Servo-Blitzauslöser mit einstellbarem Vorblitz
Die nachfolgende Schaltung löst das Problem der Auslösung von Servo-Blitzen
bei Kameras ohne ausschaltbaren Vorblitz.
Dieses Problem ist häufig bei preiswerteren digitalen Kameras der Fall.
Da der Vorblitz für die Belichtungsmessung und die Verhinderung von roten
Augen erforderlich ist, wird die Aufnahmequalität durch die Verwendung
dieses Servo-Blitzauslösers gesteigert.
Die Schaltung hat folgende Eigenschaften:
1) Auslösung des Blitz nach einer einstellbaren Anzahl von Blitzen (1
bis max. 9)
2) Rücksetzung des Zählers wenn innerhalb ca. 1s kein weiterer Blitz
eintrifft
3) Niedriger Stromverbrauch von 0,3 – 1,4 mA (Versorgung durch 9V-Block)
5) Wenige preiswerte Standardbauteile
6) Möglichst große Funktionssicherheit und Empfindlichkeit
Funktionsweise:
Eingangsstufe:
Wenn ein Lichtblitz auf den Fototransistor T3 trifft wird dieser Transistor
und der nachfolgende in Darlington-Schaltung gesschaltete Transistor T4 aufgesteuert.
Durch den Hochpass C1 / R2 kommen nur Impulse mit einer hinreichend großen
Flankensteilheit durch, so daß ein vorbeihuschender Lichtstrahl einer
Lampe nicht durchdringt.
Die Impulse gelangen auf den Zählereingang Pin 14 von IC2, der mit einer
Schmitt-Trigger Funktion ausgestattet ist. Das heisst erst ab einer Spannung
von ca. 2/3 der Versorgungsspannung wird das Signal als "High" erkannt,
und erst wenn 1/3 der Versorgungsspannung wieder unterschritten wird ist das
Signal "Low".
Über den Widerstand R8 + P1 kann die Vorspannung am Zählereingang
auf nahe 1/3 der Versorgungsspannung angehoben werden, wodurch auch schon kleinere
Impule registriert werden können. Die Eingangsempfindlichkeit wird damit
erhöht.
Zähler:
IC2 ist ein Dezimalzähler, der nacheinander einen der Ausgänge Q1
bis Q9 auf "High" setzt wenn ein Impuls auf den Zählereingang
gelangt.
Mit dem Umschalter JP1 wird ausgewählt nach wievielen Blitzen / Impulsen
eine Auslösung stattfinden soll. Es darf immer nur einer der DIP-Schalter
gesetzt sein, sonst werden die Ausgänge von IC2 miteinander kurzgeschlossen
und die Schaltung produziert willkürliche Ergebnisse.
Für einen Test der Schaltung können mit einem Draht direkt Impulse
erzeugt werden, indem die Versorgungsspannung (Pin 16) kurz mit dem Zählereingang
(Pin 14) verbunden wird. Mit jedem Impuls zählt das IC weiter und der
darauffolgende Ausgang wird auf "High" geschaltet (Alle anderen verbleiben
auf "Low"). Zweckmäßigerweise sollte dafür kein DIP-Schalter
oder die Nr. 4 gesetzt sein.
Timing:
IC1 enthält zwei Timer mit denen der Zähler zurückgesetzt wird.
