sich nicht. Ideal ist natürlich die Kombination von Schlag- und Titelstichwörtern).

Zum Beispiel könnte man zu dem Thema "Bergbaugeschichte Schlesiens" folgende Suchanfragen formulieren:

> Bergbau* Schlesi*
> Schlesi* Montan*
> Geschicht* Schlesi*

Das Sternchen (*) dient hier als Trunkierungszeichen (steht also z.B. für ‚Schlesien‘, ‚Schlesisch‘ etc.), einige Datenbanken verlangen statt des Sternchens ein Fragezeichen (?) oder das Dollarzeichen ($).

Was ist OPAC?
OPAC steht für "Online Public Access Catalogue" und ist ein elektronischer Katalog – eine Datenbank. OPAC kann zur Suche, und teilweise auch zur Bestellung von Büchern, die in den jeweiligen Bibliotheken bzw. Katalogen vorhanden sind dienen.

Was ist Telnet?
Telnet ist eine sog. Terminalemulation. Besitzen Sie auf einem entfernten Rechner ein Account, so können Sie sich mit Telnet von einem anderen Rechner aus einloggen. Sie haben die Möglichkeit, auf Ihre dort gespeicherten Dateien zuzugreifen oder auf dem entfernten Rechner einen Befehl auszuführen. Anfangs wurde Telnet dazu verwendet, mehrere Terminals an einen Zentralrechner anzuschliessen. Durch diese zusammenschliessung wurde es ermöglicht, dass mehrere Anwender sich über mehrere Terminals Zugang zu einem Zentralrechner verschaffen.
Aufgerufen wird Telnet unter UNIX wie folgt: «telnet Rechnername». Arbeiten Sie am Windows PC oder am Mac, so benötigen Sie ein Telnet Programm.

Entsprechende Software finden Sie Hier: http://selfaktuell.teamone.de/links/telnet_ssh_programme.htm#windows

>> Eine Link-Sammlung zu Bibliotheken auf der ganzen Welt finden Sie auf den Seiten (HBZ) in Köln.

>> Der "Bibliographische Werkzeugkasten", eine Übersicht für die bibliographische Recherche im Internet des Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen
(Internationale Bibliotheken, Nachschlagwerke, Biographien, Bibliographien, etc.).

Nachfolgend die Links zu den wichtigsten Katalogen:

> Datenbanken des Buchhandels – aktuelle Literatur

> Recherche von Artikeln

> Deutsche Bibliotheksverbünde

> Recherchen in Österreich und der Schweiz

> Westeuropäische Bibliotheken und Kataloge

> Osteuropäische Bibliotheken und Kataloge

> Onlinerecherche nach antiquarischer Literatur

> Spezielle Kataloge (Geologie, Bergbau, Mineralogie usw)

> Archive in der Bundesrepublik Deutschland


Datenbanken des Buchhandels


Datenbanken des Buchhandels

 

Verzeichnis lieferbarer Bücher
auf Deutschland beschränkt

ABC Bücherdatenbank
D, US, UK, E, NL

COPAC
weltweit, deutsche Bücher gut vertreten

Amazon
deutsch und US/UK

 


 

Recherche von Artikeln

Die Recherche von Artikeln mit historischem Inhalt ist nur für eingeschränkte Teilbereiche möglich. Sehr hilfreich sind seit kurzem einige neue Datenbanken, nämlich:

Historische Bibliographie Online 1990-1999

Bibliographie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des deutschen Südwestens 1750-1919

Literaturdatenbank Zeitgeschichte 1914 – 1990 (Schwerpunkt: Zweiter Weltkrieg)

Bei einigen Zeitschriften kann man die Inhaltsverzeichnisse der letzten Jahrgänge online recherchieren:

Agricultural History

Bohemia – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder

Damals

Historische Zeitschrift

History of European Ideas

Journal of Medieval History

Militärgeschichtliche Mitteilungen

Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte

Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte

Weitere Zeitschriften finden Sie unter http://www.history-journals.de/

 


 

Spezielle Kataloge (Geologie, Bergbau, Mineralogie)

Universitätsbibliothek "Georgius Agricola" der Technischen Universität Bergakademie Freiberg
Sammelschwerpunkt Geologie, Mineralogie, Petrologie und Bodenkunde

TU Berlin – Fachgebiet Lagerstättenforschung – Virtuelle Bibliothek

Bibliothek der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung, Hannover

Bibliothek des Ruhrgebiets – umfasst: Bibliothek des Instituts für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universtiät Bochum (vormals: Institut zur Erforschung der Europäischen Arbeiterbewegung, Bibliothek) die ehemalige Bergbau-Bücherei, Essen und die Bibliothek der ehemaligen Industriegewerkschaft Bergbau und Energie, Bochum

Bibliothek des Deutschen Museums in München

revierbuch.de – Bergbau + Hüttenwesen, Ruhrgebiet und Stadt Essen

Zeitschriftendatenbank  (ZDB) – Bei der Login-Seite auf  "Guest"  klicken und dann auf  "Zeitschriftendatenbank"  klicken

German Online Kiosk (GOK) – Diese Datenbank enthält Verweise auf über 4300 Zeitungen und Zeitschriften, die sich im Internet präsentieren.

Mediainfo – Diese Datenbank enthält ca. 7800 Links zu verschiedenen Medien im Internet. Der größte Teil besteht aus Links zu Zeitschriften (ca. 2600) und zu Zeitungen (ca. 2550). Der Inhalt überschneidet sich zum Teil mit der Datenbank „German Online Kiosk“, ist jedoch im internationalen Bereich wesentlich besser sortiert.

