Publikationen

Artikel und Publikationen von Mitgliedern der GAG und von Gästen. Jeder ist aufgerufen an der Wissensammlung teilzunehmen und eigene Thementexte zur Veröffentlichung einzureichen.

2. Thüringer Altbergbaukolloquium

Geschrieben von MichaP

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

am 22. – 24. April 2005 veranstalten wir zum zweiten Mal unser Thüringer Altbergbaukolloquium. Nachdem im letzten Jahr in Bad Blankenburg viele interessante Vorträge gehalten, eindrucksvolle Gruben befahren und neue Kontakte geknüpft werden konnten, hat es uns in unserer Meinung bestätigt, dass solch eine Veranstaltung in Thüringen gefehlt hat und zu einer festen Institution erwachsen sollte.

Dieses Jahr wurde das Organisationsteam der GAG durch eine weitere Person bereichert: Klaus Müller vom Schaubergwerk Morassina in Schmiedefeld.

Das Rahmenprogramm steht bereit fest, die Referentenliste mit den Vortragsthemen und die Exkursionsziele folgen alsbald.

Als Tagungsort dient dieses Jahr innerhalb der Ferienanlage Lichte-Geiersthal das Hotel „Feldbachtal“, welches eine ganz hervorragende Infrastruktur bietet. Neben sehr geräumigen und komfortablen Zimmern zur Übernachtung gibt es einen separaten Tagungsraum, ein Restaurant und eine Bowlingbar.

Anmeldung und Tagungsbeitrag
Die Anmeldung für die Tagung und die Buchung für die Übernachtung sind nicht mehr gekoppelt und haben daher separat zu erfolgen. Personen, die am Tagungsort übernachten wollen, müssen sich jedoch vorher bei uns für die Tagung anmelden und den Tagungsbeitrag bezahlen. Zimmer für die Übernachtungen sind beim Hotel BIS SPÄTESTENS 08.04.05 zu buchen.
Teilnehmer, die eine der Exkursionen begleiten wollen, müssen sich ebenfalls vorher anmelden. Personen, die nur die Vorträge besuchen, werden gebeten, sich auch anzumelden, Kurzentschlossene sind aber trotzdem herzlich willkommen.

Die Tagungsgebühr beträgt 10 EURO. Sie ist zusammen mit der Anmeldung fällig. Sie beinhaltet die Tagung, Getränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser) während der Tagesvorträge am Samstag und die Exkursionen.
Voranmeldungen werden ab sofort angenommen, wobei die endgültigen Anmeldungen erst in einigen Tagen vorgenommen werden können, wenn alle Exkursionsziele bestätigt werden.

Ablauf

Freitag, 22. April 2005

 

ab 17.00 Uhr

Anreise / Anmeldung

 

ab 17.00 Uhr

Abendessen

ab 20.00 Uhr

Begrüßung

Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre

open end

 

 

 

Samstag, 23. April 2005

 

ab 8.00 Uhr

Frühstück im Restaurant (für Personen die Zimmer im Haus gebucht haben)

ab 8.30 Uhr

Anmeldung

9.00 Uhr

Offizielle Eröffnung

ab 9.00 Uhr

Vorträge

12.00 Uhr

Mittagessen im Restaurant (Kartoffelsuppe mit Würstchen und Semmel)

Preis 3,–€/ Portion incl. Suppennachschlag – exkl. Getränke
Die Mittagspause wird extra lang gehalten um Zeit zum Gedankenaustausch einzuräumen

14.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr

Vorträge

ab 19.00 Uhr

Abendessen im Restaurant
„Thüringer Spezialitäten Büffet“

(Rostbrätel, Bratwürste, Grillschinken, Sauerkraut und Bratkartoffeln, Hackepeter und Wurstsorten der Region, Salate und Beilagen)

Preis 7,–€/ Pers. exkl. Getränke

ab 20.30 Uhr

Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre

open end

 

 

 

Sonntag, 23. April 2005

 

ab 8.00 Uhr

Frühstück im Restaurant (für Personen die Zimmer im Haus gebucht haben)

9.00 Uhr

Abfahrt zu den Exkursionszielen (Fahrzeit im Bereich von 30 Minuten)
Dauer der Exkursionen je nach Ziel 2-4 Stunden

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Fälschungen von Grubenlampen

Geschrieben von MichaP

Anmerkung: Der Artikel spiegelt den Stand der Dinge im Jahr 2005 wieder. Mittlerweile sind die Fälschungen weitaus komplexer und im Detail ausgereifter. Was heißt das? Die hier aufgeführten Punkte können noch immer helfen eine Fälschung zu idendifizieren. Aber es kann sein das eine "moderne" Fälschung damit nicht mehr erkannt werden kann.

Vorwort:

Karl Kraus prägte einmal den Satz, daß sich der Österreicher vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache unterscheidet. Ich ersuche daher alle bundesdeutsche Leser dieses Artikels Nachsicht mit mir zu haben!

Tatsache ist, daß alles was einen gewissen Wert hat auch gefälscht wird. Beispiele hierfür ließen sich unzählige anführen (Bilder, Antiquitäten, Briefmarken, Uhren, Modeartikel, …).

Manche Sammelgebiete kamen dabei schon fast vollständig zum Erliegen, weil man Original von Nachbau nicht mehr unterscheiden kann, etwa Überraschungseierfiguren.

Auf dem Gebiet der Grubenlampen sind wir am besten Weg dazu. Der Trend der letzten 20 Jahre wertvolle Lampen zu sammeln, führte rasch zu einer Verknappung an „high end“ Stücken. Dem gegenüber steht aber auch, daß die Sammlerszene völlig überaltert ist. Der Preis richtet sich wie immer nach Angebot und Nachfrage. Naturgemäß ergeben sich somit in letzter Zeit Angebote immer öfters. Fragt man einen Lampensammler übrigens nach dem Grund seiner Sammeltätigkeit erhält man meistens mehrere Antworten, etwa Interesse am Altbergbau, Ästhetik, systematisches Interesse, Wertanlage etc. Letzteres ist wie eben erwähnt mehr als fraglich.

Nachbauten, egal ob primitiv oder hoch professionell gab es auch schon immer. Es beginnt bei den typischen, stark rostnarbigen rumänischen Froschlampen, die oft zehnerweise am Haufen auf ungarischen Mineralienbörsen liegen (Preis früher DM5 heute Euro 10 J ) und endet bei perfekten Harzer Fröschen um weit mehr als 1000 Euro. Nicht jeder Nachbau muß übrigens eine Fälschung sein. Einige Firmen produzieren bewußt alt aussehende Lampen für gewisse Kundenschichten. Nicht jeder ist bereit eine Rießenmenge Geld auszugeben, um eine Mineralienvitrine mit einer alten Lampe zu schmücken. Mit geringen Ansprüchen erreicht man denselben Effekt auch mit einem Nachbau um 30-40 Euro. Manch einer erhielt einen Nachbau als Geschenk für persönliche Anlässe, etwa seine Pensionierung als Bergmann. Ich selbst erhielt mal die Anfrage von einer Schweizer Tunnelbaufirma die, anläßlich des Durchschlags eines Straßentunnels,  200 Lampen von mir irrtümlicherweise kaufen wollten.

Was ist also eine Fälschung? Die bewußt unrichtige Veräußerung eines Stücks unter Vorgaukelung falscher Tatsachen.

Damit ergeben sich aber weitere Fragen:

Fallbeispiel 1:

Auf einer Veranstaltung sah ich eine aufwendig hergestellte Sicherheitslampe (Bilder weiter unten) um einige hundert Euro. Reeller Wert ist aber 4000-5000 Euro. Auf meine Frage, wieso er die Lampe nicht als Nachbau beschrieben hat meine der Händler einfach „Wenn ich einen Van Gogh um 100 Euro auf einem Flohmarkt kaufe nehme ich auch nicht an daß er echt ist.“ Folglich, selbst das NICHT Beschreiben eines Nachbaus ist meiner Meinung nach Irreführung am Kunden.

