Nützliches und Praktisches

Das strahlende Geleucht – Wartungsanleitung für elektrische Ni Cd/Fe Grubenlampen

Geschrieben von MichaP

Das strahlende Geleucht
Wartungsanleitung für elektrische Ni Cd/Fe Grubenlampen

 

von Michael Kitzig (†)

Anmerkung: Der Artikel bildet den Stand der Zeit aus dem Jahr 2003 ab.

 

1.0 warum elektrisches Geleucht?

In der praktischen Bergbauforschung sowie den verwandten Bereichen wie z.B. Höhlenforschung ist die Verwendung einer zuverlässigen Lichtquelle ( und natürlich entsprechende Notreserve )  schon aus Sicherheitsgründen oberstes Gebot. Ganz ohne Licht wird nämlich die Orientierung selbst in einem gut bekannten Grubengebäude sehr rasch völlig unmöglich.
Das haben natürlich schon die Alten erfahren müssen, und nicht ohne Grund erscheint in den Bergmannssagen der Berggeist häufig mit einem besonders hellen Licht und gibt den in Not geratenen Bergleuten Öl auf die Lampe…
In alten Grubenbauen finden sich deswegen auch immer wieder Vorratsfläschchen mit Öl.
Das offene Geleucht, betrieben mit Öl oder Fett („Unschlitt“) war über Jahrhunderte die einzige Lichtquelle, denn die ach so „romantischen“  Fackeln  eigneten sich schon damals wegen der erheblichen Rußbildung und des hohen Sauerstoffverbrauches nicht und sollten auch heute höchstens schlecht gemachten Kino- Produktionen vorbehalten bleiben.
Wer schon einmal eine echte „Froschlampenbefahrung“ probiert hat, weiß den Entwicklungsfortschritt des bergmännischen Geleuchtes wirklich zu schätzen!
Eigentlich kaum vorstellbar, daß man mit so was in die Grube gefahren ist- selbst der kleinste Wetterzug löscht die Flamme sofort aus, von Tropfwasser ganz zu schweigen… und dann gab es nicht mal Streichhölzer, sondern nur Feuersteine zum wieder anzünden!
Auf das eventuell noch brennende Geleucht der Kameraden sollte man sich nämlich- damals wie heute- nicht verlassen!
Praktische Bedeutung (für stationäre Zwecke) haben da heute nur noch Kerzen.
Der unbestrittene Vorteil der o.g. Lichtquellen ist allerdings, daß sie „matte Wetter“, d.h. Sauerstoffmangel oder CO2- Seen anzeigen. Brennbare Gase können sich allerdings daran entzünden, und diese gibt es durchaus nicht nur im Kohlebergbau, sondern auch als Fäulnisgase, meist im Wasser gelöst, in Erzgruben.
In bestimmten Sonderfällen kann daher auch heute noch eine Benzin-Wetterlampe ihre Anwendung finden. Das Verhältnis: Lichtausbeute zum Gewicht, ist allerdings extrem ungünstig, und zum reinen Prüfen des Sauerstoffes in den Wettern eignet sich auch ein Feuerzeug, dessen Flamme bei etwa 16% Sauerstoff (in 0 m ü. NN) erlischt.
Durchaus eine Alternative, in der Höhlenforschung sogar bevorzugt, ist auch heute noch die Karbidlampe, und zwar in ihrer Ausführung mit getrenntem Entwickler und Brenner am Helm, damit man die Hände frei hat. Das Geleucht hat den unbestrittenen Vorteil, daß man jederzeit untertage den Betriebsstoff nachfüllen kann und so, genug Reserve- Karbid vorausgesetzt, eine praktisch unbegrenzte Brenndauer erreicht. Es gibt – ohne Reflektor- eine gute Raumausleuchtung und mit Reflektor einen weichen Übergang des Lichtkegels, eignet sich aber nicht zur Ausleuchtung langer Strecken, hoher Abbaue oder dergleichen. Schließlich kann man noch seinen Kaffee über der Flamme wärmen; dazu sind sogar mal extra Modelle entwickelt worden.. . Die Empfindlichkeit gegenüber Wetterzug ist sehr gering; allerdings sorgt ein Tropfen Wasser an der richtigen Stelle (Düse) für sofortige Finsternis. Für kurze Befahrungen lohnt sich die Inbetriebnahme kaum, und der Karbid“duft“ im Auto nach der Befahrung ist auch nicht jedermanns Sache.
Karbidlampen sind auch nichts für Beamte, denn sie wollen ständig bewegt werden und eignen sich somit auch wenig für`s Biwak. Das gilt auch für die sogenannten Beamtenlampen!
Und dann ist da noch der Sicherheitsaspekt: mit der offenen Flamme, zumal am Helm und damit „unbeobachtet“, können so einige Dinge unliebsame Bekanntschaft machen: Fledermäuse, der Kameraden Hosenböden, brennbare Flüssigkeiten in Maschinenräumen und –besonders tückisch- das Kletterseil, an dem man gerade hängt!
Karbidlampen gehören in erfahrene Hände, sonst brennt ganz schnell mal der Helm (selbst erlebt) oder der Kamerad steht plötzlich im Dunkeln und dampft aus dem Pulli, da sich der Schlauch vom  Entwickler gelöst hat.., nicht auszudenken, wenn der jetzt mit dem Feuerzeug hantiert hätte!
Der vermeintliche Vorteil des Erkennens matter Wetter existiert nur bedingt; dabei soll sich die Flamme etwas rötlich färben. Auf das Verlöschen sollte man lieber nicht warten, denn mir liegt ein Bericht aus dem Jahr 1943 vor:
Im Kaliwerk Kaiseroda hatte es da einen heftigen CO2- Ausbruch gegeben, bei welchem sich das Gas wie Wasser aus dem Schacht über den Zechenplatz ausgebreitet hat. Die anschließende Bewetterung gestaltete sich schwierig, da sich das CO2, schwerer als Luft, nur schwer aus dem Schacht drücken ließ und einen Spiegel bildete. Um diesen zu kontrollieren, ließ man Bergleute im Korb einfahren und hängte unter diesen als Indikator eine Karbidlampe.