Sobald ein Impuls den Ausgang Q1 von IC2 aktiviert, gelangt das Signal zu
Pin 4 von IC1 und der erste Timer wird gestartet. Der Ausgang Pin 6 schaltet
auf "High" und verbleibt auf dem Pegel für ca. 1 Sekunde.
Nach Ablauf dieser Zeit schaltet der Pegel auf "Low" zurück
und triggert damit den negativen Eingang Pin 11 vom zweiten Timer.
Der zweite Timer erzeugt einen kurzen Impuls auf den beiden Ausgängen
Pin 9 + 10 und setzt damit gleichzeitig den Zähler IC2 sowie den ersten
Timer zurück.
Nachdem der erste Blitz eintrifft müssen innerhalb von 1 Sekunde alle
weiteren Blitze eintreffen, sonst wird der Zähler zurückgesetzt.
Eigene oder fremde Einzelblitze stören die Schaltung also normalerweise
nicht.
Für einen Test der Schaltung muss überprüft werden ob nach
dem ersten Impuls auf IC2 der Zähler IC1A getriggert wird und der Ausgang
Pin6 für 0,5 – 1 s auf "High" geht. Nach Ablauf dieser Zeit
muss der Zähler automatisch zurückgesetzt werden. Dies erkennt man
daran das der Ausgang Q0 (IC2 Pin 3) auf "High" geht.
Auslösung:
Der über JP1 gewählte Zählerausgang gibt einen Spannungsimpuls
auf das Gate des Thyristors und löst damit den Blitz aus. Darüber
hinaus wird der zweite Timer an Pin 12 getriggert, wodurch der Zähler
wieder zurück gesetzt wird.
Die Polung am Blitzschuh des Blitzes muß beim Verbinden des Ausgangs
der Schaltung unbedingt beachtet werden. Da die Auslösekontakte an den
Kameras nur einen Kontakt schliessen, so wie es auch über den Taster TA
staffindet, ist die Polung normalerweise nicht relevant. Es gibt daher Blitze
die am unteren Kontakt auch negatives statt positives Potential führen.
Der Thyristor benötigt jedoch eine positive Spannung an der Anode sonst
leitet er nicht.
Man sollte daher die Spannung bei dem geladenen Blitz ausmessen um eine Verpolung
zu vermeiden.
Allgemeines
Für den Foto-Transistor kann auch der bekanntere Typ BP103 verwendet
werden. Der Thyristor kann auch durch einen anderen Typ z.B. BRX49 ausgetauscht
werden.
Sämtliche Bauteile sollten problemlos z.B. bei Kessler-Elektronik bezogen
werden können.
Ich habe die Schaltung frei verdrahtet auf einer Lochrasterplatine mit den
Bauteilen wie im Schaltplan gezeigt aufgebaut und getestet. Danach habe ich
sie fest in einen Standard-Blitz integriert. Die Spannungsversorgung läßt
sich mit ein wenig Geschick auch aus dem Blitzgerät entnehmen.
Der Widerstand R8 kann auf 1M5 herabgesetzt werden, damit auch der Regelbereich
voll ausgeschöpft werden kann. Eine weitere Alternative ist den Trimmer
P1 wegzulassen und für R8 einen Widerstand von 2M2 einzulöten.