UnCover –  Über 7 Millionen Aufsatznachweise aus 17.000 Zeitschriften – Diese Datenbank ist die größte kostenlos recherchierbare Aufsatznachweise-Datenbank im Internet. Täglich kommen über 4000 neue Aufsatznachweise hinzu. Wenn man sich anmeldet, kann man sich die meisten Aufsätze auch im Volltext bestellen. Dies ist jedoch gebührenpflichtig.

Online Informationssysteme an der Geologischen Bundesanstalt Österreich


 

Deutsche Bibliotheksverbünde

Deutsche Bibliotheken Online – Umfangreiche Linkliste

Die Deutsche Bibliothek, Leipzig
OPAC Sammelbeginn: 1913; alle deutschsprachigen Werke und die in Dtl. veröffentlichten Monographien, außerdem wiss. relevante Zeitschriften u.ä.; Linkliste zu anderen Bibliothekskatalogen im Internet, z.T. mit globaler Suche
OPAC -Deutsche Bücherei Leipzig – gleichzeitige Suchmöglichkeit in den deutschen Bibliotheksverbünden, diversen Nationalbibliotheken, sowie in Buchhandelsverzeichnissen.

Bibliotheksverbund Bayern
OPAC – mehr als 9 Mio. Titel mit über 19 Mio. Nachweisen, Datenerfassung ab Mitte der 70ger Jahre, altbestand der BSB (1501-1840) vollständig erhalten

Gemeinsamer Bibliotheksverbund
Portal des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

OPAC – über 8,6 Mio. Titel mit mehr als 19 Mio. Nachweisen, je nach Bundesland unterschiedliche Erfassungszeiträume, Altbestand der SUB Göttingen (bis 1945) vollständig sowie der HAB Wolfenbüttel und der ULB Halle teilweise erfaßt

Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Elektronischer Nachweis des überwiegenden Teils der Monographien mit Erscheinungsjahr nach 1984 sowie die Mehrzahl der Zeitschriften und aller Zeitungen über DBI-Link

Deutschschweizer Bibliotheksverbund
www: nur Stichwortrecherche –
OPAC
Telnet: alle OPAC-Funktionen – Telnet-OPAC

Karlsruher Virtueller Katalog
OPAC – gleichzeitige Suchmöglichkeit in den deutschen Bibliotheksverbünden, diversen Nationalbibliotheken, sowie in Buchhandelsverzeichnissen


Recherchen in Österreich und der Schweiz

 

Österreich:

Online Informationssysteme an der Geologischen Bundesanstalt

Österreichischer Verbundkatalog
Gesamtkatalog

Österreichische Nationalbibliothek

Wien

Österreichische Akad. der Wissenschaften
Bibliothek und Archiv, Wien

Österreichische Bibliotheken

Schweiz:

Deutschschweizer Bibliotheksverbund
www: nur Stichwortrecherche –
OPAC
Telnet: alle OPAC-Funktionen – Telnet-OPAC

Hochschulbibliotheken in der Schweiz

 


 

Westeuropäische Bibliotheken und Kataloge – Auswahl

Europa:

Gabriel: Gateway to the European National Libraries

Gabriel: Verbundkataloge (Sampler europ. nationaler Verbundkataloge)

European Libraries (Sammlung von WWW-OPACs)

WWW-OPACs – europ. Nationalbibliotheken

 

Großbritannien:

British Library
London – OPAC

Britischer Verbundkatalog
OPAC

 

Frankreich:

Bibliothèque nationale de France
Paris – OPAC
Opaline: beinhaltet Sondermaterial wie Karten, Musikalien etc. – Telnet-Login: opaline – Telnet-OPAC

 

Italien:

Biblioteca Nationale Centrale
Firenze – OPAC

Unione Romana Biblioteche Scientifiche
Verbund Wiss. Bibliotheken in Rom – OPAC

Bibliotheken in Italien

 

Niederlande:

Bibliotheken in den Niederlanden

 


 

Osteuropäische Bibliotheken und Kataloge – Auswahl

Tschechien:

Národní knihovna Ceské republiky
(Veškeré prírustky od r.1995,téz neknizní literatura. Starší litertura doplnována prubezne. Ceská produkce od r.1930 v úplnosti)
OPAC

Univerzita Karlova, knihovny
Praha –
OPAC –

Moravská zemská knihovna
The Moravian Library, Brno

Verbundkatalog:
Souborný katalog Univerzita Karlova u.a. Recherchemöglichkeit in der Státní Vedecká Knihovna, Ceske Budejovice

 

Polen:

Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Warschau
OPAC

– Biblioteka Narodowa,
Waszawa –
OPAC

– Biblioteka Uniwersytecka w Warszawie
Waszawa –
OPAC

– Biblioteka Jagiello´nska
Jagiellonian Library, Kraków –
OPAC

Niektóre polskie biblioteki w Internecie
Polnische Bibliotheken im Internet, sortiert nach Orten

 

Slowakei:

Slovenská Národná Kniznica,
Martin –
OPAC

 

Ungarn:

Kossuth Lajos Tudományegyetem
Debrecen = Lajos-Kossuth-Universität, Bibliothek –
OPAC –