Zitat: Es ergab sich, daß diese Lampe gegen CO2 wesentlich weniger empfindlich ist als der Mensch, da trotz der unverändert unter dem Korbe brennenden Lampe ein Mann auf diesem bewußtlos wurde!
Soweit zu diesem Thema.. .
Benzin- und Gasdrucklampen eignen sich gut für`s Biwak und stationäre Zwecke, sind aber sonst zu erschütterungsempfindlich. Weiterer Vorteil: man kann Socken drauf trocknen. Petroleumlampen rußen untertage fürchterlich!
Elektrisches Geleucht hat natürlich auch seine Nachteile: keine Wetterdiagnose (Feuerzeug mitführen!), Akkus in der Regel nicht unter Tage nachladbar, und es bedarf einer gewissenhaften Wartung und Pflege, da man der Lampe von außen nie ansieht, wie lange sie wohl halten wird?!
Aus diesem Grund gibt es diesen Artikel; für die Pflege von Karbidlampen gibt es gute Tips bei den Höhlenforschern!
Selbstverständlich benutzen wir heute moderne elektrische Kopflampen; die kiloschweren Mannschaftslampen gehören ins Museum und Taschenlampen aus dem Supermarkt am besten auf den Müll.
Für die Zukunft scheint die Entwicklung weißer Leuchtdioden interessant zu werden; zur Zeit gibt es jedoch wohl kaum etwas robusteres als die kommerziell nach strengen Normen gefertigten Bergbau- Lampen, die ich im folgenden vorstellen werde.
Für einen guten Tausender in der Neuanschaffung kann man ja auch einiges erwarten… .

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Kleben von Gummisachen und andere nützliche Tips

Geschrieben von MichaP

Kleben von Gummisachen und andere nützliche Tips

von Michael Kitzig

Jeder Praktiker im Altbergbau oder in der Höhlenforschung kennt das Problem:
Irgendwann hat auch die beste Wathose ein Loch bekommen, die Jacke ist undicht, das Schlauchboot pfeift aus allen Löchern…. .
Dieses Problem hat – nicht nur mich – jahrelang beschäftigt und nach geeigneten Reparaturmaterialien suchen lassen, denn schließlich kann man nicht alles zum Vulkanisieren weg bringen, sofern man überhaupt eine Firma dafür findet, und untertage heißt es sowieso: Do it yourself!
So nebenbei haben sich dann noch einige andere Anwendungen fernab vom Schlaz ergeben.

1. Gummi oder PVC ?
Dies ist die Schlüsselfrage, um überhaupt etwas dauerhaft am Material ausrichten zu können.
Zum Glück haben wir da ein hochempfindliches Meßinstrument: unsere Nase!
Wer sich nicht sicher ist, woraus Wathose oder Boot & Co bestehen, nehme eine kleine Materialprobe und halte die Flamme eines Feuerzeugs darunter: Gummi wird einen eigentümlich widerlichen Geruch nach verbannten Haaren erzeugen, PVC hingegen wird beim Erwärmen, bevor es brennt, weich und klebrig ( Thermoplaste )

2.1 PVC
Hier kann man sich im Falle eines Schadens dessen thermoplastischen Eigenschaften zu nutze machen: mit einem erhitzten Messer oder besser noch einem mitgeführten kleinen Gaslötkolben kann man das Material erweichen und über die Schadstelle schmieren. Zu Hause kann man auch versuchen, mittels altem Bügeleisen ( Leinentuch zwischenlegen! )
Ein Stück aus einer weniger wichtigen Stelle – es muß das gleiche Material sein – vorsichtig anzubügeln.Oder man geht gleich zum Profi für PVC – Folien: dem Dachdecker! Dieser hat häufig kleine Reste von Spezialkleber, welcher nicht im Baumarkt o.ä. erhältlich ist und das PVC regelrecht anlöst und ganz innig verbindet. Vorsicht beim Verarbeiten, die darin enthaltenen Lösungsmittel sind toxisch! Der einmal angebrochene Kleber läßt sich kaum längere Zeit aufbewahren, am besten noch in einem Glasgefäß mit eingeschliffenem Stopfen. Größere Betriebe verarbeiten das Zeug aber ständig und die Reste müßten sowieso in den Sondermüll, eben weil sie sich nicht halten.