Für die Schaltung habe ich eine Platine entwickelt die auch in einer
Kleinserie gefertigt worden ist.
Das ursprüngliche Layout wurde von Thomas Schäfer entwickelt. Er
hat dazu auch einen ausführlichen Artikel verfasst.
Die Platine enthält auch einen Blitz und kann von mir bei Bedarf bezogen
werden (kmalcher@untertage.com).
Angestossen wurde dieses Projekt bei der GAG. Der komplette Entwicklungsprozess
kann auf folgender Webseite nachgelesen werden:
http://www.untertage.com/forum/index.php?mode=viewthread&forum_id=2&thread=114
Ich übernehme für diese Schaltung keinerlei Haftung und Gewährleistung.
Die Schaltung darf nur für private nichtkommerzielle Zwecke verwendet
werden.

Abriß Fördergerüst Hildesia, Diekholzen
17. November 2004 – In knapp zwei Sekunden kracht der Turm zu Boden
Wahrzeichen des Kali- und Salz-Werkes Diekholzen gesprengt / 16 Ladungen reißen Stahlriesen vom Sockel
Diekholzen (ara). Ein ohrenbetäubender Knall: Mit einem Schlag ist gestern eine hundertjährige Geschichte zu Ende gegangen. Ein Kilo Sprengstoff fällte den Förderturm der ehemaligen Bergwerksanlage in Diekholzen. In weniger als zwei Sekunden sackte das Wahrzeichen des Kali- und Salz-Werkes zusammen. 150 Tonnen Stahl stürzten zu Boden. Mehr als 100 Schaulustige beklatschten das Spektakel.
Schon eine gute halbe Stunde vor der Sprengung sind sie da. Viele Diekholzener wollen unbedingt sehen, wie der eiserne Riese zu Boden geht. Manche haben Fotoapparate oder Videokameras mitgebracht. Alle fiebern dem Moment der Sprengung entgegen.
Auch der 67-jährige Joachim Behling steht im Nieselregen am Waldrand. Der ehemalige Bergmann hat den 63 Meter hohen Turm fest im Blick. Wenn er ihn sieht, denkt er an all die Jahre im Werk, die Schufterei derBergleute, die zu den Hochzeiten des K+S-Werkes in den 50er Jahren im Diekholzener Wald arbeiteten. Tonne um Tonne Kali aus der Erde holten, das zum Düngen oder auch als Streumittel bei Eisglätte gebraucht wurde. „Es tut schon weh, wenn man jetzt diese Sprengung mit ansieht. Wirklich schlimm“, seufzt Behling. Er ist Vorsitzender des Bergmannsvereins „Hildesia“. Für dessen 100 Mitglieder ist dieser graue November-Mittwoch kein guter Tag.
Pünktlich um 14 Uhr soll der Koloss fallen. Ein erster Hupton. Das Signal, dass die Sprengung kurz bevorsteht. Ein paar Minuten später der nächste. Dann ein trockener Knall. Die Schaulustigen zucken zusammen. Manche ducken sich erschrocken. 16 präzise platzierte „Schneid-Sprengladungen“ zersägen in diesem Augenblick den Turm. Gerade mal ein Kilo US-Sprengstoff „Linear Cutter“ schickt den Koloss mühelos zu Boden. Der kracht in sich zusammen. Zurück bleiben nur noch rauchende Trümmer.
Die Zuschauer sind begeistert. Plaudern aufgeregt durcheinander. „Kann man das nochmal zurückspulen? Ich hab` davon kein Foto gemacht!“, ruft einer. Gelächter ringsum. In Windeseile zerstreuen sich die Leute. Momente später kehrt wieder Ruhe am Waldrand ein.
Zufrieden steht auch K+S-Werkschef Klaus Rumphorst in der Nähe. Das Sprengunternehmen aus Thüringen hat ganze Arbeit geleistet, den mächtigen Förderturm genau wie es geplant war einstürzen zu lassen. Dafür war Sprengmeister Günter Franke verantwortlich. Er hat den Knopf gedrückt und die Sprengung ausgelöst. 302 deutsche Schornsteine hat er inzwischen schon matt gesetzt. Fördertürme hat er nicht gezählt. „Die Sprengung in Diekholzen war nicht so schwer“, sagt der Fachmann, der seit fast 20 Jahren im Geschäft ist. Kreuz und quer fährt er mit seinem fünfköpfigen Team durch Deutschland und legt die Riesen auf Fabriksgeländen und Werksanlagen um.
Dem Turm in Diekholzen rückten die Thüringer erstmal mit Schneidbrennern zu Leibe. „So haben wir ihn vorgeschwächt“, erklärt der Experte. „Damit der Turm nach der Sprengung wie vorgesehen zusammenbricht.“
Die zerfetzten Überreste des Turms liegen auf dem regennassen Boden. Ringsum ist die betagte Anlage schon demontiert. Die Gebäude sind abgetragen. Ein paar Anwohner haben sich indes an die Stelle der Sprengung gewagt. Neugierige, die den gewaltigen Trümmerhaufen bestaunen. An die 200 Tonnen Schrott. Der wird wohl bald in China wieder verwertet. Das ist den Diekholzener Jungs, die über das Gelände schlendern, piepegal. „Die Sprengung war geil“, kräht einer von ihnen.
(c) Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung








Foto 1, 3, 4, 5: Andreas Faulwasser; Foto 2, 6, 7, 8: Achim Eberhardt
Niedersachsen – Die runde Radstube von Thurm Rosenhof
Die durch die AG Rosenhof in Clausthal-Zellerfeld ausgegrabene Runde Radstube (24 m tief und 10,5 m Durchmesser) ist eines der beeindruckensten montanhistorischen Bauwerke in Deutschland. Leider konnten sich die Historiker nicht gegen die Architekten in dem Punkt durchsetzen in welcher Art Besucher das Bauwerk erleben sollen. Die Variante, einen nahe gelegenen Schacht zu öffnen und eine Besichtigung der Radstube über die ehemalige Seildrift zu realisieren wurde nicht angenommen. Stattdessen wurde jetzt ein voluminöses Treppenbauwerk über der Radstube realisiert. Diese Einbauten lassen die eigentlichen Dimensionen der Radstube verschwimmen. Auch wurde dadurch die einmalige Tageslichtstimmung in der Radstube zerstört.
Das Denkmal selber ist natürlich nicht zerstört, aber leider optisch verunstaltet (persönliche Ansicht des Autors!).
Weiter Informationen und Bilder auf der Homepage von Friedrich Balck.

Vor dem Einbau: Blick von oben

Vor dem Einbau: Blick von unten

Das neue Treppenkonstrukt

Das neue Treppenkonstrukt
Bild 1,2: Jens Kugler; Bild 3,4: Andreas Faulwasser
Fortuna Stollen in Deutschneudorf
Nur ungern erinnere ich mich an unseren Besuch im „Fortuna Stollen“ in Deutschneudorf im Jahr 2003. Der kleine Ort unweit von Seiffen und direkt an der tschechischen Grenze hatte durch die Suchaktion nach dem verschollenen Bernsteinzimmer wenigstens kurzzeitig größeres öffentliches Interesse erregt. In diesem Zusammenhang wurde zwischen 1998 und 2001 die dortige Grube durch die Bergsicherung aufgewältig.
„Abenteuer-Bergwerk“ steht mit großen Lettern am neu erbauten Huthaus, welches eher einer Stadthalle gleicht und im Vorraum Sitzplätze für 200 Leute bietet. Außer zur Eröffnung soll die Kapazität der Gaststätte noch nicht einmal zu den Mettenschichten ausgelastet sein und das will im Erzgebirge schon etwas heißen.
Sonntags um 10 Uhr hatten wir uns für die Führung angemeldet und da wir die einzigen Gäste waren, konnten wir uns auf dem riesigen Parkplatz auch gleich den besten Platz raussuchen. Unser Kind, damals 4 Jahre, wurde „angeschlazt“ und somit ging es zur Führung. Diese dauert ca. 30 min und kostet immerhin 5,50 Euro pro Person.
Durch das Huthaus und vorbei an Getränkekisten und Bierfässern gelangt man dann über ein paar Stufen zum Mundloch. Dieses ist recht nett in traditioneller Art gestaltet. Unser Führer gab sich wortkarg und ich hatte das Gefühl, dass er nicht unbedingt meine Fragen beantworten wollte. Wenn er etwas sagte, dann ging es immer nur um das Bernsteinzimmer, die SS und die Hinterlassenschaften selbiger, die man bei der Aufwältigung gefunden hatte. Zur Bergwerksgeschichte hatte er nur die allgemeinen Fakten drauf.
Höhepunkt aus bergbautechnischer Sicht ist die wunderschön gemauerte Radkammer. Nach kurzer Erklärung meinerseits wusste dann auch unser Führer, was Röschen sind. Die Frage nach der Art des Wasserrades blieb aber unbeantwortet.
Auch nett anzusehen war das Streckenkreuz mit der Mauerung, obwohl ich nicht sagen kann, was davon Original war. Dort hatte man auch die Kriegshinterlassenschaften entdeckt und natürlich drehten sich alle Erklärungen nur darum. Inzwischen war es sogar meinem Kind zu langweilig geworden und er versuchte sich, in einen kleinen Altbergbau zu verdrücken.
Weiter ging es vorbei an Strecken, deren Zugänge durch Trockenmauerung versetzt waren. Auf meine Frage, wohin diese führen kam nur die Antwort: „Da ist ein Luftzug und somit haben die Strecken eine Verbindung nach draußen und das ist für uns nicht interessant, weil wir dort das Bernsteinzimmer nicht vermuten.“. Aha, jetzt wusste ich es ganz genau. Aber es sollte noch schlimmer kommen.
Plötzlich standen wir in einer Strecke, die offenbar künstlich am rechten Stoß und der Firste erweitert wurde. Dort hatte man allen Ernstes Amethyste, Quarze, Achate, Pyrit und noch vieles mehr eingemauert, weil man doch als „Abenteuer-Bergwerk“ den Kindern etwas bieten muss. Mineralien aus Südamerika und von sonst wo auf der Welt (nur nicht aus dem Erzgebirge) eingemauert in ein sächsisches Besucherbergwerk – wir waren fassungslos.
Irgendwie hatte ich nur noch einen Wunsch: Raus hier!

