1. Gedinge- und Vortriebszeichen, Jahrestafeln, Vortriebstafeln
In diesem und den folgenden Abschnitten sollen Zeichen, Inschriften und Tafeln behandelt werden, die eine Arbeitsleistung im Vortrieb (Gedinge) oder den erreichten Vortrieb zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel nach einem Quartal oder Jahr, dokumentieren. Derartige Zeichen werden auch als Stufen bezeichnet.
Zu der Thematik gibt es aktuelle und ausführliche, aber derzeit vergriffene Literatur von ST. ADLUNG (1998) über Gedinge- und Vortriebszeichen im sächsischen Erzbergbau. Die Darstellung hier bezieht sich im wesentlichen auf diese Quelle.
1.1. Gedinge und Gedingezeichen
Was sind Gedinge ?
Gedinge stellen eine Form der Registrierung und Bezahlung von Vortriebsleistungen dar. Auch wenn es regional oder im Lauf der Zeit gewisse Unterschiede gab, so ist die grundlegende Bedeutung jedoch konstant geblieben.
Das Wort "Gedinge" ist schon seit langem aus dem gebräuchlichen Wortschatz verschwunden. Etwas länger hatte sich noch das Verb "verdingen" erhalten. Adlung (1998) weist auch auf eine mögliche sprachliche Verwandtschaft zwischen "Ding" und "Thing", der alten rechtssprechenden Versammlung, hin.
Diese Verbindung kann als recht sicher angenommen werden. In mittelalterlichen Schriften und Urkunden finden sich Wörter mit dem Stamm –ding– und einem mit rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang stehenden Sinn vom englischen und skandinavischen bis in den österreichischen Raum. Die Verwendung in verschiedenen Sprachen – neben Alt- und Mitteldeutsch z.B. auch in der in angelsächsisch verfassten Handschrift der Beowulf-Saga aus dem 10. Jahrhundert – belegt eine sehr alte Wurzel.
Das Wort "gedingen" wird im 10. – 15. Jahrhundert verwendet im Sinne von allgemein eine gerichtliche Auseinandersetzung führen, sich an ein Gericht oder eine rechtliche Instanz wenden (auch im religiösen Sinn sich an eine höhere Instanz wenden) oder bei ihr Berufung einlegen, oder allgemein verhandeln bzw. (verbindliche) Abmachungen treffen, sich etwas ausbedingen oder etwas (z.B. ein Lehen) unter bestimmten Voraussetzungen verleihen, etwas (eine Urkunde oder Testament) bezeugen oder auch im religiösen Sinn Hoffnung und Vertrauen auf etwas setzen.
Während im Eigenlehnerbetrieb kein Anlass für die Entlohnung von Vortriebs- oder anderen Leistungen in der Grube bestand, ergab sich mit der Trennung von bauenden und nichtbauenden Gewerken im Bergbau die Notwendigkeit, Arbeitsleistungen zu erfassen und zu entlohnen. Im Erzgebirge ist dieser Prozess im 13. Jahrhundert festzustellen. In direktem Zusammenhang mit dem Gedinge stehen die Zubußzahlungen der nichtbauenden Gewerken. Diese Zahlungen waren notwendig, um der Anteile an den jeweiligen Gruben nicht verlustig zu gehen. Die Gedingestufe, die den jeweiligen erreichten Stand des Vortriebs markiert, wurde durch den Stufenschläger, der als Vorläufer des Berggeschwornen zu betrachten ist, eingehauen.
Gedinge werden schon im Freiberger Bergrecht (A) erwähnt. Gedingezeichen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert sind bisher jedoch nicht bekannt geworden.
Etwa im 15. Jahrhundert entwickelte sich das Gedinge als spezielle Form eines Arbeitsvertrages zwischen Hauern und Gewerken. Ein direkter Zusammenhang zu Zubußzahlungen bestand nicht mehr. Diese Entwicklung ist eine Folge der zunehmenden Zentralisierung im sächsischen Bergbau.
G. AGRICOLA (1557) schreibt zum Gedinge:
| "Sie [die Geschwornen – T.W.] besähen und betrachten alles in sonderheit und berahtschlagen sich mitt dem steiger / von der hauwung / gezeugen / gebeuwen / unn von allen anderen dingen / die zu dem bergkwerck gehörendt: zun zeiten verdingendt sie mitt sampt dem steiger / den bergkheuwern ettliche lachter eines gangs zu hauwen / umb ein grossen oder kleinen lohn / nach dem das gstein vest oder lindt ist / sampt den gängen. Aber so den selbigen so umb lohn die lachter zu zuhauwen haben angenommen / ein sölche veste des gsteins für kommendt / deren sie nicht verhofft noch versähen haben / unnd von dessen wegen die arbeit harter und langsamer von ihnen vollbracht / so machen sie inen grössere bsoldung / so aber nach der angfangnen arbeit das gstein von wegen des wassers / nicht so vest ist / und die arbeit leichter und geringer gschähen mag / so brechen sie inen etwas vom lohn ab. Ober das so die gschwornen die steiger oder bergkheuwer ob der fahrlässigkeit oder betrug ergriffendt / so ermanendt sie dieselbigen erstmalen / ihres ampts / das sie treulich sollen außrichten / oder schelten sie / darnach wan sie nicht fleissiger noch frömmer worden seindt / so bringendt sie dasselbig für den Bergkmeister / der sie nach seim gwalt ihres ampts entsetzett / oder so sie ein laster begangend in die gefengknuß würfft." |
Leider hat AGRICOLA nichts näheres über Gedingezeichen geschrieben oder solche Zeichen abgebildet.
Im Lauf der Zeit wurden immer umfangreichere Vorschriften geschaffen, die das Gedinge regelten. Darin wurden u.a. behandelt, was der Geschworene zu tun hat, Rechte der Gewerken und der Hauer, wie bei sich verändernder Gesteinsbeschaffenheit zu verfahren ist, Fragen der Auszahlung des Gedingegeldes und weiteres. Anpassungen wurden zuweilen durch neue Technologien notwendig. Am Inhalt des Gedinges hat sich jedoch über Jahrhunderte nichts geändert.
ADLUNG (1998) gibt einen Auszug aus einer Resolution von 1709 an, die den Inhalt des Gedinges sehr gut wiedergibt und deshalb nach dieser Quelle hier zitiert werden soll:
| "…6. ist das Verdingen auf Gewinn und Verlust bey deren Häuer-Arbeit auf den Zechen mehr einzuführen, worbey denn die Geschwornen ihre Pflicht genau zu beobachten haben, damit sowohl der Gewerckschafft Nachtheil vermieden, als auch der Häuer vorsätzlich nicht beschweret werde. Immassen dahero besagte Geschworne, Beschaffenheit des Gesteins fleißig erforschen, das Geding im Beyseyn des Steigers, alswohl auch nach Gelegenheit des Schichtmeisters, machen, die Stuffen schlagen, auch das Gedinge selbst abnehmen, darüber ein richtiges Geding-Buch halten, in selbiges alles nach denen vorgefallenen Umständen, sonderlich bey der Abnehmung eintragen, auch darbey recht Maaß brauchen sollen. Dergleichen Verdingen nun ist insonderheit bey dem Abteuffen, grober Gängen und Stoll-Oertern, da keine edle Geschicke brechen, dergestallt vorzunehmen, dass einen, zwey oder mehr tüchtige Häuern gewisse Lachter in die Teuffe und Höhe mit Benennung der Zeit und Wochen nach Erkäntniß des Gesteins jedes Mal um ein gewisses Geld aufzugeben, diese auf der geschlagenen Stuffe anzusitzen, vom Schichtmeister wöchentlich das gesetzte Lohn zu empfangen, das übrige Geding-Geld auch, do das Gedinge eher, als das Wochenlohn darauf gehet, heraus geschlagen würde, ohne Vorenthalt zu gewarten, dargegen aber auch, wann es auf die Determinirte Zeit nicht geschiehet, über das Wochen-Lohn nichts weiter, biß das Geding würcklich aufgefahren, zugenüssen haben, darfür sollen die Geschworne noch weiter biß auf Unser Wiederrufen, wie An. 1675 für gut befunden worden, auf allen und jeden Zechen und Stölln von jeglichen Gäng- und Schrähm-Häuer wöchentlich drey Pfennige, als sogenanntes Stuffen-Geld, bekommen, und denen Gewerken in denen Registern verschreiben werden, denen Arbeitern selbst ist aber nicht das geringste deßwegen abzufordern, auch kein Abnahme-Groschen mehr zu passiren, jedesmahl bey Straffe Zehn Gülden, so offte darwieder gehandelt wird, welches Stuffen-Geld denn die Geschworne zusammen in eine Casse bringen und quartaliter zu gleichen Theilen unter sich vertheilen sollen …" |
Sowohl das Gedinge, also der eigentliche Arbeitsvertrag, als auch das Abnehmen des Gedinges und damit verbundene Einschlagen einer Stufe wurden schriftlich festgehalten. Damit erhielten die Bergämter bzw. die Vorläuferinstitutionen einen Überblick über den Vortrieb, speziell auf wichtigen Stollenörtern.
Aufzeichnungen über Gedinge und eingeschlagene Stufen finden sich z.B. in den Quartalsabrechnungen der einzelnen Gruben. In diesen Abrechnungen wurden die Einnahmen, die nach Wochen aufgeschlüsselten Ausgaben, die Eigentümer mit ihren jeweiligen Anteilen (wichtig für die Zubußzahlungen) und zum Teil auch die vorhandenen Werkzeugbestände erfasst. Bei kleinen, unbedeutenden Gruben konnte auch auf eine wöchentliche Aufschlüsselung verzichtet werden.
Zwei Beispiele von derartigen Quartalsabrechnungen aus dem Freiberger Revier sollen hier im Bild vorgestellt werden.
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Bild 1.1.01: Quartalsabrechnung der Grube "Segen Gottes", Weißenborn bei Freiberg, Quartal Trinitatis 1599. Deckblatt. |
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Bild 1.1.02: Quartalsabrechnung der Grube "Segen Gottes", Weißenborn bei Freiberg, Quartal Trinitatis 1599. 4. und 5. Woche. |
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Bild 1.1.03: Quartalsabrechnung der Grube "Segen Gottes", Weißenborn bei Freiberg, Quartal Trinitatis 1599. Hauer wurden durch den Geschworenen verdingt. |
| Text von Bild 1.1.03: "Verdingt durch den herrn Geschwornen ½ Lachter 4 hauernn ufm Stollort, in vier wochen auftzufahrn davon x alde scho. H… (?) verdingt ½ Lachter i hauer uf der Stross, in vier wochen auftzufahrnn davon iii alde scho. und gehett uf diese gedinge die Honnde (?) noch ….. (?) drauff .." |
Wie die Quartalsabrechnung in der 5. Woche zeigt, haben die Hauer die vereinbarte Strecke aufgefahren und das Gedingegeld erhalten. Der Geschworene hat das Gedinge abgenommen, eine Stufe (= das Gedingezeichen) geschlagen und dafür Stufengeld erhalten.
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Bild 1.1.04: Quartalsabrechnung der Grube "Segen Gottes", Weißenborn bei Freiberg, Quartal Trinitatis 1599. Abrechnung des Gedinges. |
| Text von Bild 1.1.04: "Gemeine Ausgab, i f i gen (*) haben 4 hauer am geding eröbrigt ufm Stollort, haben in 4. wochen ½ lachter aufgefahren Lorentz Weicheltt, Caspar Unger, Simon Korb, Lorentz Weicheltt xii gen hatt i. hauer am gedinng eröbrigtt uff der Stross, hatt in 4. wochen ½ lachter aufge- fahren, Görge Kirschell, iiii gen dem herrn Geschwornn stuffenngeldt," |
(*) f = Florengroschen, gen = Groschen (1 Florengroschen oder Gulden entspricht 21 Groschen)
Während die Grube "Segen Gottes" regelmäßige Einnahmen verbuchen konnte, wies die Grube "Osterfreude" in Berthelsdorf bei Freiberg in dem Quartal Luciae 1601 keinerlei Einnahmen auf. Eine wöchentliche Aufschlüsselung der Ausgaben findet sich nicht. Es wird lediglich ein Hauer erwähnt, der hier verdingt wurde. Eine Abnahme des Gedinges durch einen Geschwornen ist offenbar nicht erfolgt, da dies eine zusätzliche Ausgabe erfordert hätte.
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Bild 1.1.05: Quartalsabrechnung der Grube "Osterfreude", Berthelsdorf bei Freiberg, Quartal Luciae 1601. Abrechnung des Gedinges. |
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Bild 1.1.06: Quartalsabrechnung der Grube "Osterfreude", Berthelsdorf bei Freiberg, Quartal Luciae 1601. Das Gedinge wird für das komplette Quartal abgerechnet. |
| Text aus Bild 1.1.06: " Einnahm 0 Außgab 12 f Lortz Lindtner vonn 4 Lachtern Aufn örtte Zur Handt Aufn Schacht Aufzufahrnn so ihme uf gewin undt verlust vordinget worden. ……." |
Das hier genannte Gedinge auf Gewinn und Verlust entspricht einem üblichen Gedinge. Erst im 19. Jahrhundert wurde diese Bezeichnung auf eine Sonderform übertragen. Diese Sonderform wurde vor allem auf armen Gängen angesetzt, wo die Unkosten gerade gedeckt wurden. Dabei wurde den Häuern nach Abzug diverser Unkosten alles durch die Erzbezahlung erzielte Geld ausgehändigt. Er bekam jedoch keinen weiteren Lohn. Dieses sehr risikoreiche Gedinge konnte jederzeit durch den Hauer oder die Gewerken gekündigt werden.
