Bergbauforschung und Radioaktivität
Zusammenfassung
Ist radioaktive Strahlung wirklich gefährlich? Eine Frage, die sich wohl viele stellen, doch kaum beantworten können. Es gibt viel Infomaterial, doch erst der Überblick über zahlreiche Quellen zeigt, das sich viel im öffentlichen Verhalten gegenüber Strahlung verändert hat: Strahlung ist nicht gleich Strahlung, man muss sowohl die Dosis unterscheiden, als auch die Strahlungsquelle eindeutig benennen. Man muss chronische Belastungen von einmaligen Belastungen trennen, beide einzeln gewichten, und dann daraus wieder ein aussagekräftiges Bild zusammenfügen. Die Deutsche Uranbergarbeiterstudie zeigt den Weg: Die protokollierten Krankheitsfälle der ehemaligen SDAG Wismut werden aufgearbeitet und mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Biochemie, Physiologie und Pathologie verglichen. Ergebnis sind neue ganzheitliche Erkenntnisse zur Krebsentstehung und weiterführende Forschungsarbeiten, die sich auf die Krankheitsbilder von heute beziehen.
Wichtig für den Leser des Befahrerhandbuchs ist, das er weiss, welche Strahlung und in welche Dosen ihn erwarten, wenn er sich unter Tage begibt.
Dieses Add-on soll das Kapitel zu diesem Thema im Befahrerhandbuch von Georg Leupolt und Maja Hocker vertiefen und die neuesten Erkenntnisse einbringen.
Der Fotowettbewerb der GAG
Letzter Blick auf den Rammelsberg

Einleitung:
Der folgende Bericht beschreibt eine Befahrung des Rammelsberges bei Goslar, dessen Bergbau zuerst im Jahr 968 erwähnt wird und der über 1000 Jahre lang bis 1988 in Abbau stand. Die sehr reichen Erze enthalten hauptsächlich Blei (6 %), Zink (14 %) und Kupfer (1- 2%), wobei der ursprüngliche Erzinhalt der beiden Erzlinsen Altes Lager und Neues Lager insgesamt etwa 30 Millionen Tonnen umfasste.
Der ebenfalls recht hohe Silber- (120g / Tonne) und Gold (1g / Tonne) gehalt der gewonnenen Erze sorgten jahrhundertelang für eine Blüte der direkt angrenzenden Stadt Goslar, die unter anderem dazu führte, das hier eine der bevorzugten Aufenthaltsorte der deutschen Kaiser war.
Seit der Stillegung wird das Grubengebäude des Rammelsberges und die übertägigen Anlagen zu einem großen Museumskomplex umgestaltet, daß als Bergbaumuseum Rammelsberg auch Führungen durch das historische Roederstollensystem mit eindrucksvollen Wasserrädern anbietet.
Eine Befahrung der historischen Grubenräume des Rammelsberges abseits der Touristenpfade ist jedoch immer noch eine der größten Untertageerlebnisse, die man in Deutschland geniessen kann. So auch diese. Dabei ist auch dieser Bericht schon „historisch“ da das Wasser seither im Rammelsberg bis zur 1. Sohle angestiegen ist und zahlreiche der erwähnten Örtlichkeiten heute unter Wasser stehen…
Bleibergbau auf Ibiza
Historischer Bleibergbau und Kalksinterbbau am ‚Puig Argentiera‘ zwischen Santa Eulalia del Rio und San Carlos, Ibiza, Balearen
Anmerkung : Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus dem Artikel „Geologische Streifzüge auf Ibiza“, erschienen 1995 in „DER AUFSCHLUSS“
Die bis in die 40er Jahre dieses Jahrhunderts hinein betriebenen Bleiminen südlich von San Carlos sollen ihren Anfang schon in der Punierzeit haben. Vermutlich leitet sich sogar der Name der gesamten Inselgruppe der Balearen von den hier früher gewonnenen Bleikugeln, die im Punischen als „baleas“ bezeichnet wurden, ab.
Tatsächlich ist das westlich der Straße von San Carlos nach Santa Eulalia gelegene Gebiet des „Silberhügels“ Puig Argentiera von zahlreichen Stollen und Schächten oft augenscheinlich hohen Alters unterhöhlt. Die Vererzungen finden sich sowohl schichtgebunden als auch in flach fallenden Kluft- und Gangsystemen in dem hier söhlig liegenden triassischen Kalksteinen. Eine lagerstättenkundlich – genetische Untersuchung dieser für den Balearenraum einmaligen Vererzung steht zur Zeit noch aus.
Übersichtskarte des Bleibergbaugebietes am Puig Argentiera, Ibiza
Bei Begehung dieses montanhistorisch interessanten Gebietes ist Vorsicht geboten. An vielen Stellen, besonders in der Nähe der heute noch imposanten Zechenhäuser mit ihren markanten Schornsteinen, weisen frische Pingen und Erdeinbrüche auf noch nicht abgeschlossene Verbruchsprozesse unter Tage hin. Während die Stollen sich in mehreren Galerien an der Flanke des Puig Argentiera hinziehen, befinden sich etwa 30 Schächte ziemlich regellos über das gesamte Gebiet verteilt. Sie sind häufig durch sehr typische etwa brusthohe runde Steinmauern gesichert. Leider wurden in den letzten Jahren viele dieser Schächte in zunehmender Weise als willkommene „Müllschlucker“ benutzt.
Bei der Suche auf den kleinen Halden kann leicht Calcit in Form von Kristallrasen und sinterartigen, schön gebänderten Krusten gefunden werden. Ebenfalls häufig sind in den Halden entlang der Stollengalerien blättrige Schwerspataggregate. Als „Haupterz“ lassen sich ockerrote kalkige Massen finden, in denen sich massenhaft eingesprenkelte Körner eines schwarzen Minerales – das sich röntgenorgraphisch als Goethit herausstellte – befinden. Die in dem lesenwerten Beitrag von NOTTES (1979) aufgeführten Erze Bleiglanz und Zinnober konnten nicht beobachtet werden. Zumindestens die Bleiglanzarmut der Halden verwundert angesichts des hier umgegangenen Bleibergbaus doch sehr.
Das hohe Alter des Bergbaus als auch die eigentümliche, anscheinend oxidische (?) Bleimineralisation machen die Lagerstätten sowohl in geologisch – mineralogischer Sicht als auch unter montanhistorischem Blickwinkel hochinteressant. Leider beschränken sich bisherige geologische Untersuchungen – soweit dem Verfasser bekannt – lediglich auf kurze Erwähnungen in allgemeingeologischen Betrachtungen der Balearen. Über die montanhistorischen Aspekte dieses geschichtlich weit zurückreichenden Bergbaus liegen – soweit bekannt – noch überhaupt keine Untersuchungen vor.
Der Verfasser würde sich freuen, gerade solche Untersuchungen durch diesen Hinweis zu initieren
und steht gerne für weitere Fragen und Mitarbeit zur Verfügung.
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Fährt man von der Strassenkreuzung bei den Zechenhäusern die schmale Strasse Richtung des Ortes Es Canar, so sieht man etwa 1 Kilometer südwestlich des Bleibergbaugebietes einige deutliche Halden hoch im Wald des Puig Argentiera liegen. Nach etwas strapaziöser Kletterei durch das Unterholz der Pinienhaine erreicht man diese Halden. Sie bestehen aus nicht verwerteten Resten von farbig gebänderten Kalksinter, der hier Anfang des Jahrhunderts abgebaut wurde. Es existieren mehrere bis 1.5O m breite senkrecht stehende Gangspalten in diesem Gebiet, aus denen früher der hydrothermal entstandene Kalksinter gewonnen wurde. In jüngster Zeit wurden die nicht ungefährlichen bis 20 m tief hinabreichenden offenen Gangspalten abgezäunt. Zahlreiche der hier noch vorhandenen grossen Blöcke lohnen das Anschleifen, stellenweise lassen sich auch nette freigewachsenen Calcitgruppen bergen.