József Attila Tudományegyetem Egyetemi Könyvtár 
Szeged – OPAC –

Országos Széchényi Könyvtár
Budapest – Ungar. Nationalbibliographie. Telnet-Login: ikb – Telnet-OPAC

 

Rumänien:

Biblioteca Centrala Universitaria, Bucuresti – Telnet-OPAC

Biblioteca Nationala a României, Bucuresti

 

Slowenien:

National- und Universitätsbibliothek
Ljubljana

 

Kroatien:

Nacionalna i Sveucilisna Knjiznica
Zagreb – OPAC
Telnet-Login: opac1; Password: drücke "Enter"

Bibliotheken in Kroatien

 

Moldawien:

– National Library of Moldova, Chisianau

 

Litauen:

Lietuvos Integrali Biblioteko Informacijos Sistema
Verbundkatalog Lit. Bibliotheken –
OPAC

Lietuvos nacionaline Martyno Mazvydo Biblioteka
Vilnius – Nationalbibliothek von Litauen – OPAC

Bibliotheken in Litauen

 

Russland:

Biblioteka Inostrannoj Literatury im. M.I. Rudomino
Library for Foreign Literature, Moskva

Gosudarstvennaja Punlicnaja Istoriceskaja Biblioteka Rossij
Moskva – OPAC

The Moskow M.V. Lomonosov State Univ., Scientific Library
MSU – OPAC

Rossijskaja gosudarstvennaja Biblioteka
Moskva, Russische Staatsbibliothek – OPAC

Rossijskaja National’naja Biblioteka
Sankt Petersburg – OPAC

Bibliotheken Russlands

 

Ukraine:

Natsional’na Biblioteka Ukrainy
Vernads’koho, Kiev. für Informationen in engl. Sprache siehe auch hier

 


 

Onlinerecherche nach antiquarischer Literatur – eine Auswahl

teilweise übernommen und ergänzt von Han, Dieter Hartges, hb, nrw.de

 

abebooks : The Advanced Book Exchange Home Page Informationen in engl. Sprache, Mit vielen Links (u.a. zum Gesam, WW, OPAC), (Beinhaltet d. Daten von z.Zt. ca. 10.000 Antiquariaten weltweit mit ca. 35.000.000 Titelnachweisen),


AddALL WW, OPAC, Durchsucht d. OPACs von ca. 35 Buchhandelsdatenbanken (alt u. neu) und stellt Preisvergleiche an.


Aktuelle Lagerkataloge und Listen des Antiquaria, Buchhandel
Zum Durchblättern,


Alibris, The Ultimate Source for OP and Rare Books
Vorher: Interloc, Informationen in engl. Sprache, Mit Links u. WW, OPAC, (siehe auch amazon.com zShops),

 

Annuaire Electronique International des Librairies de Livres d’Occasion Zum Browsen,


Antiqbook
Informationen in niederländ. oder engl.Sprache, Mit Links (u.a. zu d. Datenbanken enthält z.Zt. ca. 1.200.000 Eintragungen, Gesamtkatalog z. Zt. 153 Antiquariate aus den Niederlanden, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Schweiz u. USA)


antiquariaat.net / MTA : Modern Times Automatisering, Kopenhagen
Informationen in engl Sprache, Mit Links, (Internetdienst für Antiquariate in Skandinavien u. in d. Niederlanden)


Antiquarian Books in Scandinavia
Informationen in engl., schwed., dän., norweg. oder finn. Sprache, Mit Links (u.a. zum Gesam, OPAC), (Gemeinschaftskatalog von z.Zt. 71 skandinav. Antiquariaten, Inhalt: z.Zt. ca. 483.000 Titel)


Bibliology Limited, Bromley
Informationen in engl. Sprache, Mit vielen Links u. WW, OPAC, (Verbund von z.Zt. 108 Antiquariaten)


biblion, London
Informationen in engl. Sprache, Mit vielen Links u. WW, OPAC, (siehe auch ABE), (Verbund von z.Zt. 301 Antiquariaten)

 


Bibliophile Mai, List Address List
Zum Browsen, Mit Links,


Biblioroom, Bruxelles
Antiquariatsverbund, Informationen in franz., engl. oder niederländ. Sprache, Mit Links (u.a. zum Verbun, OPAC), (siehe auch ABE), (Verbund von z.Zt. 80 Antiquariaten, überwiegend aus Belgien u. Frankreich)

 


Bibliophile.net :  books, old, antiquarian, rare, search and buy
Informationen in engl., dt., ital., franz. oder span. Sprache, Mit Links (u.a. zum WW, OPAC)

 


Bookavenue.com, Used, Rare, ou, o, print books for sale
Verbund von z.Zt. 642 Antiquariaten aus d. anglophonen Bereich (überwiegend USA), Mit Gesam, WW, OPAC,


Bookavenue.com, Mitgliederverzeichnis
WW, Index oder zum Browsen,


BookFinder.com
Met, Büche, Suchmaschine, Vergleicht d. Angebote von Onlin, Buchhandlungen u. Antiquariaten (gemeinschaftl. oder wahlweise alt oder neu), (enthalten sind die Angebote von 1BookStreet.com, A1Books, amazon.com, Barnes & Noble.com, BookCloseOuts.com, Fatbrain.com, ecampus.com, ElephantBooks.com, Powell’s Books, TextbookX u. Textbook Source (Neuware) u. abebooks, Alibris, AntiQBook, Biblion, BookAvenue.com, ILAB, Half.com, TomFolio.com u. Used Book Central (antiquar. Bücher),