Wo finden sich Gedingezeichen?
Da das Gedinge eine Form des Leistungslohns ist, sind Gedingezeichen vorrangig dort anzutreffen, wo es auf schnellen Vortrieb ankam. Das können Entwässerungsstollen oder andere Stollen, z.B. Suchstollen, Auffahrungen vom Mundloch, um einen Gang zu erreichen oder Auffahrungen, um eine zusätzliche Tagesöffnung anzulegen, sein. Auch das Nachreißen erfolgte oft im Gedinge, so dass Gedingezeichen in einem Stollen nicht unbedingt von der Auffahrung stammen müssen.
Zum Teil können heute noch kontinuierliche Folgen von Gedingezeichen und Quartalswinkeln in Strecken beobachtet werden. Solche Abfolgen bieten ideale Möglichkeiten zum Studium der Vortriebsleistungen bzw. Leistungen beim Nachreißen.
Gedingezeichen finden sich nicht nur in wichtigen Anlagen. Auch kleine, unbedeutend erscheinende Gruben können einen unerwarteten Reichtum an verschiedenen Zeichen bieten.
Die Größe der Zeichen kann stark schwanken. Es finden sich sowohl sehr kleine, von nur etwa 3 oder 4 cm Abmessung, bis hin zu mindestens 20 cm großen Zeichen. Die Zeichen erscheinen zum Teil nur leicht eingekratzt, zum Teil sind sie auch sorgfältig und deutlich geschlagen.
Die fotografische Dokumentation kann sich recht schwierig gestalten, da es in engen Stollen nicht immer möglich ist, die Zeichen aus einem günstigen Winkel zu fotografieren (speziell wenn noch Inschriften daneben vorhanden sind) oder da sich die Zeichen nur schwer erkennen oder von den Spuren der Arbeit mit Schlegel und Eisen ("Prunen") unterscheiden lassen.
Literatur:
G. AGRICOLA (1557): Vom Bergkwerck XII Bücher.- Basel, p. 71 (Übersetzung aus dem lat. von Ph. Bechius)
ST. ADLUNG (1998): Gedinge- und Vortriebszeichen im sächsischen Erzbergbau.- Schriftenreihe Akten und Berichte vom sächsischen Bergbau, Heft 7. Jens-Kugler-Verlag Kleinvoigtsberg.
© Thomas Witzke {mospagebreak}
1.2. Formen von Gedingezeichen
Es können zwei grundlegende Typen von Gedingezeichen unterschieden werden, das "Schneeberger Gedinge" und das "Freiberger Gedinge", benannt nach dem vermutlichen Ort der Entstehung. Beide Typen differieren in Form und Verbreitung. Während das Schneeberger Gedinge zeitlich und räumlich eher begrenzt auftritt, hat das Freiberger Gedinge eine zum Teil recht große Verbreitung erfahren. Die Verbreitungsgebiete überschneiden sich zum Teil. Gelegentlich finden sich auch beide Zeichen in einer Grube, allerdings zeitlich nacheinander.
1.2.1. Das Schneeberger Gedinge
Die nach ADLUNG (1998) "Schneeberger Gedingezeichen" genannte Stufe hat die Form eines "Mercedes"-Sterns. Dieses Zeichen wurde vor allem in den oberen erzgebirgischen Revieren, sowohl den sächsischen als auch den böhmischen, verwendet und war besonders im 16. und 17. Jahrhundert in Gebrauch. Die Vortriebsrichtung ist dem Zeichen nicht zu entnehmen.
Dem Hauer wurde eine bestimmte Geldsumme für eine vorher festgelegte Auffahrung versprochen. Jede Woche, die er am Gedinge arbeitete, wurde der übliche Hauerlohn vom Gedingegeld abgezogen und ausbezahlt. Nach Fertigstellung der Auffahrung war das Restgeld sein Gewinn.
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Bild 1.2.1.01: Das Schneeberger Gedinge. |
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Bild 1.2.1.02: Schneeberger Gedinge, um 1585. Auf einer Seitenstrecke des "Ritter St. Georg samt dem Lindwurm Stolln", Wolkenstein, Erzgebirge, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.1.03: Schneeberger Gedinge mit einer Inschrift, Quartal Crucis, V. Woche, 1585. Auf einer Seitenstrecke des "Ritter St. Georg samt dem Lindwurm Stolln", Wolkenstein, Erzgebirge, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.1.04: Schneeberger Gedinge, 16. Jahrhundert. Grube im Kiesholz, Marienberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.1.05: Schneeberger Gedinge, 16. Jahrhundert. Reicher Silbertrost Stolln, Geyer, Erzgebirge, Sachsen. Foto Norbert Schüttler. |
Angaben über das Vorkommen von Schneeberger Gedingezeichen (aber bisher keine Fotos) liegen aus folgenden Gruben vor:
"Heilig Geister Stollen" und "St. Erasmus Stollen", Glashütte, Erzgebirge, Sachsen;
"Elias Stollen" und "Ursula Stollen", Pobershau, Erzgebirge, Sachsen;
"Orgel-Stollen", Annaberg, Erzgebirge, Sachsen;
"St. Briccius", Königswalde bei Annaberg, Erzgebirge, Sachsen;
"Segen Gottes Erbstollen", Wolkenburg bei Glauchau, Sachsen;
Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen;
St. Niklasberg bei Moldava, Erzgebirge, Böhmen, Tschechische Republik.
Bild 1.2.1.06:
Verbreitung des Schneeberger Gedinges in Sachsen.
Literatur:
ST. ADLUNG (1998): Gedinge- und Vortriebszeichen im sächsischen Erzbergbau.- Schriftenreihe Akten und Berichte vom sächsischen Bergbau, Heft 7. Jens-Kugler-Verlag Kleinvoigtsberg.
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren {mospagebreak}
1. Gedinge- und Vortriebszeichen, Jahrestafeln, Vortriebstafeln
1.2. Formen von Gedingezeichen
Es können zwei grundlegende Typen von Gedingezeichen unterschieden werden, das "Schneeberger Gedinge" und das "Freiberger Gedinge", benannt nach dem vermutlichen Ort der Entstehung. Beide Typen differieren in Form und Verbreitung. Während das Schneeberger Gedinge zeitlich und räumlich eher begrenzt auftritt, hat das Freiberger Gedinge eine zum Teil recht große Verbreitung erfahren. Die Verbreitungsgebiete überschneiden sich zum Teil. Gelegentlich finden sich auch beide Zeichen in einer Grube, allerdings zeitlich nacheinander. Es können zwei grundlegende Typen von Gedingezeichen unterschieden werden, das "Schneeberger Gedinge" und das "Freiberger Gedinge", benannt nach dem vermutlichen Ort der Entstehung. Beide Typen differieren in Form und Verbreitung. Während das Schneeberger Gedinge zeitlich und räumlich eher begrenzt auftritt, hat das Freiberger Gedinge eine zum Teil recht große Verbreitung erfahren. Gelegentlich finden sich auch beide Zeichen in einer Grube, allerdings zeitlich nacheinander.
1.2.2. Das Freiberger Gedinge
Die zweite Form wird nach ADLUNG (1998) nach dem Ort der Entstehung "Freiberger Gedinge" genannt. Die Grundform des Freiberger Gedingezeichens ist ein senkrechter Strich mit kurzem waagerechten Anstrich in der Mitte, der die Vortriebsrichtung angibt. Daneben gibt eine Reihe von Sonderformen, die zum Teil erstmals bei Adlung (1998) dokumentiert werden, für das Nachreißen der Firste oder Strosse (oder Wassersaige) oder auch von Firste und Strosse gemeinsam. In einigen Fällen fehlt der kurze waagerechte Anstrich, vermutlich dann, wenn das Gedinge vom Steiger der Grube in Vertretung des Geschwornen abgenommen wurde. Zu den auf den Bildern dargestellten Zeichen gibt es noch die spiegelbildlichen Formen bei Vortriebsrichtung von der anderen Seite. Nicht immer sind die Zeichen korrekt eingeschlagen. Es gibt sichere Fälle, in denen die waagerechten Anstriche in die falsche Richtung zeigen.
Die Zeichen müssen auch nicht vom Auffahren einer Strecke, sondern können auch vom Nachreißen stammen. Obwohl für spezielle Formen des Nachreißens Sonderzeichen existieren, wurden diese nicht immer verwendet. Es finden sich zum Teil auch normale und Sonderformen innerhalb einer nachgerissenen Strecke.
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Bild 1.2.2.01: Das Freiberger Gedinge mit Sonderformen. |
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Bild 1.2.2.02: Das Freiberger Gedinge mit Sonderformen. |
Das Gedinge wurde alle vier oder fünf Wochen abgenommen und die Strecke vermessen. Entsprechend der aufgefahrenen Strecke wurde der Gedingegewinn oder Verlust berechnet. Durch die regelmäßige Abnahme des Gedinges konnten veränderte Gesteinsfestigkeiten eher bemerkt und wenn erforderlich, ein anderes Gedingegeld festgelegt werden. Wie in Kapitel 1.1. zu sehen, ist bei kleinen, unbedeutenden Gruben, die vermutlich das Geld für den Geschworenen sparen wollten, auch eine Abrechnung des Gedinges im Quartal erfolgt.
Das Freiberger Gedinge ist nicht nur aus dem Freiberger Revier bekannt, auch in Kamsdorf/ Thüringen ist es öfter anzutreffen, ebenso ist es aus Schmiedefeld/Thüringen und dem Sauerland bekannt.
Die Gedingezeichen sind unterschiedlich groß, von etwa 4 cm bis etwa 20 cm Größe, und unterscheiden sich auch in der Ausführung. Einige Beispiele dafür sind auf den folgenden Bildern dargestellt. Eine untypische Form ist gelegentlich im Kamsdorfer Revier zu finden. Sie erinnert an das Zeichen für das Nachreißen von Firste und Strosse, weist jedoch noch einen gegabelten waagerechten Anstrich auf (Bilder1.2.09 und 1.2.11). Da es sich in verschiedenen Stollen mit "normalen" Zeichen abwechselt und keine Hinweise auf Nachreißen zu finden sind, dürfte es sich wohl nur um eine stilistische Variante von einem Geschwornen handeln.
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Bild 1.2.2.03: Einfaches Freiberger Gedingezeichen mit einem Quartalswinkel, aus der Grube Reiche Zeche, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.04: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, aus dem ursprünglichen Teil der Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.05: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, aus dem Reicher Silbertrost Stolln, Geyer, Erzgebirge, Sachsen. Bemerkenswert ist, dass es in dem Stollen auch ältere Schneeberger Gedingezeichen gibt. Foto Norbert Schüttler. |
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Bild 1.2.2.06: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, Oberscheibe bei Schwarzenberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Holger Lausch. |
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Bild 1.2.2.07: Einfaches Freiberger Gedingezeichen aus dem Neuhoffnung Stollen, Kamsdorf, Thüringen, vor 1739. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.08: Einfaches Freiberger Gedingezeichen aus dem Neuhoffnung Stollen, Kamsdorf, Thüringen, vor 1739. Untypische Form mit gegabeltem Anstrich. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.2.2.09: Einfaches Freiberger Gedingezeichen aus dem Juliane-Stollen, Kamsdorf, Thüringen, zwischen 1727 und 1774. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.10: Einfaches Freiberger Gedingezeichen aus dem Juliane-Stollen, Kamsdorf, Thüringen, zwischen 1727 und 1774. Untypische Form mit gegabeltem Anstrich. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.11: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, Mittlerer Fürstenstollen, Steinheid (nordwestlich von Sonneberg), Thüringen. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.2.2.12: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, Unterer Tiefer Thal Stollen, Goldhausen bei Korbach, Sauerland. Vor 1585. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.13: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, am Georgschacht (neben einem Bereich, der offenbar besonders sorgfältig auf Gold abgebaut wurde), Goldhausen bei Korbach, Sauerland. Vor 1585. Foto Thomas Witzke. |
Bemerkenswert ist die im folgenden Bild dargestellte Situation mit zwei Gedingezeichen und einem Markscheidekreuz. Dass nur die Auffahrung weniger cm im Gedinge vereinbart wurde, ist sehr unwahrscheinlich, dafür dürfte der Verwaltungsaufwand zu groß sein. Möglicherweise hat es hier eine Korrektur gegeben oder das Gedinge ist aus irgendwelchen Gründen abgebrochen worden.