Südamerika im sächsischen Bergwerk.
Foto: Robert Brückl
Stüblbau – Alpiner Goldbergbau der Hohen Tauern
Betrachtet man die alten hochalpinen Goldbergbaue der Hohen Tauern, die im heutigen Land Salzburg liegen, übersieht man angesichts so klingender Namen wie Radhausberg, Rauris, Bodenstollen, Siglitz etc. leicht das alte Goldrevier von Schellgaden im Lungau . Dies ist aber absolut unbegründet da dieses Goldrevier ebenfalls eine Jahrhunderte lange Tradition hat und auch die Quantität an göldischem Silber nicht gering war.
Auch heutzutage präsentiert sich Schellgaden mit seinen Einzelrevieren Stüblbau, Schulterbau, Prahmleiten und Birgeck vielfältig. So konnte von uns sowohl eine hochinteressante bergbauhistorische Dokumentation angelegt werden als auch eine umfangreiche mineralogische Systematik gefunden werden. Dies geschah über einen Zeitraum von über 20 Jahren.
Der labyrintische Stüblbau (versperrter Eingang!) ist zweifelsohne mit seinen etwa 17km der größte Einbau. Untertage kann man die unterschiedlichsten Abbaumethoden der Jahrhunderte studieren, vom Feuersetzen des 15.Jh. bis zur (kurzzeitigen) Abbauweise des 20. Jh.. Leider zeigt sich das System seit einigen Jahren an mehreren Stellen stark verbruchgefährdet. Montanhistorisch besonders schön sind die häufig anzufindenden viele Zehnermeter langen, zeitweise an beiden Ulmen exakt aufgeschlichteten 2-3 Meter hohen Steinmauern. Ferner sind die langen und niederen Feuersetzstrecken höchst beindruckend. In ihnen fühlt man sich angesichts der rußgeschwärzten niedrigen Firste und dem Geruch einer Köhlerei ins Spätmittelalter zurückversetzt. Es stehen noch meterdicke Au-Ag-Pb-Cu führende "Lagergänge" an mit "zuckerkörnigem Goldquarz Typus Schellgaden " sowie regional viel Scheelit , der schon öfters das Ziel von Prospektionsversuchen war.
Auch mineralogisch hat der Stüblbau einiges zu bieten. Neben des Typminerals Phosphorrösslerit , der hier in entlegensten Teilen im Grubenschmand zu finden war (ähnelt Kandiszucker), besonders natürlich Gold aber auch Scheelit , Stolzit , Cerussit , Malachit, Schörl etc.
Zuletzt sei ausdrücklich erwähnt daß keinerlei öffentlich zugängliche Einbaue existieren und die Schlüsselvergabe äußerst restriktiv gehandhabt wird. Bitte bei Mineraliensammlern bedanken, die sinnlos hölzerne Fahrten zerstörten! Umso größeren Dank dem jetzigen Besitzer, der in vorbildlicher Weise mit mir zusammenarbeitete um dieses montanhistorische Denkmal zu dokumentieren. Glück Auf!
das Kareck auf dessen Ostflanke sich die Bergbaue befinden
hölzerne Wetterlutten , die nach dem Verschleiß gleich als Versatz verwendet wurden, 18.Jh.
Wassertröge aus dem 18. Jh.
exakt geschrämte Firste mit perfekten Steinmauern als Ulmen, 18. Jh.
Feuersetzstrecke mit Rußstalaktiten an der Firste, 16.Jh.
bescheidene dünne Erzreste werden beprobt, 16.Jh.