Verwendete Literatur und Karten :
GIFFHORN, H. (1991) : Ibiza – ein unbekanntes Naturparadies
Verlagsgesellschaft Einfallsreich, Braunschweig 1991
HAANSTRA, U. (1935) : Geologie von Ost – Ibiza / Balearen
Dissertation Utrecht 1935
NOTTES, G. (1979) : Das Bergwerk der weiáen Insel;
Aufschluss, Jg. 30, Seite 23 – 30, Heidelberg 1979
SPIKER, E. (1935) : Geologie von West – Ibiza / Balearen
Dissertation Utrecht 1935
VIDAL, L.M. & MOLINA, E. (1888) : Resena fisica y geologica de las islas Ibiza y Formentera
Bol. Com. Map. Geol. Espagna, Madrid 1888
MAPATOUR : Eivissa y Formentera, Topographische Karte 1 : 100.000
Verlag Ediciones Hymsa, Madrid 1988
Montangeschichte im Leinebergland: Eisenerzbergbau und Verhüttung der Carlshütte in Delligsen
1. Einleitung :
Der Flecken Delligsen stellt heute mit etwa 4000 Einwohnern ein wichtiges Unterzentrum für die Region zwischen Alfeld und Einbeck dar. Dank seiner günstigen Verkehrslage an einem der wenigen natürlichen Durchlässe durch die Bergkette des Selters diente dieser Ort schon früh als Ausgangspunkt zur Erschliessung der waldreichen Höhenzüge des Hilses. So wurde von Delligsen ausgehend bereits 1741 die heute noch florierende Glashütte „Auf dem Grünen Plane“ – dem heutigen Grünenplan – gegründet. Von grosser wirtschaftlicher Wichtigkeit für Delligsen selbst war über fast 250 Jahre hinweg die frühere Eisenhütte und spätere Formgiesserei der Friedrich – Carls – Hütte mit zeitweilig bis zu 1500 Beschäftigten.
Bergbaumuseen, Besucherbergwerke und Souterrains in Deutschland und angrenzenden Ländern
Bergbaukultur in Deutschland
Baden – Württemberg:
1. Schwarzwald:
- Grube Schauinsland b. Freiburg (Pb, Zn, Gangbergbau)
- Besucherbergwerk Teufelsgrund, Münstertal (Flußspat)
- Silberbergwerk Hella – Glück Stollen, Neubulach (Cu, Ag, Bi)
- Besucherbergwerk Frisch Glück, Neuenbürg (Fe)
- Besucherbergwerk Silbergründle, Seebach (Pb, Zn)
- Carolinengrube, Sexau (Pb, Zn)
- Besucherbergwerk Finstergrund, Wieden (Flußspat)
2. Sonstiges Baden – Würrtemberg:
- Besucherbergwerk Tiefer Stollen, Aalen – Wasseralfingen (Fe, Grubenbahn, Asthmatherapie, Lehrpfad))
- Steinsalzbergwerk Kochendorf (Salz, Schachtfahrung, Weitungen, Rutsche)
- Silberbergwerk Anna Elisabeth, Schriesheim an der Bergstrasse (Ag, Vitriolbergbau)
- Bergbaumuseum Sulzburg (mittelalterlicher Erzbergbau, Mineralogie, Bergbaulehrpfad, Schaustollenanlage im Keller im Ausbau)
Bayern:
- Einigkeitsstollen bei Bad Neustadt (Braunkohle)
- Weisbachstollen bei Bad Neustadt (Braunkohle)
- Salzmuseum Bad Reichenhall (Salz, Solegewinnung)
- Salzbergwerk Bad Reichenhall (Salz, Rutsche)
- Salzbergwerk Berchtesgaden (Salz, Rutschen, Weitungen, Salzsolung)
- Erzbergwerk Bodenmais, Bayrischer Wald (Pyrit, Vitriol, Maschinenraum)
- Besucherbergwerk Gleissinger Fels, Fichtelgebirge (Hämatit im Granit)
- Besucherbergwerk Schmutzlerzeche, Goldkronach (Au)
- Graphitbergwerk Kropfmühl, Hauzenberg, Bayrischer Wald (Graphit)
- Schiefermuseum in Ludwigstadt in Oberfranken (Schiefer)
- Deutsches Museum München (Balg, Bergbau – Schauanlage)
- Harrerkeller in Nürnberg (Stubensand)
- Bergbaumuseum Peißenberg (tertiäre SK)
- Besucherbergwerk Stephansberg 3 in Bamberg (Stubensand)
- Bergbaumuseum Stockheim (SK)
- Besucherbergwerk Reichhardt – Schacht, Stulln i.d. Oberpfalz (Fluorit)
- Bergbaumuseum Theuern, Oberpfalz (Bergbau in der Oberpfalz)
Hessen:
- Grube Christiane, Adorf (Fe)
- Salzmuseum Bad Sooden – Allendorf (Salzsiederei, Gradierwerk)
- Kupferbergwerk Bertsch, Bad Wildungen (Cu)
- Grube Burgberg bei Battenberg (Fe)
- Braunkohlemuseum Borken (BK, im Keller des Schlosses Bergbau – Schauanlage)
- Goldhausen am Eisenberg (Au, Schachthütte Georgschacht, Lehrpfad)
- Heimatmuseum Korbach (Goldbergbau am Eisenberg)
- Besucherbergwerk Grube Gustav, Meißner – Abterode (Ba)
- Museum "Roßgang", Oberkauffungen bei Kassel (BK, original erhaltener Pferdegöpel !)
- Regionalmuseum Oberkauffungen bei Kassel (Braunkohlebergbau, Bergbau – Schauanlage)
- Burg Tannenberg, Nentershausen (Cu, Kupferschieferbergbau)
- Besucherbergwerk Fortuna, Solms – Oberbiel (Fe, Lahn – Dill Eisenerze, Bergbaulehrpfad, Schachtfahrung)
- Bergbau & Stadtmuseum Weilburg (Bergbau im Umkreis Weilburgs, Fe, Bergbau – Schauanlage)
- Besucherbergwerk Grube Christine, Willingen (Schiefer)
Niedersachsen:
1. Harz:
- Bergwerksmuseum Knesebeckschacht Bad Grund (Bergbau Grube Hilfe Gottes, Pb, Zn, Ag, Schachtförderung)
- Eisensteinstollen Bad Grund (zu Kurzwecken genutzter Fe – Stollen)
- Scholmzeche Bad Lauterberg (Pb, Zn, Fe)
- Oberharzer Bergwerksmuseum, Clausthal – Zellerfeld (Balg, Pb, Zn, Ag, Cu)
- Ottiliaeschacht Clausthal – Zellerfeld (Grubenbahn, Dampffördermaschine)
- Ausstellung der Harzwasserwerke, Kaiser Wilhelm Schacht, Clausthal – Zellerfeld (Wasserkraft, Oberharzer Wasserregal)
- Bergbaumuseum Rammelsberg + Roederstollen, Goslar (Pb, Zn, Cu, Wasserkraft)
- Lautenthaler Bergwerks & Hüttenschau, Lautenthal (Balg, Pb, Zn, Ag, Lehrpfad)
- Grube Samson, St. Andreasberg (Balg, Ag, Fahrkunst, Wasserkraft)
- Tagesstollen Grube Katharina Neufang, St. Andreasberg (Pb, Ag, Abbauweitungen)
- Lehrbergwerk Grube Roter Bär & Unverhofftes Glück, St. Andreasberg (Fe, Ag, Radstube)
- 19 – Lachterstollen, Wildemann (Pb, Zn, Wasserkraft)
- Heimatstube Lerbach (Fe, Ausstellung)
- Königshütte Bad Lauterberg (historischer Gebäudebestand)
- Heimatstube Neudorf, Ostharz (Bergbau der Umgebung, Mineralien)
- Harzmuseum Wernigerode (Bergbau im Harz allgemein, Mineraliensammlung)
- Heimatmuseum Zorge (Eisenerzbergbau um Wieda und Zorge)
2. Niedersachsen außerhalb des Harzes:
- Hüttenstollen Osterwald (Wealden – Steinkohle)
- Klosterstollen Barsinghausen (Wealden – Steinkohle, im Aufbau)
- Kalibergbaumuseum Ronnenberg – Empelde (hannoverscher Kalibergbau, im Aufbau)
- Kalibergbaumuseum Volpriehausen (Kalibergbau im Solling)
- Fördermaschine Kalibergwerk Hohenfels, Wehmingen (Wasserturm, Fördermaschine, nur nach telefonischer Voranmeldung zugänglich)