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Bild 1.2.2.14: Einfaches Freiberger Gedingezeichen, Markscheidekreuz und zweites Gedingezeiches, aus dem Juliane-Stollen von Kamsdorf, Thüringen. Zwischen 1727 und 1774. Foto Michael Pfefferkorn. |
Sonderform für Abnahme des Gedinges durch einen Steiger
Neben dem einfachen Gedingezeichen taucht als Sonderform ein Zeichen auf, bei dem der waagerechte Anstrich fehlt. Wahrscheinlich hat hier der Steiger in Vertretung des Geschwornen das Gedinge abgenommen. Das Zeichen ist aus dem Freiberger Revier bekannt und wurde inzwischen auch schon im Kamsdorfer Revier in Thüringen gefunden.
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Bild 1.2.2.15: Freiberger Gedingezeichen, wahrscheinlich vom Steiger in Vertretung des Geschwornen abgenommen, aus der Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Erzgebirge. Vom Nachreißen der Rösche, um 1855. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.16: Freiberger Gedingezeichen, wahrscheinlich vom Steiger in Vertretung des Geschwornen abgenommen, von 1817. Größe etwa 10 cm. Trau auf Gott Erbstolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
Sonderformen für das Nachreißen der Firste, der Sohle oder Firste und Sohle
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Bild 1.2.2.17: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Firste, von 1669. Thelersberger Stolln, Brand-Erbisdorf, Sachsen. Es ist nicht bekannt, warum das Gedingezeichen doppelt eingeschlagen wurde. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.2.2.18: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Firste, darunter ein Quartalswinkel für das Nachreißen der Firste und ein einfaches Gedingezeichen, um 1800. Das einfache Gedingezeichen ist verkehrt eingeschlagen, denn der Stollen endet rechts blind. Trau auf Gott Erbstolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.19: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Firste, aus der Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Vom Nachreißen der Rösche, um 1855. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.20: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Sohle bzw. Wassersaige, aus dem Verträgliche Gesellschaftsstollen, Freiberg, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.2.2.21: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Sohle, um 1800. Trau auf Gott Erbstolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.2.2.22: Freiberger Gedingezeichen, für das Nachreißen der Sohle bzw. Wassersaige und der Firste, aus dem Wapplerstollen, Schmiedefeld/Gebersdorf, Thüringen. Die Gedingezeichen sind durchnummeriert bis zur Ortsbrust. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.2.2.23: Freiberger Gedingezeichen, für das Setzen eines Gewölbes, von 1878. Weißtaubner Stolln, Pobershau, Erzgebirge, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
Weitere Angaben über das Vorkommen von Freiberger Gedingezeichen liegen aus folgenden Gruben vor:
"St. Lampertus", Hohenstein, Sachsen;
Könitz bei Saalfeld, Thüringen;
Stollen am Eichberg, Wickersdorf südwestlich von Saalfeld, Thüringen;
"Mit Gebeth und Arbeit", Reichmannsdorf südwestlich von Saalfeld, Thüringen;
"Glücksbrunn", Glücksbrunn, Thüringen.
Bild 1.2.2.24:
Verbreitung des Freiberger Gedinges in Sachsen.
Bild 1.2.2.25:
Verbreitung des Freiberger Gedinges in Thüringen.
Literatur:
ST. ADLUNG (1998): Gedinge- und Vortriebszeichen im sächsischen Erzbergbau.- Schriftenreihe Akten und Berichte vom sächsischen Bergbau, Heft 7. Jens-Kugler-Verlag Kleinvoigtsberg.
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren {mospagebreak}
1.3. Quartalswinkel
Der Quartalswinkel ist je nach Vortriebsrichtung ein L-förmiges Zeichen (Vortrieb von rechts) bzw. das dazu spiegelbildliches Zeichen (bei Vortrieb von links, vom Betrachter aus). Wie bei den Gedingezeichen gibt es auch hier dokumentierte Fälle von verkehrt herum eingeschlagenen Zeichen.
Quartalswinkel wurden alle viertel Jahre eingeschlagen, um den jeweiligen Stand des Vortriebs zu dokumentieren. Sie sind damit, sofern Abfolgen von derartigen Zeichen vorhanden sind, ein wertvolles Dokument über die Vortriebsleistungen.
Die Quartalswinkel wurden vom Geschwornen eingeschlagen. Die Größe der Zeichen und auch die Ausführung kann stark variieren.
In den meisten Fällen stehen die Quartalswinkel alleine. Öfter finden sich Gedingezeichen unmittelbar daneben, da es aus Gründen der Abrechnung offenbar praktisch war, das Ende eines Gedinges auch mit dem Ende eines Quartals zusammen fallen zu lassen. Selten finden sich andere Angaben neben den Quartalswinkeln wie z.B. Lachterangaben.
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Bild 1.3.01: Quartalswinkel und darunter ein Gedingezeichen, Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.3.02: Quartalswinkel aus dem Juliane-Stollen, Kamsdorf, Thüringen. Zwischen 1727 und 1774. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.3.03: Quartalswinkel aus dem Zentralrevier von Kamsdorf, Thüringen. Das Zeichen ist verkehrt eingeschlagen, die an den Prunen erkennbare Vortriebsrichtung stimmt nicht mit der durch das Zeichen angegebenen Richtung überein. Foto Thomas Witzke. |
Merkwürdig ist folgende, im Bild dargestellte Situation aus einem Flügelort des Treue Gewerken Verbindlichkeit Stollens in Kamsdorf, Thüringen.Hier findet sich neben einem kleinen, flüchtig in den Fels geschlagenen Quartalswinkel ein weiterer, sauber ausgeführter Winkel von etwa 15 cm Größe. Diese Anordnung ist in Kamsdorf noch einige weitere Male, wenn aber auch selten, zu beobachten. Denkbar ist hier, daß es eine Korrektur, vielleicht nach einer Neuvermessung der aufgefahrenen Strecke gegeben hat.
An der Stelle, wo sich die Winkel befinden, kam das Flügelort um 1840 an.
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Bild 1.3.04: Zwei Quartalswinkel. Flügelort des Treue Gewerken Verbindlichkeit Stollens in Kamsdorf, Thüringen, um 1840. Foto Michael Pfefferkorn. |
Gelegentlich finden sich neben den Quartalswinkeln zusätzliche Informationen. Hier ein Beispiel mit der Angabe Quartal Reminiscere 1770 aus der Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg sowie ein Beispiel mit Entfernungsangaben zum Mundloch in Lachtern aus dem Trau auf Gott Erbstolln in Lichtenberg bei Freiberg.
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Bild 1.3.05: Quartalswinkel mit Angabe Quartal Reminiscere 1770 sowie einem Gedingezeichen. Himmelfahrt Fundgrube, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.3.06: Quartalswinkel mit Lachterangabe bis zum Mundloch (113 Lachter), von 1814. Trau auf Gott Erbstolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
Bisher in der Literatur offenbar noch nicht dokumentiert ist ein auf dem Kopf stehendes L, sicher ein Quartalswinkel für das Nachreißen der Firste, vergleichbar dem Gedingezeichen. Das Zeichen wurde jedoch auch innerhalb eines Stollens nicht einheitlich verwendet. So finden sich z.B. in der Müdisdorfer Rösche für das Nachreißen der Firste sowohl die eigentlichen Quartalswinkel L als auch das auf dem Kopf stehende Zeichen. Auch zu diesem Zeichen existiert wieder die spiegelbildliche Form bei Vortrieb von links.
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Bild 1.3.07: Quartalswinkel für das Nachreißen der Firste, aus der Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Vom Nachreißen der Rösche, um 1855. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.3.08: Quartalswinkel für das Nachreißen der Firste, aus der Grube Gesegnete Bergmannshoffnung, Obergruna, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
mögliche Vorläufer der Quartalswinkel
Die Quartalswinkel finden sich im Erzgebirge ab dem 16. Jahrhundert. Vermutlich als Vorläufer wurden nach ADLUNG (in LEUPOLD & HOCKER) für jedes Quartal eigene Zeichen verwendet: Reminiscere "Z", Trinitatis "T", Crucis (ein auf dem Kopf stehendes "L") und Luciae "L". Der einfache Quartalswinkel leitet sich dann von dem "L" für Luciae ab. Das Zeichen für Crucis darf hier nicht verwechselt werden mit dem identisch aussehenden, im Bild 1.3.06 und 1.3.07 dargestellten Quartalswinkel für das Nachreißen der Firste.
Einen Hinweis auf derartige Vorläufer könnten die Stufen in einer Grube im Kiesholz bei Marienberg bieten. Hier taucht jedoch ein "R"-ähnliches Zeichen auf, das auch für das Quartal Reminiscere stehen könnte. Diese Deutung bietet sich an, da auch ein "T"-ähnliches Zeichen und ein "L" gefunden wurden. Problematisch ist jedoch, dass die Zeichen in der Grube z.T. recht weit auseinander liegen und eine kontinuierliche Abfolge fehlt. Insofern sind diese Deutungen nur als Vermutung zu betrachten.
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Bild 1.3.09: Eventuell Zeichen für Quartal Reminiscere. Zweite Hälfte 16. Jahrhundert. Grube im Kiesholz, Marienberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.3.10: Eventuell Zeichen für Quartal Trinitatis. Zweite Hälfte 16. Jahrhundert. Grube im Kiesholz, Marienberg, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.3.11: Eventuell Zeichen für Quartal Luciae. Zweite Hälfte 16. Jahrhundert. Grube im Kiesholz, Marienberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren {mospagebreak}
1.4. Jahrestafeln
Jahrestafeln dokumentieren den Vortrieb des jeweiligen Jahres. Im Freiberger Revier wird das Schlagen von Jahrestafeln 1785 erstmals in einem Regulativ geregelt. Ältere Tafeln mit Jahresangaben stehen meist im Zusammenhang mit besonderen Ereignissen und werden in Kapitel 4.1. behandelt.
Die Jahrestafeln müssen nicht von der Auffahrung stammen, auch beim Nachreißen von Stollen wurden solche Tafeln geschlagen.
Das genannte Regulativ findet sich bei ADLUNG (1998) auszugsweise abgedruckt und soll nach dieser Quelle auch hier wiedergegeben werden:
"… Sonnabend der 12. Woche im
Quartal Luciae 1785, 24. 12. 1785
Einhauung der Jahresstuffen auf den Gruben,
durch die Herrn Revier-Geschwornen
Um eines theils den fahrenden Beamten in Stande zu setzen, sogleich in der Grube übersehen zu können, wie die Hauptarbeiten einer Grube durch Abteufen in den Kunst- und Treibeschächten, ingleichen durch Betrieb der Stolln- Mittel- und Gezeugstrecken – Ortern, in jedem Jahre fortgegangen, andern theils die angestellten Markscheidern deren Obliegenheit es ist, auf den Hauptrißen der Gruben von Zeit zu Zeit wenigstens alljährlich nachzubringen, mit ihren Zügen näher zu übersehen, überhaupt aber beyderley Arbeiten, so viel wie möglich auf gleiche Zeitpuncte zu setzen, und hiernach ihre Gemerkungen genau zu bestimmen, ist es von Seiten des Bergamtes nach angestellter Überlegung und hierzu eingehohlter Approbation f. Hochlöbl. Oberberg Amts vor wohlgetan und nöthig angesehen worden, die allgemeine Einrichtung dahin zu treffen, daß jeder wder Refierfahrenden Herrn Geschworenen auf den Gruben der ihm anvertrauten Refiere
1.) vor jedem betreibenden Stolln- Mittel- und Gezeugstrecken Ort, nicht weniger vor jedem Haupt – Abteufen, worunter aber kurze Versuchs – Orter, Gelärsche und kleine Gesenke nicht zu verrstehen, beym Schluß des Quartals Luciae eines jeden Jahres, eine vollkommen zuverlässige Jahresstuffe mit der Jahr – Zahl als zb:
L. 1785
einhaun.
2.) Für diese Einhauung einer Jahres Stuffe in der Grube erhält dagegen der Refierfahrende Geschworene, jedesmal im Quartal Reminiscere des darauffolgenden Jahres, ebensoviel als für eine Markscheide – Stuffe, nehmlich Acht Groschen Gebühren, bei alten vergewerkschafteten Gruben, ingleichen von den in Erzlieferung stehenden Eigenlehner – Zechen, und reichet darüber, weil diese Verschreibung beym Register nicht in Anschnitt sondern in das Capital Insgemein kommen, alljährlich ein doppeltes Verzeichniß der eingehauenen Jahresstuffen, mit der Anzeige, wie viel vor jeden Ort des Jahres aufgefahren, und in den Haupt – Abteufen alljährlich abgeteuft sey? längstens mit Schluß des neuen Quartals Reminiscere f.a. zur Anordnung der passirlichen Verschreibung mittels des Haußhalts – Protocolls zum Berg Amt ein, wovon das eine Exemplar zum Hochlöbl. Ober Berg Amt eingereicht, das zweite aber an den Markscheider, zur Completirung des Nachbringens auf den Rissen hinaus gegeben, von den letzteren, nach erfolg der Züge, mit darauf gebrachten kurzen Bemerkungen, wo das Nachbringen geschehen, und die Einhauung der Jahres – Stuffe gefunden worden, wieder zum Berg Amte zurücke gegeben wird.