niedere Abbaue des 18. Jh.
„Ungarisches Gestänge“ für den Spurnagelhunt , 18.Jh.
großräumiges Abbaufeld des 18. Jh.
perfekt geschlichtete Steinmauer, 18.Jh.
Schrämstollen des 16.Jh.
Markscheidezeichen des 16.Jh.
die Position des vorigen Zeichens wird beleuchtet –nasse Angelegenheit!
ein kurzer geschrämter Aufbruch führt zu weiteren Markscheidezeichen
Kombination von einfachem mit Doppelkreuz, vermutlich im Zusammenhang mit dem daneben befindlichen Aufbruch
Markscheidekreuz mit Schrämspuren, 16.Jh.
handgeschrämte Strecke, vermutlich zur spätmittelalterliche Förderung
Goldkristalle
Gold in Bleiglanz und Kupferkies
Der Igelsbergstollen
Thüringen, Wartburgkreis, Schweina
Text: Sven Grauel, Fotos: Sven Grauel (GAG)
Einleitung
Die Wurzeln des Bergbaus im Gebiet von Schweina – Glücksbrunn, reichen weit bis in das Hoch-Mittelalter.
Auch oberflächlich sind die Spuren des Bergbaues noch gut zu erkennen.
Hiervon zeugen zahlreiche Pingen in den Bereichen der bekannten Grubenfelder mit ihren umfangreichen Schachtanlagen „Am Klingelberg“, „Am Heidelberg“.
Auch weiter Richtung „Forsthaus Kissel“ zeugen unzählige Pingen vom aktiven Bergbau.
Zugangsstollen
Der Zugangsstollen ist nach NW – SO ausgerichtet. Er beginnt links des Weges der früher der Kroatengrund bis Gumpelstadt durchzog. Unzählige Pingen zeugen von einem noch älteren Bergbau in diesem Gebiet.
Der Zugangsstollen wurde in das Rotliegend getrieben. Es sind keine Anzeichen für Bohrlöcher zu sehen, eine Datierung des Zugangsstollens fällt sehr schwer. Wir vermuten, dass der Stollen Mitte/Ende des 16. Jhd. aufgefahren wurde.
Der Stollen ist in der typischen Trapezform ausgearbeitet, Sohlenbreite 0,75m, Firstbreite 0,60m und leicht gewölbte Firste und die Höhe des Stollens beträgt ca. 1,50m.
Der Stollen verläuft leicht nach Westen. Nach 35m kommt ein Verbruch.
Hier ist, an einer Störungszone der Stollen zu Bruch gegangen. Unter der Firste befindet sich ein Schluf von etwa 2m Länge. Hinter dem Verbruch hat sich ein großer Hohlraum gebildet, der etwa 4,70m hoch ist und 5m lang. Den Verbruch konnten wir links umgehen. Der Verbruchkegel steigt hier 2m an bevor er wieder auf das Niveau des ehemaligen Zugangsstollens abfällt.
Oberirdisch zeichnet sich dieser Hohlraum durch einen kleinen Verbruchkegel ab.
Nach ca. 60 m fällt das Kupferschieferflöz ein. Dies hat eine Mächtigkeit von bis zu 50cm.
Der Abbau erfolgte in den sogenannten Hundstreben. Diese waren teilweise nur 40 cm hoch.
Da die angetroffene Lagerstätte offensichtlich nur sehr geringen Erzgehalt hatte, wurde der Schwerpunkt der Gewinnung im südlich gelegenen Revier Glücksbrunn forciert.
Große Bedeutung hatte dieser kleine Stollen sicher nicht, doch er wäre im Rahmen des Geo-Park Projektes (Inselberg Drei Gleichen) sicher ein interessantes Objekt gewesen.