Fallbeispiel 2:

In meinen Anfangszeiten als Sammler kaufte ich öfters Froschlampen, die wie sich dann mit mehr Erfahrung herausgestellt hat, einzelne nachgebaute Teile aufwiesen. Nachteile müssen genau genommen deklariert werden. Ein rennomierter Händler etwa, der sich auch auf Reparaturen alter Lampen spezialisierte kennzeichnet alle Ersatzteile mit seinen eingeschlagenen Initialen.

Anbei zwei Beispiele seiner Reparaturen. Es wäre doch schade wenn diese Lampen im Urzustand blieben. Wenn jemand so eine Reparatur benötigt, dann bitte mir dies mitteilen und ich werde einen Kontakt zum Restaurator herstellen.

 

Die rechtliche Seite von Fälschungen ist sehr komplex. Erstens erhält man in den seltensten Fällen eine Rechnung ausgestellt auf die man sich später berufen kann. Zweitens, wer soll vor Gericht den Wert abschätzen? Liebhaberpreise gelten bei gerichtlich beeideten Sachverständigen nicht –übrigens auch nicht bei Haushaltsversicherungen!

Was wird nachgebaut:

Sag NIE das ist zu kompliziert zum Nachbauen, das tut sich keiner an, nur weil Du es nicht besser weißt. Es wurde einmal produziert, folglich kann es immer wieder produziert werden. Ich sah in zunehmenden Maße hoch komplizierte Lampen, speziell Sicherheitslampen wie Messing Pokorny, Pieler, Stuchlik perfekt nachgebaut. Der Arbeitsaufwand ist gigantisch, man benötigt aufwändige Stanzmaschinen und trotzdem findet sich immer wer. Man muß sich auch das Lohnniveau mancher (süd-)osteuropäischen Länder vergewissern wo ein Drehbankarbeiter 200-300 Euro monatlich verdient. Andererseits sind die rumänischen Winter lang und kalt, da hat man viel Zeit und findet sich auch mit Margen unter 10 Euro für stundenlange Arbeit ab.

A.) Karbid:

Dieser Lampentypus steht zumeist am unteren Ende der nach oben offenen Beliebtheits- und damit Werteskala. Nur einige wenige Typen schaffen es zu stattlichen Preisen und damit Fälschungen. Die breite Masse liegt wertemäßig zu tief und es existieren noch massenhaft Exemplare. „Ergänzungen“ kommen sicherlich vor, doch sind diese zumeist zeitgenössisch da eben beim Umgang mit der Lampe einzelne Teile abbrachen und erneuert wurden. Ein typischer Verschleißteil waren etwa die Spiegel, die in den allermeisten Fällen nicht mehr Originale sind.

Fälschungen im größeren Stil sind meines Wissens (Stand 1/05) nur bei Hutlampen aufgetreten (Tönnchen). Aus osteuropäischen Quellen gelangten wiederholt Friewo Messingtönnchen in den Handel wobei der Preis etwa 25% des Originals entsprach. Selbst das ovale Firmenschild wurde dabei gefälscht, jedoch nicht gut genug. Details hierzu finden sich in dem erstklassigen aber leider vergriffenen Buch von H.J.Weinberg (1997) in "Die Grubenlampe-Von Zwickau i.d.ganze Welt". Der letzte Schrei auf diesem Gebiet ist, daß manch Fälscher billigste Karbid“leichen“ kauft, nur um an ein original Firmenschild zu gelangen, das dann auf einem Tönnchen prangt. Im Bild ein original Schild.

Außer Tönnchen sah ich nur in einem einzelnen Fall eine Karbidfälschung, nämlich einen Friewo Messing Bloch`schen Drehkeil (Original aus dem Siegerland). Dabei verriet sich der osteuropäische Händler dadurch, daß der Karbidschlamm (von der ersten und einzigen Benutzung!) noch feucht war J

B.) Sicherheitslampen:

Auf diesem Gebiet wird schon wesentlich mehr gefälscht, zumal auch weitaus größere Gewinne locken. Wie schon früher erwähnt kommen gehäuft aus dem osteuropäischen Raum

hochpreisige Fälschungen. Zumeist werden Stückzahlen über 10 produziert, damit sich der ganze Arbeitsprozeß rentiert. Dann allerdings kann man alles haben wie die folgenden Fotos  zeigen.

Bei den ersten zwei Fotos handelt es sich um den Nachbau einer der begehrtesten Lampen, einer Karbid-Sicherheitslampe von Friemann&Wolf, Modell „Stuchlik“. Es wurden seinerzeit nicht viele produziert weil sie zu verschleißanfällig waren und sich daher nicht durchsetzen konnten. Links der Nachbau vor Brünierung – rechts das Original; Marktwert realistischerweise 4-5000 Euro. Erst der Vergleich mit einem Original zeigt feine Detailfehler, sodaß man eher auf allgemeine Kriterien angewiesen ist.

 

Diese beiden Fotos zeigen jeweils eine Pieler Lampe aus Mährisch Ostrau. Links die Replika, aufgenommen in einem lokalen Gasthaus, rechts das Original.

ALLE diese Nachbauten – von der einfachen Messing Friewo bis hin zu Pokorny, Stuchlik, Davy oder AHG – haben gemeinsam:

1.) ein etwas dickeres Blech als das Original

2.) Brünierungsreste:

Dies beruht auf der Verarbeitungsweise. Nach der Produktion muß die Lampe selbstverständlich künstlich gealtert werden. Dies geschieht indem man die ganze Lampe in Brünierungschemikalien eintaucht. Als zweiter Schritt wird die Lampe mittels Bürsten (Schuhbürstmaschinen) partiell gereinigt und zwar nur dort wo man einfach mit den Bürsten hinkommt. Manche Teile –etwa hinter den Gestellstäben bleiben schwarz. Damit erreicht man einen alten, abgenutzten Eindruck. Die schwarzen Flächen lassen sich jedoch meistens mittels Fingernagels oder Holzstückes abreiben und darunter erscheint das glänzende Messing.

3.) wenig mechanische Abnützung

Ich warne jeden davor solche Stücke zu kaufen (werden zumeist NICHT als Nachbau deklariert) und an betuchte Kunden weiter zu veräußern. Es wären zwar Gewinnspannen von einigen tausend Euro möglich, doch zählt dies als schwerer Betrug!

Die „Szene“ bei diesen hochpreisigen Lampen ist außerdem äußerst klein und ein Fallbeispiel aus dem Jahre 2004 zeigte auf, daß binnen einer Woche eine in Freiberg gekaufte Lampe in Ludwigshafen als Fälschung enttarnt wurde.

C.) Froschlampen/ Öllampen:

Dieser Lampentyp wird mit Abstand am meisten gefälscht. Ist man etwa regelmäßiger Beobachter auf Ebay sieht man die weite Produktpalette von einfachst bis unmöglich bestimmbar. Da Froschlampen mein Sammelschwerpunkt sind, möchte ich mich auch auf deren Fälschungen nun konzentrieren. Die Fälschungsmethoden wechseln laufend, d.h. sie

verfeinern sich jedes Jahr. Jeder Fälscher lernt dazu und verbessert sich. Methoden die gestern galten müssen längst heute nicht mehr aktuell sein. Vermutlich wird sogar mancher Fälscher auf Grund dieses Artikels seine Arbeitsweise überdenken, sicherlich nicht zum Beenden seiner illegalen Tätigkeit sondern in noch mehr Rafinesse.