Mit dieser allgemeinen Einhauung der Jahres – Stuffe, soll beym gegenwärtigen Ablauf des 1785ten Jahres der Anfang gemacht werden, weshalben Berg Amts wegen sämtliche Herrn Refiergeschworenen, sowohl als die Herrn Markscheidern, hiernach angewiesen, und ihnen die sorgsame Beobachtung solcher Anordnung, damit der vorhabende Endzweck erreichet werde, angelegenst empfohlen worden. Anbey ward zugleich beschlossen, denen sämmtlichen Herrn Schichtmeistern und Eigenlehnern, bey ihrer nächsten Anwesenheit zur Aufrechnung an der Bergamtsstelle davon Eröffnung zu thun, und das weitere Nöthige hierunter anzuordnen …"
Im Freiberger Revier zeigen die Tafeln eine Jahreszahl und den Quartalswinkel (bzw. die spiegelbildliche Form, je nach Vortriebsrichtung). Die Ausführung der Tafeln ist sehr unterschiedlich. Es finden sich Jahreszahlen, die einfach in eine mehr oder weniger ebene Gesteinsoberfläche geschlagen wurden. In den meisten Fällen wurde jedoch zunächst eine ebene Grundfläche von etwa 15 x 30 cm in das Gestein gehauen und hier dann die Jahreszahl und der Winkel. Auch vorgefertigte Steintafeln aus Gneis, Sandstein oder Schiefer kamen zum Einsatz, die untertage in herausgehauene Nischen gesetzt wurde. Gelegentlich gibt es auch Tafeln aus Holz.
Oft befindet sich der Quartalswinkel zwischen der zweiten und der dritten Zahl, aber es gibt auch zahlreiche Tafeln, auf denen das nicht der Fall ist, sondern bei denen er direkt vor oder nach der Jahreszahl steht, oder auch bis zu etwa einem halben Meter entfernt sein kann. Da die Tafeln auch für markscheiderische Zwecke verwendet wurden, sind häufig Bohrlöcher und Holzdübel für das Anbringen der Schnur zu beobachten.
Im folgenden sollen einige Jahrestafeln unterschiedlicher Ausführung und Erhaltung im Bild vorgestellt werden.
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Bild 1.4.01: Jahrestafel von 1790, aus dem Trau auf Gott Stolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Der Quartalswinkel fehlt hier. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.02: Jahrestafel von 1791, aus dem Trau auf Gott Stolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.03: Jahrestafel von 1791, aus der Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Mit Quartalswinkel und einem "L" in Schreibschrift für Quartal Luciae. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.04: Jahrestafel von 1791, aus der Grube Himmelfahrt, Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.05: Jahrestafel von 1792, aus der Grube St. Michaelis, Bärenstein bei Altenberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Holger Lausch. |
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Bild 1.4.06: Jahrestafel von 1793, aus dem Trau auf Gott Stolln, Lichtenberg bei Freiberg, Sachsen. Mit Holzdübel im Quartalswinkel. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.07: Jahrestafel von 1795, aus der Grube Rheinisch Wein, Halsbrücke bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Holger Lausch. |
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Bild 1.4.08: Jahrestafel von 1798, aus der Grube Reiche Zeche, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.09: Jahrestafel von 1813, aus der Grube Reiche Zeche, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.10: Jahrestafel von 1829, aus der Grube Gesegnete Bergmannshoffnung, Obergruna bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.11: Jahrestafel von 1831, aus der Grube Gesegnete Bergmannshoffnung, Obergruna bei Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.12: Jahrestafel von 1842, als Stein im Ausbau. Alte Hoffnung Erbstolln, Schönborn-Dreiwerden, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.13: Jahrestafel von 1852. Thelersberger Stolln, Brand-Erbisdorf, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.4.14: Jahrestafel von 1852, vom Nachreißen der Rösche. Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.15: Jahrestafel von 1855, vom Nachreißen der Rösche. Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
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Bild 1.4.16: Jahrestafel von 1857, vom Nachreißen der Rösche. Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
Auch aus dem Kamsdorfer Revier, Thüringen, ist eine Jahrestafel mit einem Quartalswinkel bekannt.
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Bild 1.4.17: Jahrestafel von 1857, aus dem südlichen Flügelort vom Veltheimstollen bei Silberkrone, Kamsdorf, Thüringen. Foto Michael Pfefferkorn. |
Zuweilen finden sich an den Jahrestafeln auch Lachterangaben. Hier ein Beispiel aus Jöhstadt von 1795 mit der Angabe 18 Lachter, aus Zug bei Freiberg von 1848 mit der Angabe von 46,4 Lachtern sowie aus der Segen Gottes Fundgrube bei Zöblitz, Erzgebirge von 1866 und der Angabe 61,2.
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Bild 1.4.18: Jahrestafel von 1795 mit Lachterangabe. Andreas Gegentrum, Jöhstadt, Erzgebirge, Sachsen. Foto Robert Brückl. |
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Bild 1.4.19: Jahrestafel von 1848 mit Lachterangabe 46,4. Vom Leander Stehenden, Zug bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
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Bild 1.4.20: Jahrestafel von 1866 mit der Angabe 61,2 und einem Quartalswinkel. Segen Gottes Fundgrube, Zöblitz, Erzgebirge, Sachsen. Foto Robert Brückl. |
Auch in anderen Revieren gibt es Jahrestafeln, die sich jedoch in der Ausführung unterscheiden. Aus dem Reicher Silbertrost Stolln bei Geyer ist eine Tafel mit der Jahreszahl 1589 bekannt. Der senkrechte Strich zwischen der zweiten und dritten Ziffer weist darauf hin, dass es sich vermutlich um eine echte Jahrestafel, d.h. eine zum Jahreswechsel geschlagene Tafel, handelt, und nicht um eine "Ereignistafel", die von einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr stammen kann.
Im Ernst August Stollen im Harz findet sich eine Tafel, die nicht den Stand zum Jahresende, sondern zum 1. Januar 1888 dokumentiert.
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Bild 1.4.21: Vermutliche Jahrestafel von 1589 (mit Strich zwischen der 5 und der 8), aus dem Reicher Silbertrost Stolln, Geyer, Erzgebirge, Sachsen. Foto Norbert Schüttler. |
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Bild 1.4.22: Jahrestafel vom 1. Januar 1888 aus dem Ernst August Stollen, Harz, Niedersachsen. Foto Michael Pfefferkorn. |
Literatur:
ST. ADLUNG (1998): Gedinge- und Vortriebszeichen im sächsischen Erzbergbau.- Schriftenreihe Akten und Berichte vom sächsischen Bergbau, Heft 7. Jens-Kugler-Verlag Kleinvoigtsberg.
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren {mospagebreak}
1.5. Vortriebstafeln
Die folgenden Beispiele stellen Tafeln dar, die einen Vortrieb oder einen Arbeitsfortschritt zu einem gewissen Zeitpunkt oder innerhalb einer Zeitspanne dokumentieren. Ihre Funktion entspricht damit den Jahrestafeln, jedoch wurden sie nicht zum Jahreswechsel geschlagen, oder sie stellen ein Analogon zu den Quartalswinkeln dar.
Die nächsten zwei Bilder zeigen Tafeln aus dem Freiberger Revier, die den erreichten Vortrieb innerhalb eines Jahres (von Sept. 1767 bis Sept. 1768 bzw. Sept. 1769 bis Sept. 1770) dokumentiert. Bemerkenswert ist die Gestaltung der unteren Begrenzung der Tafeln.
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Bild 1.5.01: Tafel über den Vortrieb in einem Jahr, aus der Grube Reiche Zeche, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
Text:
VON QVARTAL
CRV IN 37 W 1767
BIS IN 37 W CRV
68 SIND 52 LA
AVFGEFARN
WORDEN
gehauen
VON G E
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Bild 1.5.02: Tafel über den Vortrieb in einem Jahr, aus der Himmelfahrt Fundgrube, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke. |
Die folgende Lachtertafel vom Quartal Reminiscere 1769 findet sich in Kamsdorf, Thüringen. Auf ihr ist die Strecke 24 ¾ Lachter vermerkt.
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Bild 1.5.03: Tafel vom Quartal Reminiscere 1769 mit Lachterangabe, Kamsdorf, Thüringen. Foto Michael Pfefferkorn. |
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren {mospagebreak}
1. Gedinge- und Vortriebszeichen, Jahrestafeln, Vortriebstafeln
1.6. Zähltafeln, sonstige Abrechnungen von Arbeitsleistungen
Neben dem Vortrieb wurden auch andere Arbeiten im Bergbau wie Zimmerung, Mauerung usw. verdingt. Nur in Ausnahmefällen dürften sich hier Hinweise auf derartige Gedinge untertage in Form von Zeichen oder ähnlichem finden, da die Abrechnung in anderer Form erfolgte. Nummerierungen am Gewölben oder an Ausbauten könnten auf derartiges hinweisen. In der Müdisdorfer Rösche bei Brand-Erbisdorf lassen eingeschlagene römische Zahlen an Stellen, an denen ehemals Holzausbauten vorhanden waren, eine derartige Deutung zu.
Neben schriftlichen Quellen können z.B. Kerbhölzer oder Steckbretter Hinweise auf die Abrechnung anderer Arbeitsleistungen im Bergbau geben, allerdings muß nicht notwendigerweise ein Gedinge vorliegen.
In den Kalksteingruben bei Maastricht finden sich öfter eingekratzte oder aufgemalte Zeichen, die von einer Zählung der abgebauten Kalksteinblöcke stammen. Oft handelt es sich um einen senkrechten Strich, an dem links und rechts kleine Striche in Fünfergruppen für die abgebauten Blöcke stehen.
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Bild 1.6.01: Eingekratzte Zählung der abgebauten Kalksteinblöcke, 16. Jahrhundert. Caestert-Grube, Petit Lanaye, Belgien (direkt südlich von Maastricht). Foto Thomas Witzke. |
Das folgende Bild zeigt eine Letten"tafel" nach dem Prinzip des Steckbrettes mit einem verwittertem Holzstift zum Zählen von Hunten und befindet sich an einem Füllort in Kamsdorf, Thüringen.
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Bild 1.6.02: Lettentafel zum Zählen der Hunte an einem Füllort. Kamsdorf, Thüringen. Foto Michael Pfefferkorn. |
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren
weiter zu 2. Markscheiderische Zeichen, Tafeln und Markierungen
Krieg und Frieden, Freiberg
„Krieg und Frieden“ ist das diesjährige Thema am Tag des offenen Denkmals 2005 in der Bundesrepublik Deutschland. An diesem Tag soll die Öffentlichkeit durch die Öffnung von sonst allgemein unzugänglichen Bauwerken und durch spezielle Führungen in öffentlichen Baudenkmalen auf die Belange des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht werden. Die Früchte dieser Bemühungen sind jedoch faul im Kern, wie folgendes Beispiel zeigen mag:
Denselben Namen, wie das Motto zum Denkmalstag trägt ein Freiberger Bergwerk, dessen Spuren im Stadtbild – bis auf die Halde – in absehbarer Zeit völlig beseitigt sein werden. Diese Grube und ihr Huthaus haben Kriege und Mangel überstanden – im Frieden und Überfluß fallen sie.
Die Grube Krieg und Frieden befindet sich im östlichen Stadtgebiet von Freiberg in der unteren 11. und 12. Maß auf dem Thurmhof Stehenden. Die erste urkundliche Erwähnung von Bergbau in diesem Gebiet erfolgte im Jahr 1384. Im Bereich der abgebildeten Baustelle (Auftraggeber: Sächsisches Oberbergamt) ist ab 1544 die Grube Abraham belegt, die bis Anfang 17. Jh. betrieben wurde. Unter dem Namen Krieg und Frieden findet man Betriebszeiten von 1730 bis zum Aufkauf des Grubenfeldes durch die Himmelfahrt Fundgrube 1846.
Das durch die Verwahrungsmaßnahme mit Billigung der Unteren Denkmalbehörde zerstörte Huthaus der Grube wurde im späten 18. oder beginnenden 19. Jh. erbaut (Datierung anhand der Bauweise) und erfuhr später wahrscheinlich einen Umbau auf ein massives Obergeschoß und ein flaches Satteldach. Das Haus befand sich schon etliche Jahre in einem ruinösen Zustand, da der / die Grundstücksbesitzer nichts zu seiner Erhaltung taten. Der jetzt geöffnete Schacht in unmittelbarer Nähe des Hauses machte sich schon früher durch Setzungs-erscheinungen bemerkbar.
Es wird wohl wieder so ablaufen, wie schon bei zwei anderen Schächten im Feld von Krieg und Frieden: ausgraben bis auf die Schachtsohle des Tagschachtes, dann in den abgehenden Strecken Dämme errichten und das Ganze mit Beton vollaufen lassen. In den Altbergbau des im schlimmsten Falle 14. Jahrhunderts hinein, ohne vorherige historische Dokumentation, Sinn und Verstand. Man kann die relativ kleinen Schächte des 16. Jahrhunderts (oder älter) zwar auch preiswerter als mit -zig Kubikmeter Beton verschließen, auch so, daß von ihnen keine Gefährdung für die Tagesoberfläche ausgeht und sie trotzdem kontrollierbar bleiben, aber das will offensichtlich keiner. Voraussetzung dafür ist nämlich etwas ingenieurtechnische Geistesgymnastik und Verständnis für den in Sachsen – lediglich auf dem Papier- komplett als Bodendenkmal geschützten Altbergbau. Solches Engagement wird auf keinem Amt mit Anerkennung honoriert geschweige denn wird jemand dafür bezahlt. Sondern lediglich für die Durchführung des in solche Fällen üblichen bürokratischen Ritus: Herstellung der öffentlichen Sicherheit mit einer möglichst großen Menge an Beton. Und fertig.