BookHq
Met, Büche, Suchmaschine, Vergleicht d. Angebote von Onlin, Buchhandlungen u. Antiquariaten,


Bookphilia : An Online Magazine Dedicated to the Book World
Zum Browsen,


Books and Book Collecting
Mit vielen Links (auch für d. Antiquariatsbereich),


books.classicforum.com (formerly cli, books, now Alibris)
Informationen in engl. Sprache, Mit Links u. WW, OPAC, (Plattform für Antiquare u. Sammler), (!! von Alibris übernommen !!),


BookTownNet
Kooperation zwischen 5 Bücherstädten: Bredevoort (NL),  Fjærland (NO), Ha, o, Wye (GB), Montolieu (FR) u. Redu (BE), Informationen in engl., niederländ., franz. oder norweg. Sprache, Mit vielen Links,


The BookWire Index, Antiquarian Booksellers
Zum Browsen,


BookZONE, Literary Leaps, – Antiquarian & Rare Books
Informationen in engl. Sprache, Mit vielen Links,


Bublos.com
Met, Büche, Suchmaschine, Vergleicht d. Angebote von Onlin, Buchhandlungen u. Antiquariaten,


Der Buechersammler / Felix Lorenz, M.A.
Informationen in dt. Sprache, Mit vielen Links,


Dealers Specialised in Book, o, Books
Informationen in engl. Sprache, Mit Links,


Dealers which specialize in scientific and medical antiques
Zum Browsen, Mit einigen Links, (Verzeichnet sind auch Antiquariate),


GEMM : Global Electronic Music Marketplace
WW, OPAC, Beinhaltet z.Zt. ca. 1.500.000 antiquar. u. neue CDs, LPs u. Memorabilia von ca. 900 Händlern oder Privatpersonen,


IberLIBRO / IberLIBRO Digital S.L., Llanera, Asturias
Informationen in span. Sprache, Mit Links u. Verbun, OPAC, (Hispanophoner Antiquariatsverbund von z.Zt. 43 Antiquariaten, Katalog enthält z.Zt. 267.000 Titel),


ILAB : International League of Antiquarian Booksellers Home Page
Informationen in engl. oder französ. Sprache, Mit vielen Links,


ILAB : Current ILAB Electronic Catalogs
Mit Links zu d. Katalogen,


KBC Online Book Related Information Links
Beinhaltet auch viele Links für d. Antiquariatsbereich,


KBC Used Book Store White Pages
Zum Browsen, Mit Links,


Recently printed Antiquarian Booksellers Catalogues / NAN
Informationen in engl. oder niederländ. Sprache, Mit Links,


SFB : Suche & Finde Bücher / SFB Antiquariat, Wien
Met, Suchmaschine, WW, OPAC, Informationen in dt. oder engl. Sprache, , Mail: contact@sfb.at, (Die SFB Suchmaschine greift auf über 60 Millionen neue und antiquarische Bücher zu, Durchsucht werden d. Kataloge von SFB, ZVAB, abebooks, antbo.de, zeusman.de, Amazon.de u. Buecher.de),

 

21 North Main, Inc. Marktplatz für antiquar. Bücher, Mit Links u. WW, OPAC,


World Wide Directory of Antiquarian Booksellers
Mit Links,


Worldbookdealers
Informationen in engl. Sprache, Mit Links u. WW, OPAC, (Verbund von z.Zt. 64 Antiquariaten aus AT, AU, CA, CH, FR, IT, NL, UK u. USA),


Worl, Wide Proof Collectors
Informationen in engl. Sprache, Mit Links


Yahoo!, Business and Economy, Shopping, Books, Antique, Rare and Used
Zum Browsen, Mit Links,

 


 

Archive in der Bundesrepublik Deutschland

Archive in der Bundesrepublik Deutschland – sehr ausführliche Liste!!

Bundesarchiv

Landesarchivdirektion Baden-Wuerttemberg

Hauptstaatsarchiv Dresden

Archiv des Deutschen Museums Muenchen

Deutsches Literaturarchiv Marbach

Goethe und Schiller Archiv Weimar

Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland

Universitätsarchiv der Humbold-Universität Berlin

Universitaetsarchiv der TU Dresden

Universitaetstsarchiv Mainz

Universitätssarchiv der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Universitätsarchiv Tübingen

Bergbauarchiv Bochum

Wirtschaftsarchiv des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel

Deutsches Literaturarchiv Marbach

Stadtarchiv Passau

Archiv des Deutschen Museums München

Verein Deutscher Archivare

Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare

Hochschularchive und Archive wissenschaftlicher Institutionen im Verband deutscher Archivare (Fachgruppe 8 des VdA)

Verband kirchlicher Archive

Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Kommunal-Archivare (ANKA)

 

 