Mein Problem besteht darin, daß ich –zumindest nach jetzigem Wissen- keine Fälschungen besitze, somit auch nur sehr wenige Fotos habe. Daher der Umkehrschluß –wie erkenne ich eine ECHTE Lampe. Hierzu nun detaillierte Beispiele:

1.) Blenden:

Freiberger Blenden sind eins der begehrtesten Sammelobjekte. Obwohl der Preis für Originale im letzten Jahrzehnt stark zurückging (momentan 800-1000 für ein perfektes Stück) werden neuerdings Nachbauten massenweise angeboten. Man sah daß wesentlich mehr existieren als jeder vor der Wende gedacht hatte, folglich Angebot-Nachfrage sinkt der Preis. Wie erkennt man nun solche, wobei ich gestehen muß daß auch ich selbst viel Lehrgeld zahlen mußte.

 

Die ersten zwei Bilder zeigen eine echte Freiberger- , die anderen drei eine echte Lugauer Blende. Das allerwichtigste Kriterium ist das Holz. Messing kann man immer leichter manipulieren als Holz, daher aufs Holz das größte Augenmerk legen. Es MUSS ausschauen wie bei einer hundert Jahre alten, abgewetzten Kirchenbank. Zeigen sich gröbere faserige Strukturen – Hände weg! Außerdem verwenden die Fälscher immer dickere Hölzer und nicht so dünne Funiere wie die Alten. Eindeutig ist auch die alte hölzerne Ausbesserungsstelle der Freiberger Blende an der Oberseite (vermutlich begann sie einmal oben durchzubrennen).

Typisch ist auch das uralte, teilweise in den Holzboden diffundierte Wachs der Lugauer Blende (wurde sowohl für Ölbrand als auch Kerzenwachs benutzt). Allerdings, nichts ist einfacher als so einen Tragehaken wie abgebildet herzustellen. Dieser hat jedoch auf Grund der Arbeitsweise der Alten starke Abwetzungen auf der Innenseite der Biegung!

Fazit: Holz ist Kriterium Nr.1, ansonsten auf Abnützungsspuren schauen. Leider wurde es Mode das Messing der Blenden innen völlig aufzupolieren. Dies lehne ich gänzlich ab da vieles an Flair und Wissen damit verloren geht (mehr davon unter Froschlampen). Einzelne Kuckuck werden heutzutage schon dermaßen gut nachgebaut, daß man keine Chance hat sie zu unterscheiden.

2.) Froschlampen:

Nun kommen wir allmählich zum Herzstück sämtlicher Fälscher.

Hierbei gibt es wie schon öfters erwähnt unzählige geglückte und mißglückte Fälschungen.

Was sollte man nun bei Originalen beachten? Hierbei hilft immer, wenn man sich in die Arbeitswelt der Bergleute hineindenkt, sich praktisch in diese Zeit zurückversetzen kann. Optimal ist dabei auch möglich oft selbst untertage zu gehen um sich ein Bild des Umfeldes zu machen. Persönlich verstehe ich sowieso nicht, warum manche engagierte Lampensammler noch nie oder nur selten in Bergbaue gehen. Man lernt ständig dazu und vieles wird dadurch klarer.

a.) Wirbel/ Tragehaken:

Der Haken diente dazu die oftmals heiß gewordene Lampe zu tragen und vor Ort in der Zimmerung oder Felsen zu fixieren. Natürlich war er ein absoluter Verschleißteil und meistens als erstes kaputt.

Desgleichen waren die Wirbel extrem starker Abnützung unterworfen. Oftmals sieht man eine mehr oder weniger starke Einkerbung. Aber Vorsicht!! Es ist völlig einfach diese einzufeilen, es sollte aber auch der Gegenpart dazupassen. Keine Chance hat man mehr wenn etwa (tatsächlich passiert!!) ein Frosch in einem Lastwagen nach Spanien mitfährt und dabei ständig hin und her pendelt.

Profis werden als allererstes den Frosch mal um 360 Grad am Wirbel drehen und schauen ob das passen könnte. Hängt der Frosch frei und die Dochtschnauze schaut nach oben kann auch etwas nicht stimmen. Wie sollte das Öl vorrinnen können? Manche Frösche hatten sogar eine verschiebbare Arretierung um den Ölfluß nach vorne einstellen zu können!


abgenützter Wirbel einer obersteirischen Froschlampe


typischer rumänischer Frosch mit einem kompletten Rozsnyo Gehänge, offensichtlich in Betriebszeit noch ausgetauscht

stark abgenütztes Gehänge einer Siegerländer Lampe

ebenso abgenützter Wirbel eines sakralen Hessenfrosches

sogar vor einem Messing Seippelfrosch machte die Abnützung nicht Halt

Messing Pribram Frosch mit verschiebbarer Arretierung


b.) Pinzettenstocher /Pinzette:

Zum Nachschieben des heißen Dochtes verwendete man einen Stocher. Ich schätze mal daß bei 50% aller noch existierenden Lampen dieser Stocher fehlt oder durch einen Nachbau ergänzt wurde. Persönlich stört mich dieses Manko noch am wenigsten, damit kann man meiner Meinung nach leben.


echte Pinzette eines Messing Pirringer Frosches

original Dochtstocher und Haken eines Wetzlarer Frosches


c.) Schild:

Ein Schild sagt mehr als tausend Worte, an ihm trennen sich Spreu und Weizen.

Nichts ist schwieriger nachzumachen als ein Schild. Leider ist es Tatsache, daß viele Schilde im Laufe der Zeit auf Grund der schwierigen Arbeitsverhältnisse verloren gingen. Der Wert eines guten Frosches kann aber um 50% reduziert sein wenn das Schild fehlt. Somit existieren wieder zahlreiche Nachahmungen. So sollten Originale ausschauen:

 


klassisches „Seippelmännchen“

steirische Froschlampe mit meinen Initialen J

perfekter Reuschfrosch

sehr alter Reuschfrosch

typischer Seippelfrosch (man beachte die Feilenstruktur!)

perfekter Wetzlarer Frosch

maschinell produzierter Seippelfrosch

„Krokodilfrosch“ mit Kupfernieten

Harzer Frosch mit stark abgenütztem Schild

sehr schöner Erzgebirgsfrosch

offener Harzer Frosch

schöner Reusch Frosch mit kursiv eingeschlagenen Initialen

Manche Schilde wurden kalt angelötet, manche mit Nieten versehen. Beachte bitte immer die Nieten sehr genau, besonders Kupfernieten! Wie ist die Abnützung vorne aber auch hinten? Wieviel stehen sie ab, schauen sie etwa noch blank raus?

Bei Schriftzügen oder Schlagmarken am Schild ist zu beachten ob sie etwa noch einen Kragen besitzen. Erst im Lauf der Zeit verschwindet dieser wiederum durch die ständige Reibung. Besonders gerne werden Jahreszahlen „nachträglich“ eingeschlagen. Manche Schilder wurden von Bergleuten seinerzeit durch Kerben etc. speziell markiert, um seinen Frosch von den anderen unterscheiden zu können.

d.) Erhaltungszustand und Patina:

Rost ist nicht gleich Rost! Es gibt einerseits den sogenannten Edelrost, praktisch eine dunkelbraune Oxidhaut auf Metall, und andererseits den chemisch produzierten rostroten, körnigen Rost.

Die primitiven rumänischen Massennachbauten fallen in die letztere Kategorie. Der eingebeizte Frosch fliegt dabei für einige Zeit ins Wasser und schaut dann dementsprechend aus. Als weiteres Extrem sah ich mal einen deutschen Froschnachbau, der ein Jahr in einer Jauchegrube hing!