Spätere Generationen, die vielleicht nach den historischen Wurzeln des Freiberger Bergbaus suchen und in deren Zeit montanhistorische Feldforschung nicht als unrentierliche Spinnerei von ein paar Experten abgetan wird, werden mit Fingern auf unseren Zeitabschnitt im Geschichtsbuch zeigen! Aber dann ist es zu spät.
Deshalb seien nochmals alle kultur- und geschichtsbewußten Altbergbauforscher aufgerufen, hier an diesem Schwarzbuch mitzuarbeiten und die unzivilisierten Freveltaten an Denkmalen und den wertvollen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren mit Namen und Adressen der Verantwortlichen an den Pranger zu stellen.
Um auf das Thema der Überschrift und des diesjährigen Denkmalstages zurückzukommen: Führen wir also Krieg auf vielfältige und bunte Weise gegen Bürokratie, Abriß- und Verwahrungswahn, Geldverschwendung, Geschichtsfälschung und kulturelle Verwahrlosung. Diesen Kampf soll jeder auf seine ganz eigene Art führen, dem unser Land und unsere Kultur am Herzen liegen. Sei es mit Protestschreiben gegen Abriß und Verwüstung, Veröffentlichung von Schandtaten oder, wenn möglich, gleich Aufkauf und Restaurierung von denkmalgeschützen (Hut-)Häusern entgegen den sogenannten „fachlichen“ Bedenken von Architekten, Statikern oder Wärmedämm-Verrückten und entgegen den Verlockungen des Baumarkt-Ramsches.
Frieden werden wir auf diesem Gebiet jedoch erst finden, wenn die Wertvorstellungen dieser Gesellschaft andere geworden sind. Also irgendwann bis nie.
In diesem Sinne werden hier in den nächsten Wochen in loser Folge weitere Artikel über zerstörte oder verschandelte Denkmale folgen.
Das Huthaus 1908
Vor dem Abriß
Der Beginn der Baustelleneinrichtung
Die Baustelle.
untertage
untertage
Neolithischer Feuerstein-Bergbau in Valkenburg / Niederlande
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Der neolithische Feuerstein-Bergbau in Valkenburg bei Maastricht Am südwestlichen Rand von Valkenburg (zwischen Maastricht und Aachen), direkt unterhalb der Kante von einem Plateau, liegen an der Plenkertstraat einige Reste neolithischer Feuerstein-Gruben.
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Stollen 1.
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Stollen 2.
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Stollen 3.
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Schacht 4.
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Schacht 7.
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Literatur
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Rheinisch Wein, Halsbrücke
Baustelle der Fa. Schachtbau Nordhausen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamt Freiberg auf einem Tagebruch auf dem Weiße Rose Spat in Halsbrücke.
Es wurden Strecken des 16. bis 18.Jh. aufgefunden, alles in Teufen oberhalb des Anna Stollens. Die Grubenbaue werden zur Zeit verwahrt und zum Großteil verfüllt. Sie sind damit für spätere Generationen verloren.
Nachtrag:
Durch die unkommentierten Bilder ist der Eindruck entstanden, dass alle Grubenbaue verwahrt wurden. Das Oberbergamt Freiberg gab uns jedoch den Hinweis, dass Abbaue und Haspelort von der Verwahrung nicht betroffen sind und lediglich die geschlägelten Strecken mit Beton versetzt wurden. Wir danken dem Oberbergamt für die Richtigstellung bzw. Präzisierung der Informationen.
Der Schallerschacht um 1900

Baustelle heute

Schacht des Schachtbau Nordhausen

Gesenk im Erzgang

Durschlag zum Weiße Rose Spat

Gesprenge zum oberen Suchort

Haspelgesenk auf der unteren Strosse

Hartes Trum
Strossenbau auf dem Weiße Rose Spat

Jahrestafel mit Quartalswinkel

Markscheide in Ortstoß

Markscheide

Oberes Suchort

Ortsbrust mit Gangtrum
Ortsstoß

Querschlag zum Kunstschacht
2. Thüringer Altbergbaukolloquium – 2.Zirkular
22. – 24. April 2005 in Lichte
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2. Zirkular und Anmeldung |
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
am 22. – 24. April 2005 veranstalten wir zum zweiten Mal unser Thüringer Altbergbaukolloquium. Nachdem im letzten Jahr in Bad Blankenburg viele interessante Vorträge gehalten, eindrucksvolle Gruben befahren und neue Kontakte geknüpft werden konnten, hat es uns in unserer Meinung bestätigt, dass solch eine Veranstaltung in Thüringen gefehlt hat und zu einer festen Institution erwachsen sollte.
Dieses Jahr wurde das Organisationsteam der GAG durch eine weitere Person bereichert: Klaus Müller vom Schaubergwerk Morassina in Schmiedefeld.
Als Tagungsort dient dieses Jahr innerhalb der Ferienanlage Lichte-Geiersthal das Hotel „Feldbachtal“, welches eine ganz hervorragende Infrastruktur bietet. Neben sehr geräumigen und komfortablen Zimmern zur Übernachtung gibt es einen separaten Tagungsraum, ein Restaurant und eine Bowlingbar.
Anmeldung und Tagungsbeitrag
Die Anmeldung für die Tagung und die Buchung für die Übernachtung sind nicht mehr gekoppelt und haben daher separat zu erfolgen. Personen, die am Tagungsort übernachten wollen, müssen sich jedoch vorher bei uns für die Tagung anmelden und den Tagungsbeitrag bezahlen. Zimmer für die Übernachtungen sind beim Hotel BIS SPÄTESTENS 08.04.05 zu buchen.
Teilnehmer, die eine der Exkursionen begleiten wollen, müssen sich ebenfalls vorher anmelden. Personen, die nur die Vorträge besuchen, werden gebeten, sich auch anzumelden, Kurzentschlossene sind aber trotzdem herzlich willkommen.
Die Tagungsgebühr beträgt 10 EURO. Sie ist zusammen mit der Anmeldung fällig. Sie beinhaltet die Tagung, Getränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser) während der Tagesvorträge am Samstag und die Exkursionen.
Anmeldungsformular als PDF-Datei
Anmeldungsformular als MSWord-Datei
Das Hotel Feldbachtal
Adresse:
Ferienanlage Lichte-Geiersthal GmbH
Schulweg 3, 98739 Lichte
Telefon 036701 27690, Fax 036701 27696
Email: info@ferienanlage-lichte.de
Selbstdarstellung:
„Die Ferienanlage Lichte-Geiersthal – zwischen Neuhaus am Rennweg und Saalfeld gelegen – lädt ihre Gäste zu einem Urlaub inmitten herrlicher Natur ein. Ein Paradies für Naturfreunde, Wanderer, Erholung- und Ruhesuchende zu jeder Jahreszeit! Die Wanderwege beginnen vor der Haustür. Pilze und Beeren wachsen fast auf den Tellerrand und manchmal springt ein Reh, ein Hase oder der hauseigene Hund Sissi vorbei.“
„Die familiär geführte Anlage bietet Unterkunft im neu erbauten Pensionshaus, in Ferienhäusern und Appartements. Zur Entspannung bieten wir Ihnen unsere Sauna und Solarium an, für sportliche Betätigung unsere Bowlingbahn. Kinder lädt ein Spielplatz zum Tummeln ein. Das örtliche Freibad befindet sich gleich unterhalb der Anlage. Die Gaststube "Bergterrasse" bietet original Thüringer Küche, organisiert Grill- und Baudenabende, Tanztees und musikalische Unterhaltungsabende.“
Speziell für unser Kolloquium haben wir das gesamte Haus vorreserviert. Bitte buchen Sie Ihr Zimmer bis spätestens 08.04.2005 . Berufen Sie sich dabei auf unsere Tagung. Das Doppelzimmer kostet für zwei Personen pro Nacht 48 Euro inklusive eines reichhaltigen Frühstücksbüffets (Sonderpreis).


Ablaufplan
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Freitag, 22. April 2005 |
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ab 17.00 Uhr |
Anreise / Anmeldung
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ab 17.00 Uhr |
Abendessen |
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ab 20.00 Uhr |
Begrüßung Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre |
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open end |
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Samstag, 23. April 2005 |
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ab 8.00 Uhr |
Frühstück im Restaurant (für Personen, die Zimmer im Haus gebucht haben) |
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ab 8.30 Uhr |
Anmeldung |
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9.00 Uhr |
Offizielle Eröffnung |
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ab 9.00 Uhr |
Vorträge |
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ca.12.15 Uhr |
Mittagessen im Restaurant (Kartoffelsuppe mit Würstchen und Semmel) Preis 3 Euro/ Portion incl. Suppennachschlag – exkl. Getränke |
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14.00 Uhr – ca. 18.30 Uhr |
Vorträge |
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ab 19.00 Uhr |
Abendessen im Restaurant (Rostbrätel, Bratwürste, Grillschinken, Sauerkraut und Bratkartoffeln, Hackepeter und Wurstsorten der Region, Salate und Beilagen) Preis 7 Euro / Pers. exkl. Getränke |
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ab 20.30 Uhr |
Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre |
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open end |
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Sonntag, 23. April 2005 |
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ab 8.00 Uhr |
Frühstück im Restaurant (für Personen, die Zimmer im Haus gebucht haben) |
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9.00 Uhr |
Abfahrt zu den Exkursionszielen (Fahrzeit im Bereich von 30 Minuten) |
Vortragsprogramm
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Uhrzeit |
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9:00 Uhr |
Prof. Dr. rer. nat. habil. Bernd Ulrich, TU Dresden und Klaus Müller, Schmiedefeld |
Laborbericht zur Mineralisation im Schaubergwerk Morassina mit Darstellung der Alaun- und Vitriolge-winnung am Südostabhang des Thüringer Schiefergebirges |
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10:00 Uhr |
Diskussion / Pause |
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10:10 Uhr |
Dr. Thomas Krassmann, Bad Windsheim |
Die Farbe Blau – ein bergmännisches Erzeugnis |
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10:50 Uhr |
Diskussion / Pause |
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11:00 Uhr |
Hans-Jürgen Lange, Reichmannsdorf |
Schmiedefeld und Reichmannsdorf – vom Bergbau geprägt |
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11:45 Uhr |
Diskussion / Pause |
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11:55 Uhr |
Ulrich Brunzel, Suhl |
Suhl und Zella-Mehlis untertage – Der Bergbau und andere unterirdische Objekte. Vorstellung eines Buches |
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12:25 Uhr |
Mittagspause |
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14:00 Uhr |
Werner Rost, Schauenstein |
Bergbau im Frankenwald |
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14:40 Uhr |
Diskussion / Pause |
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14:50 Uhr |
Thomas Schwämmlein, Sonneberg |
Eisenerzbergbau während des späten Mittelalters – zur Problematik mittelalterlicher Montangeschichte in Südthüringen
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15:20 Uhr |
Diskussion / Pause |
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15:30 Uhr |
Dipl. Ing. Ralf Schmidt, Suhl |
Der Bergbau am Friedberg – Geschichte, Geologie des Uranbergbaus in Suhl |
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16:10 Uhr |
Diskussion / Pause |
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16:20 Uhr |
Carsten Dunkel, Lobenstein |
Der Lobenstein Erzbergbau – ein Teil der Thüringer Montangeschichte |
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17:05 Uhr |
Diskussion / Pause |
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17:15 Uhr |
Stefan Adlung, Freiberg |
Erfahrungen zur Problematik der Erforschung von spät-mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Grubenbauen am Beispiel des Freiberger Zentralreviers |
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17:50 Uhr |
Diskussion / Pause |
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18:00 Uhr |
Jochen Babist, Altbergbau AG Odenwald |
Die Arbeit der AG Altbergbau Odenwald – ein vergessenes Bergbaurevier wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt |
Exkursionsziele
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Pumpspeicherkraftwerk, Goldisthal |
Führung durch das neue Pumpspeicherkavernenkraftwerk der Vattenfall AG
Das Pumpspeicher-Kraftwerk Goldisthal liegt im östlichen Thüringer Wald am Fluss Schwarza zwischen den Orten Scheibe-Alsbach und Goldisthal. Bereits Mitte der 60er-Jahre gab es Überlegungen zum Bau dieser Wasserkraftanlage. Jedoch erst 1974 begann man mit den bergmännischen Arbeiten zur ingenieurgeologischen Erkundung. Nach sechsjähriger Bauzeit nahm Vattenfall Europe im Herbst 2003 das mit 1.060 Megawatt (MW) größte deutsche Pumpspeicher-Kraftwerk in Betrieb. Für die Exkursion ins Kraftwerk ist keine Ausrüstung nötig. Mehr Informationen: http://www.vattenfall.de/ |
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Schwarze Crux, Suhl |
Die Stadt Suhl und ihre Ortsteile Goldlauter und Vesser können auf bedeutende Bergbautraditionen zurückblicken. Dies trifft vor allem auf die bis in dieses Jahrhundert hinein betriebenen Grubenanlagen "Schwarzer Crux", "Roter Crux" und "Gelber Crux" in Vesser zu. Die im vorigen Jahrhundert unter dem Namen "Vereinigte Crux – Zechen" zusammengefassten und später noch als "Schwarzer Crux" bezeichneten Bergwerke stellen die umfangreichste und größte erhaltene Bergbauanlage im mittleren Thüringer Wald dar. Der Bergbau auf Eisenerz reicht bis in das Mittelalter zurück. Zwischen 1600 und 1630, als die Suhler Waffenschmiede in vollster Blüte stand, war das Crux-Eisen außerordentlich geschätzt Es wurde dort zu Gewehrschlössern Pistolenrohren und Harnischen verarbeitet. Die Namen der Cruxen beziehen sich auf die hauptsächlich abgebauten Minerale: Magnetit ("Schwarzer Crux"), Pyrit ("Gelber Crux") und Hämatit ("Roter Crux"). Die "Cruxen" waren im 18. Jahrhundert auch diejenigen Zechen, die zeitweilig, nämlich als der Bergbau in Suhl selbst schon nahe dem Erliegen war, die Suhler Waffenproduktion am Leben erhielten. Für die Befahrung der Grube bitte komplette Befahrungsausrüstung mitbringen: Helm, bergmännisches Geleucht, Gummistiefel, angemessene Bekleidung.