AUfwätigung

Ausbau im Stollen: Stahlprofile und Holzverzug

Ausbau- und Sicherungsarbeiten

Der Stollen im Rotlliegenden

Am Überhauen

Im Hundstreb ( Höche ca. 45 cm.)

Verwahrung
Der offizielle GAG- Chat Termin
…ist auf Sonntag 20.00 Uhr festgelegt worden. Die User haben abgestimmt und diesen Termin mit 2/3 Mehrheit gewählt. Aber auch Wochentags ist am Abend oft was los.
Änderungen, Änderungen, Änderungen…
Ein System wie MAMBO ist dazu da einem als Admin die Arbeit zu erleichtern, da die User sich selber beteiligen können. Dummerweise ist die Krankheit solcher OpenSource-Projekte, das die Entwickler sich mit der Entwicklung der Sache beschäftigen und nicht mit der Sache selber. Will heißen der Weg ist wichtiger als das Ziel. Logisch ist, dass man als Entwickler eigentlich ganz andere Anwendungswünsche hat, als als User. Entwickler brauchen: – Sektionen wo man kurz Textschnipsel rein werfen kann, jede Menge Downloadverwaltung und am liebsten 100000 verschiedene Varianten derselben Sache, so dass man seinen können als Entwickler auch eindrucksvoll unter Beweiß stellt.
Das Problem: Bei all dieser Eigendynamik, werden die Einzelkomponenten durchgestylt bis ins letzte Detail auf die persönlichen belange des Entwicklers und die Zusammenarbeit der Komponenten wird dann "dahingeschustert".
Was will ich damit sagen: Ich habe jetzt eine Woche versucht, ein neues Forum in die Seite einzufügen, welches mit dem Rest der Seite eine gemeinsame Userverwaltung hat. Ergebnis: Manchmal kann man sich einloggen, manchmal nicht, manche andere Module gehen prima, manchmal aber eben auch nicht. Eventuell geht gar nichts. Und ohne was zu ändern – später geht es doch. Die *css- files (Dateien die für das Aussehen der Seite verantwortlich sind) stören sich gegenseitig. Kurz: DAS IST ALLES RIESEN MURKS!
Daher: Das alte Forum beleibt erstmal, die Userverwaltung ist "zurückgebaut". Jetzt geht es wieder um den Content, nicht um das was den Content verwalten soll.
Sollte jemand Lust haben es noch mal zu probiere: Herzlich gern, jederzeit melden!
3… 2… 1… Start
La Union – Spanien, Reisebericht in Bildern
LA UNION
AL
MINERO