Leider ist es Usus bei einigen Händlern, sämtliche Froschlampen komplett aufzupolieren. So einen Frosch würde ich NIE kaufen, besitze auch keinen und kann jedem nur abraten so eine Blechdose zu erstehen. Der sammlerische Wert ist gleich null, außerdem kann man dann leichter einzelne „Ergänzungen“ vornehmen ohne daß es auffällt.

Links, der Alptraum eines Sammlers, ein sandgestrahlter(!!!) Arc-Frosch (Carl vom Hofe, Lüdenscheid) und rechts derselbe Typ unbehandelt.

Hier ein paar Worte und Bilder zum idealen Erhaltungszustand:

zwei ideal gereinigte Messing Froschlampen

links … man beachte die „weiche“, im Laufe der Zeit völlig abpolierte Struktur des Metalls dieses Seippelfrosches mit den unzähligen kleinsten Dellen – unmöglich zu manipulieren!

rechts … man erkennt das Messing des Pirringerfrosches und gleichzeitig die braunen Reste des ursprünglichen Zustandes (war dunkelbraun!)


am leicht pombierten Corpus sieht man typischen Edelrost

sogar der echte Dreck der Grube Füsseberg ist vorhanden J –  um Gottes Willen nicht entfernen!

Beide Bilder zeigen denselben Reusch Frosch


Idealzustand eines Wetzlarer Frosches

schon zu pockennarbiger Gießer des Eisenwerkes Vöklingen-Röchling (Saarland)

Messing Erzgebirgsfrosch mit „weicher“ Struktur und vielen unregelmäßigen Dellen  im Metall – keine Chance zum Fälschen!

sakraler Hessenfrosch mit schönem Innenleben

ein fast zu aufpolierter Pirringerfrosch aber mit interessanter Einfüllöffnung

ein fast zu rostnarbiger Pirringerfrosch aber in seltener Schachtausführung

ein komplett schiefer Rozsnyo Frosch, offensichtlich wurde er mal eingequetscht; baut wer solche Lampen nach ???

ein völlig unbenutzter aber alter Seippelfrosch (Händler Schürenberg); man beachte die Feilspuren am Corpus

eine schön renovierte achteckige französische St.Etienne Linsenlampe

ein selten komplett erhaltener Schemnitzfrosch mit Edelrost; man beachte den Dreck in der Kette und am Griffansatz

e.) Ölreste:

Manch ein Frosch besticht durch seine schwarzen, glasigen Ölreste und einen tranigen Geruch. Selbstverständlich ist der Ölrest das gewisse i-Tüpfchen um das Gesamtbild eines Frosches zu vervollständigen, aber Vorsicht man kann es relativ leicht nachmachen, wenn man Zeit hat.

Typische Ölreste:


Seippelfrosch mit stark riechendem Innenleben

Pribramer Blechfrosch mit Öl- und originalem Dochtrest

 

f.) Lötstellen:

Froschlampen werden wie schon erwähnt weich oder hart zusammengelötet. Billige Nachbauten werden in der Regel geschweißt, höherwertige ebenfalls hart gelötet. Es soll sich auch niemand durch grünspanige Reste als Ausblühungen des Messinglotes täuschen lassen. Auch „Fakes“ haben manchmal einen dünnen grünspanigen Überzug. In den folgenden, leider sehr schlechten Ebay-Fotos erkennt man so einen Frosch.

  

Typisch sind auch die primitiven Messingnachbauten diverser Lampentypen, die GAR KEIN  Lot aufweisen. Sprich, es ist oft ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Teilen (Öl würde rausrinnen!). Ebay ist voll von solchen Lampen. Man erkennt sie auch an den blaugrünen Resten der Brünierungssalze und an dem nicht abgefeilten Grat. Hier nun fünf Bilder dazu; kurios das letzte durch den  persönlichen „Weiterbau“ der Fälschung mittels angeschraubtem Reflektor J

 

 

Fallbeispiele:

Nachdem die Leser dieses Artikels hoffentlich nun etwas mehr gelernt haben, möchte ich nochmals anregen sich selbst Gedanken zu machen. Vier raffiniertere Beispiele dazu,  wobei nur das erste erklärt wird:

1.) Ein offener Harzer Messingfrosch:

Frage: warum ist er falsch?

 

Eine an und für sich aufwendige Arbeit. Der Messing Corpus mit dem eisernen Haken ist einem echten Harzer täuschend nachempfunden. Im Detail betrachtet sind allerdings selbst am Foto schon Ungereimtheiten erkennbar. Die Kette schaut viel zu neuwertig aus, der gebogene Wirbel ist mehr als suspekt. Der Hauptfehler ist allerdings am Schild. Es ist viel zu dick und grob gearbeitet sowie keinerlei Abnützungsspuren vorhanden. Wenn ich mir schon diese Arbeit antuen würde, hätte ich auch nicht die Kreuze so primitiv eingesetzt, sondern aus einem Stück das Schild gefertigt. Und nun ein echter im Vergleich!

2.) Ein Messing Erzgebirgsfrosch:

Frage: warum ist er falsch?

 

3.) ein schöner Pribram Frosch:

Frage: warum ist er falsch?

 

 

4.) ein weiterer Pribram Frosch:

Frage: warum ist er falsch?

Conclusio:

Was ist nun die Schlußfolgerung? Kaufe nie eine wertvolle Lampe?

Sicherlich nicht, aber halte Augen und Ohren offen und schalte den logischen Verstand ein.

Niemand ist vor absolut perfekten Fälschungen gefeit –auch ich nicht- da würde dann nur eine Spurenanalyse des Metalls weiterhelfen.

  • Kaufe NIE ein teures Stück nur an Hand eines Fotos! Damit scheidet leider Ebay oft  aus.
  • Frage nach der Herkunft. Wie kam der Verkäufer zu dem Stück und lasse Dich nicht abspeisen mit Auskünften wie „Die hat meinem Opa gehört“ (es gibt keine so alten Opas die noch Frösche benutzten!) oder „Das war ein Dachbodenfund“.
  • schaue auf logische Abnützungserscheinungen und sei immer suspekt dabei
  • Hol Rat von Experten ein – vier Augen sehen mehr als nur zwei!
  • Kaufe bei rennomierten Händlern
  • Laß Dir Zeit dabei und nicht schnell, schnell unter einem Börsentisch oder im Schein eines Autolichts bei Nacht und Nebel

Somit wünsche ich Euch allen viele tolle ECHTE Lampen in Euren Sammlungen und viel Freude daran.


Ausrüstungstips für Montanspeleologen

Geschrieben von MichaP

 


Vorweg eine Anmerkung (von Michael Pfefferkorn): Keine Publikation, egal wie gut, kann das eigene Denken ersetzen. Wer mit offenen Augen durch das Leben geht wird jede Menge andere Möglichkeiten entdecken, Dinge praktischer und besser zu machen. Dieser Artikel von Michael Krumrei soll nur eine einfache Stütze sein. Das Thema wird ausführlicher im Befahrerhandbuch behandelt, welches auch auf dieser Seite online zu lesen ist.

 

Auf besonderen Wunsch möchte ich hier versuchen, eine möglichst vollständige und sinnvolle Ausrüstungsliste zusammenzustellen. Selbstverständlich wird diese Liste sehr subjektiv und von den eigenen Erfahrungen geprägt sein. Der aktive Bergbauforscher wird diesen Vorschlag für seine speziellen Belange anpassen und modifizieren.

 

Grundausrüstung

Sollte jeder Befahrer immer persönlich dabei haben

Bekleidung:

Die wichtigste Aufgabe der Bekleidung ist, den Träger möglichst warm und trocken zu halten. Bei Unfällen Untertage stellt die Gefahr der Unterkühlung mit das größte Problem dar, läßt sich aber mit vernünftiger Bekleidung und Notfallausrüstung minimieren.