Mehr Informationen: |
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Thüringer Eisenerz, „Überraschungsei“ |
Der Eisenerzbergbau hat in Thüringen lange Tradition. Die Befahrung geht in eine der der Thüringer Eisenerzgruben. Wohin es genau geht, ist eine Überraschung. Nur soviel kann gesagt werden: Es lohnt sich! Für die Befahrung der Grube bitte komplette Befahrungsausrüstung mitbringen: Helm, bergmännisches Geleucht, Gummistiefel, angemessene Bekleidung. |
Die einzelnen Touren haben unterschiedliche Personenkapazitäten. Daher bitte bei der Anmeldung Ausweichwünsche mit angeben.
2. Thüringer Altbergbaukolloquium
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
am 22. – 24. April 2005 veranstalten wir zum zweiten Mal unser Thüringer Altbergbaukolloquium. Nachdem im letzten Jahr in Bad Blankenburg viele interessante Vorträge gehalten, eindrucksvolle Gruben befahren und neue Kontakte geknüpft werden konnten, hat es uns in unserer Meinung bestätigt, dass solch eine Veranstaltung in Thüringen gefehlt hat und zu einer festen Institution erwachsen sollte.
Dieses Jahr wurde das Organisationsteam der GAG durch eine weitere Person bereichert: Klaus Müller vom Schaubergwerk Morassina in Schmiedefeld.
Das Rahmenprogramm steht bereit fest, die Referentenliste mit den Vortragsthemen und die Exkursionsziele folgen alsbald.
Als Tagungsort dient dieses Jahr innerhalb der Ferienanlage Lichte-Geiersthal das Hotel „Feldbachtal“, welches eine ganz hervorragende Infrastruktur bietet. Neben sehr geräumigen und komfortablen Zimmern zur Übernachtung gibt es einen separaten Tagungsraum, ein Restaurant und eine Bowlingbar.
Anmeldung und Tagungsbeitrag
Die Anmeldung für die Tagung und die Buchung für die Übernachtung sind nicht mehr gekoppelt und haben daher separat zu erfolgen. Personen, die am Tagungsort übernachten wollen, müssen sich jedoch vorher bei uns für die Tagung anmelden und den Tagungsbeitrag bezahlen. Zimmer für die Übernachtungen sind beim Hotel BIS SPÄTESTENS 08.04.05 zu buchen.
Teilnehmer, die eine der Exkursionen begleiten wollen, müssen sich ebenfalls vorher anmelden. Personen, die nur die Vorträge besuchen, werden gebeten, sich auch anzumelden, Kurzentschlossene sind aber trotzdem herzlich willkommen.
Die Tagungsgebühr beträgt 10 EURO. Sie ist zusammen mit der Anmeldung fällig. Sie beinhaltet die Tagung, Getränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser) während der Tagesvorträge am Samstag und die Exkursionen.
Voranmeldungen werden ab sofort angenommen, wobei die endgültigen Anmeldungen erst in einigen Tagen vorgenommen werden können, wenn alle Exkursionsziele bestätigt werden.
Ablauf
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Freitag, 22. April 2005 |
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ab 17.00 Uhr |
Anreise / Anmeldung
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ab 17.00 Uhr |
Abendessen |
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ab 20.00 Uhr |
Begrüßung Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre |
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open end |
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Samstag, 23. April 2005 |
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ab 8.00 Uhr |
Frühstück im Restaurant (für Personen die Zimmer im Haus gebucht haben) |
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ab 8.30 Uhr |
Anmeldung |
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9.00 Uhr |
Offizielle Eröffnung |
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ab 9.00 Uhr |
Vorträge |
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12.00 Uhr |
Mittagessen im Restaurant (Kartoffelsuppe mit Würstchen und Semmel) Preis 3,–€/ Portion incl. Suppennachschlag – exkl. Getränke |
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14.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr |
Vorträge |
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ab 19.00 Uhr |
Abendessen im Restaurant (Rostbrätel, Bratwürste, Grillschinken, Sauerkraut und Bratkartoffeln, Hackepeter und Wurstsorten der Region, Salate und Beilagen) Preis 7,–€/ Pers. exkl. Getränke |
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ab 20.30 Uhr |
Dias und Videos in zwangloser Atmosphäre |
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open end |
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Sonntag, 23. April 2005 |
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ab 8.00 Uhr |
Frühstück im Restaurant (für Personen die Zimmer im Haus gebucht haben) |
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9.00 Uhr |
Abfahrt zu den Exkursionszielen (Fahrzeit im Bereich von 30 Minuten) |
Fälschungen von Grubenlampen
Anmerkung: Der Artikel spiegelt den Stand der Dinge im Jahr 2005 wieder. Mittlerweile sind die Fälschungen weitaus komplexer und im Detail ausgereifter. Was heißt das? Die hier aufgeführten Punkte können noch immer helfen eine Fälschung zu idendifizieren. Aber es kann sein das eine "moderne" Fälschung damit nicht mehr erkannt werden kann.
Vorwort:
Karl Kraus prägte einmal den Satz, daß sich der Österreicher vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache unterscheidet. Ich ersuche daher alle bundesdeutsche Leser dieses Artikels Nachsicht mit mir zu haben!
Tatsache ist, daß alles was einen gewissen Wert hat auch gefälscht wird. Beispiele hierfür ließen sich unzählige anführen (Bilder, Antiquitäten, Briefmarken, Uhren, Modeartikel, …).
Manche Sammelgebiete kamen dabei schon fast vollständig zum Erliegen, weil man Original von Nachbau nicht mehr unterscheiden kann, etwa Überraschungseierfiguren.
Auf dem Gebiet der Grubenlampen sind wir am besten Weg dazu. Der Trend der letzten 20 Jahre wertvolle Lampen zu sammeln, führte rasch zu einer Verknappung an „high end“ Stücken. Dem gegenüber steht aber auch, daß die Sammlerszene völlig überaltert ist. Der Preis richtet sich wie immer nach Angebot und Nachfrage. Naturgemäß ergeben sich somit in letzter Zeit Angebote immer öfters. Fragt man einen Lampensammler übrigens nach dem Grund seiner Sammeltätigkeit erhält man meistens mehrere Antworten, etwa Interesse am Altbergbau, Ästhetik, systematisches Interesse, Wertanlage etc. Letzteres ist wie eben erwähnt mehr als fraglich.
Nachbauten, egal ob primitiv oder hoch professionell gab es auch schon immer. Es beginnt bei den typischen, stark rostnarbigen rumänischen Froschlampen, die oft zehnerweise am Haufen auf ungarischen Mineralienbörsen liegen (Preis früher DM5 heute Euro 10 J ) und endet bei perfekten Harzer Fröschen um weit mehr als 1000 Euro. Nicht jeder Nachbau muß übrigens eine Fälschung sein. Einige Firmen produzieren bewußt alt aussehende Lampen für gewisse Kundenschichten. Nicht jeder ist bereit eine Rießenmenge Geld auszugeben, um eine Mineralienvitrine mit einer alten Lampe zu schmücken. Mit geringen Ansprüchen erreicht man denselben Effekt auch mit einem Nachbau um 30-40 Euro. Manch einer erhielt einen Nachbau als Geschenk für persönliche Anlässe, etwa seine Pensionierung als Bergmann. Ich selbst erhielt mal die Anfrage von einer Schweizer Tunnelbaufirma die, anläßlich des Durchschlags eines Straßentunnels, 200 Lampen von mir irrtümlicherweise kaufen wollten.
Was ist also eine Fälschung? Die bewußt unrichtige Veräußerung eines Stücks unter Vorgaukelung falscher Tatsachen.
Damit ergeben sich aber weitere Fragen:
Fallbeispiel 1:
Auf einer Veranstaltung sah ich eine aufwendig hergestellte Sicherheitslampe (Bilder weiter unten) um einige hundert Euro. Reeller Wert ist aber 4000-5000 Euro. Auf meine Frage, wieso er die Lampe nicht als Nachbau beschrieben hat meine der Händler einfach „Wenn ich einen Van Gogh um 100 Euro auf einem Flohmarkt kaufe nehme ich auch nicht an daß er echt ist.“ Folglich, selbst das NICHT Beschreiben eines Nachbaus ist meiner Meinung nach Irreführung am Kunden.
Fallbeispiel 2:
In meinen Anfangszeiten als Sammler kaufte ich öfters Froschlampen, die wie sich dann mit mehr Erfahrung herausgestellt hat, einzelne nachgebaute Teile aufwiesen. Nachteile müssen genau genommen deklariert werden. Ein rennomierter Händler etwa, der sich auch auf Reparaturen alter Lampen spezialisierte kennzeichnet alle Ersatzteile mit seinen eingeschlagenen Initialen.
Anbei zwei Beispiele seiner Reparaturen. Es wäre doch schade wenn diese Lampen im Urzustand blieben. Wenn jemand so eine Reparatur benötigt, dann bitte mir dies mitteilen und ich werde einen Kontakt zum Restaurator herstellen.
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Die rechtliche Seite von Fälschungen ist sehr komplex. Erstens erhält man in den seltensten Fällen eine Rechnung ausgestellt auf die man sich später berufen kann. Zweitens, wer soll vor Gericht den Wert abschätzen? Liebhaberpreise gelten bei gerichtlich beeideten Sachverständigen nicht –übrigens auch nicht bei Haushaltsversicherungen!
Was wird nachgebaut:
Sag NIE das ist zu kompliziert zum Nachbauen, das tut sich keiner an, nur weil Du es nicht besser weißt. Es wurde einmal produziert, folglich kann es immer wieder produziert werden. Ich sah in zunehmenden Maße hoch komplizierte Lampen, speziell Sicherheitslampen wie Messing Pokorny, Pieler, Stuchlik perfekt nachgebaut. Der Arbeitsaufwand ist gigantisch, man benötigt aufwändige Stanzmaschinen und trotzdem findet sich immer wer. Man muß sich auch das Lohnniveau mancher (süd-)osteuropäischen Länder vergewissern wo ein Drehbankarbeiter 200-300 Euro monatlich verdient. Andererseits sind die rumänischen Winter lang und kalt, da hat man viel Zeit und findet sich auch mit Margen unter 10 Euro für stundenlange Arbeit ab.
A.) Karbid:
Dieser Lampentypus steht zumeist am unteren Ende der nach oben offenen Beliebtheits- und damit Werteskala. Nur einige wenige Typen schaffen es zu stattlichen Preisen und damit Fälschungen. Die breite Masse liegt wertemäßig zu tief und es existieren noch massenhaft Exemplare. „Ergänzungen“ kommen sicherlich vor, doch sind diese zumeist zeitgenössisch da eben beim Umgang mit der Lampe einzelne Teile abbrachen und erneuert wurden. Ein typischer Verschleißteil waren etwa die Spiegel, die in den allermeisten Fällen nicht mehr Originale sind.
Fälschungen im größeren Stil sind meines Wissens (Stand 1/05) nur bei Hutlampen aufgetreten (Tönnchen). Aus osteuropäischen Quellen gelangten wiederholt Friewo Messingtönnchen in den Handel wobei der Preis etwa 25% des Originals entsprach. Selbst das ovale Firmenschild wurde dabei gefälscht, jedoch nicht gut genug. Details hierzu finden sich in dem erstklassigen aber leider vergriffenen Buch von H.J.Weinberg (1997) in "Die Grubenlampe-Von Zwickau i.d.ganze Welt". Der letzte Schrei auf diesem Gebiet ist, daß manch Fälscher billigste Karbid“leichen“ kauft, nur um an ein original Firmenschild zu gelangen, das dann auf einem Tönnchen prangt. Im Bild ein original Schild.