2.2 Gummi
Gummisachen sind in der Kälte flexibler und neigen bei falscher Lagerung zum Verspröden und werden porös. Deshalb nie der Sonne oder dem warmen Heizungsraum längere Zeit aussetzen! Im übrigen – und das gilt eigentlich für die gesamte Ausrüstung – ist es gut, die Sachen möglichst bald nach der Befahrung zu reinigen und zu trocknen. Sind dann Reparaturen nötig, sind Universalkleber oder die o.g. Metoden für PVC nicht geeignet, da sich Gummi nicht anlösen läßt.
Auf den ersten Blick scheinen sich hier Flicken für Fahrradschläuche und die zugehörige Vulkanisierlösung anzubieten. Nach Gebrauchsanleitung appliziert halten die Flicken zwar zunächst und sind unübertroffen, wenn`s schnell gehen soll. Man wird aber nach einiger Zeit feststellen, das der Gummi um den Flickenrand herum stark versprödet und der Schaden sich auf Dauer nur ausweitet.
Ich habe über mehrere Jahre verschiedene Kleber ausprobiert und dann endlich etwas wirklich brauchbares gefunden, und zwar nicht im eigentlichen Klebersektor, sondern in der Rubrik „Dichtstoffe“: sog. ELCH- Kleber der Fa. Rhodia, gibt`s im OBI –Markt im Baustoff – Regal bei den ( übrigens für unsere Zwecke ) völlig ungeeigneten Silkon- Kartuschen unter der Bezeichnung: ELCH / kleben & dichten 2.in 1 auf Polyurethanbasis in den Farben schwarz, weiß oder grau.
Das Zeug hat sich auf Gummi hervorragend bewährt. Es bleibt elastisch und versprödet nicht.
Es trocknet recht schnell ( Flicken sind im Notfall schon nach 2 Stunden bedingt belastbar ) .
Leider trocknen die angebrochenen Kartuschen auch schnell aus. Es gibt aber auch kleine Tuben, sozusagen für unterwegs… .
Mit dem Kleber lassen sich hervorragend Löcher flicken; auch bei größeren Defekten ist meist kein Flicken nötig, da der ausgestrichene Kleber selbst einen sehr belastbaren, elastischen Film bildet. Voraussetzung ist eine gründliche Reinigung des Untergrundes, Entfettung mit Nitroverdünnung und aufrauhen mit Sandpapier.
Selbst flächenhaft poröse Stellen lassen sich sanieren:
Säubern wie oben beschrieben und dann den ELCH – Kleber mit dem Daumen „reinrubbeln“.
Geht hervorragend und selbst poröse Stellen am Schlauchboot werden wieder luftdicht.

3.0 Sonderanwendungen
Bei den Arbeiten mit dem ELCH – Kleber haben sich auf Grund dessen hervorragender Eigenschaften eine Reihe zusätzlicher Anwendungen ergeben. Die Liste kann beliebig durch weiter Einfälle ergänzt werden.

3.1 das künstliche Arschleder, immer dabei
Baumwollstoff oder Mischgewebe, mit Nitroverdünnung entfettet und mit Schmirgel aufgerauht, läßt sich mit Hilfe eines Spachtels dünn mit ELCH – Kleber beschichten. Die so behandelte Arsch – oder Schulterpartei des Schlazes wird so wasserdicht!

3.1 verlorener Gummifuß am Fotostativ
Problem: kein Ersatz verfügbar. Lösung: größeren Klumpen Kleber mit feuchten Fingern anmodellieren, gut trocknen lassen, hält wie neu.

3.2 Stoßschutz für Blitzgeräte oder andere empfindliche Sachen
Die empfindlichen Kanten der Gegenstände gut mit dem Kleber bedecken und mit feuchtem Finger glätten. Ausbesserungen sind jederzeit nachträglich möglich.

3.3 Resteverwertung
Die ausgetrockneten Reste in der Kartusche oder deren Tülle werfe ich nicht weg; in Scheiben geschnitten dienen sie prima als rutschfeste Gerätefüße für elektronische Geräte ect. Aufkleben natürlich mit ELCH – Kleber.

3.4 „Maßanfertigung“ von Wathosen usw.
Die beliebten und preiswerten NVA – Ganzkörperkondome oder Schutzhosen werden jetzt noch praktischer: Mit ELCH – Kleber und etwas Geschick ( und Geduld ) kann man die unpraktischen Füßlinge ablösen und sich Gummistiefel drankleben, und zwar als dauerhafte Lösung – hat sich bei mir über Jahre bewährt. Achtung: Wird nur was, wenn die Stiefel auch wirklich aus Gummi sind!

4. Anwendungsbeispiele im Bild


Ersatz eines verlorenen Gummifuß am Stativ


wir basteln uns eine Wathose


Stoß – und Schlagschutz an einem Blitzgerät