Das ideale Unterzeug stellt wohl der Fleece-Unterschlatz dar. Er verhindert übermäßiges Schwitzen mit anschließender Auskühlung und hält auch noch im nassem Zustand warm. Je nach den Bedürfnissen des Trägers können darüber noch mehrere Lagen Hosen, Hemden und Pullis kommen. Ganz drüber kommt dann (wenn man sichs leisten kann) noch ein spritzwasserfester Überschlatz. Die Füße sind durch warme Socken zu schützen. Die meisten Befahrer werden auch Handschuhe tragen.

Als Schuhwerk haben sich robuste Gummistiefel oder Bergschuhe mit Neoprenesocken bewährt. Zwischenzeitlich gibt es auch spezielle Canyoningstiefel aus Neoprene, wurden aber von mir bisher noch nicht getestet.

Je nach Gegebenheit in der Grube kommen dann noch Watstiefel, Wathosen, Ganzkörperkondome oder Neoprene-Unterschlatze zum Einsatz.

Helm und Geleucht:

Obligatorisch bei jeder Befahrung ist der Helm mit Kinnriemen, eine robuste Helmleuchte und mindestens eine (besser zwei) unabhängige Reservelampen! In den Helm kommt eine Rettungsdecke, idealerweise kann man in die Decke noch einen Zettel mit Notfallnummern reinlegen. Die Rettungsdecke befestige ich mit einem Streifen Klettverschluss im Helm. So kann man die Decke zum Reinigen des Helms bequem entfernen. Als Reservegeleuchte haben sich robuste und wasserdichte LED-Lampen bewährt. Ein Batteriesatz hält einige Tage und zum sicheren Ausfahren spenden sie genügend Licht.

Zum Hauptgeleucht möchte ich mich hier nicht nähers auslassen, hauptsache es ist zuverlässig und robust. Handlampen sind nicht angebracht, da man spätestens in Kriechstrecken und im Schacht zwei freie Hände braucht!

Die meisten Helmleuchten haben eine abgesetzte Energieversorgung die am Lampengurt befestigt wird. An Diesem kann man dann noch allerhand nützliche Dinge wie Multitool, Materialschnur etc. befestigen. Einen Schnellverschluß des Gurtes, den man leicht mit zwei Fingern öffnen kann, hat sich in Schlufen und Engstellen bewährt.

Das Multitool ist bei SRT-Einsätzen am Gürtel zwingend, ansonsten kann man es auch im Rucksack verstauen.

 

Erweiterte Ausrüstung

Sollte mindestens einmal pro Befahrergruppe vorhanden sein

Rucksack oder Schleifsack:

Hier kommt alles rein, was man nicht am Mann trägt. Man sollte darauf achten, daß der Rucksack möglichst wenig abstehende Taschen hat. Sonst bleibt man in engen Strecken und Schächten dauernd hängen. Auch sollte er aus wasserabweisendem Material bestehen. Baumwollrucksäcke sind zwar billig, saugen sich aber sofort mit Wasser voll und sind dann entsprechend schwer.

Verbandszeug:

Ich persönlich bevorzuge ein relativ kleines Notfall-Set, daß man dafür aber auch wirklich dabei hat!

Zum Inhalt:

  • 2-3 Verbandspäckchen/Mullbinden
  • Dreieckstuch
  • Verbandstuch
  • Pflaster
  • 1-2 Rettungsdecken
  • Sicherheitsnadeln
  • 10m 3mm-Reepschnur
  • Kabelbinder
  • Draht
  • Panzertape
  • Nägel
  • Kerze
  • Feuerzeug
  • Knicklichter
  • Reservebatterien für Notgeleucht
  • Ersatzlampen für Helmgeleucht
  • Schreibzeug
  • stabiler Faden und Nadel
  • und was sonst noch Nützliches reinpasst…

Das meiste davon ist selbsterklärend. Mit dem Draht, dem Panzertape, dem Faden und den Kabelbindern lässt sich alles mögliche vor Ort reparieren. Mit den Nägeln, Sicherheitsnadeln, der Reepschnur und den Rettungsdecken lässt sich ein Wärmezelt aufbauen:

(Quelle: Lernbehelf der östereichischen Höhlenrettung)

Die Kerze erwärmt das Rettungszelt und die Knicklichter sind gegen die Dunkelangst und zur Orientierung am Notbiwak

Achtung: Moderne Rettungsdecken sind brennbar!
Kerzen oder eine Karbidlampe können die Rettungsdecke leicht entzünden.

Das ganze Notfallpacket nimmt wenig Platz ein und wiegt ca. 500g.

 

Reepschnur mit Karabiner:

Ein paar Meter 6-8mm Reepschnur mit Karabiner sollten auch dabei sein! Damit kann man sich behelfsmäßig sichern, den Rucksack durch Bühnenlöcher durchreichen und auch mal eine behelfsmäßige Strickfahrte bauen…

Verpflegung und Notration:

Die Verpflegung ist natürlich sehr individuell. Hier wird sich wohl jeder nach eigenem Bedarf eindecken. Ein paar Müsliriegel und/oder Schokolade ist als Notration angebracht.

Geohammer, Taschenmesser, Multitool:

Sozusagen die Werkstatt untertage!

 

Rettungsausrüstung

sollten die Ersthelfer im Auto haben

  • Gaskocher
  • Topf
  • Suppe
  • Tee
  • Zucker
  • Isomatte
  • Wärmflasche
  • Müsliriegel etc.
  • Wasser

Die Rettungsausrüstung dient zur Erstversorgung des Verunfallten mit Nahrung und Wärme bis weitere Hilfe eintritt.

Einen umfangreichen Lernbehelf für die Ersthelfer findet man hier (unter Download)

Selbstverständlich wird man die Ausrüstung je nach Tour und Zielsetzung entsprechend erweitern. Ich habe mich bewusst auf die Ausrüstungsgegenstände beschränkt, die man auch bei einer kleineren Unternehmung wirklich problemlos mitnehmen kann und sollte!


Sicherheitsregeln

gehe niemals allein
mindestens 2 Lichtquellen
hinterlasse:
– Name der Grube/Höhle
– Alarmzeit
– Ausstiegszeit

 



Servo-Blitzauslöser mit einstellbarem Vorblitz

Geschrieben von MichaP

 

Die nachfolgende Schaltung löst das Problem der Auslösung von Servo-Blitzen
bei Kameras ohne ausschaltbaren Vorblitz.

Dieses Problem ist häufig bei preiswerteren digitalen Kameras der Fall.

Da der Vorblitz für die Belichtungsmessung und die Verhinderung von roten
Augen erforderlich ist, wird die Aufnahmequalität durch die Verwendung
dieses Servo-Blitzauslösers gesteigert.

Die Schaltung hat folgende Eigenschaften:

1) Auslösung des Blitz nach einer einstellbaren Anzahl von Blitzen (1
bis max. 9)

2) Rücksetzung des Zählers wenn innerhalb ca. 1s kein weiterer Blitz
eintrifft

3) Niedriger Stromverbrauch von 0,3 – 1,4 mA (Versorgung durch 9V-Block)

5) Wenige preiswerte Standardbauteile

6) Möglichst große Funktionssicherheit und Empfindlichkeit

Funktionsweise:

Eingangsstufe:

Wenn ein Lichtblitz auf den Fototransistor T3 trifft wird dieser Transistor
und der nachfolgende in Darlington-Schaltung gesschaltete Transistor T4 aufgesteuert.