Bergbauforschung und Radioaktivität

Geschrieben von MichaP

Zusammenfassung

Ist radioaktive Strahlung wirklich gefährlich? Eine Frage, die sich wohl viele stellen, doch kaum beantworten können. Es gibt viel Infomaterial, doch erst der Überblick über zahlreiche Quellen zeigt, das sich viel im öffentlichen Verhalten gegenüber Strahlung verändert hat: Strahlung ist nicht gleich Strahlung, man muss sowohl die Dosis unterscheiden, als auch die Strahlungsquelle eindeutig benennen. Man muss chronische Belastungen von einmaligen Belastungen trennen, beide einzeln gewichten, und dann daraus wieder ein aussagekräftiges Bild zusammenfügen. Die Deutsche Uranbergarbeiterstudie zeigt den Weg: Die protokollierten Krankheitsfälle der ehemaligen SDAG Wismut werden aufgearbeitet und mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Biochemie, Physiologie und Pathologie verglichen. Ergebnis sind neue ganzheitliche Erkenntnisse zur Krebsentstehung und weiterführende Forschungsarbeiten, die sich auf die Krankheitsbilder von heute beziehen.
Wichtig für den Leser des Befahrerhandbuchs ist, das er weiss, welche Strahlung und in welche Dosen ihn erwarten, wenn er sich unter Tage begibt.
Dieses Add-on soll das Kapitel zu diesem Thema im Befahrerhandbuch von Georg Leupolt und Maja Hocker vertiefen und die neuesten Erkenntnisse einbringen.

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Miniblitz – Bauanleitung für einen kleinen, wasserdichten, extrem preiswerten Sklavenblitz

Geschrieben von MichaP

von Michael Kitzig


Die Fotografie untertage verlangt in der Regel nach leistungsstarken
Blitzgeräten in der Größenordnung 200 – 600 Wsec.. Trotzdem ist es manchmal
nützlich, noch einen kleinen Zusatzblitz mit zu führen, auch wenn er nur einige
Wsec Leistung bietet:



  • als „Verlängerung“ , um einen anderen Sklavenblitz „um die Ecke“ zünden zu
    können
  • Seitenlicht bei Makroaufnahmen
  • zum gezielten beleuchten kleinerer Objekte, Gesichter etc.

Gerade beim letzten Punkt kommt die oft vergessene Tatsache zum tragen, dass
die Intensität des Lichtes quadratisch mit der Entfernung zum Objekt abnimmt;
d.h., geht man mit dem kleinen Blitz nah genug ans Objekt, wird es damit
ziemlich hell ausgeleuchtet.


Weil der Blitz als Sklavenblitz durch das Licht des Hauptblitzes gezündet
wird, ist das kein Problem.


Da das hier vorgestellte Gerät zudem druckwasserdicht ist, gelingen damit
auch reizvolle Unterwasserbeleuchtungen – auch interessant für Taucher!


 


Hier ein Anwendungsbeispiel:

Wie man sieht, macht der kleine in der Hand gehaltene Blitz mit
nur 5 Wsec gegenüber dem Hauptblitz mit 40 Wsec reichlich Licht, weil er nah ans
Objekt gehalten wird und natürlich die weißen Sinter gut reflektieren.


 


Nun aber zur Sache:


Im Zeitalter des Teuro und der allgegenwärtigen Teuerung kostet dieses
Projekt fast nichts! Wir erreichen dies durch konsequente Nutzung der
Reste unserer Wegwerfgesellschaft: Ein echtes Aufwärtsrecycling !


Ausgangspunkt sind die verbreiteten Einmalkameras der Fa FUJI: Grüne
Pappschachteln, die einen Einfachst-Fotoapparat mit Fixfocus enthalten, welcher
nach Belichtung des darin enthaltenen Films komplett zur Entwicklung abgegeben
wird. Allerdings wird dabei jedes Mal das darin eingebaute Blitzgerät auf
Nimmerwiedersehen mit abgegeben.


Wir fragen einen befreundeten Fotohändler, ob so eine Kamera bei ihm zur
Entwicklung abgegeben wurde. Der Händler braucht nämlich nur den Film zur
Entwicklung einzusenden, und dieser ist eine ganz normale Kleinbildpatrone,
welche sich mit etwas Geschick aus der Kamera entfernen lässt. Keine Angst, dem
Film passiert nichts, weil er im belichteten Zustand in die Patrone eingezogen
ist.


Mit der Kamera gehen wir nach Hause und zerlegen diese dort in aller Ruhe.


Vorsicht!!


Der Blitzkondensator (groß, schwarz, zylindrisch) kann noch auf bis zu 330 V
aufgeladen sein und unangenehme Schläge austeilen!! Also zuerst die Batterie
raus (ist meist noch zu gebrauchen) und den Kondensator mit einem Widerstand von
ca. 1000 Ohm und einigen Watt Belastbarkeit entladen.


Die gesamte Blitzelektronik sieht dann so aus:

Unten rechts erkennt man den Zündkontakt, oben rechts den
Blitzkondensator.


Die Leistung des Blitzgerätes errechnet sich:

W [ W s e c ] = 1 /
2 C [ F ] U ² [ V ]

(weil U nicht komplett zur Verfügung steht,
sondern nur bis zur Brennschlussspannung von ca. 60V, setzt man Ulade² – Urest²,
d.h. 330² – 60² ein)

zu 5.2 Wsec.


 


Die Schaltung der Blitzelektronik:


Die zu ergänzenden Bauteile sind rot gezeichnet.

Wir brauchen:

  • Einen empfindlichen Kleinthyristor, 600V, 1A (z.B. BT 149)
  • zwei 0.25W Widerstände 1 M Ohm
  • Keramik oder Folienkondensator 0.1 uF 4 Stück Fotodioden (aktueller Typ z.B.
    SFH 200)

Die Fotodioden sind relativ teuer und nicht überall erhältlich. Sie müssen in
der Schaltung genügend Spannung zum zünden des Thyristors aufbringen; mit stark
reduzierter Empfindlichkeit gehen da schon zwei Stück; besser sind vier.