- Deutsches Erdölmuseum Wietze (Erdöl, Fördertechnik, Erdölbergbau)
- Waldschmiede südlich Wietze (Raseneisenerz, Verhüttung)
- Bergbaumusem Osnabrück am Haaseschacht (Steinkohle)
- Bergbaulehrpad Hüggel (Fe – Tage & Untertagebau)
- Heimatmuseum Delligsen (Abteilung Fe – Bergbau im Hils)
- Salinenmuseum Lüneburg (Salinenbetrieb)
- Historischer Hochofen der Wilhelmshütte, Bornum (Fe – Hochofen)
- Berg- und Heimatmuseum Obernkirchen (Wealden – SK)
- Kalibergwerk Asse bei Remlingen (Kalibergbau, Endlagerung, mit Voranmeldung Besuch möglich)
- Grube Konrad, Salzgitter (Fe, Endlagerung, mit Voranmeldung Besuch möglich)
- Bergbaumuseum Schloß Salder, Salzgitter (Fe, Eisenerzbergbau der Region Salzgitter)
- Porzellanmanufaktur Fürstenberg (Porzellan, Herstellung, Rohstoffe)
Nordrhein – Westfalen:
1. Rheinisches Schiefergebirge, rechtsrheinisch:
- Schieferschaubergwerk Raumland, Bad Berleburg (Schiefer)
- Louisenhütte Wocklum & Schaustollen, Balve (historische Hütte, Fe – Untersuchungsstollen
- Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, Bergisch Gladbach (Pb, Zn – Bergbau der Umgebung, Bergbau – Schauanlage im Keller)
- Bergwerksmuseum Hilchenbach – Müsen (Fe, Siegerländer Bergbau)
- Stahlberger Erbstollen, Hilchenbach – Müsen (Fe)
- Besucherstollen Oberes Schloß, Siegen (Fe)
- Bergbaumseum Ramsbeck (Pb, Zn, Abbauverfahren um 1970)
- Besucherbergwerk Reinhold – Forster – Erbstollen, Siegen – Eiserfeld (Fe, Stollenportal, Siegerländer Bergbau)
- Siegerlandmuseum Siegen (Fe, Pb, Zn, Ni, Co, Bergbau – Schauanlage)
- Besucherbergwerk Grube Bindweide, Steinebach / Sieg (Fe)
- Altenbergstollen, Kreuztal – Littfeld (Fe, Pb, Zn)
- Sassendorfer Bergbaumuseum (Fe, Siegerländer Erzbergbau, Bergbau – Schauanlage)
2. Ruhrgebiet:
- Deutsches Bergbaumuseum Bochum (Balg, das deutsche Bergbaumuseum, Bergbau – Schauanlage im Keller)
- Museum für Naturkunde, Bochum ( Balg, SK, Bergbauschauanlage im Keller)
- Deutsche Arbeitsschutzausstellung DASA der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Dortmund – Dorstfeld (Funktionsfähige Tunnelvortriebsmaschine im Keller, Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz)
- Muttental bei Witten (SK, Lehrpfad, Schaustollen)
3. Sonstiges:
- Landesmuseum Volk und Wirtschaft, Düsseldorf (Balg – veraltet), Bergbauschauanlage im Keller)
- Besucherbergwerk Kilianstollen (Cu, bunte Sekundärmineralien)
- Marsberger Venetianerstollen, Marsberg (Cu, historischer Suchstollen, nach Voranmeldung bei Stadtverwaltung Marsberg zu besichtigen)
- Besucherbergwerk und Bergbaumseum Kleinenbremen (Fe, Kammer – Pfeilerbau, Zugfahrt)
- Solebohrturm & Gradierwerk Bad Oeynhausen (Solegewinnung, Gradierwerk)
- Schloß Pfaffendorf, Bergheim an der Erft (Informationszentrum der Rheinbraun AG: Braunkohlebergbau, Geologie, Lagerstätte)
- Grube Wohlfahrt, Rescheid, Eifel (Pb, Zn, Bergmanns – Kunst)
1. Rheinisches Schiefergebirge, rechtsrheinisch:
- Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen, Herdorf – Sassenroth (Fe, Siegerländer Bergbau, Bergbau – Schauanlage)
- Eisenerzgrube Bindweide Nordrhein – Westfalen
- Grube Holzappel, Holzappel an der Lahn (Pb, Zn, Museumsbergwerk im Aufbau)
- Eisenerzgrube Luise (Alvenslebenstollen), Oberlahr (Fe)
- Grube Georg bei Horhausen, Westerwald (erhaltener Förderturm des Fe – Bergbaus)
- Tongrube Gute Hoffnung, Siershahn (Ton)
2. Eifel:
- Schaubergwerk Mühlenberger Stollen, Bleialf (Pb)
- Trachytbrüche Niedermendig (Untertage – Trachytsteinbrüche, Museum im Aufbau)
- Bergbaumuseum und Grube Günnersdorf, Mechernich (Pb)
- Limbachstollen der Grube Wilhelm, Antweiler, Eifel (Cu, Museumsbetrieb im Aufbau)
- Schieferbergwerk Kaisergrube, Gemünden
3. Pfalz:
- Besucherbergwerk Schmittenstollen, Lemberg, Feilbingert (Hg)
- Besucherbergwerk Reindlstollen, Eisenberg i.d. Pfalz (Tonbergbau)
- Weiße Grube, Imsbach am Donnersberg, Pfalz (Cu, Co, Lehrpfad)
- Besucherbergwerk St. Annastollen, Nothweiler, Südpfalz (Fe)
- Kalkbergwerk am Königsberg, Wolfstein i. d. Pfalz (untertägige Kalkgewinnung, Grubenbahn)
- Grube Dr. Geyer, Waldalgesheim (Mn, erhaltenes Grubenensemble und Förderturm, ehemaliges Besucherbergwerk)
4. Mosel-Hunsrück:
- Besucherbergwerk Herrenberg, Bundenbach (Schiefer)
- Steinkaulenberg Idar – Oberstein (Achatbergbau)
- Kupferbergwerk Hosenberg, Fischbach, Nahe (Cu, historische Erzaufbereitung und Verhüttung, große Weitungen, Sekundärminerale)
- Museum Steinbruch Rammelsbach (Hartsteingewinnung, Abbuaverfahren, Geologie, Steinhauerei)
- Antike Römergrube nahe Trier (Cu)
- Dachschiefergrube Eichbaum / Barbara, Fell
Saarland:
- Saarländisches Bergbaumuseum Bexbach (SK, Wasserturm, Bergbau – Schauanlage)
- Emilianusstollen Wallerfangen (Cu, antiker, römischer Bergbau)
- Schloßberghöhlen, Homburg (Saar) (Stubensandabbau)
- Völklinger Hütte (Eisenverhüttung, sehr bedeutende Anlage, in UNO World Heritage List enthalten)
Sachsen – Anhalt:
1. Harz:
- Besucherbergwerk Büchenberg, Elbingerode (Fe)
- Grube Drei Kronen und Ehrt / Einheit, Elbingerode (Pyrit)
- Hüttenmuseum Thale, Harz (historische Fe – Hütte)
- Grube Glasebach b. Straßberg (Flußspat)
2. Sonstige Gebiete außerhalb des Harzes:
- Heimatmuseum des Zeitz – Weißenfelser Braunkohlenrevieres, Deuben (BK, Bergbau – Schauanlage)
- Bergbaumuseum Röhrigschacht, Wettelrode (Kupferschiefer, Schachtfahrung, Lehrpfad)
- Mansfeld Museum, Hettstedt (Kupferschiefer)
- Technisches Halloren- und Salinenmuseum Halle an der Saale (Salzgewinnung)
- Gradierwerk und Feldgestänge Bad Kösen
Sachsen:
1.. Erzgebirge & sächsisches Vogtland:
- Silberwäsche Antonsthal (Pochwerk, Stoßherde)
- Erzwäsche & Neubeschert – Glück Stollen, Altenberg, (Sn, historische Erzwäsche)
- Grube Altenberg, Altenberg (Sn, moderner Abbau, Binge)
- Silberstollen Geising, Geising b. Altenberg (Ag)
- Bergbaumuseum Annaberg mit Silberstollen (mittelalterliche Stollenanlage)
- Bergbaumuseum Aue (Kaolin) ??