Durch den Hochpass C1 / R2 kommen nur Impulse mit einer hinreichend großen
Flankensteilheit durch, so daß ein vorbeihuschender Lichtstrahl einer
Lampe nicht durchdringt.

Die Impulse gelangen auf den Zählereingang Pin 14 von IC2, der mit einer
Schmitt-Trigger Funktion ausgestattet ist. Das heisst erst ab einer Spannung
von ca. 2/3 der Versorgungsspannung wird das Signal als "High" erkannt,
und erst wenn 1/3 der Versorgungsspannung wieder unterschritten wird ist das
Signal "Low".

Über den Widerstand R8 + P1 kann die Vorspannung am Zählereingang
auf nahe 1/3 der Versorgungsspannung angehoben werden, wodurch auch schon kleinere
Impule registriert werden können. Die Eingangsempfindlichkeit wird damit
erhöht.

Zähler:

IC2 ist ein Dezimalzähler, der nacheinander einen der Ausgänge Q1
bis Q9 auf "High" setzt wenn ein Impuls auf den Zählereingang
gelangt.

Mit dem Umschalter JP1 wird ausgewählt nach wievielen Blitzen / Impulsen
eine Auslösung stattfinden soll. Es darf immer nur einer der DIP-Schalter
gesetzt sein, sonst werden die Ausgänge von IC2 miteinander kurzgeschlossen
und die Schaltung produziert willkürliche Ergebnisse.

Für einen Test der Schaltung können mit einem Draht direkt Impulse
erzeugt werden, indem die Versorgungsspannung (Pin 16) kurz mit dem Zählereingang
(Pin 14) verbunden wird. Mit jedem Impuls zählt das IC weiter und der
darauffolgende Ausgang wird auf "High" geschaltet (Alle anderen verbleiben
auf "Low"). Zweckmäßigerweise sollte dafür kein DIP-Schalter
oder die Nr. 4 gesetzt sein.

Timing:

IC1 enthält zwei Timer mit denen der Zähler zurückgesetzt wird.

Sobald ein Impuls den Ausgang Q1 von IC2 aktiviert, gelangt das Signal zu
Pin 4 von IC1 und der erste Timer wird gestartet. Der Ausgang Pin 6 schaltet
auf "High" und verbleibt auf dem Pegel für ca. 1 Sekunde.

Nach Ablauf dieser Zeit schaltet der Pegel auf "Low" zurück
und triggert damit den negativen Eingang Pin 11 vom zweiten Timer.

Der zweite Timer erzeugt einen kurzen Impuls auf den beiden Ausgängen
Pin 9 + 10 und setzt damit gleichzeitig den Zähler IC2 sowie den ersten
Timer zurück.

Nachdem der erste Blitz eintrifft müssen innerhalb von 1 Sekunde alle
weiteren Blitze eintreffen, sonst wird der Zähler zurückgesetzt.
Eigene oder fremde Einzelblitze stören die Schaltung also normalerweise
nicht.

Für einen Test der Schaltung muss überprüft werden ob nach
dem ersten Impuls auf IC2 der Zähler IC1A getriggert wird und der Ausgang
Pin6 für 0,5 – 1 s auf "High" geht. Nach Ablauf dieser Zeit
muss der Zähler automatisch zurückgesetzt werden. Dies erkennt man
daran das der Ausgang Q0 (IC2 Pin 3) auf "High" geht.

Auslösung:

Der über JP1 gewählte Zählerausgang gibt einen Spannungsimpuls
auf das Gate des Thyristors und löst damit den Blitz aus. Darüber
hinaus wird der zweite Timer an Pin 12 getriggert, wodurch der Zähler
wieder zurück gesetzt wird.

Die Polung am Blitzschuh des Blitzes muß beim Verbinden des Ausgangs
der Schaltung unbedingt beachtet werden. Da die Auslösekontakte an den
Kameras nur einen Kontakt schliessen, so wie es auch über den Taster TA
staffindet, ist die Polung normalerweise nicht relevant. Es gibt daher Blitze
die am unteren Kontakt auch negatives statt positives Potential führen.

Der Thyristor benötigt jedoch eine positive Spannung an der Anode sonst
leitet er nicht.

Man sollte daher die Spannung bei dem geladenen Blitz ausmessen um eine Verpolung
zu vermeiden.

Allgemeines

Für den Foto-Transistor kann auch der bekanntere Typ BP103 verwendet
werden. Der Thyristor kann auch durch einen anderen Typ z.B. BRX49 ausgetauscht
werden.

Sämtliche Bauteile sollten problemlos z.B. bei Kessler-Elektronik bezogen
werden können.

Ich habe die Schaltung frei verdrahtet auf einer Lochrasterplatine mit den
Bauteilen wie im Schaltplan gezeigt aufgebaut und getestet. Danach habe ich
sie fest in einen Standard-Blitz integriert. Die Spannungsversorgung läßt
sich mit ein wenig Geschick auch aus dem Blitzgerät entnehmen.

Der Widerstand R8 kann auf 1M5 herabgesetzt werden, damit auch der Regelbereich
voll ausgeschöpft werden kann. Eine weitere Alternative ist den Trimmer
P1 wegzulassen und für R8 einen Widerstand von 2M2 einzulöten.


Für die Schaltung habe ich eine Platine entwickelt die auch in einer
Kleinserie gefertigt worden ist.

Das ursprüngliche Layout wurde von Thomas Schäfer entwickelt. Er
hat dazu auch einen ausführlichen Artikel verfasst.

Die Platine enthält auch einen Blitz und kann von mir bei Bedarf bezogen
werden (kmalcher@untertage.com).

Angestossen wurde dieses Projekt bei der GAG. Der komplette Entwicklungsprozess
kann auf folgender Webseite nachgelesen werden:

http://www.untertage.com/forum/index.php?mode=viewthread&forum_id=2&thread=114

Ich übernehme für diese Schaltung keinerlei Haftung und Gewährleistung.

Die Schaltung darf nur für private nichtkommerzielle Zwecke verwendet
werden.


Abriß Fördergerüst Hildesia, Diekholzen

Geschrieben von MichaP

17. November 2004 – In knapp zwei Sekunden kracht der Turm zu Boden

Wahrzeichen des Kali- und Salz-Werkes Diekholzen gesprengt / 16 Ladungen reißen Stahlriesen vom Sockel

Diekholzen (ara). Ein ohrenbetäubender Knall: Mit einem Schlag ist gestern eine hundertjährige Geschichte zu Ende gegangen. Ein Kilo Sprengstoff fällte den Förderturm der ehemaligen Bergwerksanlage in Diekholzen. In weniger als zwei Sekunden sackte das Wahrzeichen des Kali- und Salz-Werkes zusammen. 150 Tonnen Stahl stürzten zu Boden. Mehr als 100 Schaulustige beklatschten das Spektakel.

Schon eine gute halbe Stunde vor der Sprengung sind sie da. Viele Diekholzener wollen unbedingt sehen, wie der eiserne Riese zu Boden geht. Manche haben Fotoapparate oder Videokameras mitgebracht. Alle fiebern dem Moment der Sprengung entgegen.

Auch der 67-jährige Joachim Behling steht im Nieselregen am Waldrand. Der ehemalige Bergmann hat den 63 Meter hohen Turm fest im Blick. Wenn er ihn sieht, denkt er an all die Jahre im Werk, die Schufterei derBergleute, die zu den Hochzeiten des K+S-Werkes in den 50er Jahren im Diekholzener Wald arbeiteten. Tonne um Tonne Kali aus der Erde holten, das zum Düngen oder auch als Streumittel bei Eisglätte gebraucht wurde. „Es tut schon weh, wenn man jetzt diese Sprengung mit ansieht. Wirklich schlimm“, seufzt Behling. Er ist Vorsitzender des Bergmannsvereins „Hildesia“. Für dessen 100 Mitglieder ist dieser graue November-Mittwoch kein guter Tag.