Alternative:
Der Recyclinghof; da schnappen wir uns einen ausgedienten
Solartaschenrechner und bauen das kleine Solarpanel, i.d.R. vierzellig, aus und
schon haben wir unseren Sensor. Dieser hat allerdings einen breiteren
Öffnungswinkel als die Fotodioden, so dass letztere am besten mit einem
biegsamen „Kabelschwanz“ am fertigen Gerät angebracht werden. Daneben geht es
auch noch mit Fotodiodenarrays (z.B. KOM2100b), wer hat…


Wer sich weiter keine Arbeit machen möchte, lässt nun die Platine so wie sie
ist, hängt die Zusatzschaltung an den originalen Blitzkontakt und baut das ganze
irgendwie in ein Gehäuse ein. Richtig interessant wird es aber erst, wenn der
Blitz so richtig klein und druckwasserfest wird. Damit ist er
unverwüstlich und kann auch jederzeit unter Wasser betrieben werden.


Klingt teuer?


Nein, kriegen wir auch fast zum Nulltarif:


Hauptproblem ist ein druckwasserdichter Batteriebehälter, wenn man nicht
gleich den Akku in die spätere Heißkleberumhüllung mit einbeziehen will (was
nicht übermäßig ratsam ist). So was kriegt man nicht bei Conrad oder sonst wo,
sondern im nächsten Krankenhaus oder beim Arzt.


Wie schnorren ein bisschen und holen uns ein Blutentnahme-Serumröhrchen
System SARSTEDT:


In dieses passt, wie dafür gemacht, genau eine Mignon (AA) Zelle.


Wir schrauben den Kopf ab, verstreuen die als Trennmittel dienenden vielen
kleinen Plastikkügelchen zur Freude der Sauberkeit liebenden Familienmitglieder
in der Wohnung, ziehen den Kolben nach hinten und brechen den Stempel ab.


Das sieht dann SO aus:


Als nächstes brauchen wir eine schöne Kontaktfeder für den Batteriehalter.


6V Laternenbatterien haben je zwei Stück davon – wenn wir im
Altbatteriecontainer nicht fündig geworden sind:
Der Bauhof hat massig
entladene aus Unmengen von Baustellenbeleuchtungskörpern herumliegen.


Am dicken Ende der Feder lässt sich gut ein flexibler Draht anlöten und durch
ein kleines Loch im Kolben fädeln. Der am Kolben befindliche kleine Zylinder (wo
der Stempel dran war) kommt nach innen Richtung Batterie und dient als
Endanschlag.
Wir sägen das Röhrchen an der freundlicherweise vom Hersteller
mit einem umlaufenden Ring markierten Stelle durch und schieben den Kolben mit
oben aufsitzender Feder soweit hinein, bis der Federfuß sich exakt 60mm
vom Beginn des Röhrchens am Gewinde entfernt befindet. Hinten wird dann
bündig mit Heißkleber aufgefüllt und das ganze damit fixiert.


Während der Kleber erkaltet, bereiten wir den Pluspol vor:
Der Nippel an
der Schraubkappe wird um etwa die Hälfte gekürzt. Wir müssen uns nun eine runde
Scheibe aus Blech anfertigen, die genau in den inneren Zylinder passt. Zur Not
kann man ein 1Centstück zurechtfeilen.
Es empfiehlt sich, die Oberfläche zu
verzinnen. An der Rückseite wird eine flexible Litze angelötet und durch den
ehemaligen (gekürzten) Ansatzstutzen für die Nadel geführt und dann die
Blechplatte mit Heißkleber fixiert.
Bitte jetzt auf den Abstand der
Kontaktscheibe zum Rand des inneren Zylinders achten; dieser sollte ca. 1mm
weiter vorstehen: Der Clou beim fertigen Batteriehalter ist dann nämlich, dass
wir keinen Ein/Ausschalter brauchen, denn man dreht die Batterie einfach rum –
und fertig!
Durch den Trick mit dem inneren Zylinder kann nämlich nur der
hervorspringende Pluspol der Batterie Kontakt bekommen, der Minuspol im AUS-
Zustand aber nicht.


Der fertige Batteriehalter sollte dann SO aussehen:


Jetzt könnte man wieder alles zusammen bauen oder besser – kleben.
Perfekt
wird es aber erst, wenn wir alles noch einmal schrumpfen lassen:


Dazu löten wir sämtliche Bauteile von der Platine:

(die zusätzlich einzubauenden Teile sind nicht mit abgebildet)


Die Platine darf entsorgt werden. Die Bauteile werden nun freitragend
dreidimensional als „ugly construction“ wieder zusammengelötet; wer als Kind
immer zuwenig Legos für ein bestimmtes Projekt gehabt hat, wird damit keine
Schwierigkeiten bekommen.


Einige Dinge sollte man dabei beachten:
Der Zündtrafo gehört unmittelbar
hinter die Blitzröhre.
Die Glimmlampe ganz hinten ans andere Ende, damit man
sie später durch einen dünnen Film Heißkleber auch noch sehen kann.
Am besten
geht man schrittweise vor und vervollständigt die Zündschaltung erst, wenn man
sich vom einwandfreien Funktionieren der Wandlerschaltung überzeugt hat.


WICHTIG: nach jedem Test das entladen des Kondensators nicht
vergessen – sonst wird man schmerzhaft daran erinnert!