- Gott gibt Glück mit Freuden Stollen, Breitenbrunn (Pb, Zn)
- Dorothea Stollen & Himmlisch Heer, Cunersdorf b. Annaberg
- Eisenhammer in Dorfchemnitz (Fe, Hammerwerk, Bergbau im Wolfsgrund)
- Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf – Sauberg (Sn, Schachtfahrung, Bergbaulehrpfad)
- Lehrbergwerk Grube Alte Elisabeth, Freiberg (ausgedehnte historische Grubenbaue und Übertageanlagen, Pb, Zn, Ag)
- Grube Markus Röhling, Frohnau (Ag, Bi, Co, Ni, U, Radstube, Gangbergbau)
- Frohnauer Hammer, Frohnau (Hammerwerk)
- Geising Altenberg
- Segen Gottes Erbstollen, Gersdorf (Pb, Zn)
- Schaubergwerk Gottesberg, Tannebergsthal, Vogtland (Sn, Ba)
- Geyer, Bergbaulehrpfad entlang der Binge (Sn)
- Schacht 371 bei Hartenstein (U, Schachtfahrung, ehemals mit 1800 m tiefster Schacht Deutschlands), – derzeit geschlossen –
- Museum Kalkwerk Lengefeld (UT – Kalksteinabbau, historische Kalköfen)
- Schaubergwerk Frisch Glück / Glöckl, Johanngeorgenstadt (Ag, Co, U)
- Pferdegöpel Johanngeorgenstadt (1994 wieder aufgebaut)
- Bergbaumuseum Oelsnitz (SK, Turmfördermaschine, Bergbau – Schauanlage)
- Saigerhütte Grünthal, Olbernhau (Buntmetallverhüttung seit 1537)
- Tiefer Molchner Stollen, Pobershau im Erzgebirge (Sn, Gangbergbau)
- Besucherbergwerk Halbe Meile, Rittersgrün (Hoffnungsbau)
- Grube Pöhla, Pöhla (Sn, U, Ag, Pb, Zn, grosse Weitungsbaue)
- Unverhoffter Segen Gottes Erbstollen, Schönau b. Freiberg (Radstube)
- Besucherbergwerk Schönborn – Dreiwerden bei Freiberg (Pb, Ag, Turbinenkammer)
- Besucherbergwerk Fundgrube Gesellschaft b. Schneeberg – Neustädtel (Ni, Ag, W, Co)
- Seiffen, Bergbaulehrpfad
- Segen Gottes Erbstollen b. Uhlsdorf, Limbach – Oberfrohna (Pb, Cu, Sb)
- Schaubergwerk Herkules – Frisch Glück, Waschleithe (Pb, Zn, Cu)
- Tiefer Bünaustollen, Zinnwald (Sn, Weitungsbau)
- Serpentindrechslerei Zöblitz (Serpentin)
2. Sonstige Gebiete in Sachsen:
- Rabensteiner Felsendome, Chemnitz (untertägige Kalkabbbaue)
- Industriemuseum Chemnitz (Industrie im Erzgebirge etc.)
- Haus der Heimat, Freital – Burgk (SK, Bergbau – Schauanlage)
- Heimat- und Bergbaumuseum, Reinsdorf / Zwickau, Steinkohle (im Förderturm des Morgensternschachtes II)
- Bergbaumuseum & Brikettfarbrik Knappenrode, Lausitz (Braunkohle)
Thüringen:
1. Harz und Umgebung:
- Kalibergbaumuseum Bleicherode (Kali)
- Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen, Ilfeld – Netzkater, Harz (SK)
- Grube Lange Wand, Niedersachswerfen, Harz (Kupferschiefer, Besuch nur mit telefonischer Voranmeldung möglich)
Thüringer Wald:
- Besucherbergwerk Finstertal, Asbach (Mn)
- Marienglasgrotte Friedrichsroda (Gipsabbau, Marienglas, Kupferschiefer)
- "Bergbaumuseum Ilmenau"
- Kießlichbruch bei Lehesten (Schieferbruch, Pferdegöpel)
- Feengrotten Saalfeld (Alaunbergbau, Sekundärminerale)
- Neue Hütte bei Schmalkalden (historische Hüttenanlage)
- Grube Morassina, Schmiedefeld (Alaunbergbau, Sekundärminerale)
- Schiefermuseum Steinebach, Thüringer Wald (Schiefer, Griffelschiefer)
- Besucherbergwerk Grube Hühn, Trusetal (Ba)
- Kittelsthaler "Tropfsteinhöhle" bei Wolfsberg, (Baryt, natürliche Karsthohlräume)
- Vereinigte Reviere Kamsdorf (Fe, Ag, Cu)
Sonstige Anlagen in Thüringen:
- Naturkundemuseum Gera (Ronneburger Uranbergbau, Höhler = Bierkellersysteme)
- Kalibergwerk Merkers (Kalibergbau, Schatzkammer 3. Reich, Kristallhöhle)
- Märchenhöhle Walldorf (Stubensandabbau)
Bergbaukultur in Österreich:
Salzburg:
- Arthurstollen, Mühlbach am Hochkönig (Cu, Gangbergbau, Besucherbetrieb im Aufbau)
- Kupfergrube Hüttau – Larzenbach (Cu, Fahlerz, anstehende Erzgänge, Besucherbetrieb im Aufbau)
- Imhof – Unterbaustollen Gasteiner – Rauriser Tal (Au)
- Schaubergwerk Hochfeld, Untersulzbachtal (Cu, Gangbergbau, Lehrpfad)
- Ausstellung "Mineral & Erz", Samerhofstall, Neukirchen – Bramberg
- Schaustollen Wald, Nationalpark Hohe Tauern (Fluorit)
Steiermark:
- Salzbergwerk Altausee (Salz, Barbarakapelle, Rutsche)
- Schaubergwerk Eisenerz (Fe, Weitungsbaue, Grubenbahn, Mineralienausstellung)
- Erzbergmuseum der Stadt Eisenerz (Fe, Bergbau, Geologie des Steirischen Erzberges und Umgebung)
Niederösterreich:
-
Salzbergwerk Bad Ischl (Salz, Grubenbahn, Rutsche, Sinkwerke)
- Schaubergwerk Maria Schulzstollen, Payerbach, Geoschule Payerbach (Siderit, Sekundärminerale)
- Salzbergwerk Hallein / Dürrnberg (Salz, Grubenbahn, Rutsche, Sinkwerk)
- Salzbergwerk Hallstatt (Salz, "Mann im Salz", Rutsche, Sinkwerk, keltischer Bergbau)
- Seegrotte Mödling (Gips, UT – Rüstungsproduktion)
- Mineralogisches Museum der Sternwarte Kremsmünster (Lagerstättensammlung von 1780 !)
Tirol:
- Schaubergwerk Erbstollen Kupferplatte, Jochberg in Tirol (Cu, Gangvererzung, Grubenbahn, Suchstollen)
- Schaubergwerk Sigmund – Erbstollen, Schwaz in Tirol (Cu, Ag, Grubenbahn, Wasserkunst, Weitungsbaue, moderner Dolomitabbau und viel Betrieb !)
- Fallwindesstollen, Kals, Osttirol
- Silbergruben b. Virgen, Osttirol (Ag, Pb, Zn)
- Stollen Hofer Graben, Hopfgarten im Defereggental
- Knappengruben Blindes, St. Jacob
Kärnten:
- Schaubergwerk Hüttenberg, Knappenberg in Kärnten (Fe, Abbauverfahren)
- Bergbaumuseum Klagenfurt (Balg, Bergbau in Kärnten: Bleiberg – Kreuth, Hüttenberg, Waldenstein, Theißenegg, Wölch und Loben (alle Fe), Millstätter Alpen (Magnesit), Kohlebergbau, Windisch – Bleiberg (Pb), Goldbergbau, in alten Luftschutz – Stollensystem
- Terra Mystica, Bad Bleiberg (Pb, Schachtfahrung, Abbaue)
- Gold und Silberschurfgemeinschaft Heiligenblut, Spittal an der Drau
- Schaubergwerk Schwarzleo, Leogang (Cu, historische Abbaue)
- Schaubergwerk Historische Silbergruben Oberzeiring (Cu, historische Abbaue, natürliche Karsthohlräume)
- Schaubergwerk Pertisau, Pertisau in Tirol (Steinölgewinnung)
Bergbaukultur in der Schweiz
- Salzbergwerk Le Bouillet, Bex, Kanton Waadt (Salz, Grubenbahn, Kristallsall, Festsaal)
- Bergbaumuseum Graubünden, Schmelzboden – Davos (Pb, Zn, Bergbau in Graubünden)
- Schaubergwerk Silberberg, Schmelzboden – Davos (Pb, Zn)
- Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Köpfnach b. Zürich (SK, Grubenbahn)
- Eisenbergwerk Gonzen AG (Fe, Kammer – Pfeilerbau, Grubenbahn)
Miniblitz – Bauanleitung für einen kleinen, wasserdichten, extrem preiswerten Sklavenblitz
von Michael Kitzig
Die Fotografie untertage verlangt in der Regel nach leistungsstarken
Blitzgeräten in der Größenordnung 200 – 600 Wsec.. Trotzdem ist es manchmal
nützlich, noch einen kleinen Zusatzblitz mit zu führen, auch wenn er nur einige
Wsec Leistung bietet:
- als „Verlängerung“ , um einen anderen Sklavenblitz „um die Ecke“ zünden zu
können
- Seitenlicht bei Makroaufnahmen
- zum gezielten beleuchten kleinerer Objekte, Gesichter etc.