Pünktlich um 14 Uhr soll der Koloss fallen. Ein erster Hupton. Das Signal, dass die Sprengung kurz bevorsteht. Ein paar Minuten später der nächste. Dann ein trockener Knall. Die Schaulustigen zucken zusammen. Manche ducken sich erschrocken. 16 präzise platzierte „Schneid-Sprengladungen“ zersägen in diesem Augenblick den Turm. Gerade mal ein Kilo US-Sprengstoff „Linear Cutter“ schickt den Koloss mühelos zu Boden. Der kracht in sich zusammen. Zurück bleiben nur noch rauchende Trümmer.

Die Zuschauer sind begeistert. Plaudern aufgeregt durcheinander. „Kann man das nochmal zurückspulen? Ich hab` davon kein Foto gemacht!“, ruft einer. Gelächter ringsum. In Windeseile zerstreuen sich die Leute. Momente später kehrt wieder Ruhe am Waldrand ein.

Zufrieden steht auch K+S-Werkschef Klaus Rumphorst in der Nähe. Das Sprengunternehmen aus Thüringen hat ganze Arbeit geleistet, den mächtigen Förderturm genau wie es geplant war einstürzen zu lassen. Dafür war Sprengmeister Günter Franke verantwortlich. Er hat den Knopf gedrückt und die Sprengung ausgelöst. 302 deutsche Schornsteine hat er inzwischen schon matt gesetzt. Fördertürme hat er nicht gezählt. „Die Sprengung in Diekholzen war nicht so schwer“, sagt der Fachmann, der seit fast 20 Jahren im Geschäft ist. Kreuz und quer fährt er mit seinem fünfköpfigen Team durch Deutschland und legt die Riesen auf Fabriksgeländen und Werksanlagen um.

Dem Turm in Diekholzen rückten die Thüringer erstmal mit Schneidbrennern zu Leibe. „So haben wir ihn vorgeschwächt“, erklärt der Experte. „Damit der Turm nach der Sprengung wie vorgesehen zusammenbricht.“

Die zerfetzten Überreste des Turms liegen auf dem regennassen Boden. Ringsum ist die betagte Anlage schon demontiert. Die Gebäude sind abgetragen. Ein paar Anwohner haben sich indes an die Stelle der Sprengung gewagt. Neugierige, die den gewaltigen Trümmerhaufen bestaunen. An die 200 Tonnen Schrott. Der wird wohl bald in China wieder verwertet. Das ist den Diekholzener Jungs, die über das Gelände schlendern, piepegal. „Die Sprengung war geil“, kräht einer von ihnen.

(c) Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

 

Foto 1, 3, 4, 5: Andreas Faulwasser; Foto 2, 6, 7, 8: Achim Eberhardt


Niedersachsen – Die runde Radstube von Thurm Rosenhof

Geschrieben von MichaP

Die durch die AG Rosenhof in Clausthal-Zellerfeld ausgegrabene Runde Radstube (24 m tief und 10,5 m Durchmesser) ist eines der beeindruckensten montanhistorischen Bauwerke in Deutschland. Leider konnten sich die Historiker nicht gegen die Architekten in dem Punkt durchsetzen in welcher Art Besucher das Bauwerk erleben sollen. Die Variante, einen nahe gelegenen Schacht zu öffnen und eine Besichtigung der Radstube über die ehemalige Seildrift zu realisieren wurde nicht angenommen. Stattdessen wurde jetzt ein voluminöses Treppenbauwerk über der Radstube realisiert. Diese Einbauten lassen die eigentlichen Dimensionen der Radstube verschwimmen. Auch wurde dadurch die einmalige Tageslichtstimmung in der Radstube zerstört.
Das Denkmal selber ist natürlich nicht zerstört, aber leider optisch verunstaltet (persönliche Ansicht des Autors!).

Weiter Informationen und Bilder auf der Homepage von Friedrich Balck.


Vor dem Einbau: Blick von oben


Vor dem Einbau: Blick von unten


Das neue Treppenkonstrukt


Das neue Treppenkonstrukt

Bild 1,2: Jens Kugler; Bild 3,4: Andreas Faulwasser


Fortuna Stollen in Deutschneudorf

Geschrieben von MichaP

Nur ungern erinnere ich mich an unseren Besuch im „Fortuna Stollen“ in Deutschneudorf im Jahr 2003. Der kleine Ort unweit von Seiffen und direkt an der tschechischen Grenze hatte durch die Suchaktion nach dem verschollenen Bernsteinzimmer wenigstens kurzzeitig größeres öffentliches Interesse erregt. In diesem Zusammenhang wurde zwischen 1998 und 2001 die dortige Grube durch die Bergsicherung aufgewältig.

„Abenteuer-Bergwerk“ steht mit großen Lettern am neu erbauten Huthaus, welches eher einer Stadthalle gleicht und im Vorraum Sitzplätze für 200 Leute bietet. Außer zur Eröffnung soll die Kapazität der Gaststätte noch nicht einmal zu den Mettenschichten ausgelastet sein und das will im Erzgebirge schon etwas heißen.
Sonntags um 10 Uhr hatten wir uns für die Führung angemeldet und da wir die einzigen Gäste waren, konnten wir uns auf dem riesigen Parkplatz auch gleich den besten Platz raussuchen. Unser Kind, damals 4 Jahre, wurde „angeschlazt“ und somit ging es zur Führung. Diese dauert ca. 30 min und kostet immerhin 5,50 Euro pro Person.

Durch das Huthaus und vorbei an Getränkekisten und Bierfässern gelangt man dann über ein paar Stufen zum Mundloch. Dieses ist recht nett in traditioneller Art gestaltet. Unser Führer gab sich wortkarg und ich hatte das Gefühl, dass er nicht unbedingt meine Fragen beantworten wollte. Wenn er etwas sagte, dann ging es immer nur um das Bernsteinzimmer, die SS und die Hinterlassenschaften selbiger, die man bei der Aufwältigung gefunden hatte. Zur Bergwerksgeschichte hatte er nur die allgemeinen Fakten drauf.

Höhepunkt aus bergbautechnischer Sicht ist die wunderschön gemauerte Radkammer. Nach kurzer Erklärung meinerseits wusste dann auch unser Führer, was Röschen sind. Die Frage nach der Art des Wasserrades blieb aber unbeantwortet.
Auch nett anzusehen war das Streckenkreuz mit der Mauerung, obwohl ich nicht sagen kann, was davon Original war. Dort hatte man auch die Kriegshinterlassenschaften entdeckt und natürlich drehten sich alle Erklärungen nur darum. Inzwischen war es sogar meinem Kind zu langweilig geworden und er versuchte sich, in einen kleinen Altbergbau zu verdrücken.

Weiter ging es vorbei an Strecken, deren Zugänge durch Trockenmauerung versetzt waren. Auf meine Frage, wohin diese führen kam nur die Antwort: „Da ist ein Luftzug und somit haben die Strecken eine Verbindung nach draußen und das ist für uns nicht interessant, weil wir dort das Bernsteinzimmer nicht vermuten.“. Aha, jetzt wusste ich es ganz genau. Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Plötzlich standen wir in einer Strecke, die offenbar künstlich am rechten Stoß und der Firste erweitert wurde. Dort hatte man allen Ernstes Amethyste, Quarze, Achate, Pyrit und noch vieles mehr eingemauert, weil man doch als „Abenteuer-Bergwerk“ den Kindern etwas bieten muss. Mineralien aus Südamerika und von sonst wo auf der Welt (nur nicht aus dem Erzgebirge) eingemauert in ein sächsisches Besucherbergwerk – wir waren fassungslos.
Irgendwie hatte ich nur noch einen Wunsch: Raus hier!