Außer Tönnchen sah ich nur in einem einzelnen Fall eine Karbidfälschung, nämlich einen Friewo Messing Bloch`schen Drehkeil (Original aus dem Siegerland). Dabei verriet sich der osteuropäische Händler dadurch, daß der Karbidschlamm (von der ersten und einzigen Benutzung!) noch feucht war J
B.) Sicherheitslampen:
Auf diesem Gebiet wird schon wesentlich mehr gefälscht, zumal auch weitaus größere Gewinne locken. Wie schon früher erwähnt kommen gehäuft aus dem osteuropäischen Raum
hochpreisige Fälschungen. Zumeist werden Stückzahlen über 10 produziert, damit sich der ganze Arbeitsprozeß rentiert. Dann allerdings kann man alles haben wie die folgenden Fotos zeigen.
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Bei den ersten zwei Fotos handelt es sich um den Nachbau einer der begehrtesten Lampen, einer Karbid-Sicherheitslampe von Friemann&Wolf, Modell „Stuchlik“. Es wurden seinerzeit nicht viele produziert weil sie zu verschleißanfällig waren und sich daher nicht durchsetzen konnten. Links der Nachbau vor Brünierung – rechts das Original; Marktwert realistischerweise 4-5000 Euro. Erst der Vergleich mit einem Original zeigt feine Detailfehler, sodaß man eher auf allgemeine Kriterien angewiesen ist.
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Diese beiden Fotos zeigen jeweils eine Pieler Lampe aus Mährisch Ostrau. Links die Replika, aufgenommen in einem lokalen Gasthaus, rechts das Original.
ALLE diese Nachbauten – von der einfachen Messing Friewo bis hin zu Pokorny, Stuchlik, Davy oder AHG – haben gemeinsam:
1.) ein etwas dickeres Blech als das Original
2.) Brünierungsreste:
Dies beruht auf der Verarbeitungsweise. Nach der Produktion muß die Lampe selbstverständlich künstlich gealtert werden. Dies geschieht indem man die ganze Lampe in Brünierungschemikalien eintaucht. Als zweiter Schritt wird die Lampe mittels Bürsten (Schuhbürstmaschinen) partiell gereinigt und zwar nur dort wo man einfach mit den Bürsten hinkommt. Manche Teile –etwa hinter den Gestellstäben bleiben schwarz. Damit erreicht man einen alten, abgenutzten Eindruck. Die schwarzen Flächen lassen sich jedoch meistens mittels Fingernagels oder Holzstückes abreiben und darunter erscheint das glänzende Messing.
3.) wenig mechanische Abnützung
Ich warne jeden davor solche Stücke zu kaufen (werden zumeist NICHT als Nachbau deklariert) und an betuchte Kunden weiter zu veräußern. Es wären zwar Gewinnspannen von einigen tausend Euro möglich, doch zählt dies als schwerer Betrug!
Die „Szene“ bei diesen hochpreisigen Lampen ist außerdem äußerst klein und ein Fallbeispiel aus dem Jahre 2004 zeigte auf, daß binnen einer Woche eine in Freiberg gekaufte Lampe in Ludwigshafen als Fälschung enttarnt wurde.
C.) Froschlampen/ Öllampen:
Dieser Lampentyp wird mit Abstand am meisten gefälscht. Ist man etwa regelmäßiger Beobachter auf Ebay sieht man die weite Produktpalette von einfachst bis unmöglich bestimmbar. Da Froschlampen mein Sammelschwerpunkt sind, möchte ich mich auch auf deren Fälschungen nun konzentrieren. Die Fälschungsmethoden wechseln laufend, d.h. sie
verfeinern sich jedes Jahr. Jeder Fälscher lernt dazu und verbessert sich. Methoden die gestern galten müssen längst heute nicht mehr aktuell sein. Vermutlich wird sogar mancher Fälscher auf Grund dieses Artikels seine Arbeitsweise überdenken, sicherlich nicht zum Beenden seiner illegalen Tätigkeit sondern in noch mehr Rafinesse.
Mein Problem besteht darin, daß ich –zumindest nach jetzigem Wissen- keine Fälschungen besitze, somit auch nur sehr wenige Fotos habe. Daher der Umkehrschluß –wie erkenne ich eine ECHTE Lampe. Hierzu nun detaillierte Beispiele:
1.) Blenden:
Freiberger Blenden sind eins der begehrtesten Sammelobjekte. Obwohl der Preis für Originale im letzten Jahrzehnt stark zurückging (momentan 800-1000 für ein perfektes Stück) werden neuerdings Nachbauten massenweise angeboten. Man sah daß wesentlich mehr existieren als jeder vor der Wende gedacht hatte, folglich Angebot-Nachfrage sinkt der Preis. Wie erkennt man nun solche, wobei ich gestehen muß daß auch ich selbst viel Lehrgeld zahlen mußte.
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Die ersten zwei Bilder zeigen eine echte Freiberger- , die anderen drei eine echte Lugauer Blende. Das allerwichtigste Kriterium ist das Holz. Messing kann man immer leichter manipulieren als Holz, daher aufs Holz das größte Augenmerk legen. Es MUSS ausschauen wie bei einer hundert Jahre alten, abgewetzten Kirchenbank. Zeigen sich gröbere faserige Strukturen – Hände weg! Außerdem verwenden die Fälscher immer dickere Hölzer und nicht so dünne Funiere wie die Alten. Eindeutig ist auch die alte hölzerne Ausbesserungsstelle der Freiberger Blende an der Oberseite (vermutlich begann sie einmal oben durchzubrennen).
Typisch ist auch das uralte, teilweise in den Holzboden diffundierte Wachs der Lugauer Blende (wurde sowohl für Ölbrand als auch Kerzenwachs benutzt). Allerdings, nichts ist einfacher als so einen Tragehaken wie abgebildet herzustellen. Dieser hat jedoch auf Grund der Arbeitsweise der Alten starke Abwetzungen auf der Innenseite der Biegung!
Fazit: Holz ist Kriterium Nr.1, ansonsten auf Abnützungsspuren schauen. Leider wurde es Mode das Messing der Blenden innen völlig aufzupolieren. Dies lehne ich gänzlich ab da vieles an Flair und Wissen damit verloren geht (mehr davon unter Froschlampen). Einzelne Kuckuck werden heutzutage schon dermaßen gut nachgebaut, daß man keine Chance hat sie zu unterscheiden.
2.) Froschlampen:
Nun kommen wir allmählich zum Herzstück sämtlicher Fälscher.
Hierbei gibt es wie schon öfters erwähnt unzählige geglückte und mißglückte Fälschungen.
Was sollte man nun bei Originalen beachten? Hierbei hilft immer, wenn man sich in die Arbeitswelt der Bergleute hineindenkt, sich praktisch in diese Zeit zurückversetzen kann. Optimal ist dabei auch möglich oft selbst untertage zu gehen um sich ein Bild des Umfeldes zu machen. Persönlich verstehe ich sowieso nicht, warum manche engagierte Lampensammler noch nie oder nur selten in Bergbaue gehen. Man lernt ständig dazu und vieles wird dadurch klarer.
a.) Wirbel/ Tragehaken:
Der Haken diente dazu die oftmals heiß gewordene Lampe zu tragen und vor Ort in der Zimmerung oder Felsen zu fixieren. Natürlich war er ein absoluter Verschleißteil und meistens als erstes kaputt.
Desgleichen waren die Wirbel extrem starker Abnützung unterworfen. Oftmals sieht man eine mehr oder weniger starke Einkerbung. Aber Vorsicht!! Es ist völlig einfach diese einzufeilen, es sollte aber auch der Gegenpart dazupassen. Keine Chance hat man mehr wenn etwa (tatsächlich passiert!!) ein Frosch in einem Lastwagen nach Spanien mitfährt und dabei ständig hin und her pendelt.
Profis werden als allererstes den Frosch mal um 360 Grad am Wirbel drehen und schauen ob das passen könnte. Hängt der Frosch frei und die Dochtschnauze schaut nach oben kann auch etwas nicht stimmen. Wie sollte das Öl vorrinnen können? Manche Frösche hatten sogar eine verschiebbare Arretierung um den Ölfluß nach vorne einstellen zu können!
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![]() typischer rumänischer Frosch mit einem kompletten Rozsnyo Gehänge, offensichtlich in Betriebszeit noch ausgetauscht |
![]() stark abgenütztes Gehänge einer Siegerländer Lampe |
![]() ebenso abgenützter Wirbel eines sakralen Hessenfrosches |
![]() sogar vor einem Messing Seippelfrosch machte die Abnützung nicht Halt |
![]() Messing Pribram Frosch mit verschiebbarer Arretierung |
b.) Pinzettenstocher /Pinzette:
Zum Nachschieben des heißen Dochtes verwendete man einen Stocher. Ich schätze mal daß bei 50% aller noch existierenden Lampen dieser Stocher fehlt oder durch einen Nachbau ergänzt wurde. Persönlich stört mich dieses Manko noch am wenigsten, damit kann man meiner Meinung nach leben.
![]() echte Pinzette eines Messing Pirringer Frosches |
![]() original Dochtstocher und Haken eines Wetzlarer Frosches |
c.) Schild:
Ein Schild sagt mehr als tausend Worte, an ihm trennen sich Spreu und Weizen.
Nichts ist schwieriger nachzumachen als ein Schild. Leider ist es Tatsache, daß viele Schilde im Laufe der Zeit auf Grund der schwierigen Arbeitsverhältnisse verloren gingen. Der Wert eines guten Frosches kann aber um 50% reduziert sein wenn das Schild fehlt. Somit existieren wieder zahlreiche Nachahmungen. So sollten Originale ausschauen:
![]() klassisches „Seippelmännchen“ |
![]() steirische Froschlampe mit meinen Initialen J |
![]() perfekter Reuschfrosch |
![]() sehr alter Reuschfrosch |
![]() typischer Seippelfrosch (man beachte die Feilenstruktur!) |
![]() perfekter Wetzlarer Frosch |
![]() maschinell produzierter Seippelfrosch |
![]() „Krokodilfrosch“ mit Kupfernieten |
![]() Harzer Frosch mit stark abgenütztem Schild |
![]() sehr schöner Erzgebirgsfrosch |
![]() offener Harzer Frosch |
![]() schöner Reusch Frosch mit kursiv eingeschlagenen Initialen |
Manche Schilde wurden kalt angelötet, manche mit Nieten versehen. Beachte bitte immer die Nieten sehr genau, besonders Kupfernieten! Wie ist die Abnützung vorne aber auch hinten? Wieviel stehen sie ab, schauen sie etwa noch blank raus?
Bei Schriftzügen oder Schlagmarken am Schild ist zu beachten ob sie etwa noch einen Kragen besitzen. Erst im Lauf der Zeit verschwindet dieser wiederum durch die ständige Reibung. Besonders gerne werden Jahreszahlen „nachträglich“ eingeschlagen. Manche Schilder wurden von Bergleuten seinerzeit durch Kerben etc. speziell markiert, um seinen Frosch von den anderen unterscheiden zu können.
d.) Erhaltungszustand und Patina:
Rost ist nicht gleich Rost! Es gibt einerseits den sogenannten Edelrost, praktisch eine dunkelbraune Oxidhaut auf Metall, und andererseits den chemisch produzierten rostroten, körnigen Rost.
Die primitiven rumänischen Massennachbauten fallen in die letztere Kategorie. Der eingebeizte Frosch fliegt dabei für einige Zeit ins Wasser und schaut dann dementsprechend aus. Als weiteres Extrem sah ich mal einen deutschen Froschnachbau, der ein Jahr in einer Jauchegrube hing!
Leider ist es Usus bei einigen Händlern, sämtliche Froschlampen komplett aufzupolieren. So einen Frosch würde ich NIE kaufen, besitze auch keinen und kann jedem nur abraten so eine Blechdose zu erstehen. Der sammlerische Wert ist gleich null, außerdem kann man dann leichter einzelne „Ergänzungen“ vornehmen ohne daß es auffällt.
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Links, der Alptraum eines Sammlers, ein sandgestrahlter(!!!) Arc-Frosch (Carl vom Hofe, Lüdenscheid) und rechts derselbe Typ unbehandelt.
Hier ein paar Worte und Bilder zum idealen Erhaltungszustand:
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zwei ideal gereinigte Messing Froschlampen
links … man beachte die „weiche“, im Laufe der Zeit völlig abpolierte Struktur des Metalls dieses Seippelfrosches mit den unzähligen kleinsten Dellen – unmöglich zu manipulieren!
rechts … man erkennt das Messing des Pirringerfrosches und gleichzeitig die braunen Reste des ursprünglichen Zustandes (war dunkelbraun!)