Gerade beim letzten Punkt kommt die oft vergessene Tatsache zum tragen, dass
die Intensität des Lichtes quadratisch mit der Entfernung zum Objekt abnimmt;
d.h., geht man mit dem kleinen Blitz nah genug ans Objekt, wird es damit
ziemlich hell ausgeleuchtet.
Weil der Blitz als Sklavenblitz durch das Licht des Hauptblitzes gezündet
wird, ist das kein Problem.
Da das hier vorgestellte Gerät zudem druckwasserdicht ist, gelingen damit
auch reizvolle Unterwasserbeleuchtungen – auch interessant für Taucher!
Hier ein Anwendungsbeispiel:
Wie man sieht, macht der kleine in der Hand gehaltene Blitz mit
nur 5 Wsec gegenüber dem Hauptblitz mit 40 Wsec reichlich Licht, weil er nah ans
Objekt gehalten wird und natürlich die weißen Sinter gut reflektieren.
Nun aber zur Sache:
Im Zeitalter des Teuro und der allgegenwärtigen Teuerung kostet dieses
Projekt fast nichts! Wir erreichen dies durch konsequente Nutzung der
Reste unserer Wegwerfgesellschaft: Ein echtes Aufwärtsrecycling !
Ausgangspunkt sind die verbreiteten Einmalkameras der Fa FUJI: Grüne
Pappschachteln, die einen Einfachst-Fotoapparat mit Fixfocus enthalten, welcher
nach Belichtung des darin enthaltenen Films komplett zur Entwicklung abgegeben
wird. Allerdings wird dabei jedes Mal das darin eingebaute Blitzgerät auf
Nimmerwiedersehen mit abgegeben.
Wir fragen einen befreundeten Fotohändler, ob so eine Kamera bei ihm zur
Entwicklung abgegeben wurde. Der Händler braucht nämlich nur den Film zur
Entwicklung einzusenden, und dieser ist eine ganz normale Kleinbildpatrone,
welche sich mit etwas Geschick aus der Kamera entfernen lässt. Keine Angst, dem
Film passiert nichts, weil er im belichteten Zustand in die Patrone eingezogen
ist.
Mit der Kamera gehen wir nach Hause und zerlegen diese dort in aller Ruhe.
Vorsicht!!
Der Blitzkondensator (groß, schwarz, zylindrisch) kann noch auf bis zu 330 V
aufgeladen sein und unangenehme Schläge austeilen!! Also zuerst die Batterie
raus (ist meist noch zu gebrauchen) und den Kondensator mit einem Widerstand von
ca. 1000 Ohm und einigen Watt Belastbarkeit entladen.
Die gesamte Blitzelektronik sieht dann so aus:
Unten rechts erkennt man den Zündkontakt, oben rechts den
Blitzkondensator.
Die Leistung des Blitzgerätes errechnet sich:
W [ W s e c ] = 1 /2 C [ F ] U ² [ V ]
(weil U nicht komplett zur Verfügung steht,
sondern nur bis zur Brennschlussspannung von ca. 60V, setzt man Ulade² – Urest²,
d.h. 330² – 60² ein)
zu 5.2 Wsec.
Die Schaltung der Blitzelektronik:
Die zu ergänzenden Bauteile sind rot gezeichnet.
Wir brauchen:- Einen empfindlichen Kleinthyristor, 600V, 1A (z.B. BT 149)
- zwei 0.25W Widerstände 1 M Ohm
- Keramik oder Folienkondensator 0.1 uF 4 Stück Fotodioden (aktueller Typ z.B.
SFH 200)
Die Fotodioden sind relativ teuer und nicht überall erhältlich. Sie müssen in
der Schaltung genügend Spannung zum zünden des Thyristors aufbringen; mit stark
reduzierter Empfindlichkeit gehen da schon zwei Stück; besser sind vier.
Alternative:
Der Recyclinghof; da schnappen wir uns einen ausgedienten
Solartaschenrechner und bauen das kleine Solarpanel, i.d.R. vierzellig, aus und
schon haben wir unseren Sensor. Dieser hat allerdings einen breiteren
Öffnungswinkel als die Fotodioden, so dass letztere am besten mit einem
biegsamen „Kabelschwanz“ am fertigen Gerät angebracht werden. Daneben geht es
auch noch mit Fotodiodenarrays (z.B. KOM2100b), wer hat…
Wer sich weiter keine Arbeit machen möchte, lässt nun die Platine so wie sie
ist, hängt die Zusatzschaltung an den originalen Blitzkontakt und baut das ganze
irgendwie in ein Gehäuse ein. Richtig interessant wird es aber erst, wenn der
Blitz so richtig klein und druckwasserfest wird. Damit ist er
unverwüstlich und kann auch jederzeit unter Wasser betrieben werden.
Klingt teuer?
Nein, kriegen wir auch fast zum Nulltarif:
Hauptproblem ist ein druckwasserdichter Batteriebehälter, wenn man nicht
gleich den Akku in die spätere Heißkleberumhüllung mit einbeziehen will (was
nicht übermäßig ratsam ist). So was kriegt man nicht bei Conrad oder sonst wo,
sondern im nächsten Krankenhaus oder beim Arzt.
Wie schnorren ein bisschen und holen uns ein Blutentnahme-Serumröhrchen
System SARSTEDT:
In dieses passt, wie dafür gemacht, genau eine Mignon (AA) Zelle.
Wir schrauben den Kopf ab, verstreuen die als Trennmittel dienenden vielen
kleinen Plastikkügelchen zur Freude der Sauberkeit liebenden Familienmitglieder
in der Wohnung, ziehen den Kolben nach hinten und brechen den Stempel ab.
Das sieht dann SO aus:
Als nächstes brauchen wir eine schöne Kontaktfeder für den Batteriehalter.
6V Laternenbatterien haben je zwei Stück davon – wenn wir im
Altbatteriecontainer nicht fündig geworden sind:
Der Bauhof hat massig
entladene aus Unmengen von Baustellenbeleuchtungskörpern herumliegen.
Am dicken Ende der Feder lässt sich gut ein flexibler Draht anlöten und durch
ein kleines Loch im Kolben fädeln. Der am Kolben befindliche kleine Zylinder (wo
der Stempel dran war) kommt nach innen Richtung Batterie und dient als
Endanschlag.
Wir sägen das Röhrchen an der freundlicherweise vom Hersteller
mit einem umlaufenden Ring markierten Stelle durch und schieben den Kolben mit
oben aufsitzender Feder soweit hinein, bis der Federfuß sich exakt 60mm
vom Beginn des Röhrchens am Gewinde entfernt befindet. Hinten wird dann
bündig mit Heißkleber aufgefüllt und das ganze damit fixiert.
Während der Kleber erkaltet, bereiten wir den Pluspol vor:
Der Nippel an
der Schraubkappe wird um etwa die Hälfte gekürzt. Wir müssen uns nun eine runde
Scheibe aus Blech anfertigen, die genau in den inneren Zylinder passt. Zur Not
kann man ein 1Centstück zurechtfeilen.
Es empfiehlt sich, die Oberfläche zu
verzinnen. An der Rückseite wird eine flexible Litze angelötet und durch den
ehemaligen (gekürzten) Ansatzstutzen für die Nadel geführt und dann die
Blechplatte mit Heißkleber fixiert.
Bitte jetzt auf den Abstand der
Kontaktscheibe zum Rand des inneren Zylinders achten; dieser sollte ca. 1mm
weiter vorstehen: Der Clou beim fertigen Batteriehalter ist dann nämlich, dass
wir keinen Ein/Ausschalter brauchen, denn man dreht die Batterie einfach rum –
und fertig!
Durch den Trick mit dem inneren Zylinder kann nämlich nur der
hervorspringende Pluspol der Batterie Kontakt bekommen, der Minuspol im AUS-
Zustand aber nicht.
Der fertige Batteriehalter sollte dann SO aussehen:
Jetzt könnte man wieder alles zusammen bauen oder besser – kleben.
Perfekt
wird es aber erst, wenn wir alles noch einmal schrumpfen lassen:
Dazu löten wir sämtliche Bauteile von der Platine: 
(die zusätzlich einzubauenden Teile sind nicht mit abgebildet)
Die Platine darf entsorgt werden. Die Bauteile werden nun freitragend
dreidimensional als „ugly construction“ wieder zusammengelötet; wer als Kind
immer zuwenig Legos für ein bestimmtes Projekt gehabt hat, wird damit keine
Schwierigkeiten bekommen.
Einige Dinge sollte man dabei beachten:
Der Zündtrafo gehört unmittelbar
hinter die Blitzröhre.
Die Glimmlampe ganz hinten ans andere Ende, damit man
sie später durch einen dünnen Film Heißkleber auch noch sehen kann.