Bei der Verdrahtung sollte – wer hat – möglichst Teflonleitung verwenden.


Das Resultat könnte dann etwa SO aussehen:


Mit dem – hier noch nicht angeschlossenen – Fotodiodensensor sollte die
Schaltung dann ausgiebig getestet werden, denn später sind Korrekturen nicht
mehr möglich. Ein normaler 40Wsec Blitz sollte aus mindestens 25m Entfernung
auslösen, eine schnell darüber geschwenkte Grubenlampe dagegen nicht.


Klappt alles, wird der Kondensator entladen und die gesamte
Schaltung mit dem Batteriehalter und einem bisschen Geschick mit Heißkleber
umhüllt. Eine bereitgestellte Schale mit etwas Prilwasser ist sehr hilfreich,
weil sich der halbsteife Klebstoff mit den benetzten Fingern dann gut formen
lässt. Außerdem verewigt der Erbauer dann seine Fingerabdrücke…


Das fertige Blitzgerät könnte dann etwa SO aussehen:

klein, kompakt, wasserdicht. (hier mit Diodensensor am Schwanz)


Geht mit EINER AA Zelle oder Akku.
Zum Einschalten Kappe auf, Batterie
rumdrehen, Kappe zu.


Und nun viel Glück beim Basteln!


 


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Fotohändler
Bauhof
Recyclinghof
Hausarzt


Wissenswertes zu Belichtungszeiten mit Powerblitzen

Geschrieben von MichaP

Fotodokumentation untertage


Eine Publikationsserie von Michael Kitzig



Wissenswertes zu Belichtungszeiten mit Powerblitzen


Qualitativ hochwertige untertage- Fotoaufnahmen erfordern viel Licht.
Bei dem von mir üblicherweise verwendeten Filmmaterial mit 100 ASA Empfindlichkeit stößt man mit den handelsüblichen Blitzgeräten, welche Leistungen bis ca. 60 Wsec. bieten, schnell an Grenzen.
Dies gilt insbesondere bei größeren Räumen oder / und dunklem Gestein wie Schiefer oder Braunkohle.
Aus diesem Grund sind bei uns schon seit Jahren kompakte, leistungsstarke Blitzgeräte im Einsatz. Diese liefern Leistungen um 600 Wsec., also in der Größenordnung stationärer Studioblitze. Die Anforderungen im Bergbau erfordern hier in der Regel eine Eigenkonstruktion. Gezündet werden die Blitzgeräte in der Regel als Sklavenblitz, d.h. durch einen kleinen „Steuerblitz“ an der Kamera.



Das Problem:


..ergab sich aus der Praxis:
Durch einen Defekt im Gehäuse wurde ich gezwungen, einmal ein anderes als da bisher verwendete zu benutzen.
Bei gleichem Motiv, Objektiv, Film und Blitzanordnung ergaben sich unterschiedlich helle Bilder.
Zunächst ein unerklärliches Phänomen!
Zudem hatte ich früher schon oft den Eindruck gehabt, dass unmittelbar nach dem Auslösen, wenn der Spiegel der Kamera wieder hochgeklappt war, noch etwas vom Motiv durch den Sucher zu sehen war.



Der Verdacht:


Die o.g. Beobachtungen legten die Vermutung nahe, dass u.U. die Blitzdauer doch deutlich länger als die Zeit sein könnte, in welcher der Verschluß der Kamera geöffnet ist.
Die beiden verwendeten Gehäuse hatte nämlich auch unterschiedliche Verschlusszeiten für den Blitzbetrieb.


Die Vermutung schein zunächst etwas abwegig, wird doch in der einschlägigen Literatur immer wieder auf die Besonderheit von Elektronenblitzröhren, nämlich deren Betrieb im Millisekunden- Bereich, hingewiesen.
Und da sollte es bei der üblichen Blitzsynchronisationszeit von 1/60 sec. knapp werden können?



Der Versuchsaufbau:


Durch einen einfachen Versuch sollte dies überprüft werden:


Eine Fotodiode, belastet mit einem 150 Ohm- Widerstand, wurde mittig hinter die geöffnete Rückwand der Spiegelreflex- Kamera platziert.
Die Kamera erhielt kein Objektiv, d.h. vor der Fotodiode befand sich nur der Verschlussvorhang der Kamera.
Der zu vermessende Blitz leuchtet aus ca. 1m Entfernung frontal auf die Kamera, d.h. bei geöffnetem Verschluß direkt auf die Fotodiode.
Das hier bei Belichtung erzeuget Spannungspotential wurde von einem Speicheroszilloskop registriert. Das Skop wurde vom Potential selbst getriggert.


In einem Vorversuch wurde ein handelsüblicher Kleinblitz (Metz, Leitzahl 30) direkt auf die Fotodiode gerichtet.


Die Ergebnisse:


Zunächst der Metz- Blitz im beschriebenen Vorversuch:



Der Blitz wurde auf kleinste Leistung eingestellt. Bei diesen Automatikblitzen wird die Leistung und damit die verfügbare Lichtmenge über die Blitzdauer bestimmt.
Erwartungsgemäß sieht man einen sehr kurzen Impuls.
(Ablenkgeschwindigkeit: 5 msec/cm bzw. pro Skalenteil).


Jetzt der gleiche Blitz mit voller Leistung:


Wie man sieht, ist nun die Blitzdauer deutlich größer; in diesem Fall ca. 10 msec.
Die zur Verfügung stehende Lichtmenge entspricht der Fläche (dem Integral) unter den Kurve.