![]() am leicht pombierten Corpus sieht man typischen Edelrost |
sogar der echte Dreck der Grube Füsseberg ist vorhanden J – um Gottes Willen nicht entfernen! |
Beide Bilder zeigen denselben Reusch Frosch
![]() Idealzustand eines Wetzlarer Frosches |
![]() schon zu pockennarbiger Gießer des Eisenwerkes Vöklingen-Röchling (Saarland) |
![]() Messing Erzgebirgsfrosch mit „weicher“ Struktur und vielen unregelmäßigen Dellen im Metall – keine Chance zum Fälschen! |
![]() sakraler Hessenfrosch mit schönem Innenleben |
![]() ein fast zu aufpolierter Pirringerfrosch aber mit interessanter Einfüllöffnung |
![]() ein fast zu rostnarbiger Pirringerfrosch aber in seltener Schachtausführung |
![]() ein komplett schiefer Rozsnyo Frosch, offensichtlich wurde er mal eingequetscht; baut wer solche Lampen nach ??? |
![]() ein völlig unbenutzter aber alter Seippelfrosch (Händler Schürenberg); man beachte die Feilspuren am Corpus |
![]() eine schön renovierte achteckige französische St.Etienne Linsenlampe |
![]() ein selten komplett erhaltener Schemnitzfrosch mit Edelrost; man beachte den Dreck in der Kette und am Griffansatz |
e.) Ölreste:
Manch ein Frosch besticht durch seine schwarzen, glasigen Ölreste und einen tranigen Geruch. Selbstverständlich ist der Ölrest das gewisse i-Tüpfchen um das Gesamtbild eines Frosches zu vervollständigen, aber Vorsicht man kann es relativ leicht nachmachen, wenn man Zeit hat.
Typische Ölreste:
![]() Seippelfrosch mit stark riechendem Innenleben |
![]() Pribramer Blechfrosch mit Öl- und originalem Dochtrest |
f.) Lötstellen:
Froschlampen werden wie schon erwähnt weich oder hart zusammengelötet. Billige Nachbauten werden in der Regel geschweißt, höherwertige ebenfalls hart gelötet. Es soll sich auch niemand durch grünspanige Reste als Ausblühungen des Messinglotes täuschen lassen. Auch „Fakes“ haben manchmal einen dünnen grünspanigen Überzug. In den folgenden, leider sehr schlechten Ebay-Fotos erkennt man so einen Frosch.
Typisch sind auch die primitiven Messingnachbauten diverser Lampentypen, die GAR KEIN Lot aufweisen. Sprich, es ist oft ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Teilen (Öl würde rausrinnen!). Ebay ist voll von solchen Lampen. Man erkennt sie auch an den blaugrünen Resten der Brünierungssalze und an dem nicht abgefeilten Grat. Hier nun fünf Bilder dazu; kurios das letzte durch den persönlichen „Weiterbau“ der Fälschung mittels angeschraubtem Reflektor J
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Fallbeispiele:
Nachdem die Leser dieses Artikels hoffentlich nun etwas mehr gelernt haben, möchte ich nochmals anregen sich selbst Gedanken zu machen. Vier raffiniertere Beispiele dazu, wobei nur das erste erklärt wird:
1.) Ein offener Harzer Messingfrosch:
Frage: warum ist er falsch?
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Eine an und für sich aufwendige Arbeit. Der Messing Corpus mit dem eisernen Haken ist einem echten Harzer täuschend nachempfunden. Im Detail betrachtet sind allerdings selbst am Foto schon Ungereimtheiten erkennbar. Die Kette schaut viel zu neuwertig aus, der gebogene Wirbel ist mehr als suspekt. Der Hauptfehler ist allerdings am Schild. Es ist viel zu dick und grob gearbeitet sowie keinerlei Abnützungsspuren vorhanden. Wenn ich mir schon diese Arbeit antuen würde, hätte ich auch nicht die Kreuze so primitiv eingesetzt, sondern aus einem Stück das Schild gefertigt. Und nun ein echter im Vergleich!
2.) Ein Messing Erzgebirgsfrosch:
Frage: warum ist er falsch?
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3.) ein schöner Pribram Frosch:
Frage: warum ist er falsch?
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4.) ein weiterer Pribram Frosch:
Frage: warum ist er falsch?
Conclusio:
Was ist nun die Schlußfolgerung? Kaufe nie eine wertvolle Lampe?
Sicherlich nicht, aber halte Augen und Ohren offen und schalte den logischen Verstand ein.
Niemand ist vor absolut perfekten Fälschungen gefeit –auch ich nicht- da würde dann nur eine Spurenanalyse des Metalls weiterhelfen.
- Kaufe NIE ein teures Stück nur an Hand eines Fotos! Damit scheidet leider Ebay oft aus.
- Frage nach der Herkunft. Wie kam der Verkäufer zu dem Stück und lasse Dich nicht abspeisen mit Auskünften wie „Die hat meinem Opa gehört“ (es gibt keine so alten Opas die noch Frösche benutzten!) oder „Das war ein Dachbodenfund“.
- schaue auf logische Abnützungserscheinungen und sei immer suspekt dabei
- Hol Rat von Experten ein – vier Augen sehen mehr als nur zwei!
- Kaufe bei rennomierten Händlern
- Laß Dir Zeit dabei und nicht schnell, schnell unter einem Börsentisch oder im Schein eines Autolichts bei Nacht und Nebel
Somit wünsche ich Euch allen viele tolle ECHTE Lampen in Euren Sammlungen und viel Freude daran.
Neue Bildergalerie online
Neue Bildergalerie online: Markusstollen Bad Bleiberg
Der Markusstollen in Bad-Bleiberg ist auf der gesamten Länge mit Schlägel und Eisen aufgefahren. Er ist 460m lang. Fotografien von Herbert Preiml (www.bergbauverein-bad-bleiberg.at)
Ausrüstungstips für Montanspeleologen
Vorweg eine Anmerkung (von Michael Pfefferkorn): Keine Publikation, egal wie gut, kann das eigene Denken ersetzen. Wer mit offenen Augen durch das Leben geht wird jede Menge andere Möglichkeiten entdecken, Dinge praktischer und besser zu machen. Dieser Artikel von Michael Krumrei soll nur eine einfache Stütze sein. Das Thema wird ausführlicher im Befahrerhandbuch behandelt, welches auch auf dieser Seite online zu lesen ist.
Auf besonderen Wunsch möchte ich hier versuchen, eine möglichst vollständige und sinnvolle Ausrüstungsliste zusammenzustellen. Selbstverständlich wird diese Liste sehr subjektiv und von den eigenen Erfahrungen geprägt sein. Der aktive Bergbauforscher wird diesen Vorschlag für seine speziellen Belange anpassen und modifizieren.
Grundausrüstung
Sollte jeder Befahrer immer persönlich dabei haben
Bekleidung:
Die wichtigste Aufgabe der Bekleidung ist, den Träger möglichst warm und trocken zu halten. Bei Unfällen Untertage stellt die Gefahr der Unterkühlung mit das größte Problem dar, läßt sich aber mit vernünftiger Bekleidung und Notfallausrüstung minimieren.
Das ideale Unterzeug stellt wohl der Fleece-Unterschlatz dar. Er verhindert übermäßiges Schwitzen mit anschließender Auskühlung und hält auch noch im nassem Zustand warm. Je nach den Bedürfnissen des Trägers können darüber noch mehrere Lagen Hosen, Hemden und Pullis kommen. Ganz drüber kommt dann (wenn man sichs leisten kann) noch ein spritzwasserfester Überschlatz. Die Füße sind durch warme Socken zu schützen. Die meisten Befahrer werden auch Handschuhe tragen.
Als Schuhwerk haben sich robuste Gummistiefel oder Bergschuhe mit Neoprenesocken bewährt. Zwischenzeitlich gibt es auch spezielle Canyoningstiefel aus Neoprene, wurden aber von mir bisher noch nicht getestet.
Je nach Gegebenheit in der Grube kommen dann noch Watstiefel, Wathosen, Ganzkörperkondome oder Neoprene-Unterschlatze zum Einsatz.
Helm und Geleucht:
Obligatorisch bei jeder Befahrung ist der Helm mit Kinnriemen, eine robuste Helmleuchte und mindestens eine (besser zwei) unabhängige Reservelampen! In den Helm kommt eine Rettungsdecke, idealerweise kann man in die Decke noch einen Zettel mit Notfallnummern reinlegen. Die Rettungsdecke befestige ich mit einem Streifen Klettverschluss im Helm. So kann man die Decke zum Reinigen des Helms bequem entfernen. Als Reservegeleuchte haben sich robuste und wasserdichte LED-Lampen bewährt. Ein Batteriesatz hält einige Tage und zum sicheren Ausfahren spenden sie genügend Licht.
Zum Hauptgeleucht möchte ich mich hier nicht nähers auslassen, hauptsache es ist zuverlässig und robust. Handlampen sind nicht angebracht, da man spätestens in Kriechstrecken und im Schacht zwei freie Hände braucht!
Die meisten Helmleuchten haben eine abgesetzte Energieversorgung die am Lampengurt befestigt wird. An Diesem kann man dann noch allerhand nützliche Dinge wie Multitool, Materialschnur etc. befestigen. Einen Schnellverschluß des Gurtes, den man leicht mit zwei Fingern öffnen kann, hat sich in Schlufen und Engstellen bewährt.
Das Multitool ist bei SRT-Einsätzen am Gürtel zwingend, ansonsten kann man es auch im Rucksack verstauen.
Erweiterte Ausrüstung
Sollte mindestens einmal pro Befahrergruppe vorhanden sein
Rucksack oder Schleifsack:
Hier kommt alles rein, was man nicht am Mann trägt. Man sollte darauf achten, daß der Rucksack möglichst wenig abstehende Taschen hat. Sonst bleibt man in engen Strecken und Schächten dauernd hängen. Auch sollte er aus wasserabweisendem Material bestehen. Baumwollrucksäcke sind zwar billig, saugen sich aber sofort mit Wasser voll und sind dann entsprechend schwer.
Verbandszeug:
Ich persönlich bevorzuge ein relativ kleines Notfall-Set, daß man dafür aber auch wirklich dabei hat!
Zum Inhalt:
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2-3 Verbandspäckchen/Mullbinden
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Dreieckstuch
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Verbandstuch
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Pflaster
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1-2 Rettungsdecken
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Sicherheitsnadeln
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10m 3mm-Reepschnur
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Kabelbinder
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Draht
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Panzertape
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Nägel
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Kerze
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Feuerzeug
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Knicklichter
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Reservebatterien für Notgeleucht
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Ersatzlampen für Helmgeleucht
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Schreibzeug
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stabiler Faden und Nadel
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und was sonst noch Nützliches reinpasst…
Das meiste davon ist selbsterklärend. Mit dem Draht, dem Panzertape, dem Faden und den Kabelbindern lässt sich alles mögliche vor Ort reparieren. Mit den Nägeln, Sicherheitsnadeln, der Reepschnur und den Rettungsdecken lässt sich ein Wärmezelt aufbauen:
(Quelle: Lernbehelf der östereichischen Höhlenrettung)
Die Kerze erwärmt das Rettungszelt und die Knicklichter sind gegen die Dunkelangst und zur Orientierung am Notbiwak
Achtung: Moderne Rettungsdecken sind brennbar!
Kerzen oder eine Karbidlampe können die Rettungsdecke leicht entzünden.
Das ganze Notfallpacket nimmt wenig Platz ein und wiegt ca. 500g.
Reepschnur mit Karabiner:
Ein paar Meter 6-8mm Reepschnur mit Karabiner sollten auch dabei sein! Damit kann man sich behelfsmäßig sichern, den Rucksack durch Bühnenlöcher durchreichen und auch mal eine behelfsmäßige Strickfahrte bauen…
Verpflegung und Notration:
Die Verpflegung ist natürlich sehr individuell. Hier wird sich wohl jeder nach eigenem Bedarf eindecken. Ein paar Müsliriegel und/oder Schokolade ist als Notration angebracht.
Geohammer, Taschenmesser, Multitool:
Sozusagen die Werkstatt untertage!
Rettungsausrüstung
sollten die Ersthelfer im Auto haben
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Gaskocher
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Topf
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Suppe
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Tee
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Zucker
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Isomatte
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Wärmflasche
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Müsliriegel etc.
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Wasser
Die Rettungsausrüstung dient zur Erstversorgung des Verunfallten mit Nahrung und Wärme bis weitere Hilfe eintritt.
Einen umfangreichen Lernbehelf für die Ersthelfer findet man hier (unter Download)
Selbstverständlich wird man die Ausrüstung je nach Tour und Zielsetzung entsprechend erweitern. Ich habe mich bewusst auf die Ausrüstungsgegenstände beschränkt, die man auch bei einer kleineren Unternehmung wirklich problemlos mitnehmen kann und sollte!
Sicherheitsregeln
gehe niemals allein
mindestens 2 Lichtquellen
hinterlasse:
– Name der Grube/Höhle
– Alarmzeit
– Ausstiegszeit
Kamera-Blitz Schaltung
Einfach nachzubauende Blitz-Schaltung für Blitze mittlerer Leistung


























































































