Am besten
geht man schrittweise vor und vervollständigt die Zündschaltung erst, wenn man
sich vom einwandfreien Funktionieren der Wandlerschaltung überzeugt hat.
WICHTIG: nach jedem Test das entladen des Kondensators nicht
vergessen – sonst wird man schmerzhaft daran erinnert!
Bei der Verdrahtung sollte – wer hat – möglichst Teflonleitung verwenden.
Das Resultat könnte dann etwa SO aussehen: 
Mit dem – hier noch nicht angeschlossenen – Fotodiodensensor sollte die
Schaltung dann ausgiebig getestet werden, denn später sind Korrekturen nicht
mehr möglich. Ein normaler 40Wsec Blitz sollte aus mindestens 25m Entfernung
auslösen, eine schnell darüber geschwenkte Grubenlampe dagegen nicht.
Klappt alles, wird der Kondensator entladen und die gesamte
Schaltung mit dem Batteriehalter und einem bisschen Geschick mit Heißkleber
umhüllt. Eine bereitgestellte Schale mit etwas Prilwasser ist sehr hilfreich,
weil sich der halbsteife Klebstoff mit den benetzten Fingern dann gut formen
lässt. Außerdem verewigt der Erbauer dann seine Fingerabdrücke…
Das fertige Blitzgerät könnte dann etwa SO aussehen: 
klein, kompakt, wasserdicht. (hier mit Diodensensor am Schwanz)
Geht mit EINER AA Zelle oder Akku.
Zum Einschalten Kappe auf, Batterie
rumdrehen, Kappe zu.
Und nun viel Glück beim Basteln!
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Wissenswertes zu Belichtungszeiten mit Powerblitzen
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Eine Publikationsserie von Michael Kitzig
Wissenswertes zu Belichtungszeiten mit Powerblitzen
Qualitativ hochwertige untertage- Fotoaufnahmen erfordern viel Licht.
Bei dem von mir üblicherweise verwendeten Filmmaterial mit 100 ASA Empfindlichkeit stößt man mit den handelsüblichen Blitzgeräten, welche Leistungen bis ca. 60 Wsec. bieten, schnell an Grenzen.
Dies gilt insbesondere bei größeren Räumen oder / und dunklem Gestein wie Schiefer oder Braunkohle.
Aus diesem Grund sind bei uns schon seit Jahren kompakte, leistungsstarke Blitzgeräte im Einsatz. Diese liefern Leistungen um 600 Wsec., also in der Größenordnung stationärer Studioblitze. Die Anforderungen im Bergbau erfordern hier in der Regel eine Eigenkonstruktion. Gezündet werden die Blitzgeräte in der Regel als Sklavenblitz, d.h. durch einen kleinen „Steuerblitz“ an der Kamera.
Das Problem:
..ergab sich aus der Praxis:
Durch einen Defekt im Gehäuse wurde ich gezwungen, einmal ein anderes als da bisher verwendete zu benutzen.
Bei gleichem Motiv, Objektiv, Film und Blitzanordnung ergaben sich unterschiedlich helle Bilder.
Zunächst ein unerklärliches Phänomen!
Zudem hatte ich früher schon oft den Eindruck gehabt, dass unmittelbar nach dem Auslösen, wenn der Spiegel der Kamera wieder hochgeklappt war, noch etwas vom Motiv durch den Sucher zu sehen war.
Der Verdacht:
Die o.g. Beobachtungen legten die Vermutung nahe, dass u.U. die Blitzdauer doch deutlich länger als die Zeit sein könnte, in welcher der Verschluß der Kamera geöffnet ist.
Die beiden verwendeten Gehäuse hatte nämlich auch unterschiedliche Verschlusszeiten für den Blitzbetrieb.
Die Vermutung schein zunächst etwas abwegig, wird doch in der einschlägigen Literatur immer wieder auf die Besonderheit von Elektronenblitzröhren, nämlich deren Betrieb im Millisekunden- Bereich, hingewiesen.
Und da sollte es bei der üblichen Blitzsynchronisationszeit von 1/60 sec. knapp werden können?
Der Versuchsaufbau:
Durch einen einfachen Versuch sollte dies überprüft werden:
Eine Fotodiode, belastet mit einem 150 Ohm- Widerstand, wurde mittig hinter die geöffnete Rückwand der Spiegelreflex- Kamera platziert.
Die Kamera erhielt kein Objektiv, d.h. vor der Fotodiode befand sich nur der Verschlussvorhang der Kamera.
Der zu vermessende Blitz leuchtet aus ca. 1m Entfernung frontal auf die Kamera, d.h. bei geöffnetem Verschluß direkt auf die Fotodiode.
Das hier bei Belichtung erzeuget Spannungspotential wurde von einem Speicheroszilloskop registriert. Das Skop wurde vom Potential selbst getriggert.
In einem Vorversuch wurde ein handelsüblicher Kleinblitz (Metz, Leitzahl 30) direkt auf die Fotodiode gerichtet.
Die Ergebnisse:
Zunächst der Metz- Blitz im beschriebenen Vorversuch:
Der Blitz wurde auf kleinste Leistung eingestellt. Bei diesen Automatikblitzen wird die Leistung und damit die verfügbare Lichtmenge über die Blitzdauer bestimmt.
Erwartungsgemäß sieht man einen sehr kurzen Impuls.
(Ablenkgeschwindigkeit: 5 msec/cm bzw. pro Skalenteil).
Jetzt der gleiche Blitz mit voller Leistung:
Wie man sieht, ist nun die Blitzdauer deutlich größer; in diesem Fall ca. 10 msec.
Die zur Verfügung stehende Lichtmenge entspricht der Fläche (dem Integral) unter den Kurve.
Nun dieselbe Anordnung mit dem 600 Wsec. Kraftblitz:
Hier sieht man, dass die Leuchtdauer deutlich länger ist, nämlich gut 45 msec.
Die Leuchtdauer wird durch verschiedene Faktoren festgelegt:
Betriebsspannung der Röhre, Innenwiderstand des Blitzkondensators und der Zuleitung, und einigen anderen.
Oft finden sich sogar Spulen im Röhrenkreis, um die Blitzdauer aus bestimmten Gründen zu verlängern.
Ganz wichtig sind jedoch die Bauart der Röhre und deren Füllung:
Hochleistungsröhren sind in der Regel gewendelt und haben eine vergleichweise lange Ionisationsstrecke gegenüber den stabförmiger Röhren kleiner Leistung, wie sie in den üblichen mobilen Blitzgeräten verwendet werden.
Man wird beim Bau von Blitzgeräten großer Leistung um eine längere Leuchtdauer nicht herum kommen, da man die o.g. Faktoren kaum beeinflussen kann.
Aber zurück zur Kernfrage:
Machen 45 msec. In der Praxis überhaupt etwas aus, wenn der Verschluß der Kamera doch auf 1/60 sec. steht?
Der Versuch soll Aufschluß geben:
Wir sehen hier den Verdacht bestätigt: nach 10 msec. ist Schluß mit der Belichtung; die restliche Zeit brennt der Blitz vergebens und trägt nichts mehr zur Aufhellung des Bildes bei.
Zwar wird der überwiegende Teil der Energie in diesen ersten 10 msec. abgegeben, aber:
Der Unterschied ist sichtbar! Macht subjektiv ca. zwei Blendenstufen aus.
Aber was ist nun mit den formellen 1/60 sec. passiert?
Die Antwort:
die 1/60 sec. werden nur bei gleichmäßiger Beleuchtung erreicht, nicht im Blitzbetrieb.
Bei Schlitzverschlüssen wird mittels zweier Verschlussvorhänge, welche nacheinander ablaufen, eine Art „Belichtungsstreifen“ über die Filmebene gezogen. Je breiter dieser ist, desto reichlicher („länger“) wird belichtet.
Beim Blitzbetrieb muß nun dieser „Streifen“ so breit werden wie die ganze Filmfläche, damit nicht nur ein Teil des Bildes belichtet wird.
Und muß so lange „offen bleiben“, d.h. der zweite Vorhang darf sich erst wieder schließen, wie die Blitzdauer beträgt.
Wer einmal aus Versehen mit einer zu geringen Zeiteinstellung (z.B 1/125 statt 1/60) geblitzt hat, wird aufgrund des oben beschriebenen Mechanismus ein nur zur Hälfte belichtetes Bild erhalten haben.
Und eben diese Blitzdauer hat die Industrie offenbar auf die oben gemessenen 10 msec. festgelegt, also auf einen Wert welcher der Leuchtdauer der üblichen Kleinblitze gerade entspricht, vergleiche den ersten Test mit dem Metz- Blitz (Bild 2)!