Nun dieselbe Anordnung mit dem 600 Wsec. Kraftblitz:



Hier sieht man, dass die Leuchtdauer deutlich länger ist, nämlich gut 45 msec.


Die Leuchtdauer wird durch verschiedene Faktoren festgelegt:
Betriebsspannung der Röhre, Innenwiderstand des Blitzkondensators und der Zuleitung, und einigen anderen.
Oft finden sich sogar Spulen im Röhrenkreis, um die Blitzdauer aus bestimmten Gründen zu verlängern.
Ganz wichtig sind jedoch die Bauart der Röhre und deren Füllung:
Hochleistungsröhren sind in der Regel gewendelt und haben eine vergleichweise lange Ionisationsstrecke gegenüber den stabförmiger Röhren kleiner Leistung, wie sie in den üblichen mobilen Blitzgeräten verwendet werden.


Man wird beim Bau von Blitzgeräten großer Leistung um eine längere Leuchtdauer nicht herum kommen, da man die o.g. Faktoren kaum beeinflussen kann.


Aber zurück zur Kernfrage:


Machen 45 msec. In der Praxis überhaupt etwas aus, wenn der Verschluß der Kamera doch auf 1/60 sec. steht?


Der Versuch soll Aufschluß geben:


Wir sehen hier den Verdacht bestätigt: nach 10 msec. ist Schluß mit der Belichtung; die restliche Zeit brennt der Blitz vergebens und trägt nichts mehr zur Aufhellung des Bildes bei.
Zwar wird der überwiegende Teil der Energie in diesen ersten 10 msec. abgegeben, aber:
Der Unterschied ist sichtbar! Macht subjektiv ca. zwei Blendenstufen aus.



Aber was ist nun mit den formellen 1/60 sec. passiert?


Die Antwort:
die 1/60 sec. werden nur bei gleichmäßiger Beleuchtung erreicht, nicht im Blitzbetrieb.
Bei Schlitzverschlüssen wird mittels zweier Verschlussvorhänge, welche nacheinander ablaufen, eine Art „Belichtungsstreifen“ über die Filmebene gezogen. Je breiter dieser ist, desto reichlicher („länger“) wird belichtet.
Beim Blitzbetrieb muß nun dieser „Streifen“ so breit werden wie die ganze Filmfläche, damit nicht nur ein Teil des Bildes belichtet wird.
Und muß so lange „offen bleiben“, d.h. der zweite Vorhang darf sich erst wieder schließen, wie die Blitzdauer beträgt.
Wer einmal aus Versehen mit einer zu geringen Zeiteinstellung (z.B 1/125 statt 1/60) geblitzt hat, wird aufgrund des oben beschriebenen Mechanismus ein nur zur Hälfte belichtetes Bild erhalten haben.
Und eben diese Blitzdauer hat die Industrie offenbar auf die oben gemessenen 10 msec. festgelegt, also auf einen Wert welcher der Leuchtdauer der üblichen Kleinblitze gerade entspricht, vergleiche den ersten Test mit dem Metz- Blitz (Bild 2)!



Was nun, was tun?


Eigentlich gibt es nur einen Ausweg, will man die volle Leistung der mühsam mitgeschleppten Kraftblitze ausnutzen:


Belichtungszeit verlängern!


Würde eine Einstellung auf 1/30 sec. reichen?
Mal sehen:


 



Wie wir sehen, wird hier auch bei 1/30 sec noch Licht verschenkt.
Außerdem verlängert sich die offene Zeit des Verschlusses nicht linear und beträgt jetzt knapp
30 msec. .


Erst eine Einstellung auf 1/15 sec. nutzt in diesem Fall die volle Blitzleistung aus.
Das Ergebnis sieht für den Film erst dann so aus wie die Kurve auf Bild 3!


Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bei Vorhandensein von Gleichlicht
(stationäre Beleuchtung, Helmlampen und dergleichen) dann schon eine erhebliche Verwacklungsgefahr besteht.
Es empfiehlt sich dann, mit Stativ zu arbeiten.



Fazit:


Je leistungsstärker das Blitzgerät, desto länger muß die „Belichtungszeit“ vorgewählt werden.


Das betrifft keineswegs nur selbstgebaute Blitzgeräte!
Ich habe ein vorhandenes Profi- Blitzgerät (Pioneer-70) unter den gleichen Kriterien getestet und eine Kurve wie in Bild 4 erhalten!
Der Hersteller des Gerätes empfiehlt übrigens 1/60 bzw. „die empfohlene Synchronzeit“ zur Belichtung.
Man darf also auch den Herstellern nicht alles kritiklos glauben!



Nachtrag:


Ich habe aus Interesse auch mal ein etwas „moderneres“ Gehäuse getestet, eine
Minolta XD-7.
Diese hat eine Blitzsynchronzeit von 1/125 sec. und keine Verschlussvorhänge aus Stoff, sondern Metalllamellen, die wohl entsprechend schneller arbeiten.
Nach dem oben angeführten überrascht es kaum, dass die hier gemessene „offene Zeit“
für den Blitz auch wieder 10 msec. betrug!
Bei „Gleichlichtbedingungen“ wird hier natürlich mit 1/125 sec. belichtet.
Der Vorteil liegt halt darin, dass dann Gleichlicht weniger störend aufs Bild kommt, wenn gleichzeitig geblitzt wird.