La Union liegt an der Mittelmeerküste Spaniens in der Region
Murcia, nahe der alten Stadt Cartagena, in der Römerzeit als „Neu Karthago“ benannt.
3000-4000 Jahre Bergbaugeschichte sind in La Union vereint. Schon
die Römer wussten um die Erze in den Bergen um La Union: Gold und Silber
suchten und fanden sie (erstes wohl eher in bescheidenem Maße, zweiteres
wohl recht reich)
La Union hatte mehrere Blütezeiten des Bergbaus.
Abgebaut wurde:
Römerzeit: Gold, Silber
Mittelalter: Silber, Blei
18. bis Anfang 20.Jahrhundert: Silber, Blei, Zink
ab Ende 19. Jahrhundert bis in die Jüngere Vergangenheit: Pyrit (zuletzt
in Tagebauen)
Für den bergbauinteressierten Besucher ist der Ort eine
Fundgrube ohne gleichen. Der deutsche Hang zum verwahren, vermauern, zuschütten,
zubetonieren, abreißen und „sanieren“, zum ausradieren, plattmachen, „verschönern“,
zum rekultivieren, all das ist in der spanische Seele zum Glück nicht
vorhanden.
Stollen oder Schächte befahren darf, wer Lust dazu hat und man muss nicht
einmal vorher fragen. Der mündige Bürger darf selbst entscheiden.
Und man staune: die Leute dort leben alle noch. Vielleicht sollte sich der
ein oder andere Herr in Amt und Würde hierzulande mal einen Hauch spanischer
Gelassenheit aneignen und statt Gruben zu verschließen, spanischen Wein öffnen.
Eine gute Jahreszeit das Land zu besuchen ist Ende Februar bis Ende März
und im Spätherbst. Im Sommer ist es deutlich zu warm und im Winter ist
es zumindest zu kalt um abends noch auf der Terrasse zu sitzen.
Wer die Gruben befahren will, sollte normale Untertageausrüstung planen.
Die Gruben sind in der Regel trocken, es sind jedoch trotzdem Gummistiefel
zu empfehlen, da die Wässer, wenn dann doch mal eine Pfütze steht,
extrem sauer sind und daher unangenehme Hautreitzungen hervorrufen können. Überhaupt
ist die gesamte Grube „sauer“, man sollte also darauf achten, möglichst
wenig ohne Handschuhe anzufassen.
Gesenke, Schächte und so weiter sind im Normalfall nicht gekennzeichnet,
hier ist besondere Vorsicht geboten. Wer noch keine Untertageerfahrung hat,
sollte sich die Grube „Pablo Y Viginia“ (Bilder IM002491 – IM002501) ansehen.
Diese Grube wurde als Besucherbergwerk gesichert. Das darf man sich nun nicht
so vorstellen wie in Deutschland, dass man seinen Eintritt zahlt und dann an
einer Führung teilnimmt. Vielmehr ist es so, dass der Stollen genauso
offen in der Landschaft liegt, wie alle anderen auch. Man hat in der Grube
mit Absperrband eine Route markiert und gefährliche Bereiche gekennzeichnet.
Das war es aber auch schon. Wie man die Grube findet, kann man dem Prospekt „Ruta
Minera – Carretera del 33“ entnehmen, welches einen Bergbauwanderweg beschreibt
und im Bergbaumuseum (Bilder IM002440 – IM002442) von La Union zu kaufen ist.
Das Museum ist sehr zu empfehlen: eine tolle mineralogische Sammlung, altes
Gezähe, Risse, historische Aufnahmen und soziale Aspekte des Bergbaus
werden behandelt und sehr liebevoll dargestellt.
Wenn man nun gerade in der Stadt ist, sollte man auch gleich noch den „Mercado
Publico“ (Bilder IM002298 – IM002295) besuchen, den Marktplatz mit der alten
Markthalle und dem Bergmannsdenkmal.
Absolut sehenswert ist die Anlage der Grube „El Cabezo Rajao“ (Bilder IM002365,
M002383, IM002385 – IM002388, IM002390 – IM002453, IM002458 – IM002480), mit
ihren Fördertürmen, dem Tagebau und den Aufbereitungsanlagen und
den Grubengebäuden. Dort muss man einfach hin!!!
Gegenüber von „El Cabezo Rajao“ befindet sich noch ein kleiner Berg mit
der Grube „María Jesús“ (Bild IM002389)
Interessant ist ebenso der Besuch in einem der ehemaligen Tagebaue. So befindet
sich östlich von „El Cabezo Rajao“ der Tagebau „Brunita“ (Bilder IM002347
– IM002368) auch hier sind die ehemaligen Aufbereitungsanlagen einen Blick
wert.
In südlicher Richtung über den Berg sollte man einmal nach „Portman“ (Bild
IM002489) fahren, dem alten Erzverladehafen seit der Römerzeit bis zum
Niedergang des Bergbaues in der Region (Portus Magnus). In Zusammenhang mit
den Römern ist natürlich auch Cartagena (Bild IM002541 – IM002542)
mit seiner schönen Altstadt und diversen interessanten Ausgrabungen Pflicht.
Wer dieses gastfreundliche Städtchen besuchen möchte und weitergehend
Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.
Glück auf!
Michael Pfefferkorn