Was nun, was tun?
Eigentlich gibt es nur einen Ausweg, will man die volle Leistung der mühsam mitgeschleppten Kraftblitze ausnutzen:
Belichtungszeit verlängern!
Würde eine Einstellung auf 1/30 sec. reichen?
Mal sehen:
Wie wir sehen, wird hier auch bei 1/30 sec noch Licht verschenkt.
Außerdem verlängert sich die offene Zeit des Verschlusses nicht linear und beträgt jetzt knapp
30 msec. .
Erst eine Einstellung auf 1/15 sec. nutzt in diesem Fall die volle Blitzleistung aus.
Das Ergebnis sieht für den Film erst dann so aus wie die Kurve auf Bild 3!
Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bei Vorhandensein von Gleichlicht
(stationäre Beleuchtung, Helmlampen und dergleichen) dann schon eine erhebliche Verwacklungsgefahr besteht.
Es empfiehlt sich dann, mit Stativ zu arbeiten.
Fazit:
Je leistungsstärker das Blitzgerät, desto länger muß die „Belichtungszeit“ vorgewählt werden.
Das betrifft keineswegs nur selbstgebaute Blitzgeräte!
Ich habe ein vorhandenes Profi- Blitzgerät (Pioneer-70) unter den gleichen Kriterien getestet und eine Kurve wie in Bild 4 erhalten!
Der Hersteller des Gerätes empfiehlt übrigens 1/60 bzw. „die empfohlene Synchronzeit“ zur Belichtung.
Man darf also auch den Herstellern nicht alles kritiklos glauben!
Nachtrag:
Ich habe aus Interesse auch mal ein etwas „moderneres“ Gehäuse getestet, eine
Minolta XD-7.
Diese hat eine Blitzsynchronzeit von 1/125 sec. und keine Verschlussvorhänge aus Stoff, sondern Metalllamellen, die wohl entsprechend schneller arbeiten.
Nach dem oben angeführten überrascht es kaum, dass die hier gemessene „offene Zeit“
für den Blitz auch wieder 10 msec. betrug!
Bei „Gleichlichtbedingungen“ wird hier natürlich mit 1/125 sec. belichtet.
Der Vorteil liegt halt darin, dass dann Gleichlicht weniger störend aufs Bild kommt, wenn gleichzeitig geblitzt wird.
Das strahlende Geleucht – Wartungsanleitung für elektrische Ni Cd/Fe Grubenlampen
Das strahlende Geleucht
Wartungsanleitung für elektrische Ni Cd/Fe Grubenlampen
von Michael Kitzig (†)
Anmerkung: Der Artikel bildet den Stand der Zeit aus dem Jahr 2003 ab.
1.0 warum elektrisches Geleucht?
In der praktischen Bergbauforschung sowie den verwandten Bereichen wie z.B. Höhlenforschung ist die Verwendung einer zuverlässigen Lichtquelle ( und natürlich entsprechende Notreserve ) schon aus Sicherheitsgründen oberstes Gebot. Ganz ohne Licht wird nämlich die Orientierung selbst in einem gut bekannten Grubengebäude sehr rasch völlig unmöglich.
Das haben natürlich schon die Alten erfahren müssen, und nicht ohne Grund erscheint in den Bergmannssagen der Berggeist häufig mit einem besonders hellen Licht und gibt den in Not geratenen Bergleuten Öl auf die Lampe…
In alten Grubenbauen finden sich deswegen auch immer wieder Vorratsfläschchen mit Öl.
Das offene Geleucht, betrieben mit Öl oder Fett („Unschlitt“) war über Jahrhunderte die einzige Lichtquelle, denn die ach so „romantischen“ Fackeln eigneten sich schon damals wegen der erheblichen Rußbildung und des hohen Sauerstoffverbrauches nicht und sollten auch heute höchstens schlecht gemachten Kino- Produktionen vorbehalten bleiben.
Wer schon einmal eine echte „Froschlampenbefahrung“ probiert hat, weiß den Entwicklungsfortschritt des bergmännischen Geleuchtes wirklich zu schätzen!
Eigentlich kaum vorstellbar, daß man mit so was in die Grube gefahren ist- selbst der kleinste Wetterzug löscht die Flamme sofort aus, von Tropfwasser ganz zu schweigen… und dann gab es nicht mal Streichhölzer, sondern nur Feuersteine zum wieder anzünden!
Auf das eventuell noch brennende Geleucht der Kameraden sollte man sich nämlich- damals wie heute- nicht verlassen!
Praktische Bedeutung (für stationäre Zwecke) haben da heute nur noch Kerzen.
Der unbestrittene Vorteil der o.g. Lichtquellen ist allerdings, daß sie „matte Wetter“, d.h. Sauerstoffmangel oder CO2- Seen anzeigen. Brennbare Gase können sich allerdings daran entzünden, und diese gibt es durchaus nicht nur im Kohlebergbau, sondern auch als Fäulnisgase, meist im Wasser gelöst, in Erzgruben.
In bestimmten Sonderfällen kann daher auch heute noch eine Benzin-Wetterlampe ihre Anwendung finden. Das Verhältnis: Lichtausbeute zum Gewicht, ist allerdings extrem ungünstig, und zum reinen Prüfen des Sauerstoffes in den Wettern eignet sich auch ein Feuerzeug, dessen Flamme bei etwa 16% Sauerstoff (in 0 m ü. NN) erlischt.
Durchaus eine Alternative, in der Höhlenforschung sogar bevorzugt, ist auch heute noch die Karbidlampe, und zwar in ihrer Ausführung mit getrenntem Entwickler und Brenner am Helm, damit man die Hände frei hat. Das Geleucht hat den unbestrittenen Vorteil, daß man jederzeit untertage den Betriebsstoff nachfüllen kann und so, genug Reserve- Karbid vorausgesetzt, eine praktisch unbegrenzte Brenndauer erreicht. Es gibt – ohne Reflektor- eine gute Raumausleuchtung und mit Reflektor einen weichen Übergang des Lichtkegels, eignet sich aber nicht zur Ausleuchtung langer Strecken, hoher Abbaue oder dergleichen. Schließlich kann man noch seinen Kaffee über der Flamme wärmen; dazu sind sogar mal extra Modelle entwickelt worden.. . Die Empfindlichkeit gegenüber Wetterzug ist sehr gering; allerdings sorgt ein Tropfen Wasser an der richtigen Stelle (Düse) für sofortige Finsternis. Für kurze Befahrungen lohnt sich die Inbetriebnahme kaum, und der Karbid“duft“ im Auto nach der Befahrung ist auch nicht jedermanns Sache.
Karbidlampen sind auch nichts für Beamte, denn sie wollen ständig bewegt werden und eignen sich somit auch wenig für`s Biwak. Das gilt auch für die sogenannten Beamtenlampen!
Und dann ist da noch der Sicherheitsaspekt: mit der offenen Flamme, zumal am Helm und damit „unbeobachtet“, können so einige Dinge unliebsame Bekanntschaft machen: Fledermäuse, der Kameraden Hosenböden, brennbare Flüssigkeiten in Maschinenräumen und –besonders tückisch- das Kletterseil, an dem man gerade hängt!
Karbidlampen gehören in erfahrene Hände, sonst brennt ganz schnell mal der Helm (selbst erlebt) oder der Kamerad steht plötzlich im Dunkeln und dampft aus dem Pulli, da sich der Schlauch vom Entwickler gelöst hat.., nicht auszudenken, wenn der jetzt mit dem Feuerzeug hantiert hätte!
Der vermeintliche Vorteil des Erkennens matter Wetter existiert nur bedingt; dabei soll sich die Flamme etwas rötlich färben. Auf das Verlöschen sollte man lieber nicht warten, denn mir liegt ein Bericht aus dem Jahr 1943 vor:
Im Kaliwerk Kaiseroda hatte es da einen heftigen CO2- Ausbruch gegeben, bei welchem sich das Gas wie Wasser aus dem Schacht über den Zechenplatz ausgebreitet hat. Die anschließende Bewetterung gestaltete sich schwierig, da sich das CO2, schwerer als Luft, nur schwer aus dem Schacht drücken ließ und einen Spiegel bildete. Um diesen zu kontrollieren, ließ man Bergleute im Korb einfahren und hängte unter diesen als Indikator eine Karbidlampe.
Zitat: Es ergab sich, daß diese Lampe gegen CO2 wesentlich weniger empfindlich ist als der Mensch, da trotz der unverändert unter dem Korbe brennenden Lampe ein Mann auf diesem bewußtlos wurde!
Soweit zu diesem Thema.. .