Südamerika im sächsischen Bergwerk.

Foto: Robert Brückl


Stüblbau – Alpiner Goldbergbau der Hohen Tauern

Geschrieben von MichaP

Betrachtet man die alten hochalpinen Goldbergbaue der Hohen Tauern, die im heutigen Land Salzburg liegen, übersieht man angesichts so klingender Namen wie Radhausberg, Rauris, Bodenstollen, Siglitz etc. leicht das alte Goldrevier von Schellgaden im Lungau . Dies ist aber absolut unbegründet da dieses Goldrevier ebenfalls eine Jahrhunderte lange Tradition hat und auch die Quantität an göldischem Silber nicht gering war.

Auch heutzutage präsentiert sich Schellgaden mit seinen Einzelrevieren Stüblbau, Schulterbau, Prahmleiten und Birgeck vielfältig. So konnte von uns sowohl eine hochinteressante bergbauhistorische Dokumentation angelegt werden als auch eine umfangreiche mineralogische Systematik gefunden werden. Dies geschah über einen Zeitraum von über 20 Jahren.

Der labyrintische Stüblbau (versperrter Eingang!) ist zweifelsohne mit seinen etwa 17km der größte Einbau. Untertage kann man die unterschiedlichsten Abbaumethoden der Jahrhunderte studieren, vom Feuersetzen des 15.Jh. bis zur (kurzzeitigen) Abbauweise des 20. Jh.. Leider zeigt sich das System seit einigen Jahren an mehreren Stellen stark verbruchgefährdet. Montanhistorisch besonders schön sind die häufig anzufindenden viele Zehnermeter langen, zeitweise an beiden Ulmen exakt aufgeschlichteten 2-3 Meter hohen Steinmauern. Ferner sind die langen und niederen Feuersetzstrecken höchst beindruckend. In ihnen fühlt man sich angesichts der rußgeschwärzten niedrigen Firste und dem Geruch einer Köhlerei ins Spätmittelalter zurückversetzt. Es stehen noch meterdicke Au-Ag-Pb-Cu führende "Lagergänge" an mit "zuckerkörnigem Goldquarz Typus Schellgaden " sowie regional viel Scheelit , der schon öfters das Ziel von Prospektionsversuchen war.

Auch mineralogisch hat der Stüblbau einiges zu bieten. Neben des Typminerals Phosphorrösslerit , der hier in entlegensten Teilen im Grubenschmand zu finden war (ähnelt Kandiszucker), besonders natürlich Gold aber auch Scheelit , Stolzit , Cerussit , Malachit, Schörl etc.

Zuletzt sei ausdrücklich erwähnt daß keinerlei öffentlich zugängliche Einbaue existieren und die Schlüsselvergabe äußerst restriktiv gehandhabt wird. Bitte bei Mineraliensammlern bedanken, die sinnlos hölzerne Fahrten zerstörten! Umso größeren Dank dem jetzigen Besitzer, der in vorbildlicher Weise mit mir zusammenarbeitete um dieses montanhistorische Denkmal zu dokumentieren. Glück Auf!

das Kareck auf dessen Ostflanke sich die Bergbaue befinden

hölzerne Wetterlutten , die nach dem Verschleiß gleich als Versatz verwendet wurden, 18.Jh.

Wassertröge aus dem 18. Jh.

exakt geschrämte Firste mit perfekten Steinmauern als Ulmen, 18. Jh.

Feuersetzstrecke mit Rußstalaktiten an der Firste, 16.Jh.

bescheidene dünne Erzreste werden beprobt, 16.Jh.

niedere Abbaue des 18. Jh.

„Ungarisches Gestänge“ für den Spurnagelhunt , 18.Jh.

großräumiges Abbaufeld des 18. Jh.

perfekt geschlichtete Steinmauer, 18.Jh.

Schrämstollen des 16.Jh.

Markscheidezeichen des 16.Jh.

die Position des vorigen Zeichens wird beleuchtet –nasse Angelegenheit!

ein kurzer geschrämter Aufbruch führt zu weiteren Markscheidezeichen

Kombination von einfachem mit Doppelkreuz, vermutlich im Zusammenhang mit dem daneben befindlichen Aufbruch

Markscheidekreuz mit Schrämspuren, 16.Jh.

handgeschrämte Strecke, vermutlich zur spätmittelalterliche Förderung

Goldkristalle

Gold in Bleiglanz und Kupferkies


Der Igelsbergstollen

Geschrieben von MichaP

Thüringen, Wartburgkreis, Schweina
Text: Sven Grauel, Fotos: Sven Grauel (GAG)

 

Einleitung

Die Wurzeln des Bergbaus im Gebiet von Schweina – Glücksbrunn, reichen weit bis in das Hoch-Mittelalter.
Auch oberflächlich sind die Spuren des Bergbaues noch gut zu erkennen.
Hiervon zeugen zahlreiche Pingen in den Bereichen der bekannten Grubenfelder mit ihren umfangreichen Schachtanlagen „Am Klingelberg“, „Am Heidelberg“.
Auch weiter Richtung „Forsthaus Kissel“ zeugen unzählige Pingen vom aktiven Bergbau.

 

Zugangsstollen

Der Zugangsstollen ist nach NW – SO ausgerichtet. Er beginnt links des Weges der früher der Kroatengrund bis Gumpelstadt durchzog. Unzählige Pingen zeugen von einem noch älteren Bergbau in diesem Gebiet.
Der Zugangsstollen wurde in das Rotliegend getrieben. Es sind keine Anzeichen für Bohrlöcher zu sehen, eine Datierung des Zugangsstollens fällt sehr schwer. Wir vermuten, dass der Stollen Mitte/Ende des 16. Jhd. aufgefahren wurde.
Der Stollen ist in der typischen Trapezform ausgearbeitet, Sohlenbreite 0,75m, Firstbreite 0,60m und leicht gewölbte Firste und die Höhe des Stollens beträgt ca. 1,50m.
Der Stollen verläuft leicht nach Westen. Nach 35m kommt ein Verbruch.
Hier ist, an einer Störungszone der Stollen zu Bruch gegangen. Unter der Firste befindet sich ein Schluf von etwa 2m Länge. Hinter dem Verbruch hat sich ein großer Hohlraum gebildet, der etwa 4,70m hoch ist und 5m lang. Den Verbruch konnten wir links umgehen. Der Verbruchkegel steigt hier 2m an bevor er wieder auf das Niveau des ehemaligen Zugangsstollens abfällt.
Oberirdisch zeichnet sich dieser Hohlraum durch einen kleinen Verbruchkegel ab.
Nach ca. 60 m fällt das Kupferschieferflöz ein. Dies hat eine Mächtigkeit von bis zu 50cm.
Der Abbau erfolgte in den sogenannten Hundstreben. Diese waren teilweise nur 40 cm hoch.
Da die angetroffene Lagerstätte offensichtlich nur sehr geringen Erzgehalt hatte, wurde der Schwerpunkt der Gewinnung im südlich gelegenen Revier Glücksbrunn forciert.
Große Bedeutung hatte dieser kleine Stollen sicher nicht, doch er wäre im Rahmen des Geo-Park Projektes (Inselberg Drei Gleichen) sicher ein interessantes Objekt gewesen.

 


AUfwätigung


Ausbau im Stollen: Stahlprofile und Holzverzug


Ausbau- und Sicherungsarbeiten


Der Stollen im Rotlliegenden

 


Am Überhauen

 


Im Hundstreb ( Höche ca. 45 cm.)


Verwahrung