Benzin- und Gasdrucklampen eignen sich gut für`s Biwak und stationäre Zwecke, sind aber sonst zu erschütterungsempfindlich. Weiterer Vorteil: man kann Socken drauf trocknen. Petroleumlampen rußen untertage fürchterlich!
Elektrisches Geleucht hat natürlich auch seine Nachteile: keine Wetterdiagnose (Feuerzeug mitführen!), Akkus in der Regel nicht unter Tage nachladbar, und es bedarf einer gewissenhaften Wartung und Pflege, da man der Lampe von außen nie ansieht, wie lange sie wohl halten wird?!
Aus diesem Grund gibt es diesen Artikel; für die Pflege von Karbidlampen gibt es gute Tips bei den Höhlenforschern!
Selbstverständlich benutzen wir heute moderne elektrische Kopflampen; die kiloschweren Mannschaftslampen gehören ins Museum und Taschenlampen aus dem Supermarkt am besten auf den Müll.
Für die Zukunft scheint die Entwicklung weißer Leuchtdioden interessant zu werden; zur Zeit gibt es jedoch wohl kaum etwas robusteres als die kommerziell nach strengen Normen gefertigten Bergbau- Lampen, die ich im folgenden vorstellen werde.
Für einen guten Tausender in der Neuanschaffung kann man ja auch einiges erwarten… .
Kleben von Gummisachen und andere nützliche Tips
von Michael Kitzig
Jeder Praktiker im Altbergbau oder in der Höhlenforschung kennt das Problem:
Irgendwann hat auch die beste Wathose ein Loch bekommen, die Jacke ist undicht, das Schlauchboot pfeift aus allen Löchern…. .
Dieses Problem hat – nicht nur mich – jahrelang beschäftigt und nach geeigneten Reparaturmaterialien suchen lassen, denn schließlich kann man nicht alles zum Vulkanisieren weg bringen, sofern man überhaupt eine Firma dafür findet, und untertage heißt es sowieso: Do it yourself!
So nebenbei haben sich dann noch einige andere Anwendungen fernab vom Schlaz ergeben.
1. Gummi oder PVC ?
Dies ist die Schlüsselfrage, um überhaupt etwas dauerhaft am Material ausrichten zu können.
Zum Glück haben wir da ein hochempfindliches Meßinstrument: unsere Nase!
Wer sich nicht sicher ist, woraus Wathose oder Boot & Co bestehen, nehme eine kleine Materialprobe und halte die Flamme eines Feuerzeugs darunter: Gummi wird einen eigentümlich widerlichen Geruch nach verbannten Haaren erzeugen, PVC hingegen wird beim Erwärmen, bevor es brennt, weich und klebrig ( Thermoplaste )
2.1 PVC
Hier kann man sich im Falle eines Schadens dessen thermoplastischen Eigenschaften zu nutze machen: mit einem erhitzten Messer oder besser noch einem mitgeführten kleinen Gaslötkolben kann man das Material erweichen und über die Schadstelle schmieren. Zu Hause kann man auch versuchen, mittels altem Bügeleisen ( Leinentuch zwischenlegen! )
Ein Stück aus einer weniger wichtigen Stelle – es muß das gleiche Material sein – vorsichtig anzubügeln.Oder man geht gleich zum Profi für PVC – Folien: dem Dachdecker! Dieser hat häufig kleine Reste von Spezialkleber, welcher nicht im Baumarkt o.ä. erhältlich ist und das PVC regelrecht anlöst und ganz innig verbindet. Vorsicht beim Verarbeiten, die darin enthaltenen Lösungsmittel sind toxisch! Der einmal angebrochene Kleber läßt sich kaum längere Zeit aufbewahren, am besten noch in einem Glasgefäß mit eingeschliffenem Stopfen. Größere Betriebe verarbeiten das Zeug aber ständig und die Reste müßten sowieso in den Sondermüll, eben weil sie sich nicht halten.
2.2 Gummi
Gummisachen sind in der Kälte flexibler und neigen bei falscher Lagerung zum Verspröden und werden porös. Deshalb nie der Sonne oder dem warmen Heizungsraum längere Zeit aussetzen! Im übrigen – und das gilt eigentlich für die gesamte Ausrüstung – ist es gut, die Sachen möglichst bald nach der Befahrung zu reinigen und zu trocknen. Sind dann Reparaturen nötig, sind Universalkleber oder die o.g. Metoden für PVC nicht geeignet, da sich Gummi nicht anlösen läßt.
Auf den ersten Blick scheinen sich hier Flicken für Fahrradschläuche und die zugehörige Vulkanisierlösung anzubieten. Nach Gebrauchsanleitung appliziert halten die Flicken zwar zunächst und sind unübertroffen, wenn`s schnell gehen soll. Man wird aber nach einiger Zeit feststellen, das der Gummi um den Flickenrand herum stark versprödet und der Schaden sich auf Dauer nur ausweitet.
Ich habe über mehrere Jahre verschiedene Kleber ausprobiert und dann endlich etwas wirklich brauchbares gefunden, und zwar nicht im eigentlichen Klebersektor, sondern in der Rubrik „Dichtstoffe“: sog. ELCH- Kleber der Fa. Rhodia, gibt`s im OBI –Markt im Baustoff – Regal bei den ( übrigens für unsere Zwecke ) völlig ungeeigneten Silkon- Kartuschen unter der Bezeichnung: ELCH / kleben & dichten 2.in 1 auf Polyurethanbasis in den Farben schwarz, weiß oder grau.
Das Zeug hat sich auf Gummi hervorragend bewährt. Es bleibt elastisch und versprödet nicht.
Es trocknet recht schnell ( Flicken sind im Notfall schon nach 2 Stunden bedingt belastbar ) .
Leider trocknen die angebrochenen Kartuschen auch schnell aus. Es gibt aber auch kleine Tuben, sozusagen für unterwegs… .
Mit dem Kleber lassen sich hervorragend Löcher flicken; auch bei größeren Defekten ist meist kein Flicken nötig, da der ausgestrichene Kleber selbst einen sehr belastbaren, elastischen Film bildet. Voraussetzung ist eine gründliche Reinigung des Untergrundes, Entfettung mit Nitroverdünnung und aufrauhen mit Sandpapier.
Selbst flächenhaft poröse Stellen lassen sich sanieren:
Säubern wie oben beschrieben und dann den ELCH – Kleber mit dem Daumen „reinrubbeln“.
Geht hervorragend und selbst poröse Stellen am Schlauchboot werden wieder luftdicht.
3.0 Sonderanwendungen
Bei den Arbeiten mit dem ELCH – Kleber haben sich auf Grund dessen hervorragender Eigenschaften eine Reihe zusätzlicher Anwendungen ergeben. Die Liste kann beliebig durch weiter Einfälle ergänzt werden.
3.1 das künstliche Arschleder, immer dabei
Baumwollstoff oder Mischgewebe, mit Nitroverdünnung entfettet und mit Schmirgel aufgerauht, läßt sich mit Hilfe eines Spachtels dünn mit ELCH – Kleber beschichten. Die so behandelte Arsch – oder Schulterpartei des Schlazes wird so wasserdicht!
3.1 verlorener Gummifuß am Fotostativ
Problem: kein Ersatz verfügbar. Lösung: größeren Klumpen Kleber mit feuchten Fingern anmodellieren, gut trocknen lassen, hält wie neu.
3.2 Stoßschutz für Blitzgeräte oder andere empfindliche Sachen
Die empfindlichen Kanten der Gegenstände gut mit dem Kleber bedecken und mit feuchtem Finger glätten. Ausbesserungen sind jederzeit nachträglich möglich.
3.3 Resteverwertung
Die ausgetrockneten Reste in der Kartusche oder deren Tülle werfe ich nicht weg; in Scheiben geschnitten dienen sie prima als rutschfeste Gerätefüße für elektronische Geräte ect. Aufkleben natürlich mit ELCH – Kleber.
3.4 „Maßanfertigung“ von Wathosen usw.
Die beliebten und preiswerten NVA – Ganzkörperkondome oder Schutzhosen werden jetzt noch praktischer: Mit ELCH – Kleber und etwas Geschick ( und Geduld ) kann man die unpraktischen Füßlinge ablösen und sich Gummistiefel drankleben, und zwar als dauerhafte Lösung – hat sich bei mir über Jahre bewährt. Achtung: Wird nur was, wenn die Stiefel auch wirklich aus Gummi sind!
4. Anwendungsbeispiele im Bild

Ersatz eines verlorenen Gummifuß am Stativ
wir basteln uns eine Wathose
Stoß – und Schlagschutz an einem Blitzgerät